falls es wen interessiert…

Nicht jedes Spam-Kommentar ist sinnlos und bescheuert. Da gibt’s manchmal recht hilfreiche Informationen…

Nicht alle Menschen sind von Natur aus gro?e Geschlechtsorgan. Nur wenige haben einen Penis gro?er. Der Rest des Korpers eines mannlichen mittlerer und kleiner Gro?e. Viele Manner hat einfach lange dieses Problem wurde beaugte. Einige der komplexen und standig auf der Suche nach Moglichkeiten, den Phallus zu erhohen. Naturlich kann man nicht bis entmutigt und geben werden. Die moderne Medizin wirkt Wunder. Auffallend Bestatigung dieser Tatsache ist die Creme Maxi Size, fur die rasche Zunahme der mannlichen Geschlechtsorgan vorgesehen. Bevor ich das Gel zu verwenden begonnen hatte ich ein langes Mitglied von 14 Zentimetern. Vielleicht fur jemanden, der genug ist, aber nicht fur mich. Ich habe immer davon getraumt von einem Penis gro?er, maximales Vergnugen, sich und seine Freundin zu liefern. Sobald er uber dieses Wunderdroge erfuhr, ordnete es mehrere Pakete von Sahne. Angewandte streng nach den Anweisungen, die in der Box ist.

vertrumpt donal!

Donald Trump ist der 45ste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.
Einige von euch haben bereits nachgefragt, wie es denn möglich sein könne, dass bei einem Ereignis dieses Kalibers die blogse so beharrlich schweige.
Nun ja, wie soll ich schreiben, ich war paralysiert. Ich war geschockt, unfähig, auch nur einen einzigen klaren Gedanken zu fassen. Der Trump Donald? Präsident? Sieger der Wahl? Das kann doch nur ein Alptraum sein! Ein schlechter Scherz. Ein Schlag voll auf die Birne. Mit einem Baseballschläger! Und weißt du, was ich glaube? Dem Donald ging’s ganz genau so wie mir. Hast du gesehen, wie zombionid der Typ nach dem Wahlsieg auf die Bühne torkelte um dann irgendwelchen Schwachsinn zu stammeln? Wie er nach seinem ersten Treffen mit Barack Obama neben jenem im Sessel kauernd saß, ständig hoffend, dass er endlich aus diesem Alptraum erwachte? Allein die Tatsache, dass er sich im Vorfeld weder die Mühe machte, irgendein Regierungsteam zusammenzustellen, noch es für notwendig befand, sich auch nur rudimentärste realistische Regierungsprogrammeckpunkte auszudenken, spricht doch eine überdeutliche Sprache. Statt dessen polterte er pöbelnd durch den Wahlkampf, ließ kein einziges Fettnäpfchen aus und beleidigte alles, was bei drei nicht im Keller hockte. Der Mann vertrieb sich vor seiner Kandidatur mit Golf spielen, herumhuren und Realityshows die Zeit. Dem war einfach nur langweilig und darum hat er sich gaudihalber als Kandidat aufstellen lassen. Der hat zweifellos nicht das geringste Interesse daran, in einem 200 Jahre alten weißen Kasten zu wohnen und 23 Stunden pro Tag zu buckeln. Das interessiert den doch nicht die Bohne! Nein, lieber Freund, der Trump kann nix dafür. Der wollte nur ein wenig Spass und ein bisschen im Rampenlicht stehen.

Die Wähler, die Menschen haben einen an der Waffel und zwar einen ganz gewaltigen! Wie kann man denn allen Ernstes glauben, dass ein milliardenschwerer Hurenbock, der Mauern bauen, anders Gläubige ausgrenzen, anders farbige diskriminieren, der sämtliche Brücken, Verbindungen und Verträge zu allen anderen Nationen abbrechen und aufkündigen will, dem eine Weltordnung des 19. Jahrhunderts vorschwebt, die Probleme der Amerikaner lösen kann? Dass einer, der genau das Finanzsystem, das vor wenigen Jahren die Weltwirtschaft beinahe zum Stillstand brachte und nur ganz wenigen Superreichen nützt, wieder einführen will, dass so einer auch nur im geringsten am Wohle des Volkes interessiert sein könnte. Wie kann man denn sowas bitte glauben? Heute, im 21. Jahrhundert? Nach all dem, was die Menschheit bisher mitgemacht hat? Wie bescheuert und borniert muss man da sein? Nein, bei den letzten Wahlen in der westlichen Welt hat sich das jeweilige Volk selbst disqualifiziert und wenn die Umfragen für die nächsten nur annähernd stimmen, sind wir auf dem besten Wege, unser Recht auf Demokratie für längere Zeit zu verwirken.

Hey, ihr Wählerinnen und Wähler! Wir leben im Informationszeitalter! Wie schafft ihr es, trotz der totalen Transparenz, keinen Millimeter über euren Tellerrand hinauszugucken? Euch von Populisten mit dummen Parolen einlullen zu lassen? Wie kann man denn heute noch so tun, als wäre man alleine auf der Welt? Was ist nur los mit euch? Das kann doch nicht alles nur mit Angst erklärt werden! Wir steuern alle gemeinsam mit 190 auf den Abgrund zu, und ihr tut so, als könnte man den eigenen Absturz verhindern, indem man auf der einen Seite nicht aus dem Fenster schaut und auf der anderen seinen Sitznachbarn ignoriert. Wacht endlich auf! Nehmt eure Verantwortung wahr und beginnt endlich damit, wie erwachsene, Vernunft begabte und aufgeklärte Menschen zu handeln.

Halloo-oo! Ihr schimpft euch die Spitze der Evolution!? Das kann jede Meersau besser! Ich lach‘ mir noch ’nen Arsch, so peinlich ist das alles hier. Und zwar für uns, für uns Wahlberechtigte und nicht für die Trumps, Le Pens, Orbàns und Straches dieser Welt.

Gast!Freundschaft.

Präsidentenwahl in Österreich – Passt scho!

Österreich versucht seit Monaten vergeblich, einen Bundespräsidenten zu wählen – und Europa spottet und lacht. Dabei liegt im Hang zur Schlamperei der Charme des Landes.

Eine Verteidigung von Anja Melzer, Wien (a Dütschä)

Vielleicht hat Europa noch nicht genug gelacht, darum bitte schön, gleich noch einmal unser derzeitiger Lieblingsschmäh. Ruft einer bei der Wahlbehörde an: „Heans, das Kuvert, jö, des für den Bundespräsident, es pickt net zua!“ Antwort: „Des geht schon, pickan’ses mit Uhu zsamm.“ Leider schaute in diesem kurzen Moment das halbe Abendland hin, leider ist ein Aufruf zur Wahlmanipulation halt doch nicht ganz okay, leider hat Österreich jetzt eine Bundespräsidentenstichwahlwiederholungsverschiebung.

Bananenrepublik! #Uhugate! Würstelstand-Monarchie! Sacklpicker-Nation! (Österreichisch für einen Häftling, der Tüten kleben muss.) Nicht nur aus dem längst wahlkampfmüden felix Austria, sondern insbesondere aus dem Ausland kommen seitdem spöttische Auslacher. Die „Frankfurter Allgemeine“ schreibt, dass so etwas „in westlichen, reifen Demokratien“ ja eher selten vorkäme – womit sie sagen will: nie vorkommt. Außer im unterentwickelten Hinterland.

Mit Schlamperei funktioniert hier praktisch alles

Doch die Spötter übersehen etwas: Die österreichische Passt-scho-Mentalität, dieses liebenswürdig Schlampige, das allen Dingen innewohnt, die ein Österreicher anfasst, machen dieses Land aus. Es funktionieren damit Dinge, die andernorts unvorstellbar sind. Und genau wegen – und nicht trotz – dieses Hangs zur Ungenauigkeit, lieben wir Österreich. Die allgegenwärtigen Provisorien, das geseufzte „Mochma scho“, sind Österreichs wichtigstes Alleinstellungsmerkmal. Es gibt sie vom Kaffeehaus bis hinauf in die hohe Politik. (Manche behaupten ja, der Unterschied zwischen Kaffeehaus und Politik sei vernachlässigbar, aber das ist eine andere Geschichte.) Diese Manier hat natürlich einen eigenen Namen, der sie als genuin österreichisch deklariert: Man bezeichnet das als „Hintertürl“. Das Diminutiv ist essenziell. In Österreich gibt es immer ein Hintertürl, und wenn es keines gibt, woarten’s schnöll, bastelt man eines.

Eigentlich kann man das ja gar nicht glauben, ganz besonders nicht, wenn man Verzweiflungsstätten wie die Wiener Behörden kennt. Die Autorin dieser Zeilen kennt solche inzwischen sehr gut, sie ist nämlich „eingeösterreicherte“ Deutsche, eine Tatsache, die einen von Zeit zu Zeit einem Magistratsbeamten ausliefert. Und die sind linguistische Virtuosen, denn sie sagen: „Na, des geht net“, aber in Wirklichkeit meinen sie: „Des hamma immer scho so gmacht.“

Der Österreicher hat seine Regeln. Sehr viele Regeln. Aber: Er schlängelt sich auch gerne mal durch. Gründlichkeit gibt es vor allem auf dem Papier. Hinter jeder peniblen Norm steht immer das geliebte Hintertürl einen Spalt breit angelehnt. Um es mit Victor Adler, dem Urvater der alpenländischen Sozialdemokratie, zu sagen: „Wir haben den Despotismus gemildert durch Schlamperei.“ Passt scho, wir kleben das. Was manchmal wie ein fürchterlicher, schwer erträglicher Schlendrian aussehen mag, ist in Wahrheit aber Ausdruck gelebter Flexibilität und kultivierter Gelassenheit. Und darum heißt diese anerkannte Vorgehensweise selbstredend „Österreichische Lösung“, hat sogar einen eigenen Wikipedia-Eintrag und besteht meist in einem schnell überlegten Kompromiss, der dann praktischerweise immer gleich mehrere Jahrzehnte hält.

Hugo von Hofmannsthal unterteilte dereinst den Unterschied zwischen Österreichern und „Preußen“ in ein übersichtliches Schema. Während die einen „nach Vorschrift“ handelten, handelten die anderen „nach Schicklichkeit“, heißt es da. Na, jetzt raten Sie selbst.

Misserfolg wird in Österreich gerne positiv umgedeutet

Warum sollte das also bei einer Bundespräsidentenwahl anders sein? Der alte Hudri-Wudri hätte einen Uhu-Kleber in die Wahlkabine gelegt. Mehr als ein Bundespräsident, seien wir ehrlich, kann ja eigentlich nicht dabei rauskommen. Doch seit diesem Jahr wissen wir: Kann doch – nämlich kein Bundespräsident.

Bereits dem ersten Anlauf im Mai, der mit einem Gerade-noch-Sieg des Grünen Alexander Van der Bellen über den FPÖ-Mann Norbert Hofer endete, wurde eine dieser urösterreichischen Attitüden zum Verhängnis. Die unterlegene FPÖ focht das Ergebnis an – wegen Regelverstößen. Juristisch korrekt, nationalpsychologisch natürlich ein Skandal. Und der österreichischen Staatsgeschichte nicht würdig.

Nehmen wir zum Beispiel die Heiratspolitik der Habsburger. Durch eine geschickte Hintertürl-Strategie bauten sie sich ein Weltreich auf, in dem die Sonne nie unterging. Oder: Leopold Figl, erster Bundeskanzler der Zweiten Republik und Unterzeichner des Staatsvertrags! Insider behaupten, er habe die Alliierten bei einem Festbankett derart mit Alkohol abgefüllt, dass er ihnen unauffällig die Unabhängigkeit abrang. Gewitzt!

Und da soll nun tatsächlich ein geflickter Klebestreifen einen Bundespräsidenten verhindern, den am Ende das halbe Land sowieso nicht gewählt haben wird? Misserfolg wird in Österreich ja gerne positiv umgedeutet, man kennt das unter dem Terminus Córdoba-Syndrom, fragen Sie einen Österreicher, er wird es Ihnen erklären. Es hat, grob gesagt, mit Ego und so etwas wie „Fußball“ zu tun. Bei der EM 2016 schied das (daheim) hoch gefeierte Team sofort aus, in der Bundespräsidentenwahl spielt man dafür bis zum Finale. Mit Verlängerung.

Erfolg ist in Österreich aber auch immer ein bisschen Zufall, eine Wundertüte. Der TV-Komiker Christoph Grissemann erklärte einmal: „Wir verlassen uns auf das eventuell Geniale.“ Man weiß ja nie so ganz, was dabei am Ende herauskommt. Als Beweis folgender Witz, überliefert aus den Sechzigerjahren: Ein Wirtschaftswunder gab es doch nur in Österreich. Die Deutschen haben ja wirklich gearbeitet.

Österreicher sind Meister des Problemabschiebens. Übrigens auch des Aufschiebens, der neu-neue Wahltermin ist der 4. Dezember. Für die Volksseele ist die – Achtung – deutsche Fehlfabrikation der nicht klebenden Wahlkarten-Klebestreifen wohltuender Balsam, besonders, wenn die Häme aus dem Nachbarland an ihr nagt.

Aber vielleicht ist das mit den Witzen ja auch so etwas stereotyp Österreichisches: Der Österreicher selbst darf sein Land verspötteln, er macht es sogar recht gern und zudem sehr bissig. Aber wehe, ein Ausländer lacht mit. Dann ist sofort Schluss mit lustig.

Zur Autorin
Anja Melzer lebt und arbeitet als freie Journalistin in Wien und schreibt dort für die „Wiener Zeitung“, „Die Furche“ und den „Standard“.

Fried?fertig!

Angenommen, irgendwo da draußen lebte ein Mensch, der hoch motiviert wäre, einen überwältigen Roman zu schreiben. Einen Roman, der unübertroffen genial und in höchstem Maße visionär sein sollte. Er widmete sein ganzes Leben diesem Vorhaben. Er wäre davon besessen. Er ordnete dem Schreiben alles andere unter und verfolgte seine Passion mit höchster Intensität und ganzem Herzen. Doch leider schaffte er es nicht. Und obwohl er nie aufgäbe, wäre es ihm nicht vergönnt, ein Meisterwerk der Literatur zu erschaffen. Er scheiterte. Was würde passieren? Wahrscheinlich nichts. Niemand nähme Notiz. Niemand bemerkte es.

Was wäre, wenn ein Physiker, ein durch und durch begnadeter Wissenschaftler sein ganzes Leben der Forschung widmete. Er forschte und forschte und forschte. Er veröffentlichte fleißig seine Erkenntnisse in sämtlichen renommierten Journalen dieser Welt, dennoch schaffte er es nie, einen wahrhaft revolutionären Durchbruch in seinem physikalischen Teilgebiet zu erzielen. Wie reagierte die Weltöffentlichkeit? Die Gesellschaft? Wahrscheinlich gar nicht.

Das gleiche Schicksal teilten wohl erfolglose Chemiker oder Forscher in der Medizin, denen es trotz höchstem Einsatz nicht gelingt, bahnbrechende Erkenntnisse zu gewinnen.

Anders ist dies, wenn es um Frieden geht, wenn es um den Frieden der Menschheit geht. Um unseren Frieden. Offenbar reicht es dem Frieden, wenn man sich um ihn bemüht. Da genügt es schon, keinen aggressiven Angriffskrieg vom Zaun zu brechen, denn dafür bekam Barack Obama vor wenigen Jahren den Preis. Der Nobelpreis für Frieden ging damals an den Oberbefehlshaber der größten und aktivsten Kriegsmaschinerie der Welt. Oder Jassir Arafat. Dem Mann mit dem Tischtuch auf dem Kopf wurde der Preis für einen symbolischen Handschlag mit einem Israelischen Präsidenten verliehen. Für einen müden Händedruck!! Von den Vereinten Nationen ganz zu schweigen. Wofür die den Preis erhalten haben, wissen wahrscheinlich nicht einmal die Mitglieder des Komitees selbst.

Ist das nicht traurig? Nein, es ist unendlich mehr als das. Es ist eine offenkundige Bankrotterklärung der Menschheit. Ein Eingeständnis, dass wir nicht in der Lage sind, in Frieden miteinander zu leben. So genügen bereits ein halbherziger Versuch, eine Absichtserklärung oder eine Geste, um die höchste Auszeichnung für Verdienste um den Frieden verliehen zu bekommen.

Und jetzt: Juan Manuel Santos, auch ein Gescheiterter.

Da gibt es einen Preis für etwas, das für eine hoch zivilisierte Spezies, die selbsternannte Spitze der Evolution, eigentlich selbstverständlich sein sollte, und wir schaffen es nicht einmal, alle 12 Monate einen einzigen würdigen Preisträger zu finden. Schlimmer geht’s nimmer.

250!

Klick, klick, klick. Toll! Genial! Oh, da, Wahnsinn! Klick. Und nochmals klick. Zur Sicherheit, klick, klick, klick. Schön, so unfassbar schön. Klick, klick. Gewaltig! Alles überragend gewaltig! Klick, klick. Natürlich auch romantisch, zweifellos der romantischste Moment meines Lebens, klick, klick, doppelklick. Unbeschreiblich, da helfen nur Bilder, Worte sind dafür viel zu schwach, viel zu schwach, dreifach abgesichertes vierfach klick, klick, klick, klick. Baaaa, boaaaaa, da, ich glaub‘ es nicht, ich glaub es einfach nicht. klick, klick klickediklick. Darf das wahr sein? Kann es wahr sein? Es muss war sein! Es ist wahr!! Klick, klick, klick….  klick, klick,… klick.

Dann, ganz plötzlich, ist er vorbei, der Urlaub. Und alles was bleibt, sind schöne Erinnerungen, eine überbordende Kreditkartenrechnung und 184,12 Gigabyte Fotomaterial. Natürlich will man damit keinesfalls seine Lieben daheim langweilen, nein, ganz sicher nicht, zumal das Wichtigste bereits via WhatsApp!, Facebook, Instagram und Konsorten gepostet wie auch versendet wurde. Also nur Highlights, die absoluten Highlights. Die Spitzenpics, die Créme de la Créme der Fotokunst. Das Ausgesuchteste des Besten vom Besten. Für die Oma, die olle Nachbarin, die den Briefkasten leerte, und für Onkel Hans, der hat ja gar kein Internet. Unfassbar, kein Internet, der Verrückte, der. Und für mich, sicherlich auch für mich, schließlich will ich mich selbst auch nicht mit dem ganzen Datenmüll herumschlagen, nö, nö. Also aussortieren, alles raus! Ach du grüne Güte, wie oft habe ich denn das geknipst, und das, das und das, und das. Ja spinnt denn die Marie-Louise? 12 Mal dasselbe Bild, lächerlich und tschüss, weg damit. Wu, das war aber schon cool, das auch, mann oh mann war das geil dort.
So. Fertig. 1.370 Bilder sind übrig. Ah, na, das sind noch zu viele, viel zu viele. Nochmals durchgeschaut und wums, gut 100 Stück wurden rausgeschossen. 1.269. Hmmm, okay, recht viele, aber noch im Rahmen würde ich sagen, das passt schon, das geht. Schließlich war’s ein fetzgeiler Urlaub und ich hab’s ja eh auf weniger als ein Prozent zusammengestutzt…. nein, ist gut. Schön, fertig!

Liebe Urlaubsknipser, lasst das! Lasst es einfach bleiben. Um 1.000 Bilder anschauen zu können, braucht man über zwei Stunden. Im Schnelldurchlauf. Ihr wart selbst dort, habt persönliche Erinnerungen, Gefühle werden geweckt, Stimmungen ins Bewusstsein gezaubert. Ihr riecht geradezu das Meer und könnt das Rauschen des Windes hören. Jedes Bild lässt eure Synapsen tanzen und Hormone durchspülen euren Körper. Eure Reise wird wieder lebendig und prolongiert das Glücksgefühl. Für uns Zurückgebliebene sind es hingegen meist recht mittelmäßig in Szene gesetzte Erinnerungsfragmente, die nicht die unseren sind. Bilder, die wir bereits in tausendfach besserer Qualität im Internet, auf einem Kalender oder in einem Fotoband gesehen haben.

Natürlich sind wir deine Freunde. Selbstredend interessieren wir uns für dich. Klar freuen auch wir uns, wenn dir dein Urlaub gefallen hat. Uneingeschränkt gönnen wir dir jeden einzelnen unbeschreiblich schönen Moment deiner Reise. Gerne hören wir dir zu, wenn du spannende Geschichten aus fernen Ländern, von großen Abenteuern und witzigen wie tollen Erlebnissen erzählst. Aber nerv‘ uns nicht stundenlang mit 1.369 optischen Vergewaltigungen, die alles Positive erdrücken und nichts außer gähnender Leere und unendlicher Fadesse in unseren geschundenen Gehirnen hinterlassen und unsere Hintern mit Schmerz erfüllen.

Meckern kann jeder, das weiß ich. Daher habe ich hier meine 12 Punkte für einen gelungenen Bildervortrag zusammengetragen:

  1. Bist du mit deiner Bilderauswahl fertig und rundum zufrieden? Sehr gut, dann lösche jedes zweite Bild.
    (In absoluten Ausnahmefällen kannst du ein ausgesucht nettes Foto einer dir wichtigen Person vorläufig vor dem Papierkorb verschonen, vorläufig)
  2. Wenn du damit fertig bist, gehe die Bilder abermals durch und achte darauf, dass niemals mehr als drei Fotos vom selben Objekt/Ort, von derselben Landschaft/Situation in deiner Auswahl sind.  Noch besser ist eins.
  3. Blumen, Tiere Makroaufnahmen und Sonnenuntergänge sind fraglos toll, achte dennoch darauf, dass niemals mehr als insgesamt 5 Bilder deinen Vortrag ergänzen. Tiere kennt jeder. Blumen kennt jeder und kein Foto der Welt kann die Stimmung eines Sonnenunterganges einfangen.
  4. Die Reihenfolge ist oberwichtig! Auch wenn’s mühsam ist, die Bilder vom Handy, der Unterwasserkamera, der Spiegelreflex und dem kleinen aber edlen Knipsomaten korrekt zu sortieren, keine Ausreden wie: ‚Oh, da ist jetzt aber ein Bild von 6 Tagen davor dazwischengeflutscht….!‘ gelten, verstanden? Da flutscht nix!
  5. Niemals Essen, Trinken oder Hotelzimmer, nie-nie-nie-niemals! Auch keine Personen die essen, trinken oder im Hotelzimmer sitzen. Weg, weg, weg damit!!
  6. Keine  ‚Da sind wir in den Zug eingestiegen.‘ oder ‚Hier sind wir von Board gegangen.‘ Bilder. Das interessiert keinen! NIE-MAN-DEN! Jeder kennt Züge und weiß, wie Schiffe oder Flugzeuge aussehen. Dies gilt übrigens auch für Flughäfen, Bahnhöfe und für die meisten Seehäfen.
  7. Fotos die so kommentiert werden: ‚Das war unsere Wirtin.‘, oder so: ‚Hier habe ich meine Geldtasche liegen lassen.‘ haben in einer Auswahl nichts verloren.
  8. Wälder, Wellen und Wolken sehen auf Fotos immer gleich aus. Merk dir das, MER-KEN!
  9. Felsen, Fassaden und Felder übrigens auch.
  10. Und Kunstwerke, bitte, bitte keine Kunstwerke, keinesfalls Kunstwerke in den Vortrag rein, klar? Kunstwerke kann man sich in 1000fach besserer Qualität im Internet und in millionenfach besserer in Natura anschauen.
  11. Sehenswürdigkeiten, wenn überhaupt, nur mit Personen d’rauf, die ordentlich Schabernack machen, in die Auswahl geben. Auch wenn es unendlich abgedroschen ist, aber ein Schiefer Turm, der in Pisa gestützt oder umgedrückt wird, eine Freiheitsstatue, deren Fackel zum Zigaretten anzünden Verwendung findet, oder ein Eifelturm, der deinen Arsch durchbohrt, sind immer wieder wahnwitzig witzig. Schon alleine deshalb, weil es gar nicht so einfach ist, sowas ohne Software zusammenzubringen. Also rein damit!
  12. Zum Schluss das Wichtigste (und das ist jetzt wirklich extrem unendlich wichtig!!!!!): Niemals, nie-nie-nie-niemals darf die Gesamtanzahl der Bilder höher als 250 sein. Völlig wurscht, wie lange der Urlaub auch immer gedauert haben mag, auch wenn ihr 9 Jahre auf Weltreise gewesen seid oder in fremden Galaxien ferne Zivilisationen besucht habt. Die Zahl 250 ist eine heilige Zahl, wenn es um Bildervorträge geht, eine heilige Zahl, heilig ist die! Ohne Scheiß.

Und wenn es schöne, besondere und liebevoll fotografierte, stimmungsvolle Bilder sind, werden die auch gerne mal länger betrachtet und genossen. Also nicht automatisch weiterschalten lassen sondern in diesem Falle gilt jedenfalls: IBM*

(*Immer Besser Manuell)

Spritzensport

Kasperletheater. Das ist das einzige Wort, das mir zu diesem Thema einfällt. Kinder, wir sind doch alle erwachsen! Und es geht um Sport, nur um Sport. Es ist keine Frage von Leben oder Tod, es geht nicht um Sein oder Nichtsein, das ist hier wirklich nicht die Frage. Es geht um junge Menschen, die Spass an der Bewegung haben sollten und darum, ihren Körper zu besseren Leistungen zu trimmen. Die letzten Jahre, Monate, Wochen, Tage haben überdeutlich gezeigt, dass jeder Sportler und jede Sportlerin auf internationalem Spitzenniveau ausnahmslos gedopt ist, und dass die ganzen Kontrollen völlig für die Nüsse sind. Selbst wenn dann mal Doping im großen Stil aufgedeckt wird, passiert im großen und ganzen nix. Das ist doch peinlich! Eine Bankrotterklärung auf der ganzen Linie. Das kann doch wirklich kein Mensch mehr Ernst nehmen.

Also, hört jetzt bitte endlich mit dem Herumgelüge und dem Laientheater auf und benehmt euch, wie es der Thematik angemessen ist. Ich schlage vor, wir lassen das mit den Korntrollen und jeder soll dopen, wie er will. Wer allerdings während des Wettkampfes tot umfällt, wird mit sofortiger Wirkung disqualifiziert und punktlos aus der Wertung genommen. Ferner wird der Tote bis in alle Ewigkeit plus drei Tage für sämtliche Turniere gesperrt. Punkt. Das ist geradlinig, ehrlich und konsequent. Darüber hinaus werden weder aufwändige Tests noch hoch technisierte Labore benötigt. Auch eine B-Probe entfällt.

Das ganze Dopinggedöns‘ hat ohnehin ein Ablaufdatum, und zwar eines, dass schon in sehr naher Zukunft liegt. Bereits in wenigen Jahren werden unsere Freunde von der Gentechnik in der Lage sein, für jede Sportart den dafür perfekten Menschen zu kreieren. Der braucht dann weder Spritzen noch Mittelchen, dessen Anatomie wird schlicht perfekt sein. Ich sehe da Marathonläufer vor meinem geistigen Auge, die nur aus Herz, Lunge und Beinen bestehen, oder Schwimmer, die optisch von einem Delphin nicht mehr zu unterscheiden sind. Das wird toll! 100 Meter Sprints in 4 Sekunden und der Sieger im Gewichtheben stemmt 34 Tonnen ‚gen Himmel. Bei solch gigantischer Spezialisierung könnte es vielleicht mit den Siegerinterviews problematisch werden…. oder sollte ich besser sagen: noch problematischer?

