cap driver

Ich weiß nicht, woran es liegt. Ich kann es nur erahnen, bestenfalls vermuten. Vielleicht ist mein Vierkantschlüsselkopf daran schuld. Meine hünengleiche, durchtrainierte Silhouette, die mir windhundschnelle wie geschmeidig-jugendlich-elegante Bewegungsfreiheiten ermöglicht und die – wenngleich ich das keinesfalls absichtlich betone – meine kruppstahlharten Muskeln keck in Szene setzt, könnte eventuell auch als Ursache dienen. Hingegen denke ich nicht, dass meine Klamotten von Hedi Slimane oder mein weltmännisch souveränes Auftreten gepaart mit meiner gewinnend sympathischen Wesensart daran schuld sind. Wie gesagt, es entzieht sich meiner Kenntnis, ganz und gar. Ich kann es mir einfach nicht erklären. Leider. Obwohl…. abends, wenn ich mich nach einem arbeitsreichen und ungemein produktiven Tag auf den Heimweg mache, ist der Zeitpunkt meiner morgendlichen Dusche zugegebenermaßen bereits ein paar wenige Stunden her, dann neigen meine Haare machmal dazu, sich andeutungsweise ein wenig in eine scheitelähnliche Schräge zu legen. Das könnte natürlich schon vorschnelle und falsche Schlüsse begünstigen. Wie dem auch sei, liebe Taxifahrer, die ihr so freundlich seid, mich nach vollbrachtem Tagewerk nachhause zu fahren, lasst euch gesagt sein: Ich bin kein xenophober Fremdenhasser. Ganz im Gegenteil. Ich habe überhaupt nichts, gar nichts gegen Personen, deren Geburtsstätte in weiter Ferne liegt. Ich liebe die Vielfalt der Kulturen und den Reichtum, den diese Menschen in unser Land bringen. Umgekehrt reise ich sehr, sehr gerne in der Welt herum und genieße alles Neue, das ich dann kennenlerne. Also, bitte, bitte, bitte, lasst mich in Frieden mit euren fremdenfeindlichen, verächtlichen und immer falschen Hassparolen, die ihr glaubt, während unserer gemeinsamen Fahrt loswerden zu müssen. Ihr findet in meiner Person keinen Verbündeten, keinen Sympathisanten und schon gar keinen Unterstützer für euer ewig gestriges, vergiftetes Gedankengut. Ich will mit euch keine Diskussion entfachen, ich will nur nach Hause gefahren werden, daher sage ich euch: Mein Schweigen ist keine Zustimmung!!

Wir können gerne über’s Wetter reden, die Gefahren im heutigen Strassenverkehr oder über das gestrige Fußballspiel, aber bitte, lasst mich mit eurem vergifteten Nazidreck in Frieden – ganz lieben, herzlichen Dank für euer Verständnis. Dankeschön und bis zur nächsten Fahrt.

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