Psychologie für Diktatoren

Der Recep, der ist mir so einer. Der Recep, der alte Hundling, hat offensichtlich die Geschichtsbücher gut studiert. Der weiß, wie das geht, der Recep.
So sprach er in etwa zu seinen Landsleuten:

Hey du, kleiner Türk. Ich möchte sehr gerne dein Diktator werden. Aber ‚Diktator‘ ist ein so häßliches Wort, daher nenne ich mich fortan Präsident mit besonderen Bedürfnissen. Und da dachte ich, ich suche mir dein Land aus, denn da muss ich nicht mühselig meinen Wohnsitz wechseln und ich brauche auch keine neue Sprache zu lernen. Für dich wird sich im Großen und Ganzen nichts ändern, zumindest nicht viel. Und die paar Kleinigkeiten, die ich etwas modifiziere, werden deinen Alltag leichter und dein Leben schöner machen. So ist es für mich sehr wichtig, dass du stets weißt, was wahr und richtig ist. Daher habe ich alle unabhängigen Journalisten und Medienanstalten, die deine reine Seele zu vergiften suchen, verhaften bzw. schließen lassen. Auch das Internet habe ich von ketzerischen Einsagern gesäubert. So musst du nicht mühselig selbst herausfinden, welcher Meinung du sein sollst, vielmehr kannst du dir sicher sein, dass alles was du von mir erfährst, der absolut alleingültigen Wahrheit entspricht. Natürlich kann es trotzdem mal vorkommen, dass du einen schlechten Tag hast und vielleicht ein wenig aufmüpfig wirst, mitunter sogar etwas anstellst. Aber keine Angst, für diesen Fall habe ich vorgesorgt, denn ich nehme mir das Recht heraus, dich mit Hilfe meines privaten Polizeiapparates grundlos verhaften zu lassen. Damit das Urteil der Justiz in weiterer Folge meinen Ansprüchen entspricht, werden zur Sicherheit sämtliche Richter und Staatsanwälte durch meine Vasallen ersetzt.

Was mich wirklich traurig machte, wäre, wenn du trotz meiner umklammernden Obhut auf andere als meine Gedanken kämest. Um dies zu verhindern, schließe ich für dein Wohl die Universitäten, die ohnehin seit jeher Hort für Unzufriedenheit und Aufruhr sind. Selbstredend liegen mir auch deine Kinder am Herzen, Kinder sind unser größter Schatz und werden daher ab heute nur noch von meinen ideologisch unbedenklichen Lehrern unterrichtet. Und jetzt kommt das Beste: Du hast dich doch sicher schon oft über die müden und unmotivierten Beamten geärgert, oder? Nicht? Ja sicher hast du das, jeder hat das! Damit ist es jetzt vorbei, aus und Schluss, ein und für alle mal, denn die faulen G’fraster werde ich allesamt durch meine Leute ersetzten! Sau steil, oder?

Und vergiss‘ nie, der Glaube an Gott, an unseren Gott, an unseren allmächtigen, einzig wahren Gott, der Glaube, dein Glaube an ihn ist das Wichtigste! Das wirklich, wirklich Wichtigste! Und immer, wenn du denkst, dass da etwas nicht passt, dass vielleicht das eine oder andere besser oder schöner sein könnte, dann glaube einfach noch ein wenig mehr, ein bissi stärker an deinen Gott. Er wird dir sicherlich helfen, ganz echt! Denn dein Gott ist der beste Gott, die A-Klasse unter den Göttern sozusagen. Zudem hat er ja noch mehr tolle Regeln und Verbote als ich auf Lager, diese machen es mir noch leichter, dich zu unterjoch… äh, …halten – unterhalten meinte ich natürlich. Egal, vergiss einfach nie, dass dein Glaube der richtige ist, und der Rest der Welt ist schwach und blöd, ok?

Zu guter letzt ist es für uns alle das Beste, wenn ich an der Macht bleibe. Und am Besten geht dass, wenn wir jetzt alle gemeinsam die gesamte Verfassung der Türkei und alle relevanten Gesetze zu meinen Gunsten umändern. Damit dieser Zustand dann auch von Dauer ist, kann es sicherlich nicht schaden, wenn ich unseren völlig überproportionalen Militärapparat komplett unter meine Kontrolle bringe, damit auch nie, nie, nie mehr so ein verdammter Putsch…, nein, Schwamm drüber, durch den sog. ‚Versuch‘ kam ich meinen Zielen viel schneller und effizienter näher, als ich es mir je erträumt hätte.  Also, passt schon, mein kleiner Türk, ich hab‘ da mit uns beiden ein gutes Gefühl, ein sehr gutes Gefühl. Eins noch, eigentlich nichts wichtiges, aber der Vollständigkeit halber sei es dennoch erwähnt: Weil du für mich so ausnahmslos kostbar bist, habe ich für unbestimmte Zeit den Ausnahmezustand verhängt, aber das soll dich nicht weiter interessieren. Das wird was ganz Großes, was ganz, ganz Großes!! Wichtig ist nur, dass wir alle gemeinsam an meinem Strang ziehen, sodass wir alle so schnell wie möglich meine Feinde aus dem Weg räumen und für immer unschädlich machen können. Als dann, ans Werk und nicht zuviel mitdenken, das schaudet nur, macht den Kopf wirr und lenkt von meinen Zielen ab!

Ein echter Psychologe, der Recep. Hut ab!

vier Kilometer

Das Tolle am Internet ist, dass man Sachen finden kann. Im Internet läßt sich alles, einfach alles finden und dazu ist es nicht einmal erforderlich, sich von der Couch zu erheben. Durch simples Knopfdrücken  oder Mousebewegen wird selbst scheinbar Unfindbarstes genau lokalisiert und dingfest gemacht. Bewegungsradius und Kalorienverbrauch können hierbei auf ein Minimum reduziert werden. Die ganze Welt ist in Sekundenschnelle erreichbar. Und manchmal, eigentlich ist dies gar nicht mal so selten, findet man im Internet auch Dinge, nach denen man überhaupt kein bisschen nicht gesucht hat, weil diese dich suchen. Der Suchende mutiert quasi zum Suchobjekt und wird prompt gefunden. Ich zum Beispiel, ich wurde gefunden. Dieses Mädchen da hat mich gefunden. Es hat ins Internet hineingeschaut, hat sicherlich nach was ganz Inspirierendem gesucht und mich gefunden. Einfach so.

nächstes_date

Dieses junge Ding da hat mich gefunden und will nun wiederum von mir gefunden werden. Und das beste ist, sie ist nur läppische vier Kilometer von mir entfernt. Das ist nicht weit, gar nicht weit. Zu Fuß wäre das ohne weiteres in einer guten halben Stunde erreichbar. Von meiner Couch aus. Das interessiert mich, brennend sogar. Ich sitze hier bei nasskaltem Wetter im Gebirge herum und mir war bis vor zehn Minuten völlig unbekannt, dass es in nur vier Kilometern Entfernung solch ein Paradies gibt! Tolles Wetter, gleissendes Sonnenlicht und türkis schimmerndes, klares Wasser umrahmt von glitzernden Wasserfällen. Leider verstellt die impertinente, selbstverliebte Trulla mit dem fetten Unterarm die ganze Sicht, sodass es für mich unmöglich zu erkennen ist, wo sich diese wunderbare Ecke ganz in meiner Nähe befinden könnte.
Also bitte, biiiiiiitteeeee! Falls du weißt, wo ich dieses Juwel finden kann, sag‘ es mir. Danke, danke vielmals und im voraus. Ich und meine Badehose sind bereit!

Wieda dahoam

Da bin ich wieder. Wieder einmal. Ich war weg. Nicht lange, eigentlich nur 23 Updates lang. Kaum zu fassen, was in 23 Updates alles passieren kann, was alles passiert ist. Nach nur 23 Updates ist die Welt eine andere geworden. 23! Das ist wahrlich nicht viel! Tatsächlich ist es eine geradezu lächerlich kleine Zahl. Bei Windows entsprächen 23 Updates einer Zeitspanne von zwei Wochen. Und trotzdem blieb in vielen Teilen der Welt kein Stein mehr auf dem anderen. Dereinst bin ich angetreten, das Tagesgeschehen ein wenig zu kommentieren. Daran habe ich irgendwie die Lust verloren. Zu traurig, zu brutal, zu erbarmungslos, zu gewaltsam ist es geworden, das Tagesgeschehen. Und immer gleichgültiger, immer regungsloser nehmen wir die Schreckensmeldungen, die ihrer Vielzahl wegen den Schrecken längst verloren haben, zur Kenntnis. Und manchmal nicht einmal mehr das. Anders ist es nicht zu erklären, dass es die gewaltigen Probleme in Palästina, Nordkorea, Afrika oder Südamerika noch nicht mal mehr in die Nebenspalte unter Allfälliges schaffen. (er)fassungslos bin ich. Tatsächlich, das bin ich.

Putin Assad Erdogan
fahren mit uns Schlitten
den Rest der Welt brunzt Donald an
wir schauen dumm inmitten
Im Süden quellt der Flüchtlingsstrom
nordwestlich flieh’n die Briten
Rechtspopulismus wuchert schon
wir schauen dumm inmitten
das Heft der Tat ist voller Hohn
längst unsrer Hand entglitten

TTIP

Ratgeber: Alles, was Sie über TTIP wissen müssen

Nachdem am Montag mehrere Dokumente aus den TTIP-Verhandlungen an die Öffentlichkeit gelangt sind, sind sowohl Gegner als auch Befürworter des umstrittenen Freihandelsabkommens in heller Aufregung. Doch worum geht es da eigentlich genau? Der Postillon hat die wichtigsten Fakten zu TTIP für Sie zusammengefasst:

Wofür steht TTIP?

TTIP ist die Abkürzung für Transatlantic Trade and Investment Partnership. Übersetzt bedeutet das in etwa „Das Jade-Reh galoppiert an einem milden Frühlingsabend über eine Blumenwiese“.

Wie spricht man TTIP eigentlich aus?

TTIP wird korrekt so ausgesprochen:
[hʃŋɪˈhip-pə-pəː] (etwa: Hschnihip-pe-pe).

Wozu braucht man TTIP?

TTIP dient zum Abbau von Handelshemmnissen zwischen den USA und der EU. Typische Handelshemmnisse sind Arbeitnehmerrechte, Umweltstandards, Verbraucherschutz, Verbot von Sklaverei, Zölle, Demokratie und Menschenrechte. Ein florierender Handel ohne störende Regulierungen hilft dabei selbstverständlich nicht nur den Reichen, die sich für TTIP aussprechen, sondern auch den Superreichen (Trickle-Up-Effekt).

Warum sind die Verhandlungen über TTIP geheim?

Die Verhandlungen über TTIP sind deshalb so geheim, weil das Freihandelsabkommen so super für die Bevölkerung ist, dass die Politiker Angst haben, zu beliebt zu werden, wenn ihre Wähler genauer Bescheid wüssten. Diejenigen, die mehr Transparenz fordern, verhalten sich also ziemlich egoistisch, indem sie letztlich allen die Überraschung verderben.

Wer will TTIP?

TTIP wird von einer breiten Basis von Politikern und Wirtschaftsvertretern vorangetrieben, die ihrer Bevölkerung in selbstloser Weise Wohlstand und Reichtum bringen wollen. Außerdem ist Sigmar Gabriel ein glühender Verfechter des Freihandelsabkommens. Und wann hätte die SPD jemals etwas beschlossen, das der Arbeitnehmerschaft schadet? Also außer Hartz IV. Ok, und der Rente mit 67. Ach ja, und der Zerstörung der staatlichen Rente zugunsten der Versicherungswirtschaft. Oh, und der Öffnung für Öffentlich-Private Partnerschaften. Oder der Abschaffung der Reichensteuer. Ach ja, da waren ja noch der Ausbau des Niedriglohnsektors und 1-Euro-Jobs. Hatten wir die Lockerung des Kündigungsschutzes schon?

Was sind Schiedsgerichte?

Die Schiedsgerichte kommen immer dann ins Spiel, wenn sich ein Konzern durch nationale Regelungen benachteiligt fühlt. Sie tagen zu einer geheimen Zeit an einem geheimen Ort in einem geheimen Land. Viele Schiedsrichter wissen selbst nicht einmal, worüber sie entscheiden oder dass sie überhaupt Schiedsrichter sind. Bei strittigen Entscheidungen kann auch der Videobeweis oder die Hintertorkamera hinzugezogen werden.

Was hat es mit Chlorhühnern, Hormonfleisch und Genfood auf sich?

Diese Begriffe sind völlig irreführend und dienen TTIP-Gegnern als Kampfbegriffe. Tatsächlich bestehen Chlorhühner nur zu 41 Prozent aus Chlor und decken gerade einmal 1277 Prozent des täglichen Tagesbedarfs an Chlor. In Hormonfleisch sind höchstens 76 Hormone/kg enthalten, darunter auch wichtige Spurenhormone. Genfood wiederum besteht ebenso wie normales Essen zu 100 Prozent aus Genen. Außerdem haben sich die Amerikaner bereiterklärt, eine Kombination aus allen dreien, genmanipulierte Chlor-Hormonhühner, nur an ausgewählte Partner (z.B. KFC, Wiesenhof) zu exportieren.

Welche neuen Erkenntnisse hat das TTIP-Leak gebracht?

Das weiß niemand. Denn auch wenn alle fordern, dass die TTIP-Unterlagen transparent allen zugänglich sein sollen, werden Leaks wie dieses in der Regel immer nur von denselben vier Querulanten gelesen. Beispiel gefällig? Originalauszug aus Dokument 8, S. 2 des aktuellen Leaks:
„Both offers are now comparable in terms of ambition on tariff line coverage, with 97% of tariff lines offered duty elimination. Both offers have 87.5% of tariff lines in the immediate duty elimination basket (EIF). The EU offer at year 3 is at 3.7% some … schnarch!“

Was passiert, wenn TTIP scheitert?

Sollte TTIP noch in der Verhandlungsphase scheitern, wären die Folgen laut Befürwortern desaströs. Die USA würden ihren Handel ausschließlich auf China beschränken, wodurch Europa binnen kürzester Zeit zu einer unwirtlichen Vulkanlandschaft verkommen würde. Die Folgen: Tod, Verderben, Keuchhusten und Hunger. TTIP-Gegnern zufolge würde überhaupt nichts passieren.

Kann man TTIP denn überhaupt noch verhindern?

Hahahaha! Sie haben das Prinzip EU echt nicht verstanden. Ob man das noch verhindern kann, was für eine Frage! Raus aus unserem Ratgeber!


aus ‚der Postillion‘

ich mag einfach einfach

Nazis haben’s gut. Ich beneide Nazis. Nazis müssen nicht denken. Nazis dürfen nichts wissen. Nazis brauchen nicht nach komplizierten Lösungen für schwerwiegende Probleme zu suchen. Nazis haben einen alleinverantwortlichen Sündenbock für alles. Und weil ein Nazi ein ziemlicher Schisser ist, der kaum Selbstbewusstsein hat, ist dieser Sündenbock dann auch kein Investmentbanker, Großindustrieller oder Weltkonzern, kein Mafiaboss, kein Menschenhändler und natürlich auch kein steuerhinterziehender Briefkastenbesitzer. Nein, mit den wirklichen Problemverursachern dieser Welt will sich ein Nazi nicht anlegen. Das alles ist für den einfachen Nazi sowieso viel zu kompliziert und überhaupt würden die sich vom kleinen Nazi auch nix gefallen lassen und ihm mit ziemlicher Sicherheit so richtig die Glatze polieren, käme er ihnen krumm. Ein kleiner Nazi mag viel lieber d’raufhauen. Und d’raufhauen kann man wesentlich besser nach unten. Darum heißt es schließlich auch d’raufhauen und nicht raufhauen. Und weil sich dieser arme Schwächling da unten nicht wehren kann, ist er so herrlich leicht zu beschuldigen. Und dann fühlt sich der kleine Nazi besser, viel besser, weil er selbst nicht schuld ist, nein, er ist es nicht, sondern der dämliche Schwächling ist es, der dumme, stinkende Ausländer. Jawohl der ist schuld, und zwar an allem. Toll. Nazis haben’s echt gut. Ich beneide Nazis. Die müssen nichts, aber auch gar nichts denken. Und wissen, ja wissen brauchen sie auch nix. Ganz im Gegenteil, zu viel wissen stört nur. In Zeiten wie diesen ist es sogar noch schöner Nazi zu sein, weil es nämlich eine Steigerung zu Ausländern gibt. Die Asylsuchenden. So ein Asylant ist quasi der Superlativ des Schlechten und Bösen, ich kompariere: Ausland – Ausländer – Asylant. Immer dann, wenn dem Nazi etwas nicht passt oder wenn er etwas nicht  kapiert oder nicht weiß, dann haut er auf die Asylanten, diese dummen fetten Schweine. Toll. Nazis haben’s echt gut. Ich beneide Nazis. Das, was der Nazi hat, will ich auch haben. Dummerweise weiß ich aber ziemlich genau, dass die Flüchtlinge (egal ob Wirtschaft oder Krieg) für nix was dafür können, weil sie einfach die ärmsten und bedauernswertesten Kreaturen überhaupt sind, darum brauche ich ein anders Feindbild. Und was bietet sich da besser an, als ein dämlicher Nazi? Eben. Nichts. Darum bin ich ab heute ein Kaspanazi! Weil ich es einfach auch einfach haben will! Dafür habe ich jetzt extra den Kaspanazi erfunden. Der Begriff Kaspanazi ist in Anlehnung an einen der ersten Grün-Politiker unseres Landes, Herrn Kaspanaze Simma (eigentlich Kaspar Ignaz Simma), entstanden.

Also. Ab heute bin ich der weltweit erste Kaspanazi, weil ich es einfach einfach haben mag. Ab heute (und eigentlich immer schon) sind an allem Schlechten, Bösen und Unheilvollen die dummen, ewig gestrigen und xenophoben Nazis schuld! Da muss ich nix denken, nix können und nix wissen, ausser dass alle Nazis depperte, faule, stinkende Schweine sind. Toll, und das Beste ist: Das stimmt auch noch!

Lenz

Der Winter war in Ordnung. Da kann man eigentlich nicht meckern. Gerade genug Schnee, um die Skifahrerpflicht erfolgreich hinter sich zu bringen. Und dennoch mild genug, dass die Schneeschaufel fast die gesamte Saison in der Garage bleiben durfte. Das Wetter war mild, die Sonne Dauergast und der Hochnebel glänzte durch permanente Abwesenheit. Alles in allem darf man echt nicht meckern. Dieses Jahr war der Winter durchaus überlebbar. Schadlos, meine ich. Schadlos überlebbar. Nein, echt jetzt, teilweise hat es sogar Spass gemacht. War nicht nur leere, sinnlose Wartezeit in dicken Wollsocken, sondern echt okay.

Und heute? 24 Grad Celsius. Gleißendes Sonnenlicht, Blütenduft in der Nase, Schokoeis in der Hand. Die Haut räkelt sich. Der Wind schmeichelt. Lachen, verweilen, genießen. Und natürlich Spaghettis, Spaghettis überall. Voll das Leben. Wow. Wie konnte ich nur vergessen, wie genial das ist.

Winter, geh‘ scheißen, und bleib wo der Hirscher wächst.

blau

Heute habe ich blau gemacht. Das Wetter war ein Traum. Die Luft glasklar. Der Himmel tiefblau. Da dachte ich: Das kann ich auch. Also habe ich blau gemacht. Da habe ich mir die Zeit genommen, bin in den Gastgarten eines Cafes in der Fußgängerzone gegangen und habe mich an einen tollen Platz gesetzt. Ein Platz von dem aus ich alles bestens überblicken konnte. Die Zeit habe ich demonstrativ mitten auf den Tisch gelegt. Mit so einer Zeit auf dem Tisch, sieht das ganze gleich viel besser aus. Super wichtig und sehr intellektuell. Da denkt sich dann jeder gleich: Öh! Der hat die Zeit auf dem Tisch, da will ich mal nicht stören und mich schon gar nicht dazusetzen, obwohl das eigentlich der beste Platz des ganzen Gastgarten wäre. Aber mit der Zeit…. nö, lieber nicht. Die ist so dick und so groß und so intellektuell. Super wichtig. Ich mag die Zeit. Noch mehr mag ich es, Zeit zu haben, um mit der Zeit an einem traumhaften Tag im Gastgarten eines Fußgängerzonencafes am besten Platz zu sitzen. Und von Zeit zu Zeit gelingt mir das mit der Zeit sogar. Wäre schön wenn ich mehr Zeit hätte, aber alles geht eben nicht. Da saß ich nun, genoß in vollen Zügen meine Zeit mit der Zeit. Die Menschen schlenderten an mir vorbei. Ich schlürfte meinen Cappucci und ließ die Zeit auf mich wirken. Und als da die Mädels und Jungs in ihren zerrissenen Jeans, den Conversen und mit den großmotivigen T-Shirts an mir vorüberschlenderten, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Der geilste und zugleich einfachste Job auf der Welt ist Modedesigner. Geil, weil man ständig und ununterbrochen von super hübschen, extrem jungen, wahnsinnig gut gelaunten Menschen umgeben ist, einfach, weil man nichts können muss. Nichts außer warten. Warten, das gebe ich zu, muss man können. Das schon. Warten ist beim erfolgreichen Modeschöpfen das wichtigste. Und zwar ziemlich genau dreißig Jahre. Dreißig Jahre lang sollte man schon warten können, aber wenn man das kann, ist man ein erfolgreicher Modeschöpfer. Man schöpft quasi die neueste Mode aus einem dreißig Jahre alten Versandhauskatalog heraus, und tut so, als hätte man das eben erst erfunden. Und das Beste ist: Die Mode wird für Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren gemacht. Und? Klingelt’s? Genial, oder? Die kennen das alte Zeug gar nicht! Haben es noch nie gesehen! Die glauben tatsächlich, dass die Höttl der hippste und neueste Schrei seien! Leider weiß man das alles als 15-30-jähriger natürlich nicht. Da denkt man: Boa! Modeschöpfer werden ist super schwierig und das können nur die besten und kreativsten Köpfe der Welt werden! Stimmt nicht!

Also: Falls du achtzehn oder neunzehn Jahre alt bist, kann ich dir nur raten: Werde Modedesigner! Gut, zugegeben, die ersten dreißig Jahre deiner Karriere musst du irgendwie überdauern, dir vielleicht mit diversen Nebenjobs über die Runden helfen, aber dann, wums, wirst du mit Hilfe eines alten Ottokataloges (den du natürlich so lange aufbewahren solltest) voll fett durch die Decke schießen. Nun denn, nimm dir die Zeit und genieße bis dahin die Zeit. Das öffnet Horizonte!

rechts haben sie!

Sodala. Jetzt ist es also auch bei euch soweit. Die Braunen sind fulminant in eure Landtage eingezogen. Mit Angstparolen, Ausländerhetze und nationalsozialistischem Gedankengut. Natürlich werden keine Lösungen angeboten und auch Konzepte, die über eine Ausländer raus! Parole hinausgehen, sucht man vergebens, aber das ist völlig egal. Deren Geschäft ist die Angst. Wichtig ist, dass die Menschen sich vor irgendetwas fürchten. Und am leichtesten fürchtet man sich halt vor dem schwarzen Mann. Das war schon immer so. Und wenn der Neger derzeit nicht zur Verfügung steht, dann benutzt man halt den Syrer, den Afghanen oder sonst einen Tschuschen. Zudem werdet ihr euch daran gewöhnen müssen, dass diese Partei ihre Meinung zu allen Themen schneller ändern wird, als die neuen Wählerumfragen publiziert werden können. Das Problem ist, dass die Wähler dieser Partei dümmer als ein Putzfetzen sind, anders ist es auch nicht zu erklären, wie jemand der letztens grün, links oder rot gewählt hat, jetzt rechts wählt. So jemanden darf man nicht mit komplizierten Wahlkampfprogrammen oder umfassenden, langfristigen  Lösungskonzepten überfordern. Der kapiert nicht einmal seinen Kassazettel vom Supermarkt. Das Problem ist jetzt, dass diese Partei schön langsam aber sehr sicher für eine Verwahrlosung und eine Verrohung eurer Gesellschaft und eurer Politik sorgen wird. Das fällt nicht sofort auf und auch nicht überall. Am Anfang regen sich alle noch etwas mehr auf, das ebbt aber bald ab und alle gewöhnen sich dran, dass Muslime eben scheiße sind, Marokkaner grundsätzlich Drogendealer und dass jeder, der eine etwas weltoffenere oder sozialere Meinung vertritt, entweder ein realitätsfremder Gutmensch oder ein linker Terrorist ist. Liebe Deutsche, ich gebe euch den freundschaftlichen Rat: Steht auf. Seid dagegen. Seid entschieden dagegen. Und lautstark dagegen. Lasst es denen nicht durchgehen, dass sie das Rad der Zeit zurückdrehen. Lasst euch nicht vor deren Karren spannen. Lasst euch nicht verleiten, euch denen anzunähern, weil ihr Angst habt, sonst zu viele Wählerstimmen zu verlieren. Das sind Scheißstimmen! Punktet mit euren Werten und euren Idealen und nicht mit deren. Die sind die Idioten, nicht ihr. Seid wachsam und wehret den Anfängen!

Da hat sie extra einen Fahrschein gekauft und dann das!

der standard

Pfeffersprays vom Team Stronach: Aktion ging nach hinten los

Die Partei verteilte in Wien Pfeffersprays „zum Frauentag“. Viele kamen als Sympathisanten und gingen sauer nach Hause „Eine richtige Schweinerei ist das“, ärgert sich eine ältere Frau mit Pelzkappe. „Betrug“ wittert eine andere Pensionistin im Wollpulli. Beide waren am Montag bei Sauwetter vor das Parlament in Wien gegangen, um hier Schlange zu stehen. Sie warteten bei fünf Grad Celsius und Nieselregen – für nichts. In der U-Bahn-Zeitung hatten sie von der Verteilaktion des Teams Stronach gelesen: Gratispfeffersprays zum Frauentag. Nun stehen sie hier, doch alle Pfeffersprays sind weg. internal „Der Andrang war groß“, sagt Stronach-Klubobmann Robert Lugar mit bedauerndem Schulterzucken, einen leeren Korb in der Hand. Er meint vor allem den parteiinternen Andrang. Noch vor Beginn der Verteilaktion war der Großteil der Pfeffersprays „im Umkreis“ vergeben worden, erklärt Lugar. „Wir werden das aber bald wiederholen“, tröstet er die rund 80 Köpfe umfassende Menschentraube rund um ihn. Die beiden alten Frauen stimmt das nicht milde. „Ich habe extra einen Fahrschein gekauft“, sagt eine. Sie fühlt sich für eine Medienaktion des Teams Stronach benutzt. Tatsächlich sind viele Kameras hier. 45 Minuten vor der Pfefferspray-Aktion hatten Lugar und die Abgeordnete Martina Schenk zur Pressekonferenz geladen, mit anschließendem Spaziergang zum Parlament. Der Plan, das Mediengespräch mit der Verteilaktion zu verbinden, war aufgegangen: So viele Medienvertreter wären der Einladung zum Pressegespräch der Kleinstpartei unter anderen Umständen wohl nicht gefolgt. Traue keiner Polizeistatistik Lugar nutzte die Gelegenheit, um in sachter Vernachlässigung der demokratischen Gewaltenteilung „die Innenministerin“ aufzufordern, „endlich das Waffengesetz zu novellieren“. Denn mehr Waffen in privaten Haushalten machten das Land sicherer, ist Lugar überzeugt. Das sei auch dringend nötig, glaubt Schenk, denn „die Menschen fühlen sich immer weniger sicher“, und die Frauen unter den Menschen noch weniger. Dass die Anzeigen laut Polizeistatistik seit Jahren zurückgehen, beeindruckt Schenk nicht: „Vertraue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“, sagt sie in Richtung Exekutive. Welchen Quellen das Team Stronach hingegen vertraut? Den „Pressemeldungen“, sagt Lugar. Medienberichte über Gewaltdelikte gebe es schließlich „jeden Tag“. Dass die von Lugar frei verteilten Pfeffersprays selbst bei Gewaltdelikten zum Einsatz kommen könnten, schließt der Abgeordnete aus: Der Spray sei schließlich „eine reine Defensivwaffe“. Da diese noch nicht ausreiche, fordere man ein einfacheres Erlangen des Waffenpasses. „Jeder unbescholtene Bürger soll einen Waffenpass haben dürfen“, sagt Lugar. Die Ermessensbestimmungen im Gesetz sollten gänzlich fallen. Eine „nicht wahnsinnige Bürgerin“ Quasi als Beweis dafür, wie schwierig es hierzulande sei, Waffen zu tragen, ließ das Team Stronach auf dem Podium „eine Betroffene“ sprechen: „eine geprüfte, normale Bürgerin die nicht wahnsinnig ist“, wie Lugar erklärte. Die Wienerin gab an, sich zu Hause zu fürchten, eine Waffe würde ihr Sicherheitsgefühl erhöhen. Dass sie dafür jedoch einen Psychotest ablegen und 268 Euro berappen müsse, sei infam, meint Lugar. Strafen drohen Während die Journalisten ihre Sager bekamen, gingen bei der Verteilaktion anlässlich des Frauentags nur die Schnellsten und Kräftigsten nicht mit leeren Händen nach Hause, und einige von ihnen waren Männer. Ob auch Menschen mit aufrechtem Waffenverbot einen Pfefferspray ergatterten, ist ungewiss. Sollte das der Fall sein, drohe den Abgeordneten jedenfalls eine Anzeige und bei Verurteilung bis zu ein Jahr Haft, sagt ein Sprecher des Innenministeriums. Die Abgabe an Minderjährige sei mit Geldstrafen bis zu 3.600 Euro belegt. Ein wütender Herr, der ebenfalls unbewaffnet nach Hause gehen musste, zieht gleich auf der Parlamentsrampe politische Konsequenzen. Das Team Stronach sei letztlich auch nur so wie alle anderen Parteien – „Die Identitären sind die einzigen Vernünftigen“, ruft er. Als eine junge Frau darüber nur den Kopf schüttelt, wird der Frauentagsaktions-Besucher gleich noch wütender: „Ja, das ist nix für euch linke Tussis!“ Als „rechtsaußen“ will sich das Team Stronach wegen der Verteilaktion jedenfalls nicht verstanden wissen. Man identifiziere Gewaltdelikte zwar mit den steigenden Asylantragszahlen – „Wer das nicht sieht, ist blind“, meint Lugar –, doch hat der Klubobmann auch Tipps für Frauen in Gewaltbeziehungen parat. Der Pfefferspray sei schließlich ein Allroundmittel zur Selbstverteidigung von Frauen – „auch gegen den eigenen Ehemann“. (Maria Sterkl, 7.3.2016)

Bisher war ich recht(s) unentschieden, weil wir doch in unserem Land so viele, so tolle Parteien mit wirklich super Konzepten, spitzenmäßigen Ideen und wahrhaftigen Gehirnkapazundern an deren Spitze haben. Mit dem heutigen Tag ist meine Suche zu Ende. Wer gefährliche Waffen an irgendwelche Passanten verteilt und darüber hinaus noch freimütig zugibt, dass sich die eigenen Parteimitglieder vor der Verteilungsaktion noch schnell selbst kräftig bedient haben, der hat sich meine Wählerstimme redlichst verdient.

And my vote goes to Team Stronach!!

Bis auf das ‚Sehr geehrte(r)‘ stimme ich vollinhaltlich zu.

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Faymann,
sehr geehrte Frau Ministerin Mikl-Leitner,
sehr geehrter Herr Minister Kurz!

Der Vorstand der IG Architektur, Verein Interessengemeinschaft Architekturschaffender verfolgt in diesen Tagen mit großer Sorge die Politik der österreichischen Bundesregierung in Hinblick auf die aktuellen Migrationsbewe-gungen in Europa.

Insbesondere die Ergebnisse der in Wien abgehaltenen Westbalkankonferenz vom 24. Februar 2016 haben gezeigt, dass die österreichische Bundesregierung nicht in der Lage ist, adäquate Antworten auf komplexe Sachverhalte zu finden. Anstelle einer breit angelegten europäischen Zusammenarbeit werden kurzfristig nationale Lösungen favorisiert; anstelle an den Ursachen der Migrationsbewegungen zu arbeiten, wird das Problem auf andere Staaten abgewälzt; anstelle an nachhaltigen Lösungen zu arbeiten, wird politisches Kleingeld gemacht.

Die Kritik, die dieser Tage von der UNO, der Europäischen Union sowie namhaften internationalen Medien an der Politik der österreichischen Bundesregierung geäußert wird, ist berechtigt: Die gegenwärtigen Unruhen an der mazedonischen Grenze, der sich anbahnende Ausnahmezustand in Griechenland, aber auch die aktuelle Uneinigkeit innerhalb der Europäischen Union gehen ganz klar auf das Konto der von Ihnen zu verantwortenden Politik.

Diese von Ihnen zu verantwortende Politik geschieht ohne Not, denn die Ressourcen Österreichs zum Schutz Flüchtender sind eben gerade nicht ausgeschöpft. Wie Recherchen der IG Architektur ergeben haben, stehen dem Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) zufolge alleine auf dem Wohnungssektor 46.000 bis 460.000 Wohnungen in Österreich leer; weiters sind Schätzungen der Leerstandskonferenz zufolge in Österreich rund 500 im öffentlichen Besitz stehende Gebäude sofort, und weitere 300 mit Adaptierungen für Notunterkünfte verfügbar. Rein rechnerisch wäre es also möglich, jeden der 90.000 Flüchtenden, die im vergangenen Jahr Asyl in Österreich beantragt haben, mit einer eigenen Wohnung (!) zu versorgen. Dass derartige Anstrengungen gelingen können, zeigt auch ein Blick in die Vergangenheit, in der Österreich mehrfach in der Lage war, einer großen Anzahl Flüchtender Schutz zu gewähren: 180.000 (Ungarn 1956), 162.000 (Prager Frühling 1968), 90.000 (Jugoslawien-Krieg 1991 und Folgejahre).

Die von Ihnen zu verantwortende Politik erweckt hingegen sowohl im In- wie im Ausland den Eindruck, dass aus innenpolitischem Kalkül außenpolitischer Kollateralschaden bewusst in Kauf genommen wird. – Ganz abgesehen von zentralen sozialistischen und christlichen Grundsätzen Ihrer eigenen Parteien, die ebenfalls mit über Bord geworfen werden und die Glaubwürdigkeit der von Ihnen zu verantwortenden Politik weiter erodieren lassen. Es ist aber gerade dieser Mangel an Glaubwürdigkeit, der das Feld für die wahren Populisten aufbereitet: Warum zum Schmiedl gehen und nicht zum Schmied?

Asylrecht ist ein Menschenrecht und kann nicht an erreichten Zahlen enden. Einseitige nationale Lösungen zu suchen und Verantwortung auf einige wenige Staaten abzuwälzen ist einem gemeinsamen Europa nicht würdig. Wohin soll das führen?

Eine überwiegende Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Österreichs befürwortet eine gesamteuropäische Lösung der Flüchtlingskrise und eine faire Verteilung der Lasten. Unterschiedliche Wirtschaftsstudien haben außerdem nachgewiesen, dass die Aufnahme Flüchtender für Österreich langfristig mehr Einnahmen bringt als Kosten verursacht. Wo schlagen sich diese Tatsachen in der von Ihnen zu verantwortenden Politik nieder?

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrte Frau Ministerin, sehr geehrter Herr Minister, wir fordern Sie auf, die von Ihnen zu verantwortende Politik der Scheinlösungen zu beenden, Menschenrechte zu achten und endlich Verantwortung zu übernehmen: Für den berechtigten Schutz von Flüchtenden ebenso wie für den Zusammenhalt der Europäische Union.

Mit freundlichen Grüßen,
der Vorstand der IG Architektur
04. März 2016

verflixt und zugeknöpft!

Der Playboy zeigt keine Tittenmäuse mehr.

Soll das bedeuten, dass ich ab heute die legendären Interviews

lesen soll?

Lesen?

Der Untergang des Abendlandes.

Ganz nah.

Ganz nah.

Ganz.

Ich frage dich.

Warum zeigt der Louvre noch seine

Kunstwerke?

Die kann man doch auch alle im

Internetz anschauen.

Sich eines

herunterladen.

Ganz genau.

Ganz genau.

Ganz.

Er naht.

Ich spüre seinen

Odem.

 

Hop Schwiiz!!

In der Schweiz leben super viele Ausländer. Türken leben in der Schweiz. Ja, ja, ein Türke ist von einem Schweizer aus gesehen ein Ausländer. Wie auch Tamilen, Tunesier, Taiwanesen und Tschechen. Auch die gibt es alle in der Schweiz. Aber nicht nur Menschen aus T-Ländern leben in der Schweiz. Dort sind auch Menschen aus D-Ländern zuhause, wie Dschibuti und der Dominikanischen Republik, aber natürlich auch aus Dänemark oder Deutschland. Sogar Staatsbürger diverser S-Länder leben in der Schweiz und das, obwohl die Schweiz selbst mit einem S beginnt. Frech, nicht wahr? So wohnen Schweden, Senegalesen, Simbabweaber, Spanier, Syrer, Südtiroler und viele, viele andere Ausländer aus der ganzen Welt, Bürger verschiedenster Staaten beginnend mit allen nur erdenklichen Buchstaben, allesamt zusammen mit den Schweizern in der Schweiz. Wui, das sind viele. Zu viele, wie die meisten Schweizer meinen. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in den Wahlerfolgen diversester rechtspopulistischen Parteien unterschiedlichster Radikalisierungsabstufungen wider. Zugegeben, die Schweiz ist ein wunderschönes Land, das obendrein auch noch stinkreich ist. Das sind aber sicherlich nicht die Hauptgründe, warum so viele Nichtschweizer in der Schweiz wohnen. Nein, der Hauptgrund ist schlicht und ergreifend jener, dass diese überängstlichen, hochnäsigen und vor allem hyperxenophoben Eigenbrötler so gut wie niemanden einbürgern. Natürlich habe ich als Schweiz viele Ausländer, wenn beispielsweise die Urenkel eines 1918 eingewanderten Italieners, die oft nicht einmal mehr der italienischen Sprache mächtig sind, immer noch keine Schweizer sind. Zudem verloren bis vor wenigen Jahrzehnten alle Schweizer, die einen Ausländer oder eine Ausländerin heirateten, die eigene Staatsbürgerschaft und mussten die des Ehepartners annehmen. So ängstlich sind die Eidgenossen. Zipfelklatscher halt. Aber nicht immer. Plötzlich, ganz unvermittelt, wenn niemand mehr damit rechnet, einfach so, stimmen die mit großer Mehrheit gegen ein menschenwidriges Arschgeigenfeigergesetz namens Durchsetzungsinitiative, eingebracht von der obersympathischen SVP. Da stimmen die einfach dagegen. Sagen: Nix da! Das wäre bei uns undenkbar. Da kann ich nur sagen: Chapeau!

Gianni Infantino überraschend neuer Fifa-Präsident

Demokratie kann so einfach sein.
Man bezahlt jedem Wahlberechtigten 5 Millionen Euro für dessen Stimme.
Und zack-päng hat man eine Wahl gewonnen.

Genial!

Schön, dass in einer Welt, die sich so rasch ändert, dass einem der Atem zu stocken beginnt, die gute alte FIFA bleibt was sie ist und immer schon war. Also ich freu‘ mich! Wäre auch infantino gewesen, etwas anders zu erwarten.

 

Nexit

Ich bin unzufrieden.
Ich will nichts mehr beitragen. Ich trage zwar jetzt schon fast nix bei, aber ich will überhaupt nix mehr beitragen. Gar nix. So will ich keine Steuern mehr bezahlen und auch nicht mehr zur Arbeit gehen. Dafür will ich aber mehr Privilegien. Viel mehr Privilegien! Eine größere und bessere Wohnung zum Beispiel. Mehr Geld für längere und schönere Urlaube, oder sagen wir besser: für längere und schönere Reisen, denn Urlaub habe ich dann ja ohnehin immer, zudem will ich ein paar Dienstboten und Angestellte, die mir meinen Alltag erleichtern. Dafür nehme ich mir zukünftig das Recht heraus, Menschen die ich nicht mag, schlecht und ungerecht zu behandeln, denn Menschen, die ich nicht mag, sind wirkliche Vollidioten und verdienen es nicht anders. Wenn meinen Forderungen nicht auf Punkt und Komma Folge geleistet wird, trete ich aus der EU aus. Bäh! Dann habt ihr den Salat! Dann mache ich nämlich Ernst und trete einfach aus: NEXIT heißt das dann!

Schreibe ich das, finden das alle blöd und gehen zur Tagesordnung über. Wenn die Briten den Scheiß abziehen, werden sie von der gesamten Gemeinschaft bekniet, doch bitte, bitte in der EU zu bleiben. Tage und Nächte lang wird verhandelt und gebettelt. Laßt die Deppen doch gehen! Oder besser noch: Schmeißt die Trotteln raus! Sollen sie doch auf ihrer Insel sitzen, Ale saufen und dann in die stillgelegten Kohlebergwerke und auf ihre verrosteten Industrieanlagen aus den 60-ern brunzen. Wenn sie Glück haben, dürfen sie vielleicht 51-ster Bundesstaat der abgöttisch verehrten USA werden. Also, schickt diesen Kamerun, oder wie der auch immer heißen mag, zurück zu seinen Schafen, flutet den Tunnel mit Ärmelkanalwasser und lasst es gut sein. Wir haben hier wirkliche Probleme zu lösen, wir können uns nicht um ein zu fettes, zu verhätscheltes, verwöhntes, eigensinniges, uneinsichtiges Kind kümmern, das auf Grund seiner längst vergangenen Geschichte der Illusion verfallen ist, in unserer Welt heute noch irgendeine Rolle zu spielen. Rausschmeißen, gemütlich abwarten und Tee trinken. Genau den Tee, den sich die Briten dann über kurz oder lang nicht mehr leisten können.

Pass‘ auf dich auf!!

backham

Da ist jemand verunglückt. Eine mobile Sanitäterin ist vor Ort. Ein Passant kommt vorbei, fährt mit dem Auto weg, besorgt heiße Getränke und kommt schon nach 20 Minuten wieder zurück. Dann werden gemütlich Selfies gemacht, alle trinken Kaffee und das ganze wird noch auf twitter gepostet.  Von der Ambulance fehlt nach wie vor jede Spur. Ich denke mal, wenn man in London lebt oder urlaubt, sollte einem besser nichts Schlimmes passieren….

butt!!

Da gibt es dieses Telefon. Das funktioniert ohne Kabel. Naja, Telefon trifft es nicht ganz. Es ist eigentlich mehr ein Computer, den man unter anderem auch zum Telefonieren verwenden kann. Das tut aber fast niemand. Wie auch immer, jedenfalls hat dieses Telefon ein Problem. Wenn man das Datum 01.01.1970 einstellt, wird es völlig unbrauchbar. Irreparabel. Das ist ein Bug, heißt es. Im Jahre 1970 konnte man sich die Existenz eines solchen Gerätes nicht einmal vorstellen. 1970 ahnte niemand, dass es einmal möglich sein würde, einen Fotoapparat, eine Spielekonsole, eine hoch auflösende Videokamera, einen Personalcomputer, ein Navigationsgerät, einen Fernseher, 100.000 Bücher, sämtliche Zeitungen, all unsere Freunde und Bekannten, eine Stereoanlage, die alle Songs des Planeten im Bauch hat, einen Taschenrechner, eine Videothek und ganz nebenbei das gesamte Wissen der Menschheit bequem in der Hosentasche mit sich herumtragen zu können. Heute befinden wir uns im Jahre 2016. Die meisten Menschen, die dieses Telefon verwenden, haben 1970 nicht einmal gelebt. Die gab es damals noch gar nicht. Ergibt es da wirklich Sinn, das Datum 01.01.1970 einzustellen? Diese Frage kann ich nicht beantworten. Aber einen Wunsch habe ich trotzdem: Ich verfügte gerne über so viel Tagesfreizeit wie jene Person, die herausgefunden hat, dass ein iPhone unbrauchbar wird, wenn man das Datum 01.01.1970 einstellt. Ja, das wünsche ich mir.

la ola

einstein-bicycle1

Jüngst hat ein weltweit agierendes Netzwerk von Wissenschaftlern mit Hilfe kompliziertester technischer Geräte aufwändigst bewiesen, was der Bertl vor über hundert Jahren schon gewußt hat. Er brauchte dafür lediglich einen Bleistift und ein Blatt Papier. Man kann von diesem Mann halten was man will, muss ihm aber jedenfalls zugestehen, dass das schon ziemlich steil ist. So gesehen ist es schade, dass ich nicht mehr erleben darf, wie meine Theorien bewiesen werden….

 

Alles Roger, oder was?

„Wenn ich das Leben nicht verlängern kann, so kann ich es doch verdichten. Wie verdichte ich es? Ich verdichte es, indem ich Bewusstheit steigere – indem ich sehr präsent dort bin, wo ich bin.

† Roger Willemsen
(Ich mach‘ das übrigens ganz genau so, nur bei mir bemerkt das keiner. Tja, so sind Persönlichkeiten eben verschieden….)

Wie? Sie sind sich da echt sicher?

Ein Plakat mit der Aufschrift «Sie verlassen Afghanistan? Sind sie sicher?», aufgenommen am 15.11.2015 in Kabul. Deutschland versucht mit einer Plakatkampagne, Afghanen von der Einreise mit Schleusern nach Europa abzuhalten. Foto: Mohammad Jawad /dpa (zu dpa «Plakatkampagne in Afghanistan: Kein leichtes Leben in Deutschland» vom 15.11.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Ein Plakat mit der Aufschrift «Sie verlassen Afghanistan? Sind sie sicher?», aufgenommen am 15.11.2015 in Kabul. Deutschland versucht mit einer Plakatkampagne, Afghanen von der Einreise mit Schleusern nach Europa abzuhalten. 

Die deutsche Bundesregierung ließ dieses und Plakate mit ähnlichem Wortlaut in Kabul und anderen Städten Afghanistans aufhängen. Bofti! Das ist echt starker Tobak. Das bringt Menschen, die nichts zu Essen haben, keine Wohnung, keine Perspektive, die verfolgt und gefoltert werden sicherlich ins Grübeln. Also ich bin zumindest ziemlich sicher, dass das höchstens als makabrer Scherz verstanden werden kann.

Bist du eine gefestigte Persönlichkeit?

Ein Persönlichkeitstest, der genau dies feststellt.

Du beobachtest, wie drei vermummte Personen in brutalster Manier einen dreckigen Neger zusammenschlagen. Wie reagierst du?

  1. Ich alarmiere via Handy die Polizei, gehe ansonsten aber ohne selbst einzugreifen zur Tagesordnung über (5 Punkte)
  2. Ich schreie ganz laut: «Lasst gefälligst diesen dreckigen Neger in Frieden!» und gehe dann zur Tagesordnung über. (4 Punkte)
  3. Ich helfe mit, dem dreckigen Neger voll eins in die Fresse zu geben, denn er hat es sicherlich verdient. (2 Punkt)
  4. Ich helfe mit, dem dreckigen Neger voll eins in die Fresse zu geben, erzähle aber zuhaue, dass ich die Polizei gerufen hätte. (1 Punkt + die 5 Punkte von 1.)
  5. Das heißt nicht ‚dreckiger Neger‘. (23 Punkte)

Du hast soeben eine seitenlange, ausgefinkele E-Mail, in der du dich über alle Maßen aggressiv darüber ausläßt, wie hochgradig bescheuert, unmotiviert und inkompetent dein Paketzusteller ist, fertiggestellt und willst diese gerade abschicken. Doch noch bevor du den ‚SENDEN‘-Button drücken kannst, stürzt dein PC ab. Die ach so kunstvoll formulierte Mail ist für immer verloren. Was machst du?

  1. Leider kann ich diese Frage nicht mehr beantworten, weil mein PC auf dem Betonboden unseres Innenhofs zerschellt ist. (3 Punkte)
  2. Derartige E-Mails schreibe ich nur meinem Internetprovider (12 Punkte)
  3. Ich studiere im 57sten Semester Psychologie, mit so einer Situation kann ich umgehen. (1 Punkt)
  4. Aber das macht doch nichts. Sehr gerne fahre ich den PC wieder hoch und beginne erneut zu schreiben. Schließlich ist das Beschwerdemailsverfassen mein Hobby. Der Zusteller ist mir ohnehin völlig Wurscht. (17 Punkte)

Dein Lebensabschnittspartner (schließt beide Geschlechter mit ein) offenbart dir, dass er (schließt wiederum beide Geschlechter mit ein) dich immer noch über alles liebt und glückselig ist, gemeinsam mit dir alt werden zu dürfen. Wie reagierst du?

  1. Tut mir leid, diese Situation kann ich mir leider nicht vorstellen, weshalb ich mich nicht in der Lage sehe, die Frage zu beantworten. (92 Punkte)
  2. Ich freue mich über alle Maßen, schliesse ihn (wieder beide Geschlechter sind da möglich) in meine Arme und küsse ihn (detto!). (3 Punkte)
  3. Ich stehe schockgefroren da und starre mit ausdruckslosem Gesicht auf den 100 jährigen Kalender, der auf der Kommode liegt. (5 Punkte)
  4. Ich sage: «Schau‘ ma mal, dann seh’n wir’s schon.» (2 Punkte)

Du bist diesen Monat mit Rasen mähen dran. Was machst du?

  1. Ich mähe den Rasen. (3 Punkte)
  2. Ich mähe den Rasen nicht. (3 Punkte)
  3. Ich mähe den Rasen, aber es ärgert mich ungemein. (3 Punkte)
  4. Ich tausche mit meinem Nachbarn, der letzten Monat dran war. (333 Punkte)

Die Wahlen stehen vor der Tür. Für welche Partei entscheidest du dich?

  1. Ich wähle schon seit jeher den rosaroten Panther. (12 Punkte)
  2. Ich wähle jene Partei, deren Spitzenkandidat(in) mit dem Ausdruck ‚dreckiger Neger‘ kein Problem hat. (1 Punkt)
  3. Ich wähle immer die amtierende Partei, dann muss ich mir keine neuen Namen merken. Und die macht im großen und ganzen ohnehin immer das, was die Partei, welche keine Probleme mit dem Ausdruck ‚dreckiger Neger‘ hat, will. (13 Punkte)
  4. Seit Helmut Schmidt tot ist, habe ich auf diese Frage keine Antwort mehr. (5 Punkte)

Du sitzt in einem Vortrag. Es ist irre interessant und das Auditorium lauscht gebannt den Worten des Referenten. Plötzlich entfleucht dir ein ungemein gewaltiger Furz. Alle starren dich an. Es stinkt entsetzlich. Was machst du?

  1. Du versuchst theatralisch mit karpfenartigen Mundbewegungen und unter wildem Fächeln in Richtung deines Gesichtes den Gestank wieder einzuatmen. (54 Punkte)
  2. Du stehst auf und verkündest lauthals: «Ein Furz ist schlimmer als die schlimmste Beleidigung, denn man kann ihn niemals wieder zurücknehmen.» Dann setzt du dich wieder, und tust so als wäre nichts gewesen. (1 Punkt)
  3. nichts. (10 Punkte)
  4. Du rümpfst die Nase und zeigst kopfschüttelnd verächtlich auf deine Sitznachbarin. (3 Punkte)

Du stehst mit deinem Fahrzeug in zweiter Position an einer roten Ampel. Es wird gelb. es wird grün. Es wird wieder rot. Das Auto vor dir hat sich immer noch nicht bewegt. Was machst du?

  1. nix. (10 Punkte)
  2. Ich hupe und gestikuliere wild herum. (3 Punkte)
  3. Ich versuche, durch abenteuerliche Manöver irgendwie vorbeizukommen. (du bist ein Mann!)
  4. Du steigst aus, gehst vor, klopfst an die Scheibe, du wartest das Herunterkurbeln ab und fragst: «’Tschuligung, war die richtige Farbe für sie noch nicht dabei?» (23 Punkte)

Auswertung:

Du hast 0 Punkte.
Brav, offensichtlich bist du kein verunsicherter und unmündiger Idiot, der hofft, durch dämliche wie unseriöse Psychotests mehr über sich selbst erfahren zu können.

Du hast mehr als 0 Punkte.
Was ist los mit dir? Welcher Schwachkopf macht denn ernsthaft diesen Test? Schalte deinen PC/dein Tablet/dein Smartphone aus und geh‘ dich schämen, du Pfosten.

Leserstromanalyse 2015

Mir liegen nun die Ergebnisse der Leserstromanalyse 2015 vor und ich muss zugeben, diese sind nicht gänzlich uninteressant. Der absolute Großteil der Gäste dieser blogse kommt aus China, dicht gefolgt von den USA, Canada und Russland. Von welchem blog diese User zur blogse wechselten, konnte auf Grund der enorm kurzen Verweildauer nicht eruiert werden. Auch nicht wohin sie weiterzogen. Die Ströme der übrigen Leserinnen und Leser lassen sich hingegen recht genau eruieren:

Hierzu muss zwischen den Usern, die mich persönlich kennen, und den mir unbekannten blogse-Besuchern unterschieden werden.

Die User aus dem www können folgend zusammengefasst werden:

  • 96 User kamen von dolfi-hitler.dr wechselten aber nach sehr kurzer Zeit zu nazi-sau.de
  • 123 User wechselten von gutmensch.at zur blogse, verließen diese jedoch wieder, nachdem Gutmensch zum Unwort des Jahres gewählt wurde. Die meisten gingen zu mir-bleibtreu.org
  • Überraschend viele Leser kamen von titti-mus.ch, was mich sicherlich am meisten überrascht. Offenbar habe ich aber deren Geschmack kaum getroffen, weil so gut wie alle die blogse in überwiegend ähnliche Richtungen verlassen haben, einige gingen zur titti-mus zurück, andere wanderten zu noch einschlägigeren Seiten, deren Namen hier aus jugendschutztechnischen Gründen erst gar nicht genannt werden dürfen.
  • Der Rest sind blogsehopper, die ohnehin ständig wechseln und so gut wie nie länger irgendwo verweilen.

Nun zu all jenen, die mich persönlich kennen:

  • am beliebtesten sind bei diesen Bildchen und Filmchen. Sobald diese gepostet werden, wechseln so gut wie alle von youtube.com zur blogse. Bei Texten wechseln sie wieder zurück. Dies ist auch der Hauptgrund dafür, dass ich das hier so unverblümt posten kann.
  • Die Beobachtung, dass die meisten zur blogse wechselten, wenn ich diese zufällig auf der Strasse oder im Cafe persönlich getroffen habe, wurde durch die Zahlen der Blogsestromanalyse untermauert.
  • Die Beiträge werden stets in FB und twitter veröffentlicht. Der Service dieses Absprungs wurde in kaum wahrnehmbarem Maße genutzt.
  • Nur ein einziger User ist von Anfang an dabeigeblieben und nirgends hingewechselt. Nach genaueren Recherchen habe ich festgestellt, dass ich das selbst bin, wenn ich via Smartphone hin und wieder kontrolliere, wie die Beiträge in mobilen Browsern ausschauen. Immerhin einer. Besser als nix.

Bowie‬s David – tot.

Heute verstarb der David. Er war ein englischer Künstler, Musiker in erster Linie. Das ist sicherlich tragisch für ihn und seine Lieben. Vielleicht sogar für die Popwelt, das kann ich nicht beurteilen. Aber eines möchte ich aus aktuellem Anlass loswerden: Das Internet kann nichts dafür. Das Internet ist nicht schuld. Der David ist ganz ohne Zutun des www verendet. Also lasst mein Internet in Frieden! Es ist absolut entbehrlich, dass sich jetzt jeder vorwitzige Nasenspecht berufen fühlt, irgendetwas Bowie-mäßiges zu teilen, zu kommentieren oder zu posten. Er ist auch nicht plötzlich der einzig wahre, unübertroffene, alleinige und großartigste Supermusiker, nur weil der Krebs ihn zufällig dahingerafft hat. Ja, ja, er hat seine Sache schon gut gemacht, aber mehr auch nicht, also hört mit dem völlig überzogenen, gekünstelten Ausrasten auf. Und noch was: Du bist kein Bowie-Fan! Du magst seine Songs überhaupt nicht und bist darüber hinaus schon gar nicht in der Lage, drei seiner Titel aus dem Stegreif aufzuzählen. Also tu‘ nicht so, als ende mit seinem auch dein eigens Leben, nur weil es von heute bis übermorgen cool ist, immer schon ein Bowiejünger gewesen zu sein. Lass das! Und nochmal: Lass‘ mein Internet in Ruhe!

Besser formuliert, meine ich dies:

12400561_1058639724210069_1273233778378943692_n

 

wenn das so ist…

Frauen sollen zuhause belieben, damit sie nicht vergewaltigt werden…

Gut. Das ist also die Rechtsauffassung von Legislative und Exekutive. Liebe Vertreter des geschriebenen Rechts, wenn das so ist, muss man diesen Gedanken konsequenterweise auch zu Ende denken. Ihr seid der Meinung, dass Frauen für ihre eigenen Vergewaltigungen selbst schuld oder zumindest mitverantwortlich sind. Aaaaha. Na dann kann es ja auch nicht so schlimm sein, wenn ich ein auf der Straße parkendes Auto klaue, oder? Schließlich ist der Besitzer der noblen Karosse selbst schuld, wenn er es einfach so da stehen lässt! Er hätte ja auch einfach zuhause bleiben können, der Trottel! Und wie steht es mit diesen wirklich dämlichen PEGIDA-Typen, die da allwöchentlich ‚herumspazieren‘? Die sind auch nicht zuhause geblieben. Tja, da seid ihr nun wirklich selber schuld, wenn euch ein nicht wütender Bürger mit dem Baseballschläger die dumme Fresse so richtig poliert, nicht wahr? Da kann dann niemand was dafür. Wirklich niemand. Nicht zu vergessen unsere Smombies. Allesamt auch nicht zuhause. Also kurz mal hingelangt und das Phone weggerissen! Die finden dann gar nicht mehr heim ohne das Ding und verhungern dann, aber: Selber schuld, hätten ja auch im Bett bleiben können. Wahrscheinlich wäre es am besten, es würden einfach alle, jede und jeder von uns, ein paar Tage zuhause bleiben. Einfach mal so. Niemand geht mehr raus vor die Tür. Vielleicht merkten dann die ein oder anderen, was für einen Schwachquatsch sie da verzapft haben…… ach nö, wahrscheinlich nicht.

Vergewaltige niemanden! Dankeschön.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker legt Frauen Verhaltensregeln nahe, um nicht vergewaltigt zu werden. Wesentlich wirkungsvoller ist zweifellos die Befolgung der Antivergewaltigungsverhaltensregeln für Männer. Gesehen bei taz.de.

1. Vergewaltige keine Frau. Auch nicht, wenn sie näher als eine Armlänge von dir entfernt steht.

2. Wenn du eine Frau triffst, die allein unterwegs ist, lass Sie in Ruhe. Gilt sowohl tagsüber als auch nachts.

 3. Schütte niemals KO-Tropfen in die Getränke von Frauen und vergewaltige sie anschließend auch nicht.
4. Wenn eine Frau einen Mini-Rock trägt, ist es das Sicherste, sie nicht zu vergewaltigen.

5. Befindest du dich in einer betrunkenen Menge von Männern auf der Domplatte an Silvester, auf dem Oktoberfest oder auch auf dem Kölner Karneval? Auch dort gilt: vergewaltige niemanden!

6. Wenn eine Frau „Nein“ sagt, dieses sogar mehrfach wiederholt, ist es am Einfachsten, sie nicht zu vergewaltigen.

7. Trägst du Insignien der Autorität am Leib (Polizeiuniformen etc.)? Erinnere dich daran, deinen Machtvorteil nicht auszunutzen, um jemanden zu vergewaltigen.

8. Wenn eine Frau dich bittet, sie nach Hause oder zu ihrem Zimmer zu bringen, vergewaltige sie nicht. Gilt auch und gerade, wenn Alkohol im Spiel ist. Vergewaltige sie auch dann nicht, wenn sie dich um nichts bittet.

9. Wenn du nachts mit heraushängendem Penis stolperst, vergewaltige niemanden.

10. Wenn du eine schlafende Frau antriffst, ist es das Beste, sie nicht zu vergewaltigen.

grenzwertig

Die Dänen.  Die sind schon lustig. Die Dänen haben wirklich Humor. Ich muss offen zugeben, ich habe die Dänen und deren Humor echt unterschätzt. Die sind voll lustig! Hätte nicht gedacht, dass die solche Ulknudeln sind, die Dänen. Führen die doch tatsächlich Grenzkontrollen ein. Die führen Grenzkontrollen ein, die Dänen. Grenzkontrollen!! Ich wiederhole: Dänemark führt Grenzkontrollen ein! Grenzkontrollen! Bitte! Ich möchte es wissen! Wen um alles in der Welt kontrollieren die da! Sonnenallergiker? Pinguine? Legastheniker? Genau, ich weiß es auch nicht! Ich hoffe nur, dass sich mein Lachkrampf in den nächsten Stunden etwas lösen wird….

Kompensation

In Texas dürfen nun sämtliche Schusswaffen – ganz egal welchen Kalibers – offen getragen werden.
Dieses Gesetz wurde absichtlich für die nicht ganz so schlauen Texanerinnen verabschiedet. Auf diese Weise können sie die mäßig bestückten – äh, also ich meine damit, ähm, naja, also…
… die Texanerchen, nennen wir sie Texanerchen!
Durch das neue Gesetz kann man schlicht die Texaner von den Texanerchen signifikant leichter, wesentlich schneller und um ein Vielfaches effektiver wegkennen! Boa, dass ich’s grad raus’bracht hab‘.

Also eine Schußwaffe zu besitzen, ist ja per Definition bescheuert, aber eine zweite auch noch offen mit sich herumschleppen, das käme für mich persönlich ja überhaupt nicht in Frage!

Dieses Jahr habe ich noch kein einziges Mal geduscht, ich habe mir noch nicht einmal die Zähne geputzt und trage seit Jahresbeginn dieselben Klamotten. Ich habe bisher nur gesoffen, noch nix gegessen und nicht geschlafen! Wenn das in dieser Tonart so weitergeht, na dann PROST-MAHLZEIT!!

Öi allna a guats Nöis!

Ist Silvester hell und klar / ist am nächsten Tag Neujahr

Gut. 2015 ist Geschichte. Ich bin kein großer Rückblicker. Wie das vergangene Jahr gewesen ist, wissen ohnehin alle, das ganze nochmals aufzuwärmen, bringt also nix. Zudem hat es jeder einzelne anderes erlebt und bewertet die Geschehnisse individuell verschieden. Nein, ich schaue lieber in die Zukunft.

Wie wird 2016 also? Klar, die Monate Jänner bis Dezember werden natürlich wieder die wärmsten Jänner bis Dezembers seit Aufzeichnungsbeginn. Trotzdem wird sich niemand um die Abmachungen der letzten Klimakonferenz in Paris scheren. Da steht ja nur ’sollte‘ im Abschlussdokument. So werden wohl diverse Naturkatastrophen unausweichlich bleiben. Wurscht, das schafft Arbeitsplätze und kostet nur Menschenleben. Und Menschen gibt es schließlich genug, zuviele, wie einige behaupten. Die Reichen werden reicher werden, die Armen ärmer. Paradoxerweise wird es mehr reiche und gleichzeitig mehr arme Menschen geben. Komisch, oder? Die Anleger an den Börsen werden –  wie immer – ängstlich und besorgt sein, völlig egal was passieren wird. Natürlich werden Kriege, Terror und Flüchtlinge bleiben. Und irgendwo wird ein G-sowieso-Gipfel stattfinden. Dort werden 150.000 Polizisten ein gemeinsames Mittagessen von ein paar mehr oder weniger demokratisch gewählten Regierungschefs bewachen. Ansonsten wird alles so ziemlich gleich bleiben. Vieles wird schlechter werden, ein paar wenige Dinge besser. Ach ja, wir werden Fußball-Europameister. Das zumindest ist fix. Wie das Jammern. Ja natürlich! Es wird wieder allen Grund zum Jammern geben. Und das ist doch das allerwichtigste, oder? Das Jammern wird bleiben. So wie ich. Ich bleibe natürlich auch. Na dann, bis zum nächsten Jahr. Also ich freu‘ mich schon d’rauf!

Position mit fester Anstellung

Leicht angespannter, vorweihnachtlich gestresster Mob tummelt sich vor der Fleischtheke in der Dorfmetzgerei.
Die Lage ist gereizt aber unter Kontrolle.
Eine kleine, etwas bucklige, mit fasanenfederbestücktem Lodenhut bedeckte alte – nicht ältere – alte Dame bugsiert sich ihren Spazierstock zu Hilfe nehmend bis zur Glasvitrine vor und schreit den Metzger alle anderen schrill übertönend, von unten über den Brillenrand hinweg stechend nach oben glotzend, die Nase weltrekordverdächtig rümpfend an:
«Haben sie einen Kalbskopf!?!»
Dabei klopft sie mit dem Stock gegen die Glasscheibe, was für eine jäh eintretende Stille sorgt.
Die Augen aller sind nun auf Hans, den Metzger, gerichtet.
Die Spannung darüber, wie er sich aus dieser höchst brenzligen Situation befreien wird, hält die Menge in Atem.
Man glaubt fast, nicht nur den eigenen sondern auch den Herzschlag des Mobnachbarn hören zu können.
«Willi!» ruft er nach hinten, «Die Dame will wissen, ob ich einen Kalbskopf hab‘!»
«Jetzt fehlt nur noch, dass sie frogt, ob außerdem no an Schweinebauch host!» tönt’s von hinten heraus.
«Schöne Frau, Kalbskopf hob‘ i kan, aber des seh’ns eh, hoffe ich zumindest. Doch was ich alles für sie hab‘, erkläre ich ihnen sehr gerne, wenn sie an der Reihe sind, nur a bisserl Geduld müssen’s no hab’n, es is eh‘ bald Weihnacht, gell?»

Da ich der einzige bin, der den Ernst der Lage völlig verkannt hat und lauthals lacht, tötet mich die Alte fast mit ihrem stechenden Blick und verlässt verächtlich grunzend den Laden. Erst als sich die elektrische Schiebetüre hinter ihr vollständig geschlossen hat und die Dame bereits mehrere Meter entfernt ist, beendet das allgemein ausbrechende Gelächter das eiserne Schweigen.

Es kann natürlich sein, dass ich falsch liege, aber ich bilde mir ein, dass der ein oder die andere mich sehr anerkennend, ja fast schon ehrerbietend anschaut, ungefähr so, als hätte ich soeben ein Heilmittel gegen Krebs gefunden. Aber die wahren Helden der Stunde sind natürlich zwei andere. Danke Hans und Willi. Ihr seid für mich Weihnachten!

Eine Weihnachtsgeschichte

Terroristen des islamistischen Al-Shabab haben einen Bus beschossen und gestoppt. Dabei wurden zwei Menschen von ihnen getötet. Sie drangen daraufhin in den Bus ein und forderten von den muslimisch gläubigen Personen, sich auf die Bänke einer Seite des Busses zu setzten, um alle anderen, meist Christen, von ihnen zu trennen und dem Tode preiszugeben. Die Muslime haben sich geweigert, und blieben unbeirrt sitzen, obwohl die Terroristen nun auch ihnen mit dem Tod drohten. Und dann geschah das Unglaubliche. Die Kraft, die von den Businsassen ausging, war stärker als die Drohgebärden der Mörder. Diese gaben schließlich auf, verließen unverrichteter Dinge den Bus und verschwanden.

Das ist kein Märchen und auch nicht der Plot eines Weihnachtsfilms im Kino. Das passierte jüngst tatsächlich in einem Dorf im Osten Kenias.

In diesem Sinne wünsche ich dir Frieden bringende Festtage. Auf dass es uns allen gelinge, irgendwann tatsächlich echte Menschen zu werden!

Weil ich doch hier wohne, kann ich’s nicht wissen!

Da werden jetzt diese Komödien gespielt. Liebeskomödien im Fernsehen. Klar, Weihnachten und so. Die kommen größtenteils aus Amerika. Und da ist es völlig Wurscht, wo in den USA der Plot spielt, und auch wann er spielt, die gehen immer eislaufen. Die gehen beim ersten Date einfach immer eislaufen. Warum eislaufen? Waaaaaarum eislaufen? Eislaufen ist die totale Megakacke. Eislaufen ist nur blöd, sonst nix. Kein vernunftbegabter Mensch mag eislaufen. Außer Wayne Gretzky vielleicht, aber der gilt nicht, der ist ein kleiner schiacher zahnloser Multimillionär.

Also, liebe Menschen, die ihr euch mit Amerika auskennt: Was finden die Amis am Eislaufen so romantisch? Bitte! Ich möcht’s echt wissen! Sagt’s mir! Danke. Vielen Dank im voraus!

Weihnachtsfeier

Es weihnachtet. Sehr sogar. Nicht nur bei dir oder mir, sondern auch im Büro. In der Firma. In den Unternehmen. Somit ist dies auch die Zeit der Reden. Denn eins ist klar: Der Chef, die Geschäftsführerin, der CEO, die Vorstandsvorsitzende müssen nun raus aus den Stauden und rauf auf’s Podium.

Liebe Weihnachtsfeierrednerinnen und Weihnachtsfeierredner, lasst euch von einem, der schon unzählige unbeschreiblich verkorkste Stammeleien und Selbstdarstellungen über sich ergehen lassen musste, folgendes gesagt sein:

  • fasst euch kurz
  • seid nicht witzig
  • bereitet die Rede gut vor
  • bereitet euch besser vor
  • nennt keine Namen
  • eröffnet das Buffet

Für all jene, die sich nun überfordert fühlen, habe ich einen Mustertext im Internet gefunden. Einfach runterlesen oder auswendiglernen und aufsagen.

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen.

Herzlich willkommen bei unserer Weihnachtsfeier. Es freut mich sehr, dass so viele von ihnen sich die Zeit genommen haben, um heute gemeinsam das erfolgreiche Geschäftsjahr 20XX feierlich ausklingen zu lassen. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um mich bei ihnen allen zu bedanken. Ich danke ihnen sehr für ihren unermüdlichen Einsatz, den sie auch dieses Jahr wieder erbracht haben. Vielen herzlichen dank an Sie, aber auch an ihre Lieben zuhause, die mitgeholfen haben, dass sie ihre Leistungen in unserem Unternehmen erbringen konnten, indem sie daheim ihren Rücken freigehalten und sie tatkräftig unterstützt und gestärkt haben. So können wir auch heuer erneut auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Es erfüllt mich mit Stolz, diesem Unternehmen und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorstehen zu dürfen! Nochmals besten Dank! So wünsche ich ihnen und ihren Familien frohe und erholsame Weihnachten, einen guten Rutsch und ein erfolgreiches, gemeinsames neues Jahr 20XY. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit ihnen die Herausforderungen des kommenden Jahres in Angriff zu nehmen!

Genießen sie den heutigen Abend! Lassen sie es sich gut gehen! Das Buffet ist eröffnet!!

schöne Bescherung

Der Vizechef der AfD, Alexander Gauland, sieht die hohen Flüchtlingszahlen als äußerst hilfreich für seine Partei. «Natürlich verdanken wir unseren Wiederaufstieg in erster Linie der Flüchtlingskrise», sagte Gauland dem ‚Spiegel‘. «Man kann diese Krise ein Geschenk für uns nennen.»

Bin ich hier eigentlich der einzige, der mitgeschnitten hat, dass da eben ein führendes Mitglied einer rechtspopulistischen Partei freimütig, offenherzig und ehrlich zugab, dass seine AfD kein Programm, keine Ideen und keine Lösungsansätze für die großen Probleme in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt parat hat, sondern einzig und allein auf Fremdenhass und Angstparolen setzt? Dieser Sager war kein Skandal sondern eine Bankrotterklärung. Schräg. Wie deppert muss man eigentlich genau sein, um so eine Partei als ernsthaft wählbar wahrnehmen zu können?

from face to commercial

Diese Woche hat das letzte meiner Fibs im FB das selber Schreiben und etwas Posten eingestellt. Auf Rückfrage bekam ich schulterzuckend die lapidare Antwort: «Keine Lust mehr.» Zu Beginn von FB konnte man sich vor Statusmeldungen kaum retten. Man durfte, ja musste mehr lesen als man zu lesen interessiert war. Wann wer was auf dem Klo erschaffen hat, wo wer wen getroffen und was wann von wem gemacht wurde. Urlaubsfotos, Beziehungsstatusänderungsmeldungen, neu geschlossene Freundschaften ergänzten das Sammelsurium an Statusmeldungen. Ein Post erfreute sich teilweise bis zu 100 und mehr Kommentaren. Nun, das ist jetzt vorbei. Die Professionisten haben FB nun allein in der Hand. Kommerzielle Seiten und bezahlte Schreiberlinge von Presse oder Prominenten haben das Zepter übernommen. Das soziale netzwerken in sozialen Netzwerken hat sich auf passiven Konsum von Werbung und Information reduziert. Die Gesichter, die dereinst das book ausgemacht haben, sind in Richtung WhatsApp, Twitter und co abgewandert. Dort wird aber nix mehr geschrieben, sondern mit verstümmelten Silben und Satzfetzen gespickt mit Emojis und Selfies die alte Selbstdarstellungssucht neu interpretiert. Bin gespannt, wie lange es das book noch geben wird. Der Riese ist angezählt, schauen wir mal, wann er fällt.

Aufklärungsunterrricht

Liebe Deutsche Medien, liebes deutsches Fernsehen.
Ich hätte da mal eine Frage: Was genau versprecht ihr euch davon? Und gleich eine zweite: Was wollt ihr damit erreichen? Seit Tagen posaunt ihr lautstark herum, dass die Aufklärungsrate bei Brandanschlägen auf Asylantenheime praktisch gleich Null sei. Mehr noch, sollte tatsächlich der extrem seltene Fall eintreten und ein Täter erwischt werden, liege die Anzahl der Verurteilungen bei unter einem Prozent. Praktisch ist das Niederbrennen von Asylunterkünften also straffrei. Seid ihr behämmert? (Das war schon die dritte Frage. Die gilt aber nicht, weil sie rein rhetorisch war.) Man muss doch nun wirklich nicht jeden noch so depperten und hinterletzten Nazi ermutigen!

Was kommt als Nächstes? Eine Bastelanleitung für einen Molotowcocktail samt fix-fertiger Einkaufsliste? Vielleicht eine Spezialausgabe einer eigens neu aufgelegten Folge der Hobbythek? Jean Pütz, wo bleibst du? Raus aus dem Gartenhäuschen und vor die Kamera!!

*Anmerkung der Redaktion: Die Schlüsselstellen dieses Textes wurden in grüner Farbe geschrieben, weil Dinge in grün von Nazis nicht erkannt werden können.

Wenn die Märkte zimtrot stinken
Lichterketten gleißend winken
Menschen über Strassen stressen
Bäume sich durch Röhren pressen
Wham! sich in Gehirne wurzeln
Aus Kalendern Dinge purzeln
Kinderherzen höher schlagen
Eltern Kränze heimwärts tragen
wird Kaufrausch und Konsum zum Muss
vom Spätherbst bis zum Winterschluss
alle Jahre wieder
ist mir das zuviel

zuviel, ich habe zuviel geschrieben.
zuviel, das wird man wohl noch schreiben dürfen.

Zum Geburtstag viel Glück!

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

Rainer Maria Rilke, 6.11.1902, Paris

Das wohl meist interpretierteste Gedicht in deutschsprachigen Mittelschulen.
Und trotzdem genial. Das ist wohl Kunst.

Sternstunde

stern_logo

Der kreative Surrealist (das bin ich!!)

«Ihr Denken ist revolutionär und zeugt von unheimlich großer Kreativität. Egal ob Sie eine alte oder eine junge Seele haben, Sie denken abstrakt und sehen deshalb die Welt durch eine einzigartige Linse. Manchmal haben andere Leute Probleme, Ihrer Genialität zu folgen. Das kann manchmal frustrierend sein, aber seien Sie bitte davon überzeugt, dass das gut so ist und die Zeit Ihnen Recht geben wird. Nutzen Sie Ihr kreatives wie geniales Potential, um der Welt etwas zurückzugeben.»

Ich habe mir den kleinen Schabernack erlaubt und diesen revolutionären psychologischen Persönlichkeitstest der Onlinezeitschrift Stern fünfmal hintereinander durchgemacht. Bei den einzelnen Durchgängen habe ich bei jeder Frage eine andere der fünf Antwortmöglichkeiten ausgewählt. Dennoch war das Ergebnis bei allen fünf Versuchen konkret genau gleich!

Unfassbar! Ich konnte diesen raffinierten Test nicht überlisten, der hat jedes Mal herausgefunden, dass ich superspitzen genial und unendlich kreativ bin!! Surreal! Mir schaudert schon fast!

Höhlentempo

So eine Höhle ist was ganz, ganz Großartiges. Ein Höhle ist trocken. Eine Höhle bietet Schutz. In einer Höhle ist es kuschelig und warm. Genau darum haben wir Menschen jahrtausendelang in Höhlen gewohnt. Vor allem die Frauen. Die Frauen mussten zuhause in den Höhlen nach dem Rechten sehen und das Rad (obwohl dieses eigentlich noch gar nicht erfunden war) am Laufen halten, während ihre männlichen Stammesgenossen den Mammuts hinterherrannten, oder vor diesen davon, je nachdem.

Wenn also so eine Höhlenfrau ihr Domizil verlassen wollte, ging sie ganz langsam und sehr vorsichtig zum Ausgang, steckte ihren Kopf weit nach vorne und guckte in alle Richtungen. Wenn sie etwas erblickte, zum Beispiel ein Wesen, das sich ihr zu nähern im Begriff war, glotzte sie es so lange an, bis sie genau erkennen konnte, ob dieses gefährlich war, oder nicht. Vielleicht entfernte sie sich dabei sogar ein paar Schritte vom Höhleneingang, um alles noch besser sehen zu können. Entpuppte sich das herannahende Subjekt als gefährlich, huschte die Höhlenfrau sofort wieder zurück ins sichere Dunkel.  War hingegen die Situation ganz harmlos, verließ Frau Feuerstein nach einem letzten alles überprüfenden Blick, ruhig und gelassen das schützende Nest und ging ins Freie, vorausgesetzt das herankommende Wesen war schon so nahe, dass eine Verwechslung ausgeschlossen war.

Steinzeitbewohnerinnen, die dieses Spiel perfektioniert haben, waren evolutionsgemäß im Vorteil und haben überlebt. Der Rest wurde zu Tierfutter verarbeitet oder verschleppt und getötet. Leider fällt uns allen heute diese – dereinst so erfolgreiche – Überlebensstrategie auf den Kopf. Denn aus den Säbelzahntigern wurden Automobile, aus den Höhlen Gehsteige. Also liebe Mädels, es ist einfach nicht besonders schlau, zuerst mal auf die Strasse zu laufen, um dann – bereits auf dem Mittelstreifen stehend – plötzlich wieder umzukehren, weil sich die Situation plötzlich als brenzlig herausgestellt hat. Genauso dämlich ist es, ruhig verharrend das herannahende Fahrzeug ewig lange anzustarren, um dann jäh den entscheidenden Fehltritt auf die Straße zu machen, weil es sich es sich ja nur um ein Auto handelt. Das ist scheiße gefährlich und extrem deppert, liebe Mädels. Macht das bitte nicht mehr! Ein auto ist kein Grizzle, ein Gehsteig keine Höhle!

Das Überqueren einer Strasse ist im Prinzip nicht schwer: Man geht los, solange das herannahende Fahrzeug weit genug weg ist, und geht den Weg unbedingt bis zur anderen Seite weiter, auch wenn das Auto so unverschämt ist und ein wenig näher kommt, alles klar? Das Überdiestrasselatschen ist eines der ganz wenigen Dinge, die ihr von uns Männern noch lernen könnt, schließlich sind wir jahrtausendelang hinter Mammuts hergerannt, oder vor diesen davon, je nachdem.

versteinerte Miene, starrer Blick

Neulich bei Stefans. Eine Dame, die mit Hilfe ihres gesamten Erscheinungsbildes jedem sofort klar machen will, dass ihr niemand auf dieser Welt was erzählen kann, weil sie drei Kinder groß gezogen hat und nun im zweiten Bildungsweg an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät Pädagogik studiert, bestellte soeben nach eingehendem und sehr langem Betrachten der grünen Menütafel das große Schlemmerfrühstück, was die Kellnerin wiederum ein wenig fassungslos und noch mehr überfordert zur Kenntnis nimmt. Jedenfalls bleibt sie bewegungslos vor der Geiwimama stehen und starrt diese mit großen Augen auf die Unterlippe beißend an. Grund dafür ist der Nachsatz, der unmittelbar auf das Wort Schlemmerfrühstück folgte. Bei diesem sollen nämlich alle Fleisch- und Milchprodukte als auch sämtliche Bestandteile, die Ei enthalten, weggelassen werden. Um die Gesamtsituation besser einschätzen zu können, ist es jetzt wohl an der Zeit, das berühmte Schlemmerfrühstück bei Stefans zum stolzen Preis von 32 Euro näher zu beschreiben:

  • zwei Blatt Parmaschinken
  • zwei Blatt Käse
  • Butter
  • etwas Lachs mit Sahnekren
  • ein hausgemachtes Bircher Müsli
  • wahlweise ein weich gekochtes oder ein Spiegelei
  • ein Griechisches Joghurt mit Honig und Nüssen
  • eine Tasse Cappuccino
  • ein Bagel und ein Vollkornweckerl
  • ein Klecks Kräuterfrischkäse
  • ein Gläschen Sekt oder Orangensaft

Also ich denke, so viel Vorbildlichkeit muss einem schon was wert sein, und schlage vor, die sich vegan ernährende Dame soll doch die zwei trockenen Brötchen vertilgen, diese dann mit ein paar herzhaften Schlucken Sekt hinunterspülen und dafür locker lässig 35 Euro inklusive Trinkgeld hinblättern. Entweder will man die Welt verbessern, oder eben nicht! Und wer so viele verschiedene Farben auf dem Körper trägt, hat ohnehin ganz andere Probleme. Da ist ein etwas überteuertes Frühstück völlig vernachlässigbar.

Tatsächlich!!

Ganz ähnlich ist es, wenn ein Freund ein neues Auto kauft. Vielleicht sogar eines mit einer etwas unorthodoxeren Farbe. Sagen wir mal ein hellgrünes. Natürlich schaut man sich das Teil an, lässt sich erzählen wie es zur Kaufentscheidung kam und nickt anerkennend, wenn man die Geräumigkeit des Kofferraums präsentiert kriegt. Gleichzeitig ist man sich sehr sicher, so eine seltsame Schüssel unter Garantie noch nie gesehen zu haben. Schon am nächsten morgen, wenn man schlaftrunken die Fenster sperrangelweit öffnet und sich gerade anschickt, das tägliche Streck-und-Gähn-Ritual zu zelebrieren, lümmelt genau so ein Teil mitten im Hof herum. Wenig später auf der Straße kommen einem zwei entgegen, während man hinter einem weiteren Vertreter dieser grünen Scheusale an der roten Ampel steht. Überall, allerorts und ständig stolpert man fortan über ein Fahrzeug, das bis vor wenigen Tagen in der grauen Blechlawine verborgen war.
Das Jugendwort des Jahres heißt Smombie und tatsächlich, jetzt ganz ohne Scheiß, seit kurzem komme ich in der Stadt kaum mehr voran. Ferngesteuerte, seelenlose Smombies überall! Verdammt, die werden uns alle gnadenlos tindern, twittern und instagramen bis nix mehr außer einer schwach schimmernden digitalen Signatur von uns übrig ist.

smombie

 

na sowas!

Erdi, das ist jetzt aber wirklich eine Wahnsinns schlaue Idee gewesen! Dem Putl sein Spielzeug kaputt machen kommt immer gut. Der ist ja auch überhaupt nicht nachtragend. Klar, das hast du nicht wissen können, dass das dem Vladi sein Glump war, hätt‘ ja auch ein Flieger des IS sein können, wer weiß das schon? Hahahahahehehehihihihi!! Naja, ihr werdet euch schon wieder auf ein Packtl hauen, wenn’s darum geht, die Menschenrechte eurer Minderheiten, anders Denkenden und politischen Gegner mit Füßen zu treten. Wenigstens seid ihr in dieser Beziehung nach wie vor ein Herz und eine Seele. Darauf kann man doch aufbauen, oder?

12265535_10153356012623918_5989062751299118993_o

I think I hear not right, stell you so what for!

Mir ist schon klar, dass meine Englischkenntnisse diese Bezeichnung kaum verdienen, aber dass sie so miserabel sind, hätte ich auch wieder nicht gedacht, aber lies selbst:


Hello,
our customer has to transfer the results of the current month for all employees until tomorow morning 8:30 am. The report does not produce any assignments but runs the following error message: ‚Abrechnungswährung ist nicht vorhanden‘ (translation: ‚Settlement currency does not exist‘). I checked the tables. They all contain the right currency. The Note 2015807 is already in the system, but there is no effect. We need help immediately – thanks!
Best regards,
Ned Noergla


Dear Mr. Noergla,

Since this is a very high incident, I wish you to write in English so that the members of the global support team understand your problem and know what you have done so far.

Best regards,
Dan Fisher
Active Global Support

Ablabla

David Olatukunbo Alaba wurde am 24. Juni 1992 geboren und ist ein recht passabler professioneller Fußballspieler. Sein derzeitiger Arbeitgeber ist die FC Bayern München AG, deren erste Mannschaft der Herren in der sogenannten Bundesliga, der höchsten Spielklasse im deutschen Profifußball, spielt. Das alles ist noch nichts Besonderes, aber jetzt kommt’s: Herr Alaba ist österreichischer Staatsbürger und zwar seit immer schon. Mit original Wiener Akzent! Das weiß natürlich in Ösiland jedes Kind, mit Ausnahme vielleicht des amtierenden Tiroler Landeshauptmannes und selbst ernannten Fußballexperten Günther Platter, der im Zuge eines Freundschaftsspiels der Österreichischen Nationalelf glaubte, David Alaba in gebrochenem Hauptschulenglisch ansprechen zu müssen.

Natürlich ist Fußballösterreich stolz auf David Alaba, ist er doch seit mittlerweile mehreren Dekaden der erste Fußballprofi aus der Alpenrepublik, der es zu internationalem Format gebracht hat. Das wissen auch die Mitglieder der ORF Online Sportredaktion. Und an dieser Stelle muss man diesen Damen und Herren wirklich ein Kompliment aussprechen, ein Kompliment für ihre unglaubliche Kreativität, den Namen David Alaba in so gut wie jeden Fußballartikel einfließen zu lassen. Jedes Mal, wenn ich beim Lesen eines Berichtes denke, dass es da nun völlig unmöglich wäre, Herrn Alaba zu erwähnen, schaffen sie es irgendwie doch, holprig und dahergewürgt zwar, aber immerhin. Egal ob es um El Clásico in Spanien, um einen Transfer eines italienischen Spielers von Galatasaray zu Beşiktaş oder um ein kurioses Elfergoal in der Premier League geht, David darf nicht fehlen. Ich freu‘ mich schon auf den Moment, wenn Herr Alaba vom ORF erstmals in Artikeln über Springreiten, Synchronschwimmen oder Tischtennis Einzug halten wird. Ich bin überzeugt, es wird nicht mehr lange Dauern, und David Alaba wird es auch in die restlichen Nachrichtenmeldungen des ORF schaffen: «Gestern nahm Bundeskanzler Werner Faymann in Abwesenheit von David Alaba, Österreichs Sportler der Jahre 2013/14 und Spieler des FC Bayern München, zu den Attentaten in Paris Stellung. Er drückte seine tiefe Betroffenheit aus und sagte sinngemäß dasselbe, was er auch zu David Alaba sagte, wenn er den österreichischen Nationalspieler telefonisch erreicht hätte. Leider konnte jedoch Herr Alaba aus terminlichen Gründen den Anruf des österreichischen Bundeskanzlers nicht entgegen nehmen.»

allons enfants

Natürlich könnte ich diese blogse jetzt anfärbeln. Einen auf Drapeau Française machen. Ein Zeichen setzen. Ein Zeichen wofür? Wogegen? Frankreich führt gemeinsam mit seinen Bündnispartnern Krieg gegen den IS. Dieser hat weder Drohnen noch Raketen und auch keine Flugzeugträger. Aber der IS hat haufenweise junge Männer, die auf Grund ihrer Perspektivenlosigkeit leicht manipulierbar und somit zu allem bereit sind. Bereit sind, ihr eigenes Leben zu opfern, in Frankreich, hier bei uns in Europa. Das ist kein Terrorismus. Das ist schlicht und einfach Krieg. Die Schlachtfelder sind heute nicht mehr auf ein kleines, klar definiertes Kampfgebiet begrenzt. Krieg ist überall. Im Internet, in den Medien, auf den Straßen in unseren Städten. Anfärbeln ändert daran nichts. Roquefort, Beaufort und Brie essen zwar auch nicht, aber die schmecken wesentlich besser. Daher war ich heute in der Markthalle. Aus reinster Solidarität, natürlich. Mmmmmmh! C’est magnifique! Und weil ich schon mal da war, habe ich gleich noch ein paar Falafel, etwas Couscous und eine Hand voll Maqdous‘ mitgenommen. Passt perfekt und harmoniert grandios. In was für einer Zeit leben wir hier eigentlich? In einer, in der sogar unser Essen schlauer ist als wir. Traurig. Mais, c’est la vie.

❗ ACHTUNG ❗ ACHTUNG ❗ ACHTUNG ❗

Eine Richtigstellung zur blogse a perfect day

Tja, nach einigen – teils zufälligen – Gesprächen mit verschiedenen Personen in meinem engeren und weiteren Umfeld muss ich hiermit meine Schauempfehlung für den Film ‚A Perfect Day‘ zurücknehmen. Es hat sich ein weiters Mal sehr eindrücklich gezeigt, dass ich auf dieser Welt mit meiner Meinung alleine dastehe und ich möchte keinesfalls, dass du meinetwegen deine kostbare Zeit verschwendest.
Der Film ‚A Perfect Day‘ sollte von dir nicht, ich wiederhole, nicht angeschaut werden. Dieser Film ist platt, vorhersehbar und absolut hollywoodiär. Er hat keinerlei Kraft und strotzt nur so vor langweiligen Stereotypen und nichtssagenden Charakteren. Von einem Besuch des Kinos ist im Falle von ‚A Perfect Day‘ entschieden Abstand zu nehmen!
Ich gehe davon aus, dass du mich und die Schwachmatigkeiten, die von mir auf dieser blogse verbreitet werden, ohnehin nicht Ernst nimmst, sollte ich dich aber unglücklicherweise in einem schwachen Moment oder auf dem falschen Fuß erwischt haben, und du hast auf Grund meines Eintrages tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, dir den Film ‚A Perfect Day‘ anzuschauen, möchte ich dir nun in besserem Wissen der Tatsachen eindringlich davon abraten. Bitte den Film ‚A Perfect Day‘ keinesfalls anschauen, der ist wirklich, wirklich extrem schlecht – danke.

Ich entschuldige mich für meine in Unwissenheit und Ignoranz verbreiteten Falschaussagen und hoffe, dass du noch nicht im Kino gewesen bist, um dir den Film ‚A Perfect Day‘ anzuschauen. Und wenn doch, ist dieser Streifen nicht spitzensuper?!? Nein? Ah ja, klar. Tut mir leid… (schon wieder).

Kopf hoch!

Natürlich hast du jetzt Angst. Das ist verständlich. Es würde jedem so gehen. Das ist doch ganz klar. Nein, nein, da musst du dich jetzt gar kein bisschen nicht schämen, wirklich! Das passt. Echt jetzt!
Klar, noch vor ein paar Jahren warst du völlig überzeugt, dass dir nichts passieren kann. Dir sicher nicht! Du warst seit immer schon Nichtraucher, hast fast nix getrunken, regelmäßig Sport getrieben, nicht übermäßig gegessen und manchmal sogar Obst. Dann der erste Schock. Atomare Strahlung! Nun gut, hast du bei dir gedacht, das packst du schon. Doch da kam jäh die Sonne. Okay, also aufpassen. Feinstaub, Abgase. Pestizide. Fungizide. Herbizide. Verdammt! Plötzlich tauchten gefährliche Plastikflaschen und Weichmacher auf! Gefolgt von Klamotten, Wasch- und Putzmitteln und bösen, bösen Inhaltsstoffen in deinem Essen. Na los, ab zum Bauernmarkt und Biofraß im Juteoutfit futtern. Dann noch die Strahlenbelastung durch Mikrowelle, Handy und W-Lan und auch das Badezimmer erweist sich inzwischen mit seinen gefährlichen Schampoos und Deos als riesige Gefahrenquelle. Medikamente, uhh. Langstreckenflüge, öhh! Und Schwermetalle, überall Schwermetalle – bäähhh! Als ob das alles nicht schon genug wäre, jetzt kommen noch Fleisch, Wurst und Speck dazu! Allesamt karzinogen, kanzerogen, tödlich – absolut und todsicher tödlich! Der Krebs wuchert unkontrolliert, unaufhaltsam und frisst dich auf. Zu Recht läufst du mit Gasmaske und Schutzanzug durch die Straßen und schreist: «Ave Caesar, moriturus te salutat!»

Chill‘ dei Basis, Alter. Alles halb so furchtbar. Keine Panik. Hyperventilation absolut nicht nötig. Denn das Problem sind nicht diese ganzen ‚Risikofaktoren‘, wie sie ach so liebevoll genannt werden, sondern du selbst. Ja klar, da hast du jetzt ganz richtig gelesen, du bist der Grund allen Übels. Du verreckst einfach nicht früh genug. Du vernachlässigst in geradezu verantwortungslosester Weise dein eigenes Verenden. Wärst du sofort nach der Geburt oder zumindest mit 7 an den Masern, mit 9 an Typhus, mit 12 an der Pest, 13 an den Pocken, 17 wegen eines eitrigen Weisheitszahnes oder wenigstens mit 23 an der Seitenkrankheit jämmerlich krepiert, im 26sten in einer deftigen Schlacht im heroischen Kampf Mann gegen Mann gefallen oder wenigsten gleich danach elendiglich verhungert, dann müsstest du dich jetzt nicht mit schnöden karzinogenen Schwachmaten herumärgern! Was lebst du hier auch so lange völlig sinnentleert herum, ha? Stirb halt endlich an irgendeiner dämlichen Lappalie wie es der Großteil deiner anständigen Vorfahren brav getan hat! Oder gib wenigstens im Zuge eines Herzinfarktes oder wegen eines Schlaganfall stilvollendet den Löffel ab! Dann müsstest du dich jetzt auch nicht ständig vor ach so gefährlichen Inhaltsstoffen zu Tode fürchten! Ist doch klar, dass so deine Zellen vor lauter Langeweile zu mutieren beginnen. Denen ist eben Schweine fad! Die haben ja auch keine Feinde mehr und du weißt ja: ‚Alles in der Welt läßt sich ertragen, nur nicht eine Reihe von schönen Tagen.’* Also Kopf hoch, das Gefährlichste auf dieser Welt ist immer noch das Leben, denn das endet immer tödlich, aber bis es soweit ist, solltest du es schon leben, das Leben! Viel Spass dabei und vor allem: Mahlzeit!!!

*Johann Wolfgang von Goethe

tja, da hilft keine Medizin

Ein Türke und ein Arzt
bauen sich direkt nebeneinander
zwei völlig idente Häuser.

Da sagt der Türke zum Arzt:
«Mein Haus ist viel
mehr wert als deins.»

Der Arzt antwortet kopfschüttelnd:
«Die Häuser sind völlig baugleich
und stehen in der selben Gegend.
Warum sollte deines mehr
wert sein als meins?»

«Weil ich neben einem Doktor wohne
und du neben einem Türken.»

Barthlä

Ich fahre Rad. (Aber das weißt du ja schon) So gesehen könnte man mich als Radfahrer bezeichnen, wenngleich ich diesen Terminus wahrlich nicht bevorzuge. Mein Fahrrad heißt Barthlä und ist kein es, sondern ein er. Eigentlich heißt er Batholomäus Conrad von Daheim über Hochtannberg zu Stilfser Joch, was mir allerdings für eine alltägliche Anrede wesentlich zu lange ist, daher kurz: Barthlä.
Barthlä ist mir ans Herz gewachsen. Wir vier sind eine Einheit. Er, sein Sattel, mein Arsch und ich. Ohne Barthlä radle ich eigentlich nirgends hin. Gar nirgends. Niemals. Doch jüngst war Barthle in höchster Gefahr! In aller höchster. Fast hätte ich ihn verloren. Für immer. Und diese Geschichte möchte ich dir heute erzählen. Ich nenne sie: Barthlä, oder wie ich lernte, mich über die Justiz zu wundern.
Unlängst fuhr ich gemeinsam mit Barthlä zu einem Termin und da er sich spontan entschieden hatte, diesen in letzter Minute sausen zu lassen, blieb er fein säuberlich an einen Laternenmast gekettet vor dem Haus lehnend zurück. Als ich einige Zeit später zu ihm zurückkehrte, traute ich meinen Augen nicht. Barthlä war … wie soll ich sagen … er war … nicht mehr alleine. Also, er war zwar noch da, genau dort, wo ich ihn abgestellt hatte, aber er hatte während meiner Abwesenheit Zuwachs bekommen. Zuwachs in Form eines riesenhaften rot-weiß-rot plombierten Kettenschlosses mit der Aufschrift: ‚BUNDESPOLIZEIDIREKTION‘. Mein Barthlä ist offensichtlich verhaftet worden. Ich rief erstaunt: ‚Jo Barthlä, was hast du denn bloß angestellt!?‘
Er schwieg und schaute mich nur traurig an. Also rief ich bei der Polizei an. Ein relativ freundlicher Beamter erklärte mir, dass eine Dame behaupte, mein Barthlä sei ihr gestohlenes Fahrrad, und dass der diensthabende Staatsanwalt bis zur Klärung der Sachlage die Beschlagnahmung Barthläs angeordnet habe. Mein Barthlä gestohlen?! Von mir!?! Einigermaßen erstaunt fragte ich den relativ freundlichen Beamten am anderen Ende, ob es denn eigentlich nicht so sei, dass eine Behauptung zuerst bewiesen werden müsse, bevor derart drastische Maßnahmen ergriffen würden, und wollte wissen, ob besagte Dame wohl eine Rechnung oder ähnliches vorgewiesen hätte. Er verneinte meine Frage und drückte ob der recht unorthodoxen Handlungsweise des Staatsanwaltes ebenfalls seine Verwunderung aus. Jedenfalls solle ich auf den zuständigen Posten kommen und mittels einschlägigen Dokumenten beweisen, dass Barthlä mein Barthlä sei. Nun ist es wohl an der Zeit, zur Darstellung meiner misslichen Lage, zumindest eine, besser noch zwei Dinge zu erwähnen:
1. Als Barthlä und ich beschlossen, eine Verbindung miteinander einzugehen, begann das damals gültige Kalenderjahr noch mit einer 19.
2. Und ich bin zwar einigermaßen halbwegs ordentlich, aber nach zwischenzeitlich drei bis vier Umzügen traute ich mir die Ausforschung einer Rechnung nicht wirklich zu.
Also fragte ich den erstaunlicherweise immer noch relativ freundlichen Beamten am anderen Ende, was es denn noch für Beweisalternativen gäbe, sollten die geforderten Dokumente gegebenenfalls nicht mehr vorrätig sein…. Und jetzt kommt’s:
Er meinte, eine Fotografie älteren Datums, auf der ich gemeinsam mit Barthlä abgelichtet und eindeutig zu identifizieren sei, wäre beispielsweise ein gültiges Beweisstück, oder eben vertrauenswürdige Personen mit einwandfreiem Leumund, die unsere Verbindung glaubhaft bezeugen könnten, wären auch durchaus denkbar. Allerdings nicht mehr jetzt, denn zwischenzeitlich sei der zuständige Staatsanwalt auf Grund der fortgeschrittenen – Freitag nachmittäglichen Stunde nach Hause gegangen, aber das alles lasse sich sicherlich am Montag klären. So musste ich also schweren Herzens Barthlä alleine zurücklassen, und war am Wochenende damit beschäftigt, mit Tränen in den Augen ein besonders schönes Foto von Barthlä und mir zu finden, in der Hoffnung, dass er und ich schon bald wieder vereint sein werden.
Als ich montags mit meinem Album am Polizeiposten vorstellig wurde, erhielt ich die lapidare Auskunft einer absolut unfreundlichen Beamtin, dass sich diese Dame als unglaubwürdig herausstellte, da sie in letzter Zeit mit ziemlicher Regelmäßigkeit auf verschiedenen Polizeiposten die unterschiedlichsten Fahrräder als die ihren bezeichnet und jeweils Anzeige erstattet hatte. Das plombierte Schloss sei inzwischen bereits entfernt worden und ich könne über meinen Barthlä wieder frei verfügen. Da die Erleichterung den Zorn verdrängte, ließ ich es auf sich beruhen, herzte meinen Barthlä und wir fuhren beseelt dem Wochenbeginn entgegen.

Ein komischer Nachgeschmack bleibt dennoch zurück.

Egal welche Jahreszeit wir haben, im Parlament ist Winter

Ich gehöre nicht zu den Schlauen hier in Ösiland, daher traue ich mich, diese Frage zu fragen:
Wie kann es möglich sein, dass eine wegen Wiederbetätigung und Volksverhetzung rechtskräftig verurteilte Verbrecherin, die sogar von ihrer eigenen sehr, sehr rechtsgerichteten (auf dieser blogse unausschreiblichen) Partei auf Grund ihrer noch immer offenkundig ausgelebten widerwärtigen und inakzeptablen Gesinnung ausgeschlossen worden ist, nach wie vor Mitglied im Österreichischen Parlament bleiben darf?
Wenn ich als Briefträger arbeiten wollte, bräuchte ich ein makelloses wie einwandfreies Leumundszeugnis, aber für ein Mitglied eines der wichtigsten Gremien dieses Landes gelten keine Einschränkungen? Da kann ich nur sagen: Land der Hämmer…

Bananenrepublik_oesterreich

drück‘ dich!

Weil ich halt so ein alter Sack bin, krieg ich nun mal so einiges nicht mehr mit. Ganz besonders trifft dies auf Rituale und Verhaltensweisen unserer Jungmannschaft zu. Heute habe ich wieder einmal ein kleines adventskalenderoides Fensterchen öffnen dürfen und gesehen, dass die Kids dieser Tage sogenannte ‚Free Hug Meilen‘ organisieren. Die hugen sich am Fließband! Da wird kilometerlang angereist, dann stellt man sich in zwei gegengleichen, parallel verlaufenden Schlangen an und hugt sich quasi en passant im Sekundentakt. Und ich dachte mir häääääääää?  Und dann waaaaaaaaas? Gefolgt von iiiiiiiiiiiiiih!

Natürlich verstehe ich es nicht. Das passt. Schließlich bin ich nicht mehr jung. Sofort schossen mir Gedanken wie ‚Jö, was haben diese armen Kids für ein schreckliches Zuhause, dass sie hunderte Kilometer lang für ein paar Hugs anreisen müssen?‘ durch den Kopf. Aber dann musste ich kleinlaut zugeben, dass das Sau steil ist. Echt jetzt. Anstatt Flüchtlingsheime anzuzünden oder bei Pegida-Demos mitzumarschieren gehen die sich hugen. Schön.

absolut wiedergewählt

Erdogans AKP erreichte heute mit knapp 50% der Stimmen die absolute Mehrheit im Parlament der Türkei. Dem Himmel sei Dank, dass das jetzt endlich geklappt hat.
Keine Angst, ich bin nicht plötzlich über Nacht ein Befürworter menschenrechtsverachtender pseudodemokratischer Defactodiktaturen geworden, aber seien wir doch mal ehrlich, der gute Recep und seine Vasallen hätten doch keine Ruhe nicht gegeben, bis zumindest die Absolute wiedererlangt worden ist. Und man kann von der AKP halten was man will, aber das Wort Wahlkampf nehmen dieser Herren östlich des Bosporus sehr, sehr, sehr, sehr wörtlich. Nun denn, schauen wir mal, ob er es denn bald schaffen wird, endlich Sultan zu werden.

Liebe Opposition, ich wünsche euch schlicht, dass ihr die kommende Legislaturperiode überleben werdet, toi, toi, toi!

a perfect day

Selten wurden Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Krieges, die Ohnmacht der darin verwickelten Menschen, stoische Gleichgültigkeit von Bürokratie und Diplomatie, die Brutalität im Überlebenskampf der hinterbliebenen Seelen und die Angst, sich selbst im Chaos zu verlieren so pointiert, humorvoll, herzzerreißend und genial gezeigt wie in ‚a perfect day‘.

a perfect day

Wer einen normalen Tag zu einem perfekten machen will, sollte sich diesen Film ansehen. Mag sein, dass ich eine Schwäche für formvollendet skurrile Dialoge habe, für Filme, in denen nicht ständig die gesamte Leinwand explodiert, die meine Synapsen nicht durch Schnitte in atemberaubend, Epilepsie heraufbeschwörendem Tempo zum zerbersten bringen und in denen auch keine mit Superkräften gespickte Fantasiehelden durch sämtliche Welten rauschen, aber ich glaube, wenn du einfach miterleben möchtest, wie schwierig es sein kann, ein Stück Seil zu finden, und wie facettenreich das Leben im Allgemeinen ist, dann solltest du reinschauen. Ins Kino.
Empfehlung!!!

Ching – Chang – Chung

China hat heute die Einkindpolitik abgeschafft.

Also, liebes Chinesenkind, das kleine Mädchen, das da plötzlich in deiner Wohnung wohnt, heißt Schwester. Wenn’s ein Bub ist, ist das dein Bruder. Das sind Menschen, die dieselben Eltern haben wie du und mit dir verwandt sind, obwohl sie weder deine Tante noch dein Opa sind. Klingt komisch, ist aber so.

Nur nix be(i)steuern

Flughafen. Das Gepäck wurde aufgegeben, die Bordkarte samt Reisepass sicher verstaut. Es geht in Richtung Gate. Vorher durch den Sicherheitscheck. Plastikbeutelchen mit den Nasentropfen in die Kiste auf das Förderband. Gürtel und Geldbeutel daneben. Handy aus dem Sack! «Nö, weder Laptop noch Tablet dabei.» Durch den Metallrahmen latschen. Betont unschuldiges Gesicht samt ausdrucksloser Miene machen. Noch ein bisschen befummeln lassen, dann wieder alles einpacken. Und plötzlich ist er da. Wie aus dem Nichts, dennoch unüberriechbar: Der Duft der grossen weiten Welt. In Form von Chanel und Paco Rabanne. Der Dutyfree (leider nicht Duftifree). Jener Ort auf der Welt, an dem prinzipiell vernunftbegabte Wesen komplett sinnlose Produkte zu geradezu grotesk überhöhten Preisen kaufen (sollen). Neben den Flacons gibt es da noch Schnaps und Zigaretten. Klar. Und natürlich diese Füllfederhalter eines norddeutschen Herstellers mit französischem Bergnamen. Den gibt’s auch bei jedem Dutyfree auf der ganzen Welt. Genau so jedes Mal frage ich mich, wer zum Teufel sich um drei Uhr in der Frühe 15.000 Kilometer weit weg von daheim im Vorüberrennen einen Dreieinhalbtausendeurofüller kaufen könnte. Gesehen habe ich jedenfalls noch nie jemanden. Wer ist überhaupt die Zielgruppe für so ein dutyfreees Schreibgerät? Ein Regierungschef vielleicht, der auf der Durchreise zum Unterzeichnungstermin eines Staatsvertrages seine Federschachtel zuhause vergessen hat? Wer weiß, kommt vielleicht öfter vor als man denkt…

Aber warum. Warum? WAAARUUUMMM!?! Sollte ich mir am anderen Ende der Welt eine dorthin mühsamst hingekarrte, völlig entwurzelte wie deplatzierte Toblerone zum Preis eines Kleinwagens kaufen? Ein Stück Schokolade, das bei mir um die Ecke einsfufzig kostet? Weshalb eine Mannerschnitte, deren Erwerb die Gesamtkosten meiner Reise verdoppelte? Grotesk. Wer reist extra in ferne Welten, unbekannte und faszinierende Zivilisationen um dann, mitten in den Tropen Fernost-Asiens, Südamerikas oder Afrikas in einem Eiszeit simulierenden, furztrockenen Raum ein Stück Mitteleuropäische Schokolade zu kaufen, das von der Kakaobohne bis zu diesem Regal geschätzte 53.000 km zurückgelegt hat.

Wegen der Steuer. Ich glaube, es ist der Steuern wegen. Wir finden es geil, einmal im Leben ganz offiziell keine Steuern zu bezahlen. Da zahlen wir auch gerne mal was drauf, denn dann schmeckt das Süßi gleich dreifach so super. Da halten wir dann bereitwillig unseren Reisepass und die Bordkarte hin, als ob das irgendeinen Schlunz interessierte. Beobachten mit stolz geschwellter Brust das grell aufflackernde ‚authorized‘ und belasten weltmännisch mittels Kreditkarte unsere Liquidität. Jawoll! Dem Fiskus ein Schnippchen geschlagen, dem blöden Sack!

Fragt sich nur noch, wer genau hier blöde ist.
Knack‘ dir einen Gipfel ab! Knack, knack!
Gell? Das mag man eben!

ISO BLO815-GSE

Es ist nicht so, dass ich nichts mehr schreibe. Das Gegenteil ist wahr. Die Empörung ist also ungerechtfertigt, und demzufolge müssen alle Vorwürfe diesbezüglich schärfsten zurückgewiesen werden. Ich schreibe und schreibe, mehr denn je. Eigentlich ständig. Nur, die Sache ist die. Fast kein Text schafft es jetzt noch auf die blogse. Ursache dessen ist die vor drei Wochen eingeführte ISO-Zertifizierung BLO815-GSE, die zur Verbesserung der Textgüte, zur Prozessoptimierung und natürlich zur Qualitätssicherung beitragen soll. Ich verspreche mir von jener ein dauerhaftes und nachhaltiges Bestehen der blogse in der hart umkämpften, sich ständig wandelnden, sich pausenlos weiter entwickelnden Welt der digitalen Scheinrealitäten. Zentrale Punkte dabei sind die lückenlose Dokumentation der gesamten Prozesskette, die strikte Einhaltung aller festgesetzten Standardisierungskriterien und – ganz wichtig – die Umsetzung des extra für diese blogse entwickelten individuellen matrixorganisierten Mehrvektorenprinzips in multiplexer, causalstringenter Schichtaufbauverfahrensweise. Zugegeben, der notwendige Aufwand, der von der Grundidee bis zur schlussendlichen Veröffentlichung eines Beitrags entsteht, schraubt sich zwar in schwindelerregende Höhen und ist mit natürlichen Zahlen kaum mehr zu beziffern, schafft es ein Beitrag allerdings tatsächlich wider Erwarten bis in die blogse, kann bei Missfallen, Scheitern oder Fehlformulierung der gesamte Entstehungsprozess minuziös rückverfolgt werden, sodass die schuldbeladenen Verantwortlichen punktgenau identifiziert und öffentlich an den Pranger gestellt werden können. Alle übrigen hingegen, die brav, pünktlich und genau die sehr strengen Richtlinien der Zertifizierungsvorgaben befolgt haben, können sich ruhigen Gewissens genüsslich schnurrend zurücklehnen und der Hinrichtung Bier schlürfend und Cracker knabbernd beiwohnen. Natürlich wird der singuläre Beitrag dadurch nicht unbedingt besser oder gar witziger, auch nicht informativer oder interessanter und gelernt wird aus den gemachten Fehlern schon gar nichts, höchstens dass der Gestaltungsprozess zukünftig noch aufgeblähter und noch umständlicher durchlaufen werden muss, aber zumindest weiß man dann ganz genau, wer warum unbeschadet aus dem ganzen Schlamassel herauskommt. Nicht die Güte des Ergebnisses selbst steht im Vordergrund, sondern jene des Entstehungsprozesses. Es geht also nicht darum, ob beispielsweise eine Kürbiscremsuppe voll super schmeckt und aus besten Zutaten besteht, sondern im Fokus ist primär, ob der Produktionsprozess perfekt durchgestylt und dokumentiert wurde. Gegessen wird sie dann ohnehin nicht mehr, weil auf Grund des horrenden und Nerven zermürbenden Aufwandes keine Sau mehr Hunger hat. ‚Nacht.

Bombenstimmung

Jetzt also noch der Putin. Endlich auch ein paar Russenbomben. Die Amis haben angefangen. Die Briten konnten da natürlich nicht hintanstehen – klar. Die große Nation aus Frankreich dachte sich: Moooooment! So sicher nicht. Und schickte auch ein paar Flieger. Und jetzt auch noch die Russen.  Fehlen also noch die Chinesen. Warum um Himmels Willen schmeißen eigentlich die Chinesen keine Bomben? Die haben doch auch tolle Flieger! Was ist nur mit den dummen Chinesen los? Wo bleiben die Schlitzibomben?

Jetzt hat sich am Beispiel Syriens ganz eindeutig gezeigt, dass man mit Bomben schmeißen ganz toll Probleme aller Art lösen kann. Bomben schmeißen ist doch immer super. Das hilft allen und schadet nie. Frei nach dem Motto: Wenn ich sonst zu tun nix weiß, ich halt ein paar Bomben schmeiß! Hätte ich Bomben daheim, ich schmisse sie sofort. Natürlich in Syrien. Dort sind die das gewohnt. Da erschreckt sich keiner mehr. Man stelle sich vor, die schmissen Bomben nicht in Syrien sondern zum Beispiel – in ähm, ähm – äh, in Wuppertal. Na das Gejammer und Gestöhne – na Seavas Kaiser! Aber in Syrien… da ist doch sowieso schon alles kaputt. Also nur zu, und die Vertriebenen, was soll’s, die kommen doch sowieso, na dann los!! BUMBUM ZACK PÄNG!

Kein Winterkörnchen Wahrheit

Also der Martin, der hat was angestellt. Der Martin hat eine Software programmieren lassen, die seine VW’s beim abgasen nicht so stinkig dastehen läßt. Das ist natürlich viel billiger, als Motoren zu bauen, die weniger rußen. Jetzt ist der Martin aber erwischt worden. Blöd. Eine amerikanische Behörde hat dem Martin ganz fest auf die Finger geklopft und mit ihm laut geschimpft.

Jetzt hat der Martin ein Video veröffentlicht, wo er sich ganz doll entschuldigt. Da sieht er ganz traurig aus, der Martin. Es tut ihm ganz fest leid, sagt der Martin da und dass er das nie nie nie nie mehr tun wird. Als ich das Video gesehen habe, da hat mir der Martin so super leid getan. Der ist jetzt echt arm, der Martin. Arm ist er. So arm. Der Martin.

Zugvögel

Studentinnenunterhaltung trotz permanenter Smartphone-App-Kommunikation und daher ohne Blickkontakt im ICE von Wien West in Richtung Linz:

«Hab‘ letztes Semester als Wahlfach ‚Die Geschichte des Islam‘ g’nomm’n’»
«Oag!»
«Nein, gar net, war voll interessant und so. Ur spannend!»
«Oag!»
«I wead die Prüfung aba net mach’n. Is voll schwierig. Das spielt alles total in der Vergangenheit, is voll kompliziert und die haß’n alle ibn und so komisch. Das kann sich keiner merken. Des tu i mir net åh.»
«Oag!»

In diesem speziellen Fall empfehle ich als Wahlfach eine Ausbildung zur Raumkosmetikerin. Das spielt in der Gegenwart, ist mit ein wenig Ehrgeiz einigermaßen erlernbar und die heißen Besen und Wischmop.
Oag!

Gutmensch?

In jüngster Zeit – natürlich ob der Ereignisse – ist er wieder in aller Munde: Der Gutmensch.
Eine Beschimpfung ist es wohl, bezichtigt man jemanden, ein Gutmensch zu sein. Meist wird sie im Plural gebraucht, wobei sich diverse Kaltherzen über die Gutmenschen und deren ach so infantiles wie idealisiertes Weltbild echauffieren müssen. Dabei gibt es ihn in Wirklichkeit gar nicht, den Gutmenschen. Nein, der Begriff des Gutmenschen ist eine Erfindung, eine Wortkreation, weiter nichts. Angstnasen, Chauvinisten und Xenophobe haben ihn erfunden, den Gutmenschen. Denn ein Geschöpf, das Empathie entwickeln – fühlen – kann, das Leiden und Not erkennt und auf Grund des himmelschreienden Unrechts als auch des unerträglichen Elends nicht anders kann, als eine helfende Hand auszustrecken, ein Wesen mit diesen Eigenschaften, das zudem mehr Intelligenz als ein Kofferfisch und mehr Selbstreflexion als eine Blindschleiche besitzt, wird korrekterweise schlicht und ergreifend als Mensch bezeichnet. Als ein Vertreter der vordergründig höchst entwickelten Spezies auf unserem Planeten. Das Anhängsel ‚GUT‘ ist dabei völlig überflüssig und reinster Pleonasmus.

Die Frage, die bleibt, ist allerdings, wie jene Geschöpfe zu benennen sind, die sämtliche menschlichen Eigenschaften vermissen lassen und dennoch mitten unter uns leben? Schlechtprimaten?

Drucksituation

Diese blogse wird – mich ausgenommen – offiziell von vier Internetusern mehr oder weniger regelmäßig gelesen. Wir sind also fünf Freunde. ♫ ♪♪♫ ♪Fünf Freunde das sind wir, nönanenanö ♫ ♪♫ ♪ nanöninaneninonono ♫ ♪… irgendwie so ging doch die Melodei dieser britischen Fernsehserie aus den guten alten 70-ern. Die Frage ist jetzt nur noch, wer von uns der Hund ist. Und ich bin froh, sehr, sehr froh, dass es nicht mehr sind. Denn schon jetzt, selbst bei dieser sehr kleinen Zahl der Abonnenten werde ich bereits angemotzt, wenn ich eeeeeeeeiiiiiiiinmaaaaaaal eine knappe halbe Woche nix schreibe. Mein Gott, ich hab‘ halt keine Zeit gehabt. Wer von euch jeden Tag Zeit hat, werfe mir die erste Minute zu! Zudem muss man auch noch was blogsewertes finden. Hier wird doch nicht jeder Rotz geschrieben! Ja, schon, doch,…. eh! Aber eben nicht jeden Tag!! Das ganze hier ist freeeeeeeiiiiiiiiwiiiiiiillllllllllllllliiiiiiiiiig!

Angenommen hier tummelten sich zwanzig oder gar dreiundzwanzig user, pfää, dann wären es hochgerechnet so um die vier bis sieben lästige Zipfel mehr, die da herumnervten und blöd motzten. Ich sage dir, diese blogse gäb’s nicht mehr. Natürlich versuche ich trotzdem zu helfen, daher mein Tipp für die Ungeduldigen: Einfach nur jeden Monatsersten bei der blogse vorbeischauen. Dann ist ziemlich sicher was Neues dabei, o.k.? Also, bis dann, in zwei Wochen. Tschühüüüü!

die werden immer schlauer…

Ich muss zugeben, dass selbst unsere Politiker immer schlauer werden. Das sind inzwischen richtige Intelligenzbestien geworden, echt jetzt! Beispiele gefällig?

Heute sagte Rudolf Hundsdorfer im Ö1 Mittagsjournal wörtlich:
«Ich glaube, wir leben derzeit alle im 21. Jahrhundert.»

Tja lieber Rudi, in diesem fall glaube ich wiederum, dass du damit recht hast, bravo!

Noch schlauer sind die EU-Regierungschefs! Die haben nun endlich eine tolle Lösung für die Flüchtlingsmisere gefunden. Sie haben nämlich in den Atlas geguckt und gesehen, dass Syrien gar keine gemeinsame Grenze mit der EU hat. Es kann folglich keiner dieser enorm gefährlichen und subversiven Flüchtlinge aus Syrien direkt zu uns in die EU hüpfen. Jetzt wollen die einfach alle Staaten, die zwischen uns und Syrien liegen, zu sichern Drittstaaten (was auch immer ein Drittstaat sein soll…) erklären, in die wir diese bedauernswerten Geschöpfe einfach wieder zurückjagen können. Sollen sich doch die Tschuschen, Türken und Partisanen selbst um die ganzen Neger und Muselmänner kümmern, anstatt sie einfach zu uns durchzuwinken, die sind doch nicht unser Problem!

Toll! Schlauer und nachhaltiger geht’s nimmer!

Ochs am Berg

Liebe Flüchtlinge und Vertriebene,

ihr müsst wissen, Entscheidungsfindungsprozesse und Einigungen auf eine gemeinsame Vorgehensweise dauern bei uns in der EU immer relativ lange. Ihr müsst verstehen lernen, dass da sehr viele Interessen und Gegeninteressen mittels enorm komlizierter und hoch komplexer Kompromisskonstrukte unter einen Hut gebracht werden müssen. Da gestern erwartungsgemäß keine Einigung erzielt werden konnte, wurden die Verhandlungen auf Anfang Oktober (wahrscheinlich achter oder so) vertagt. Die Chancen, dass dann ein verwertbares Ergebnis vorliegen wird, ist äußerst gering bis nicht vorhanden. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird sich das ganze noch ein paar Monate oder Jahre hinziehen.

Daher bitten wir euch, liebe Flüchtlinge, bleibt ruhig und wartet in aller Gemächlichkeit ab. Am besten wird es wohl sein, ihr verharrt genau dort, wo ihr euch jetzt gerade befindet, völlig regungs- und bewegungslos wie bei dem berühmten Kinderspiel Eins-Zwei-Drei-Ochs-am-Berg, und achtet darauf, ob einer zu euch kommt und sagt: ‚So, jetzt könnt ihr weitergehen.‘ oder vielleicht ‚Bitte zurück an den Start.‘ Und dann macht ihr das einfach.

Danke für euer Verständnis und noch einen schönen und erfolgreichen Tag.

Subkultur

Man versteht sie nicht, weil sie eine eigene Sprache entwickelt haben. Meist sind es die Jungen. Sie haben sich mittels Kommunikationsform von uns Alten abgegrenzt. Auf Skateboarden, in WhatsApp-Nachrichten, beim Chillen, in der Schule. Anglizismen und eigene Wortkreationen wetteifern um noch größere Unverständlichkeit und Originalität. Manche sprechen überhaupt nur noch in Abkürzungen oder mittels Emoticons.

Aber Subkulturen sind keine Erfindungen unserer Jugend, nein sicher nicht. Da können wir schon mithalten. Eines meiner absoluten Lieblingssoziotope ist der Würstlstand, so ab 23:30 Uhr.

«Zweimal Hamburger mit ohne!»

«Wer sind die Fritten wer die Wurst?»

«Ich bin die Fritten!!»  «Ich die Wurst!»

«Für mich das Übliche, aber heute ohne!»

«Mit scharf oder ohne scharf?»

«Für mich mit ohne!»  «Ich will mit mit!!»

«Ketchup oder Mayo?»  «Ja, bitte!»

«Einmal Veggie mit Kebap ohne Zwiebeln mit roter!»

«Mitnehmen oder hieressen?»  «Nein!»

Wie bitte? Was?

Wenn ein syrischer Flüchtling, der 2 Jahre Bürgerkrieg, Folter vom syrischen Geheimdienst und Verfolgung durch den IS durchleben musste, der danach von Schleppern misshandelt wie betrogen wurde um dann auf dem Mittelmeer in einem versifften Schlauchboot fast zu ersaufen, der nach einem unendlichen Martyrium schließlich völlig entkräftet und traumatisiert in der EU ankommt, in ein Mikrofon am Wiener Westbahnhof sagt, dass die absolut schlimmste Zeit seines Lebens die zwei vergangenen Tage in Ungarn gewesen sei, kann man nur sagen: Ungarn, Schande über dich und deine Bürger!

Also,… also,… also, das ist so…

Um die heutige blogse drücke ich mich bereits seit Tagen herum. Ebenso lange hoffe ich schon, dass ich sie gar nicht erst zu schreiben brauche, aber dieser Wunsch bleibt wohl unerfüllt. Allein der Gedanke daran bereitet mir körperliche wie seelische Schmerzen. Schreckliche Schmerzen. Grausame, schier unerträgliche. Dieser Druck… boa, furchtbar, wirklich extrem furchtbar, echt jetzt. Ich weiß nicht, wie ich beginnen soll, wie ich es ausdrücken kann. Es tut weh, mir ist schlecht. Ich bin nur ein Schatten meiner selbst, so bedrückt mich diese enorm belastende Bürde, all das hier schreiben zu müssen. Aber mit so einer blogse ist eben auch Verantwortung verbunden. Das ist nicht nur Jux und Tollerei! Ganz sicher nicht! Und ganz besonders jetzt nicht. Aber mir ist klar, dass ich mich genau dieser Verantwortung stellen muss. Früher oder später… Na gut, was sein muss muss sein und immerhin, es ist allemal besser, ihr erfährt es von mir in behutsamer und einfühlsamer Weise, als irgendein dahergelaufener Pfrotz klatscht es euch unbarmherzig und direkt ins Gesicht.

Pffffffffff.

Vielleicht beginne ich einfach mit der guten, mit der überaus erfreulichen Nachricht. Unsere Elf, ha?! Ja, unsere Jungs! Die haben doch tatsächlich die Quali mit Bravour gemeistert und dürfen sich absolut zu Recht Gruppensieger der Gruppe G nennen. Bravo!

Bravo! Bravo! Bravo! Super! Toll!
Gut gemacht!

Ihr seht schon, ich schinde Zeit. Das stimmt. Das mache ich. Ich mache das, weil es mir eben so schwer fällt. Mir fehlen die Worte. Wie soll ich es euch nur sagen. Gott, ist mir schlecht. Also das Match gegen Schweden… grandios, oder? Die blauhoserten Gelbnasen aus dem hohen Norden wurden samt ihres egozentrischen Superstars regelrecht an die Wand genagelt. Wahnsinn!! Und zudem hat es auch noch wie Fußball ausgesehen! Wie richtig echter Fußball! Geil! Also die hatten ja nicht den Funken einer Schassä, wie der Kaiser Franz Beckenbauer sagen würde… nicht den Funken! 22 Punkte nach acht Partien! Wumm!

Wir sind nicht Europameister. Oooooch, es ist raus. Ich hab’s geschafft. Jetzt geht es mir ein wenig, ein ganz klein wenig besser. Weltmeister übrigens auch nicht. Doppelschlag, tut mir leid, aber das musste sein. Und damit wir die Drei voll bringen, kommt jetzt noch einer drauf: Wir werden beides in absehbarer Zeit auch nicht werden. Ich weiß, das tut weh. Sehr sogar, vor allem nach diesem gewaltigen Zunami der kollektiven Euphorie. Aber besser, ihr erfährt es hier und jetzt bei mir im kleinen, behüteten Kreis, als wenn es euch ein bösartiger Spanier, Deutscher oder Franzose im ungeschützten und weltumspannenden Internetz bei Twitter, Facebook und co vor versammelter Mannschaft brühwarm unter die Nase betoniert.

Ich lass‘ euch drei jetzt besser allein. Dich, deinen Schmerz und den harten Boden der Realität.
Das wird schon wieder. Kopf hoch! Das Leben geht weiter.
Jetzt komm! Es ist doch nur ein Spiel!

Lenin wellcome

Jüngst wurde der riesenhafte Kopf einer Leninstatue, die in den frühen Neunzigerjahren im Wald nahe Berlin vergraben worden war, ausgebuddelt und in die Zitadelle Berlin-Spandau gebracht. Dort soll zukünftig ein Museum für Statuen entstehen, dessen Prunkstück der Grind des Russen werden solle. So weit so gut. Der Schädel befand sich vier Meter tief unter der Erdoberfläche und musste komplett freigelegt werden, damit dieses Viertonnentrum überhaupt kranlings gepackt werden konnte. Auch gut.

Da waren jetzt aber Eidechsen. Eidechsen lebten in dem Wald! Und diese besagten Tierchen wohnten ausgerechnet genau an der Stelle, an der jenes gewaltige Loch gegraben werden musste. Die Rede ist von einem Loch, dessen Bestimmung es war, das Mitnehmen des Leninschädels zu ermöglichen. So. Diese Eidechsen mussten nun dem Loch weichen, sprich, sie mussten umgesiedelt werden. Klingt brutal, ist es aber gar nicht so sehr, denn erstens handelte es sich um konkret sechs reptiloide Individuen und zweitens wurde zur Bewältigung dieser heiklen Aufgabe extra ein hoch qualifizierter und staatlich beeideter Eidechsenumsiedlungsexperte beauftragt.  Eine Person also , die sechs kleine Eidechsen mit einem Netzchen einfängt (fachmännisch und eidechsengerecht, versteht sich), sie in ein Eimerchen bugsiert, damit einen viertel Kilometer spazieren geht, um sie dort behutsam und vorsichtig in die Natur zu entlassen. Schön. Schön und gut, würde ich sagen. Aber! Was mir dabei irgendwie sauer aufstößt ist die Tatsache, dass diese Umsiedelungsaktion Medienberichten zufolge sage und schreibe 12.000.- € gekostet haben soll. Pro Eidechse also 2.000.- €, was einem Eidechsenfortbewegungsmeterpreis von unfassbaren 8.- Euros entspricht.

Eidechsen bevölkern die Erde seit circa 200 Millionen Jahren. Zu der Zeit waren unsere Vorfahren primitive, säugetierähnliche Nager, die vornehmlich in Erdlöchern hockten und tagsüber damit beschäftigt waren, herabfallender Dinosaurierscheiße auszuweichen. Deren Nachkommen, also wir, trauen heute – hier und jetzt – den Überlebens- und Evolutionsweltmeistern aus der Trias nicht zu, selbständig ein paar Meter von einem schnöden Leninloch entfernt eine neue Bleibe zu finden? Statt dessen zahlen wir einem Tierpfleger ein Heidengeld, eine Summe, die gerade in Zeiten wie diesen unendlich viel sinnvoller verwendet hätte werden können, damit er jene an einen Platz bringt, an den sie mit größter Wahrscheinlichkeit gar nicht hinwollten. Schräg. Wir leben in einer schrägen, mehr als schrägen Welt. Wird langsam Zeit, dass wir sie wieder ein wenig gerade rücken. Höchste Zeit.

er läuft und läuft und läuft

Marathonlauf früher: Ein Mann rennt alleine und spontan eine Strecke irrelevanter Länge, überbringt nach Erreichung des Ziels eine wichtige Nachricht und bricht dann tot zusammen. Bedeutung: Läufer, Strecke und Zeit sind völlig unwichtig. Im Mittelpunkt des Interesses steht die kollektive Botschaft: WIR haben gesiegt!

Marathonlauf heute: Tausende Menschen rennen nach monatelanger Vorbereitung genau 42,195 km, und das noch meist von A nach A (???). Vorher erzählen sie allen, dass sie laufen werden, nachher berichten sie minutiös über jeden zurückgelegten Meter und prahlen mit der erhechelten Zeit. Bedeutung: Es gibt weder Sinn noch Botschaft, höchstens – wenn überhaupt – die Aussage: ICH bin gelaufen! (Wenigstens einer kann immerhin berichten: ICH habe gesiegt!)

FAZIT: Der Marathonlauf hat sich von einem bedeutenden, epochalen und einzigartigen Ereignis mit weitreichenden Folgen zu einem seelenlosen wie irrelevanten Fließbandmassenevent für überehrgeizige Individualisten entwickelt. Das prangere ich an und fordere eine Rückbesinnung! Ich schlage vor, dass jeder Marathonläufer einen 100-seitigen Text auswendig lernen muss, den er nach Vollendung der Laufstrecke fehlerfrei zu rezitieren hat. Sieger ist jener Teilnehmer, der Lauf und Vortrag am schnellsten und am beeindruckendsten beendet. Aus marketing-technischen wie ethischen Gründen ist es nicht zwingend notwendig, tot zusammenzubrechen.

Zaunkönig

Strache_01

Ein Obmann, der in dieser blogse samt seiner Partei anonym bleiben möchte,
ist für die Errichtung von Zäunen.
Er ist für Zäune, die Menschen von Menschen trennen sollen.
In seinem speziellen und sehr individuellen Fall finde ich diese Idee gar nicht so übel.
Ich stelle mir das dann in etwa so vor:

hc2

H.C. steht übrigens für „hoha Caun“, was so circa den orthografischen Fähigkeiten
seiner Parteimitglieder entspricht.

Ja sind denn die bekloppt?

Im Juli 2008 begann Jürgen Klopp seine Arbeit bei Borussia Dortmund. Die Symbiose zwischen den Schwarz-Gelben und Kloppi war in den Jahren darauf so eng ineinander verzahnt, dass man sich nicht vorstellen konnte, jemals eine Trennung der beiden miterleben zu müssen. Und sie waren erfolgreich. Sehr erfolgreich sogar, doch in der aller ersten Saison, die nicht wunschgemäß verlaufen war, machte der bis dahin omnipräsente Klopp sofort ’ne Fliege. Bis zu diesem Zeitpunkt, an dem der Jürgi panisch die Reißleine gezogen hat, um seine eigene Marke nicht noch mehr zu beschädigen, inszenierte er sich theatralisch als unumstrittener Mittelpunkt der deutschen Bundesliga. Er schrie, er hüpfte, er ruderte, er gestikulierte, schnitt die wildesten Grimassen, diskutierte, polarisierte, rannte die Seitenlinie rauf, sprintete die Seitenlinie runter, legte sich mit Reportern, Schiedsrichtern, Offiziellen, Funktionären, mit der ganzen Welt an. Umarmte, tätschelte, klopfte und verdiente sich ein Zubrot als Werbeträger diverser deutscher Markenprodukte. Die Laientheatertruppe der Bayern aus München kamen gegen ihn wie ein paar fußballspielende Autisten rüber. Er gab mehr Interviews als der gesamtdeutsche Rest, egal ob Fußballer oder nicht. Er meldete sich öfter zu Wort als Merkel und Schäuble zusammen, und das trotz Griechenlandkrise! Klopp war immer und überall. Klopp war Bundesliga.

Und dann der Rücktritt. Die Welt stand still. Erwachsene, gestandene Männer weinten bitterlichste Tränen. Niemand wußte, ob der Fußball dies überleben würde. Ob es Deutschland noch geben wird. Ob es danach überhaupt noch irgendetwas auf diesem Erdenrund geben wird. Vor allem aber fragten sich alle: Was wird aus Borussia Dortmund? Wird die Borussia implodieren? Sich in Nichts auflösen?

Seit Saisonbeginn ist Thomas Tuchel der letztverantwortliche Übungsleiter bei den Wespenfarbenen in Dortmund. Er ist sachlich, ruhig, besonnen. Interviews? Seiner Position entsprechend normal. Und ja! Es gibt den Fußball noch und es gibt auch noch die Bundesliga. Wider Erwarten. Unter Tuchels Federführung wurden bisher alle Pflichtspiele gewonnen. Die Euroleague-Quali geschafft. Erster der Tabelle in der Bundesliga, noch vor den allmächtigen Bayern. Na also, geht doch! Das Gesudere, Gerudere und Gespudere ist gar nicht nötig. Schön. Gefällt mir. Weiter so!

Keine Angst, liebe Klopper, der kommt schon wieder! Früher als uns lieb ist.

Ein Brief an die Menschen in Freital,
die keine Flüchtlinge aufnehmen möchten

Liebe vergessliche Menschen aus Freital, es ist unangenehm, daran erinnern zu müssen. Aber es scheint wohl nötig zu sein, jetzt, da ihr schreit und andere Menschen, die in Not sind und bei euch in Sachsen Zuflucht suchen, als Pack bezeichnet, sie beschimpft und euch ganz ungeniert fotografieren lasst mit dem Transparent: KEIN ORT ZUM FLÜCHTEN.

Es ist unangenehm, aber es muss sein.

Wie sah Freital eigentlich 1989 aus, wie eure Nachbarorte Meißen und Dresden? Es waren Städte zum Davonlaufen. Sie waren grau, kaputt und scheinbar ohne Zukunft. Es gibt noch Bilder davon. Wenn ich sie mir ansehe, dann weiß ich wieder, wie es gerochen hat damals. Meine Zunge ist wieder belegt, meine Stimmung getrübt. Es ist nicht verkehrt, diese Bilder ab und zu einmal herauszuholen, aus der Schublade oder dem Gedächtnis. Viele Menschen sind damals davongelaufen, aus diesen Städten. In den Schaufenstern der Läden standen manchmal Schilder: Heute keine Ware. Das war kein Witz.

Damals schrie keiner „Kein Platz für Ossis“

Einige haben ihr Leben riskiert, um abzuhauen. Sie sind rüber über die Mauer gen Westen oder haben Anträge gestellt, Ausreiseanträge, und endlos gewartet. Andere sind gen Osten, nach Prag, auf das Botschaftsgelände der Bundesrepublik Deutschland. Es war eine Abstimmung mit den Füßen. Die Menschen riefen: Freiheit. Und sie wollten auch Freiheit. Aber es ging, glaube ich, auch ein bisschen um Wohlstand. Oder?

Sie hatten Glück, sie wurden nicht zurückgeschickt, nicht abgeschoben, sie mussten keine Anträge zur Einreise stellen und keine Asylanträge. Sie wurden nicht nur geduldet. Sie wurden von Menschen als Menschen, von Deutschen als Deutsche aufgenommen, und ihnen wurde geholfen. Ich erinnere mich nicht, dass Leute aus Städten, in denen DDR-Flüchtlinge aufgenommen wurden, auf die Straße gingen und schrien: KEIN PLATZ FÜR OSSIS.

Und es ging nicht allen Westdeutschen glänzend, und manch einer wird gedacht haben: Die kriegen jetzt alles hinterhergeworfen. Aber ich habe keinen das in die Kamera rufen hören.

Es ist unangenehm, daran erinnern zu müssen, aber ich darf das, ich stamme auch aus diesem Staat, der zusammenbrach, so wie heute Staaten zusammenbrechen, aus denen Menschen davonlaufen oder davonschwimmen. Reisefreiheit haben die Menschen sich 1989 gewünscht, in Freital bestimmt auch. Gemeint war die Freiheit zur Ausreise. Aber Ausreisefreiheit ohne die Freiheit, woanders einreisen zu dürfen, ist nicht viel wert. Ihr wolltet die Mauer weghaben. Und jetzt? Wollt ihr sie wieder zurück?

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Als die Mauer aufgerissen wurde, 1989, da gab es Begrüßungsgeld für jeden. Es gab keine Prüfung, keinen Test. Vielleicht wäre es besser gewesen, jeder hätte wenigstens einen Satz zur Probe sagen oder auswendig lernen müssen: Die Würde des Menschen ist unantastbar. So steht es in unserer Verfassung. Musstet ihr nicht, mussten wir nicht. Und bestimmt haben damals Leute im Westen gedacht. Begrüßungsgeld? Na, was denn noch alles für die Ossis. Aber ich habe keinen blöken hören, so wie ihr jetzt blökt, in eurem Freital, das nun nicht mehr grau ist und in dem nicht mehr der Putz von den Wänden fällt und wo kein Schild mehr steht: Heute keine Ware. Habt ihr, die ihr jetzt rumschreit, einmal nachgedacht, wieso es in eurer Stadt heute so schön ist und in Meißen und in Dresden, so schön, dass ihr denkt, ihr müsstet da etwas verteidigen?

Uns wurde geholfen. Anderswo haben Leute für uns verzichtet, waren bereit, Geld zu geben. Gut, sie wurden auch ein wenig überrumpelt, gezwungen, sie haben den Solidaritätszuschlag nicht mit Begeisterung gezahlt, aber sie haben. Und den Länderfinanzausgleich und den Solidarpakt. Einige im Westen und im Südwesten mosern deshalb, ihnen reicht es jetzt, aber das Geld fließt weiter. Ich bin immer dagegen, das alles vorzurechnen oder sich vorrechnen zu lassen. Denn das ist eben Solidarität, dass einer, der mehr hat, dem abgibt, der weniger hat. Man macht kein Gewese darum. Niemand konnte etwas dafür, hinter der Mauer eingesperrt gewesen zu sein. Die Hilfe heute ist auch eine Entschädigung für das, was gestern war.

Man muss dafür nicht jeden Tag Danke sagen. Aber kann man es vergessen?

Im Vergleich zu Somalia oder Syrien – ein Paradies

Euch, die ihr nicht einmal danach fragt, wieso andere Menschen ihr Land verlassen, ihr Leben riskieren, die ihr so ohne jedes Gefühl zu sein scheint – euch muss man daran erinnern, was ihr, was wir für ein verdammtes Glück hatten und haben. Wenn ihr in die Augen der Flüchtlinge seht, dann müsstet ihr ein wenig wiedererkennen von eurem Leben. Wenn ihr ihre Geschichten hört, müsste euch einiges wenigstens etwas bekannt vorkommen. Dabei war das Land, aus dem damals viele wegliefen, die DDR, ein Paradies gegen Somalia oder Syrien.

Ihr Bürger von Freital, die ihr das nicht vergessen habt, redet euren Nachbarn ins Gewissen. Zeigt ihnen noch einmal die Bilder, Freital 1989 oder Dresden oder Leipzig 1989. „Kommt die D-Mark nicht hierher, gehen wir zu ihr“, haben viele damals gerufen. Es war eine Drohung. Die D-Mark kam.

Und ihr, die ihr alles vergessen habt, schaut euch um, in eurer Stadt, in unserem Land. Und schaut euch an, wie es in Damaskus aussieht oder in Bagdad. Ruinenstädte, in die der Wohlstand nicht kommen wird und aus denen die Menschen nun in Richtung Wohlstand fliehen, in der Hoffnung auf ein Leben ohne das Gedröhn von Panzern, Raketen, Bomben. Seht euch diese Bilder des Jahres 2015 an, und seid endlich einmal still. Und dann überlegt, wie es gewesen wäre, hätte man uns und euch so behandelt, wie ihr jetzt jene behandelt, die nicht mehr wollen als eine kleine Chance, ihrem beschissenen Elend zu entkommen.

Zum Autor
Stefan Berg, 1964 in Ost-Berlin geboren, ist seit 1996 beim SPIEGEL.
Seine Laufbahn als Journalist begann er bei Kirchenzeitungen in der DDR.

social networking

Vanessa PansiIch mag das book.
Warum?
Wegen Vanessa Pansini.
Ich kenne Vanessa Pansini nicht.
Hab‘ sie nie getroffen, weiß nicht, wer sie ist und werde sie auch nie treffen. Warum nicht?
Weil ich ein Mensch bin, der Personen wie Vanessa Pansini nicht kennt. Ich bin ein Jedermann (nicht der aus Salzburg) oder Irgendwer. Einer, an den man sich nicht erinnert, wenn man ihn einmal getroffen hat, falls man ihn überhaupt jemals treffen sollte. Ich bin ein Teil jener Masse, die dafür sorgt, dass die Menschheit so zahlreich ist. Fotos gibt es von mir nur gegen Bezahlung. Also ich bezahle dafür, dass jemand von mir ein Foto macht, zum Beispiel für einen Personalausweis. Es gibt eigentlich auch niemanden, der gerne Fotos von mir anschaut, außer vielleicht meine große Schwester, die sich jedesmal halb deppert lacht und sich fast bepieselt, weil ich wieder einmal so dümmlich dreinschau‘.
Nicht so Vanessa Pansini. Vanessa Pansini ist eine richtige Schnitte. Ein Sahneschnittchen sozusagen. Sie bezahlt nix für’s Fotografiertwerden. Das hat sie nicht nötig. Sie ist hip, jung und beliebt. Zudem vereint sie in sich natürlich auch noch all die anderen verheißungsvollen Eigenschaften, die zu dem Namen Vanessa Pansini samt einschlägigem Profilbild unweigerlich assoziiert werden. Also gut, ob sie nun tatsächlich beliebt ist, weiß ich nicht, aber dieses Adjektiv schreibt man eben sehr einfach einer Person zu, die offenkundig hip und jung ist, die sich so präsentiert und noch dazu Vanessa Pansini heißt. Aber jetzt kommt das Beste: Ich kenne Vanessa Pansini…
… fast. Natürlich kenne ich sie nicht, aber ich kenne sie fast. Vanessa Pansini ist fast meine Freundin. Zumindest vermittelt mir das book das Gefühl, dass Vanessa Pansini fast meine Freundin sein könnte. Vanessa Pansini ist nur einen einzigen Freund von mir entfernt, und davon gibt es gleich zwei!! Zwei meiner seit jüngst engsten Freunde sind selbst wiederum direkt und ohne Umwege mit Vanessa Pansini dick befreundet!! Mit Vanessa, dem Sahneschnittchen!! Und somit trennt mich nur ein einziger, theoretischer Mouseklick von einer innigen und intensiven Freundschaft mit Vanessa Pansini, dieser lasziven Schnepfe!! Ich, Noerglas Ned, ein intimer Freund Vanessa Pansinis!! Geil, oder?

Darum mag ich das book. Es läßt mich in der Illusion schwelgen, dass ich auf Augenhöhe mit Vanessa Pansini bin. Zumindest fast und nicht nur das. Vanessa Pansini wird mir vom book quasi täglich als potentielle Freundin vorgeschlagen! Das allwissende book ist also der wiederholten Meinung, dass Vanessa, das laszive Sahneschnittchen, und ich, Ned Noergla, eine Freundschaft eingehen sollten, eine innige, tiefgehende!! Doch jetzt kommt der Wermutstropfen: Im Umkehrschluss sollte ich der Pansini Vanessa doch genauso oft vorgeschlagen werden wie sie mir, oder? Und da bohrt sich unweigerlich die alles lähmende Frage in das hoch verletzliche social networkende Selbstwertgefühl:
Wieso hat sie mir nicht schon längst freimütig und freudestrahlend ihre Freundschaft angeboten, wo wir doch quasi seelenverwandt und nur einen läppischen Mouseklick voneinander entfernt sind? Was für eine hochnäsige, selbstgefällige Tussi, eine blöde, schiache!

Ach Vanessa…. ein läppischer Klick
Im Prinzip sind wir schon Freunde, du und ich.
Ich dein 1.749-ster, du meine einzige. Aber was sind schon Zahlen.

rechtschaffen Recht schaffen

Ich hatte einen Unfall. Keine Bange, ist schon etwas länger her und es wurde niemand verletzt. Allerdings hatte mein Auto dabei direkten Blechkontakt mit einem kohlrabenschwarzen, rückwärts rollenden Volvo xc90 und sah danach aus, als wäre es in eine zünftige Tankstellenschlägerei verwickelt gewesen. Im Volvo saßen vier Touristen aus Holland. Nein, nein, die waren allesamt total nett! Ich wurde von zwei meiner Lieben begleitet und in unmittelbarer Nähe standen noch zwei weitere Personen, die zufällig direkt in unsere Richtung schauten. Die Sonne strahlte mit dem blauen Himmel um die Wette und die Gesamtsituation war übersichtlich und klar. Für jede und jeden von uns. Der Lenker des anderen Fahrzeugs sprang sofort aus selbigem und entschuldigte sich bei mir für das Missgeschick. Er habe mich schlicht übersehen, kann ja mal vorkommen. Seine Begleiter beurteilten den Hergang so wie er, mir und meinen Lieben erging es nicht anders. Zur Vorsicht befragten wir die beiden Passanten, die derselben Auffassung waren und die sich freundlicher Weise als Zeugen zur Verfügung stellten. Ein Unfallbericht wurde verfasst und unterfertigt, wir schüttelten uns die Hände, plapperten irgendwas von ‚war eh nur Blech, trotzdem schöne Ferien… etc. blabla….‘ und gingen unsere Wege.  Für’s Protokoll: Neun mündige, erwachsene Personen in Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte, die allesamt den Hergang und Verlauf des Zusammenstoßes genau beobachtet und vor Ort beurteilt haben, kamen einhellig, voneinander unabhängig und zweifelsfrei zum selben Ergebnis. Auch die heimische Versicherung, der dieser Schadensfall gemeldet wurde und die für den ausländischen Partner die Abwicklung übernahm sowie deren bestellter Gutachter zogen keinerlei andere Schlüsse. Mein Autospengler erhielt somit von der ‚gegnerischen‘ Versicherung, wie es Amtsdeutsch heißt,  den Auftrag zur Reparatur mit voller Kostenübernahme. Soweit so gut.

Nachdem der Schaden längst behoben und ich die Sache schon vergessen hatte, kam eines schönen Tages ein lapidares Schreiben eben jener Versicherung ins Haus geflattert, indem zu lesen war, dass ihr holländischer Partner nur 50% des Betrages übernehme und ich den Rest selbst bezahlen müsse. Gelesen, geklagt. Siegessicher, sich im Recht fühlend.

Letzte Woche hat ein Richter entschieden, dass jede Partei zu 50% am Unfall schuld sei und bestätigte somit die Rechtsauffassung der niederländischen Versicherungsgesellschaft. Ein Richter, der selbst nicht dabei war, entscheidet über ein Jahr später bei einem hausverstandsmäßig glasklaren Fall, den sämtliche Personen, die im Gegensatz zu jenem sehr wohl zugegen waren, dass das in Wirklichkeit ja eigentlich ganz anders war. Hier geht es nur um repariertes Blech, daher nehme ich seine Entscheidung achselzuckend wie kopfschüttelnd zur Kenntnis, mir schaudert allerdings vor unserem Rechtssystem, sollte es wirklich mal um etwas Wichtiges, etwas Lebensentscheidendes gehen…. uuuuuuaaaaaaah! Und nochmal: Uuuuuuuuuaaaaah!

Vor einigen Jahren sagte zu mir einmal ein Anwalt, der sich auf Verkehrsrecht spezialisiert hatte, man solle jedenfalls auf seiner eigenen Unschuld wehement und stocksteif beharren, ganz egal wie handfest und klar der Unfallhergang auch gewesen sein möge und völlig ungeachtet dessen, wie viele Zeugen es gäbe. Dann habe man eine nahezu einhundertprozentige Chance, dass man ein maximal fünfzigprozentiges Mitverschulden zugesprochen bekäme. Damals hielt ich den Kerl für verrückt. Heute nicht mehr.

Addyi?

Addyi-Flibanserin

Darf ich vorstellen? Das ist Addyi.
Addyi kommt aus Amerika und soll Frauen aufgeilen.

Sie wird auch weibliche Viagra genannt, was natürlich Quatsch ist, denn Viagra macht des bereits spitzen Mannes Fifi fit for fun, Addyi hingegen soll das desinteressierte weibliche Geschlecht bei der Stange halten. In echt ist Addyi ein simples Antidepressivum, das laut Packungsbeilage täglich einzunehmen ist.

Also, ich fasse zusammen. Eine völlig gesunde Frau muss plötzlich jeden Tag ein Antidepressivum schlucken, damit ihr – nennen wir ihn mal vorsichtig – Lebensabschnittspartner vielleicht etwas öfter und vor allem leichter zum Stich kommt. Laut Statistik einer Studie zufolge komme es zu 0,46 Stelldicheins mehr pro Woche, was bedeutet, in zwei Wochen gibt’s fast einen ganzen zusätzlichen Fick. Fast. Man beachte, das Wort ‚wissenschaftlich‘ fehlt bewußt in diesem Satz.

Und in Momenten wie diesen frage ich mich, was Bitteschön ist denn jetzt auf einmal am guten alten Gläschen Prosecco so falsch, oder – äh – an einem zweiten Gläschen, ähm Prosecco…..?

Genau! Ich weiß es auch nicht!

Starallüren

Der Tag des Rockkonzerts ist gekommen. 15:00 Uhr. Einlass. Das Stadion wird von einigen Fans gestürmt. Andere schlendern gemächlich ins Innere des riesigen Ovals. 16:00 Uhr. Die erste Vorgruppe beginnt zu spielen. Ein paar wenige Enthusiasten tanzen und hüpfen vor der Bühne, die meisten sitzen irgendwo am Boden oder unterhalten sich gemütlich in Grüppchen zusammenstehend. Bier wird getrunken. Snacks gegessen. Vor dem Klo angestanden. 17:00 Uhr. Vorgruppe Nummer zwei ist an der Reihe. Vor dem Stadion tummeln sich mittlerweile unzählige Besucher, die sich auf Grund des herausdringenden Sounds noch etwas zieren, hineinzugehen und lieber die umliegenden Kneipen aufsuchen. 18:00 Uhr. Noch mehr Menschen, noch eine Vorgruppe. Langsam steigt die Spannung. 19:00 Uhr. Der Vorgruppenbeschallungsterror hat ein Ende. Konservenmusik und noch mehr Menschen sorgen für die Geräuschkulisse innerhalb und außerhalb der Stadionmauern. Die Umbauarbeiten für ‚die‘ Band des Abends sind auf der Bühne in vollem Gange. 20:00 Uhr. Pünktlichst verstummt die Konserve, die Konzertbesucher bewegen sich in Richtung Bühne und zücken reflexartig ihre Smartphones, Tablets, GoPros, Digicams,…. dann, endlich, DER Moment. Der Leadsänger stürmt im Sprint – gefolgt von seinen Bandmitgliedern – auf die monströse Bühne. Scheinwerfer, Videowände, Laser- und Nebelkanonen beginnen ihre Programmierungen abzuarbeiten. Sofort werden die elektronischen Bildaufzeichnungsgeräte tausendfach in Stellung gebracht und deren stolzgeschwellte Besitzer fotografieren und filmen sich SELFIE! So gut wie keiner richtet die Linse auf die Kapelle! Die verewigen alle sich selbst! Geil oder? Ist das nicht giga geil?! Die zahlen eine Schweinekohle, reisen von was weiß denn ich woher extra an, warten stundenlang sinnlos herum und fotografieren schlussendlich sich selbst! Da kann ich nur sagen: Der Star ist tot, lang leben die Stars!!

I’m lovin‘ it?

Mc Donald’s hat Probleme. Die Konkurrenz setzt den armen Heitern vom güldenen M hart zu. Deren Essen ist gesünder, nachhaltiger und schmeckt besser. Bei denen ist weniger Fett, kaum Zucker, dafür aber biologisches Zeugs aus der Natur drin. Und was machen die von Mc Donald’s? Die grübeln und grübeln und grübeln, mit welcher Kampagne und welchen Programmen sie den Karren wieder aus dem Dreck ziehen könnten. Interessanterweise schießen gleichzeitig alternative Hamburgerbuden wie die Pilze aus dem Boden und sind dabei auch noch hoch erfolgreich.

Ich war jüngst nach über einem Jahrzehnt Abstinenz in einem ihrer sogenannten Restaurants. Was soll ich sagen? Sobald man das Bestellte auf dem Tablett hat, offenbart sich die Lösung aller Probleme des Fastfoodpioniers glasklar und unübermerkbar! Da gibt es nix zu grübeln. Liebe Donalde, es braucht kein neues Konzept, weder Hamburger noch Pommes sind das Problem, sorgt schlicht und ergreifend dafür, dass euer Essen zumindest zu 50% euren Hochglanzabbildungen ähnelt und es auch ungefähr so schmeckt, wie es das Foto suggeriert. Die andern schaffen das doch auch. Wieso bitte ist das dann für euch so schwierig? Hä?

image

Ich erspare dir das Abbild, wie das Ding in Wirklichkeit ausgesehen hat, schließlich sollst du deinen Tag ohne Brechdurchfall verleben dürfen…

Aber. Jeder verdient eine neue Chance, so auch ihr, liebe Donalde. Also, in 10 Jahren werde ich wieder bei euch vorbeischauen – falls es euch dann noch gibt – und dann werden wir ja sehen, wie viel oder wenig ihr bis dahin gelernt habt.

Stammtisch

Der Stammtisch, unendliche Meinungsvielfalt. Hort der Gerüchte, des Wissens, der Verschwörungstheorien. Quell der Wahrheit, der Weisheit, des Volkes Stimme. Ventil für Unmut, Frust und Ohnmacht. Treffpunkt, Ort der Begegnung, des Sozialkontaktes, der Geborgenheit. Diskussionsforum, Debattierklub, Streit und Versöhnung in einem. Lachen, singen, schimpfen, schreien, erzählen, zuhören, essen, trinken, leben. Philosophen, Prediger, Tenöre, Therapeuten, Politiker, Wissenschaftler, Propheten, Lehrer, Märchenerzähler, Problemlöser, Entertainer und Hochstapler geben sich die Ehre. Der Stammtisch, unzensiertes Paradies für jedermann und jedefrau, für uns alle. Und all das gibt es beim Wirt’n um die Ecke.

Besser gesagt, gab es um die Ecke. Das Gute daran war, der Stammtisch bot genau jene hoch notwendige Projektionsfläche für all die Wichtigtuer und Besserwisser, die sie für ihre Psychohygiene dringend brauchten. Dort konnten sie den ideologischen Sondermüll für die Gesellschaft unspektakulär und in engen lokalen Schranken loswerden.

Heute heißt der Stammtisch Twitter, Facebook, Google+ oder WhatsApp. Funktion und Prinzip sind gleich geblieben, allerdings hat der Stammtisch plötzlich globale Dimensionen angenommen. Man schreit nicht mehr beim Bierchen mit seinen Kumpanen herum, sondern gründet einen Hashtag und alle Welt grölt mit. Die meisten wissen wahrscheinlich nicht einmal so ganz genau, worum es überhaupt geht, aber Hauptsache zur Vorsicht mal draufhauen und Senf zugeben. Und plötzlich sehen sich völlig Unbedarfte einem Shitstorm gegenüber. Das alles wäre ja nur halb so schlimm, wenn wir in einer Welt lebten, die Qualität über Quantität stellte, leben wir aber nicht, und deshalb wird diesem Gedöns plötzlich eine Aufmerksamkeit geschenkt, die komplett an aller Relevanz vorbei galoppiert.

Da haben wir es wieder, das alte Problem, dass unser kleines Hirnchen mit unseren sich schnell entwickelnden technischen Möglichkeiten nicht Schritt halten kann. Also Kinder, weg vom Gas, ein paar Gänge zurückschalten und ein wenig auf die Bremse treten. Mehr selber denken und weniger vordenken lassen und einfach wieder mal beim Wirt’n um die Ecke vorbeischauen. Prost!

outen(tisch)

Bedauerlicherweise leben wir noch immer in einer Welt, in der sich Menschen dazu veranlasst sehen müssen, die eigene sexuelle Orientierung vor diversen Mikrofonen zu beichten oder in sozialen Netzwerken zu posten. Das ist zweifelsohne ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft, denn jemandes Vorlieben in Punkto Sex haben mich eigentlich erst dann zu interessieren, wenn sich diese Person zu einem netten Schäferstündchen bei mir einfindet. So habe ich beschlossen, mich hier und heute der unzähligen geschlagenen Seelen wegen und aus Gründen der Solidarität zu outen, wie es so schön heißt.
Leider, und das bedaure ich zutiefst, ist hierfür die Ausrichtung meiner sexuellen Orientierung weder hip noch interessant genug, daher wähle ich ein ähnlich privates Thema. Also, jetzt kommt’s, hähämm:
Hin und wieder, wenn mir danach ist, ziehe ich mich recht gerne zurück, sperre mich alleine in einem kleinen, oft fensterlosen Raum ein und scheiße diverse Exkremente verschiedenster Braunschattierungen in eine Keramikschüssel. Dabei summe ich nicht selten die – wie ich finde – sehr nette Melodie von Chris Howlands Liedchen mit dem vielsagenden Titel ‚Das hab‘ ich in Paris gelernt‘.

Boa, tatsächlich, jetzt fühle ich mich im wahrsten Sinne erleichtert, denn jetzt ist es raus.  Zudem bin ich mir ganz sicher, für dein Leben war dies jetzt gerade eine extrem relevante und ungemein bereichernde wie gehaltvolle Information!

Danke, ich bedanke mich. Dankeschön!
Und bitte, bitte, ich hoffe, wir bleiben dennoch Freunde, bitte!

Der Albert und ich

Einstein

Wow, ich bin offensichtlich Alberts Schicksalsgenosse!
Schon vor sehr langer Zeit habe ich ganz alleine zuhause nur durch logisches Überlegen theoretisch herausgefunden, was nun endlich Wissenschaftler mit unmäßigem Aufwand empirisch beweisen konnten.
Für’s nächste Mal schlage ich vor, mich gleich zu fragen, dann können diese hochbezahlten Mädels und Jungs ihre kostbare Zeit für sinnvolle Forschungen, die uns wirklich weiterbringen, nützen.

Ob ich jetzt auch den Nobelpreis krieg‘?

Hat recht, dem recht gegeben wurde, oder wie?

Hinter mir in der Straßenbahn. Er um die 75, sie auch. Sie sehr elegant gekleidet und trotz wolkenlosem Himmel mit Regenschirm unterwegs, er auch. Sie mit Fasanenfeder am Hut, er ohne.

Er: Meine Liebe, du hast nicht recht.

Sie: Natürlich habe ich recht.

Er: Nein, tut mir leid, aber diesmal hast du nicht recht.

Sie: Doch, ich weiß es ganz genau, ich habe recht.

Er: Nein, du hast nicht recht, ich weiß das, weil ich dabei war.

Sie: Eben deswegen müsstest du genau wissen, dass ich recht habe.

Er: Eben genau deswegen weiß ich ja, dass du nicht recht hast.

Sie: Mein Schatz, ich war auch selbst dabei und ich habe recht.

Er: Liebste, du hast nicht recht und du weißt das.

Sie: Ich bitte dich, das ganze noch einmal zu bedenken und du wirst erkennen, dass ich recht habe.

Er: Na gut. Nicht nötig. Weißt du was? Ich GEBE dir recht.

Sie: Danke, das ist lieb von dir.

 

Ja. Liebe, das ist Liebe.

Und ich liebe unsere Sprache, ist sie nicht Sau cool?

 

praktischer Küchentipp

‚Wer sich ein Müsli mit Blaubeeren, Johannisbeeren, Bananenstückchen, filetierter Orange, gehäuteten Pfirsichstücken, Sonnenblumenkernen, einem Löffel zarter und zwei Löffeln kerniger Haferflocken, einer halben Handvoll Nüssen, geschrotetem Leinsamen, Cornflakes, Trockenobst und Apfelwürfelchen mischt, sollte zuvor überprüfen, ob noch Milch vorrätig ist.‘

Danke, Fabian Lichter

Herr Stronach ist – im Gegensatz zu Frauen – kein Mensch wie wir. Er ist lustiger.

Stronach 1

Hans Bürger (ORF): Einen wunderschönen guten Abend beim zweiten Teil der ORF-Sommergespräche 2015. Zu Gast heute der Parteigründer und Chef des Team Stronach: Frank Stronach. Herzlich Willkommen.

Frank Stronach (Team Stronach): Guten Abend, schön hier zu sein. Wunderbare Aussicht.

Hans Bürger: Wunderbare Aussicht. Herr Stronach, in den letzten Tagen haben mich einige Leute angesprochen und gemeint: “Jetzt tut er mir schön langsam leid.” Tun Sie sich selbst auch schon leid?

Frank Stronach: Wie soll ich mir selbst leid tun? Nicht, also, das Leben war unglaublich gut zu mir – ist immer noch gut zu mir. Und ich mache eben das, was mir mein Gewissen sagt, was ich machen soll. Und in Österreich, nicht, wenn wir so weitermachen, dann fahren wir gegen die Wand. Ich brauche von niemanden etwas. Ich gebe mein eigenes Geld. Und ich mache mir große Sorgen.

Hans Bürger: War der vergangene Samstag auch gut zu Ihnen?

Frank Stronach: Vergangener Samstag. Es kommt, wie es kommt. Nicht, ich war in sehr vielen Aufsichtsräten, in Universitäten und ich habe in Universitäten sehr viel Unterricht gegeben. Eine der wichtigsten Fragen von den Studenten war: “Wie ist es möglich, dass man so eine große Firma aufbauen kann, in einem Menschenalter?” Nicht. Von Null – von einer Garage auf – bis 130.000 Beschäftigte und 35 Milliarden Umsatz. Und keine Schulden. Wie ist das möglich? Wie gesagt. Das sind zwei Grundprinzipien, die sehr wichtig sind.
Das eine ist – ich sage immer zu meinen Managern, zu meinen Leuten: Wenn ihr etwas versprecht, dann müsst ihr das halten. Wenn ihr das nicht haltet, dann verliert ihr den Ruf. Und wenn man den Ruf verliert, dann kann man das nie mehr gut machen. Ich sage immer: Geld könnt ihr immer machen. Aber wenn ihr nicht euer Versprechen hält, das wird dann immer picken bleiben. Und in unserem Fall, die Abgeordneten, die gewechselt sind, die haben einen Ehrenkodex unterschrieben. Und für mich ist es unverständlich. Sie gehen zu einer Partei, die keine Werte hat. Wir stehen dafür, dass wir brauchen klare Steuergesetze…

Hans Bürger: Gut.

Frank Stronach: …wir müssen die Schulden – ganz kurz, ich bin gleich fertig – die Schulden reduzieren. Auch ganz wichtig, für was wir stehen, sind, dass die Arbeiter – wir brauchen ein Gesetz, wo die Arbeiter mit 10 % vom Profit mitbeteiligt sein können, in der Firma, in der sie arbeiten. Und ganz wichtig ist, dass die Politiker alleine Österreich nicht managen können. Man sieht das doch. Es ist wichtig, dass 1/3 von den Parlamentariern direkt vom Volk gewählt werden soll. Welche Partei hat das?

Hans Bürger: Ganz kurz haben Sie gesagt. Ich will nur jetzt einmal einen Film einspielen. Was ist denn überhaupt in diesen letzten Tagen passiert?

Frank Stronach: Ich habe gerade erzählt, was alles passiert ist.

Hans Bürger: Wir werden es gleich sehen.

Frank Stronach: Leute haben den Ehrenkodex verletzt.

Hans Bürger: Jetzt spielen wir kurz einen Beitrag ein.

[EINSPIELUNG]

Hans Bürger: Würden Sie mit Kathrin Nachbaur noch einen Abend verbringen? Zum Beispiel mit ihr Essen gehen?

Frank Stronach: Ich… Das ist Vergangenheit. Ich spreche nicht über solche Sachen. Ich habe schon jetzt vorher erwähnt: Die Reputation ist sehr wichtig. Nicht, wenn man eine Firma – ganz gleich, was man…

Hans Bürger: Sie haben mit dieser Person Nachbaur abgeschlossen?

Frank Stronach: Nein, ich möchte… Nein, ich möchte noch einmal erwähnen. Es ist ganz wichtig – wie gesagt – ich habe sehr viele Vorträge an Universitäten gehalten. Das Thema war immer: Wie kann man so eine große Firma aufbauen? Ich habe gesagt…

Hans Bürger: Aber über die Firma haben wir schon gesprochen.

Frank Stronach: Ja, aber ich möchts noch… Ich möcht’s noch…

Hans Bürger: Reden wir kurz über diesen Samstag.

Frank Stronach: Ich möchts noch einmal wiederholen: Man braucht Prinzipien.

Hans Bürger: Aber zum Wiederholen haben wir fast keine Zeit. Kurz zu diesem Samstag…

Frank Stronach: (Ich, ich, ich)

Hans Bürger: Ich weiß schon…

Frank Stronach:..ist abgehakt. Ich habe schon erwähnt…

Hans Bürger: Aus. Erledigt.

Frank Stronach: …was ist… Fertig. Schluss. Fertig. Schluss.

Hans Bürger: Haben Sie Druck ausgeübt?

Frank Stronach: Pass auf, wir haben. Pass auf…

Hans Bürger: Es heißt auch, dass Sie Druck ausgeübt haben auf Kathrin Nachbaur…

Frank Stronach: …die Wirtschaft…

Hans Bürger: …dass Sie sich’s noch einmal überlegt.

Frank Stronach: Ich habe schon erwähnt. Wieso sprechen wir so lange darüber. Ich habe erwähnt, wie ich das sehe. Und jetzt haben wir Feuer am Dach. Weil die Wirtschaft funktioniert nicht.

Hans Bürger: Ich habe mir einen riesen [Pietzel]…

Frank Stronach: Das ist einmal wichtig, einmal für die Wirtschaft.

Hans Bürger: Ich verspreche es Ihnen, wie Sie merken…

Frank Stronach: OK. OK. OK. OK.

Hans Bürger: …unterbreche ich Sie auch nicht so oft. Wir reden über die Wirtschaft; ganz viel noch. Trotzdem: wie soll es denn jetzt weitergehen? Also, mit diesen Leuten nicht. Wer sind denn die neuen?

Frank Stronach: Wir können es jetzt… Seien Sie nicht so voreingenommen, dass es mit diesen Leuten nicht weitergeht…

Hans Bürger: Nein, mit diesen beiden.

Frank Stronach: Aber Sie haben von den Leuten, die noch überbleiben gesprochen.

Hans Bürger: Na, na. Von denen, die gegangen sind.

Frank Stronach: Pass auf, lass mich mal. Die sind gegangen.

Hans Bürger: Also, die menschliche Enttäuschung… eine Frage noch…

Frank Stronach: Das ist weg. Die Leute haben gesehen und wissen…

Hans Bürger: Lassen Sie mir…

Frank Stronach: …dass sie den Ehrenkodex…

Hans Bürger: Ja…

Frank Stronach: Lassen Sie mich ausreden…

Hans Bürger: Na, nur eine Frage noch zu Frau Nachbaur…

Frank Stronach: Ja, aber die Fragen sind zu lange. Die sind viel länger wie die Antworten.

Hans Bürger: Na, na. Sie haben schon ganz lang geredet. Ganz kurz noch. Sind Sie menschlich enttäuscht von Kathrin Nachbaur? Wollten Sie sie umstimmen?

Frank Stronach: Natürlich ist man enttäuscht. Würde auch nicht… Nicht, wenn man mit jemanden so lange zusammenarbeitet, ist man enttäuscht. Ich will darüber gar nicht sprechen. Und ich habe vorher schon erwähnt: Die haben einen Ehrenkodex unterschrieben, mit den Werten und so weiter. Und, das Leben kommt, so wie es kommt. Und ich glaube, wenn man Versprechen nicht hält, dadurch kriegt man einen schlechten Ruf. Fertig. Abgehakt. Jetzt sprechen wir über die Wirtschaft.

Hans Bürger: Ha! (lacht) Also, da würden wir lange über die Wirtschaft reden.

Frank Stronach: (lacht)

Hans Bürger: Da sprechen wir noch ein bisserl über die Politik. Wer wird denn der Neue oder die Neue sein? Wer wird denn der neue Stronach-Klub aufgestellt? Sie haben jetzt nur noch sieben.

Frank Stronach: Wir haben morgen eine Pressekonferenz. Da wird alles vorgestellt, wie es in der Zukunft weitergehen wird. Das können wir dann morgen. Ich hoffe, der ORF ist dort, der da zuschauen kann.

Hans Bürger: Ganz sicher, ja.

Frank Stronach: Aber jetzt sind wir…

Hans Bürger: Aber jetzt haben Sie ein Riesenpublikum.

Frank Stronach: Aber pass auf: Wir haben so gewaltige Schulden. Wir haben so viele Arbeitslose. Sprechen wir, was wir da machen können.

Hans Bürger: Schauen Sie einmal, wieviel Zettel ich mithabe. Da ist viel Wirtschaft.

Frank Stronach: Aber da ist fast, da sind nur…

Hans Bürger: Ja, Sie haben ein bisserl viel Taferln mit.

Frank Stronach: Ich habe die Hälfte von den Taferln mit, die Sie haben.

Hans Bürger: Herr Stronach, Sie haben wahnsinnig viel Zeit heute. Sie können wirklich…

Frank Stronach: …aber sie sprechen laufend…

Hans Bürger: …hier sagen, wie geht es mit dem…

Frank Stronach: Die Fragen sind so lange.

Hans Bürger: Na, na… …mit dem politischen Klub im Parlament weiter.

Frank Stronach: Ich habe gesagt, das werden wir morgen…

Hans Bürger: Also heute sagen Sie dazu nichts?

Frank Stronach: …wir haben morgen eine Pressekonferenz. Und dann… Ich hoffe, der ORF ist mit dabei…

Hans Bürger: Sie haben den Herrn Lugar mitgenommen. Er steht da hinten und wartet. Ist das der neue Klubchef?

Frank Stronach: Morgen haben wir eine Pressekonferenz, nicht. OK?

Hans Bürger: OK.

Frank Stronach: Und jetzt reden wir über andere Themen.

Hans Bürger: Ja, reden… über ganz viele noch. Sie haben trotzdem gesagt und angedeutet, es könnte eine Überraschung geben heute. Kommt es zu der, oder war das…

Frank Stronach: Die Überraschung… Sie unterbrechen mich. Ich möchte überraschen… Die Schulden wachsen so stark. Wenn wir hier weggehen… In einer Stunde haben wir schon um 1 1/2 Millionen mehr Schulden. Die Leute sollen wissen, dass das nicht so… In einem Tag haben wir 36 Millionen, die wir für Schulden zahlen… wo die Schulden steigen. Da könnten wir 120 Häuser bauen. Man muss sich das einmal vorstellen…

Hans Bürger: Äh, Sie haben… Ja, Moment…

Frank Stronach: Die Schulden, die sich… In zehn Tagen könnten wir 1.200 Häuser bauen mit den Schulden, die wir machen.

Hans Bürger: Herr Stronach, da bin ich. Also, ich würde gerne mit Ihnen reden, statt mit dem Bildschirm.

Frank Stronach: Nein, nein, aber die Leute sollen das sehen.

Hans Bürger: Aber Sie haben ja 30 Millionen hineingesteckt auch in das politische Projekt. Da hätte man auch Häuser bauen können.

Frank Stronach: Ja, aber natürlich. Aber man kann nicht das System ändern, nicht. Wichtig ist… mit diesen…

Hans Bürger: Also, sind Sie gescheitert… Politisch. Ich rede jetzt immer nur politisch.

Frank Stronach: Gescheitert…

Hans Bürger: Wir reden über die Wirtschaft ganz sicher noch.

Frank Stronach: Ich bin noch nie gescheitert. Gescheitert ist eine negative Antwort. Ich bin nur positiv.

Hans Bürger: Dann spiele ich Ihnen jetzt den Herrn Stronach kurz vor. Einen Moment.

[EINSPIELUNG]

Hans Bürger: Naja. Die Welt hat sich weitergedreht.

Frank Stronach: Na, na, na, na, na, na, do. Pass auf amol. Wichtig ist: Ein guter Gedanke ist mehr wert, wie tausend Kanonen.

Hans Bürger: Wenn Sie sich da selbst zuschauen… Was haben Sie sich da selbst gedacht… Ganz ehrlich?

Frank Stronach: Na…. Ganz ehrlich? Na. Du, ich glaube jetzt noch wie… Natürlich. Man kann alles machen. Wie kann ein ganz ein kleiner von der Steiermark, aus armen Verhältnissen, nach Kanada gehen. Es gab Zeiten, wo ich hungrig war. Hungrig nicht, weil ich wo ein Gewicht habe wollen verlieren… Ich war hungrig, weil ich kein Geld gehabt habe zum Essen kaufen. Wie kann es passieren, dass so eine Person zwei Weltfirmen… Ich habe noch eine zweite Firma, die auch Nummer eins in der Welt ist. Wie kann das passieren? Und, und, und… jetzt sieht man das. Das ist wichtig.

Hans Bürger: Das politische Projekt geht weiter. Es gibt ja auch Gerüchte, dass Sie sagen, jetzt haue ich den Hut drauf. Politisch bleiben Sie aber dabei?

Frank Stronach: Nein, nein, das bin ja nicht ich… Ich bin ganz normal, ganz ausgeglichen. Und wenn ich irgendetwas mache, dann versuche ich es. Und wenn ich es nicht Ding, dann kann es vielleicht in 10 oder in 20 Jahren. Es gibt ja junge Leute, die werden sehen, was ich…, das System oder die Werte, die ich vorbringe, der einzige Weg ist aus diesem System. Und, noch amal, die Schulden steigen. Die Leute sollen das wissen! Im Tag haben wir 36 Millionen mehr Schulden.

Hans Bürger: Machen wir uns was aus: Wenn Sie einmal was hineingehängt haben Richtung Bildschirm, dann lassen wir’s einmal bei dem.

Frank Stronach: Aber aber, nein.

Hans Bürger: Nein, ich unterbreche Sie ganz selten.

Frank Stronach: Ja, na. Man kann sich kaum zeigen. Ja…

Hans Bürger: Ich spiel Ihnen noch einen kleinen Stronach vor. Ja, einer geht noch? Ein politischer bitte.

Frank Stronach: Ja, machen wir noch einen.

Hans Bürger: Schauen wir noch einen.

[EINSPIELUNG]

Hans Bürger: Naja, wird’s zum Bundeskanzler kommen? Wenn ja, wer soll’s denn werden?

Frank Stronach: Jaja, wird amal kommen! Man muss ja, man muss ja, man muss ja… Man soll nie irgendetwas machen, wo man net etwas glaubt. Zum Beispiel der Lincoln hat drei, viermal probiert Präsident von Amerika. Aber er ist immer gescheitert, aber er ist es trotzdem geworden.
Also man soll nie sagen, gleich aufgeben, und die… Also ich will noch einmal erwähnen…

Hans Bürger: Aber Sie wissen, wo Sie jetzt stehen in ihren Umfragen. Das wissen Sie, nehme ich an.

Frank Stronach: Aber deshalb machen wir Änderungen, deshalb haben wir ja einen Säuberungsprozess. OK. Und man kann…

Hans Bürger: Säuberungsprozess?

Frank Stronach: Man kann nicht…

Hans Bürger: Ah, Sie meinen jetzt… Ist das ein bewusst gewähltes Wort jetzt, Säuberungsprozess?

Frank Stronach: Ist ein Säuberungsprozess. Weil man kann nicht bauen auf Leute, die den Charakter nicht haben. Das geht nicht.

Hans Bürger: Sie wissen schon, dass dieses Wort in Österreich jetzt nicht sehr gut ankommt.

Frank Stronach: Naja, alles muss ja sauber sein. Es gibt ja Firmen, die Saubermacher heißen. Es gibt ja alles. Es muss ja alles gereinigt sein.

Hans Bürger: Aber da geht es um die Menschen.

Frank Stronach: Nojo, Menschen. Menschen ist es auch, wichtig ist der Charakter. Wenn der Charakter nicht stimmt, kannst du nie was bauen. Wenn der Charakter nicht stimmt, kannst du nie das Ziel erreichen. Aber reden wir… wir haben jetzt… wir sprechen über das Thema, reden wir über die Wirtschaft.

Hans Bürger: Wir reden über die Wirtschaft auch. Also, wir reden über, ich sag es Ihnen, wir reden über die Politik, wir reden über ihr Team und wir reden über die Wirtschaft und dann viele andere Themen auch noch. Ich würde jetzt sagen, schauen wir uns einmal die an, die nach wie vor sehr loyal zu Ihnen sind. Die… Wir haben zwei gefunden und da schauen wir uns jetzt einen Filmbeitrag an von Ernst Johann Schwarz und Alexander S.

[EINSPIELUNG]

Hans Bürger: Herr Stronach, zwei Berater sind jetzt nicht sehr viele. Gibt es nicht mehr, die Sie intensiv beraten?

Frank Stronach: Ahhh…

Hans Bürger: Oder brauchen Sie nicht mehr?

Frank Stronach: Ahhh… ich glaube… Zwei… je nachdem. Man hat gewisse Themen, wo man vielleicht besondere Berater braucht. Aber ich glaube für mich genügt es. Aber wenn ich immer so zuschaue, es wird immer nur Negatives gebracht.

Hans Bürger: Das war jetzt nicht negativ…

Frank Stronach: Nein, nein, nein, nein…

Hans Bürger:, Die haben doch Hymnen auf Sie gesungen, der Herr Krüger und der Herr Kaltenegger…

Frank Stronach: Sie unterbrechen mich laufend. Zum Beispiel hat einer gesagt, vom Fußball versteht er nichts, da ist er auch gescheitert. Ich habe die Austria Wien für fünf Jahre geführt. Ich habe sie fast aus dem Konkurs eigentlich fast gerettet. Wir wurden zwei Mal Meister, vier mal Cupsieger. Das wird nie mehr, das wird nimmer…

Hans Bürger: Jetzt muss ich Sie als Fußballfan…

Frank Stronach: …bitte darf ich ausreden?

Hans Bürger: Darf ich aber die Frage stellen?

Frank Stronach: Nein, Sie fragen nur.

Hans Bürger: Na, fragen Sie.

Frank Stronach: Ich kann nicht antworten, wenn Sie nur Fragen stellen. Ich denke die Fragen sollen kurz sein und die Antworten sollen wirklich die Antworten sein. Die Fußballakademien sind ja durch mich entstanden. Wenn man jetzt in der Nationalmannschaft schaut, vom Alaba bis viele andere, die kommen ja alle aus meiner Akademie. Also ich habe sehr viel dazu beigetragen, für den Fußball. Und ich glaube, so was wird nie mehr passieren, dass eine Mannschaft in fünf Jahren zwei Mal Meister wird und fünf mal Cupsieger wird.

Hans Bürger: Darf ich da als Fußballfan – das verzeihen mir jetzt die innenpolitischen Zuschauer – eine Zusatzfrage stellen. Jogi Löw, den haben sie hinaus geschmissen, weil er gegen den Letzten verloren hat. Und der ist dann mit Deutschland Weltmeister geworden. Haben Sie da den richtigen Griff gehabt?

Frank Stronach: Das sind die Umstände, nicht. Ich mag den Jogi, wir sind im Guten auseinander gegangen, aber ich glaube das passt für Österreich nicht ganz so. Weil zu mir hat er gesagt: „Burschen, ihr müsst’s Gras fressen“, nicht. Das geht nicht, das geht nicht hier. OK, und deshalb habe ich gesagt, pass auf, in Deutschland wirst du es besser machen. Vielleicht wirst dort Weltmeister. Geh nach Deutschland.

Hans Bürger: OK, gehen wir weg vom Fußball. Kaltenegger und Krüger, das sind ihre zwei Berater. Können Sie uns da ein bisschen erzählen, wie da die Beratertätigkeit abläuft. Kommen die auch nach Kanada oder gibt es da Telefonate?

Frank Stronach: Äh…, ich… Wir vergeuden so viel Zeit.

Hans Bürger: Na, wir wollen ja wissen, wer hinter Ihnen steckt.

Frank Stronach: Ich hab schon vorher… Ich kenne den Michl Krüger schon für viele Jahre und wir treffen uns öfters und wir haben sehr nette Gespräche. Er hat sehr viel Erfahrung. Und den Joschi Kaltenegger kenne ich weniger lang, macht mir aber einen sehr guten Eindruck, dass er einen guten Charakter hat und auch intelligent ist. Also, ich… Zum Beraten, ich hab wenig Berater.

Hans Bürger: Treten Sie an in Oberösterreich, das Team Stronach?

Frank Stronach: Das Team Stronach. Nein das Team Stronach wird nicht antreten. Aber der Leo Steinbichler hat zu immer gesagt, er möchte gerne beim Team Stronach bleiben. Ich habe zu ihm gesagt, pass auf, aus der Reihe darf man nicht mehr tanzen. Aber wenn ahhh… und er sagt mir, kann ich ihm einen Wunsch erfüllen, er möchte gerne in Oberösterreich antreten. Habe ich gesagt, dann muss es eine neue Partei, eine neue Gruppe sein. Den Namen Stronach kannst nicht verwenden und kein Geld geb ich auch nicht. Aber ich habe ein gutes Verhältnis mit dem Leo Steinbichler und er möchte gerne in Oberösterreich antreten, weil er ist von Oberösterreich. Und er hat schon angekündigt, dass er antreten wird und vielleicht macht er das recht gut.

Hans Bürger: Also ohne Stronach wird er antreten. Ohne den Namen Stronach?

Frank Stronach: Der Name Stronach da muss ähhh… wir haben das alles ein bisserl schnell gemacht. Wir haben auch Fehler gemacht, ohne Zweifel. Und es ist schwierig. Es sind so viele, also man will ja verhindern, dass ja keine neue Partei reinkommt und besonders niemand gleich Stronach. Weil der könnte gefährlich sein, der könnte das System ändern. Ich möchte nur einmal sagen, das zu den Zuschauern, im Laufe der Jahre war ich ins sehr vielen Aufsichtsräten, ich war in Aufsichtsräten von Banken, Spitälern, Universitäten, New Yorker Stuck Exchange und ich bin bekannt. Es ist eine Marke in der Welt. Frank Stronach hat sehr viel Erfahrung gemacht und sehr viel Soziales. ‘

Hans Bürger: Wien, werden Sie, in Wien werden Sie nicht antreten. Warum eigentlich nicht?

Frank Stronach: In Wien, nein – wir haben, nicht, wir haben durch Probleme, die wir in der Partei gehabt haben. Wir müssen uns neu orientieren. Wir haben einen Neustart. Wir müssen die Themen, die sehr wichtig sind, müssma zum, müssen wir zu den Bürgern bringen, zu den Leuten. Aber wir haben nur, unser Team, war vorher nur geredet, was nebensächlich, zum Schluss, wenn die fertig war, hat keiner gewusst, von was die gesprochen haben. Wir haben – ganz wichtig, nicht. Gehen wir noch einmal zurück auf die Wirtschaft, dann könn ma, seh ma noch wie überbleibt.

Hans Bürger: (lacht)

Frank Stronach: Wichtig ist, ja… die Wirtschaft…

Hans Bürger: (lacht) Sie moderieren so gern.

Frank Stronach: Für die Arbeitslosen, sind das jetzt. Sie haben eine sichere Anstal-, Anstellung, wahrscheinlich pragmatisiert…

Hans Bürger: Na, das geht ja gar nicht. Ich bin ja kein Beamter.

Frank Stronach: Aber jeder Zuschau… wir haben vierhundert, wir haben 450. Na, das wundert mich sowieso. In Österreich Beamte, Arbeiter, Angestellte, was haben wir da für Klassenunterschiede. Ich versteh’ das nicht. Also, äh, die Wirtschaft kann ja nicht von …, die Wirtschaft kann ja nicht, die kann ja unmöglich funktionieren, ich geb hier…

Hans Bürger: Ich unterbreche Sie ja so ungern.

Frank Stronach: Ich geb hier ein kleines, ich geb hier ein…

Hans Bürger: Aber gut, ja.

Frank Stronach: Ich geb hier eine kleines. Das ist…

Hans Bürger: Aber Sie lesen nicht das Buch…

Frank Stronach: …das Steuer.

Hans Bürger: Herr Stronach, bitte.

Frank Stronach: Nein, ich hab, ich les das in der Abend, zur Abendlektüre. Ist zu lesen wie ein Telefonbuch, schaut auch gelb aus. Aber zum Bei… ich, ich könnte so viel Taus-, Hunderte von, von, von Passagen reden. Ah, ah, wir haben hier… nicht, da muss ich kurz auf, da sind so viel Seiten drinnen.

Hans Bürger: Aber was kommt denn jetzt ungefähr, nur dass ich es weiß?

Frank Stronach: Na, na, na, hier, ich les jetzt nur eine, eine, eine, einen kleinen Paragrafen.

Hans Bürger: (stöhnt) No. Servas.

Frank Stronach: „Die Umsätze der Blinden (§6 Z10 UStG 1972), wenn sie nicht mehr als drei sehende Arbeitnehmer beschäftigen und die Voraussetzungen der Steuerfreiheit durch eine Bescheinigung über den Erhalt der Blindenbeihilfe oder durch eine Bestätigung der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde oder durch den Rentenbescheid oder eine Bestätigung des zuständigen Bundesamtes für Soziales und Behindertenwesen nachweisen. Nicht als Arbeitnehmer gelten der Ehegatte, der eingetragene Partner…,“

Hans Bürger: Ich drehe nur meine Uhr zu Ihnen… Wie lange sie schon lesen.

Frank Stronach: „…die minderjährigen Abkömmlinge, die Eltern des Blinden und die Lehrlinge. Die Steuerfreiheit…“

Hans Bürger: Herr Stronach… (lacht)

Frank Stronach: „…gilt nicht…“

Hans Bürger: Ja.

Frank Stronach: Bin fertig. „…für die Umsätze von Gegenständen, die einer Verbrauchsteuer unterliegen, wenn der Blinde Schuldner der Verbrauchsteuer ist.“ Also, wir haben, schauen’s einmal rein da in die Bücher, das sind, wie kann da ein Land funktionieren. Also ich, für mich ist es unverständlich, das sind Tausende von Paragrafen. Also, ich könnte noch einmal… aber… Zeit. Schauts einmal rein in die Bücher.

Hans Bürger: Jetzt haben Sie drei Minuten übrigens durchgeredet.

Frank Stronach: Okay, gut.

Hans Bürger: Ja, ich wollte noch einen einzigen Punkt, bevor wir…

Frank Stronach: Ja.

Hans Bürger: …zur großen Wirtschaft kommen, behandeln. Wie Sie in die Politik überhaupt gekommen sind. Und auch dazu haben wir eine kleine Einspielung vorbereitet.

[EINSPIELUNG]

Hans Bürger: Ihre Freunde haben wirklich gesagt „Bist deppert?“ zu Ihnen?

Frank Stronach: Ja, viele Freunde haben gesagt: „Frank, warum tust dir das an?“ Aber, das Leben ist kaum beschr-, ist unbeschreibbar eigentlich, wie gut das Leben zu mir war. Ich hab hinter meiner Farm einen großen Wald, wenn ich da manchmal spazieren geh und setz mich auf einen Baumstock hin oder auf einen Stein, dann lass ich mir so, wie gut das Leben zu mir war. Und, und ich glaub, ich hab ein Gewissen, und auch, vielleicht auch eine Verpflichtung.

Und ich fühle mich begnadigt, dass ich versuchen kann, den Geist, das Denken zu erwecken in Österreich, dass es nicht so weiter gehen kann. Und weißt, wenn man mal hungrig war und unten, ganz unten ist. Und alle hintreten. Und dann, ich war immer schon gegen Ungerechtigkeiten und. Äh, und ich weiß es ist, es ist leichter den Bach runter zu schwimmen. Ich weiß, es ist leichter mit dem Wind zu fliegen. Aber ich bin wer ich bin. Und ich bin so unabhängig, ich kann das sagen, was mir am Herzen liegt.

Und ich versuche konstruktiv zu sein. Und niemand kann sagen, dass ich meine Stimme mal erhoben hab. Oder, äh, also ich, ich, ich bin begnadigt, dass ich das für Österreich machen kann. Wenn wir keine Änderungen machen, wenn nicht bald die Konsequenzen ziehen

(unterbricht) Eine private Frage noch, eine.

…dann fahren wir gegen die Wand.

Hans Bürger: Wer ist der wichtigste Mensch in Ihrem Leben? Gibt’s jemanden, wo Sie sagen, da kann ich mich immer drauf verlassen, da zieh’ ich mich zurück?

Frank Stronach: Du, alle Menschen sind wichtig. Natürlich mit der Familie ist man, äh, noch enger. Ich hab eine Enkeltochter und ich sage immer: „Das ist die einzige Frau, die mir einen Befehl geben kann.“ Aber weißt, die sagt, die fragt so nett, dass ich eigentlich, ah, dass ich nie ‘Nein’ sagen kann. Also natürlich hab ich, ah, also Freunde, die, die wo man ein bisschen näher über Dinge spricht. Ja?

Hans Bürger: Jetzt kommen wir zur Wirtschaft. Jetzt habe ich mir das ein bisserl angeschaut, was Sie so sagen. Zum Beispiel beim Thema Energie sagen Sie, die Gesellschaft muss sich von Energie aus Öl trennen. Die Strommasten muss man zu Windrädern umbauen. Sie sind kritisch zur Gentechnik. Sind Sie im Herzen ein Grüner?

Frank Stronach: Das bestimmt nicht. Das, das, so etwas habe ich nie. Du, du, man kann mich aufwecken, jederzeit. Ich weiß, was ich sage. Natürlich muss man versuchen, dass man… wir alle wissen, wir verbrauchen soviel Öl im Tag, was, als ob die Donau runterspricht, wenn man alles zusammenzählen würde, von Tokio, Los Angeles, Paris, Moskau, also das ist mehr als ob die Donau runterspri…, runterrinnt. Und wir alle wissen, das wird früher zu Ende gehen wie später. Und natürlich muss man da auch schauen, wo kann man noch Energie herbringen und Windräder und, und, Sonnending. Das sind alles wichtige Elemente. Und ich möchte auch sagen, ich habe das erste Elektroauto gebaut. Und, und, ah, wir waren die ersten von General Motors, wo ich, wo ich ein Elektroauto umgebaut hab, was in Kalifornien benützt wird, mehrere. Und ich war auch zuständig, nicht, für, nicht, ich hab den E, den Ford Escort, das ist das meistverkaufte Auto in der Welt, wo ich diesen Escort also elektrifiziert habe. Ich bin dann nach Detroit runtergefahren zum Präsidenten von Ford und der gleich, wir haben gleich, eine, eine, eine Ding unterschrieben, einen Vertrag.

Hans Bürger: Sind Sie ein Grüner im Herzen?

Frank Stronach: Ein Grüner ich… ah.

Hans Bürger: Oder haben Sie grünes Gedankengut?

Frank Stronach: Ah, ich seh nicht grün, ich seh nicht. Das ist alles. Natürlich, die Umwelt. Wir, wir, wir atmen die gleiche Luft. Wir trinken das gleiche Wasser. Die Umwelt ist ja sehr, sehr, sehr wichtig. Und die, das Wichtigste ist: Können wir ausbalancieren die Wirtschaft mit der Umwelt, das ist die Frage?
Würden Sie gerne politisch mit den Grünen zusammenarbeiten oder sagen Sie, das…?
Noch – nein, das sind, die haben keine, da sind keine Werte da. ‘ Nicht, äh, wie da der ESM, der… das heißt, der europäische Stabilisierungsmechanismus. Wie das zum am, die haben alle zugestimmt, das waren eigentlich nur, äh, äh, nur also um, um Fehlinvestierungen der Banken, nicht? Also zu helfen und weil ma jetzt amol sind, die haben hier gsehn, da wurd i davor gfragt ja, da i gsagt hab, wir müssen das überdenken, wenn… äh… wenn Berufskiller irgend… sogma des Kind eines Richters erschießt, oder was, wir müssen mal, da würde ich die ganze Demokratie.. äh… gefährdet sein, oh, da müss’ ma nach, nimm das ernst, aber ich komm jetzt auf den Punkt.

Hans Bürger: Also Sie…

Frank Stronach: Ich komm jetzt auf den wichtigsten…

Hans Bürger: Sie wiederholen das jetzt noch einmal.

Frank Stronach: Ich komme jetzt auf den wichtigsten Punkt, bitte lassen Sie weil… Niemand: Wir schauen alle Fernsehen. Wir sehen, wie Tausende von Frauen und Tausende von Kindern abgemetzelt werden. Niemand rührt den Finger, niemand. Niemand schreibt Protestschreiben. Wir lernen von der Geschichte nicht, wie der Hitler das gemacht hat, ich verstehe das nicht, es müsst Notschrei geben – zur UNO, zur NATO… die Lösung ist, wir müssen Spezialtruppen runter schinden, ähm, äh, schicken, oder senden, in die Länder und Schutzzonen errichten, damit die …

Hans Bürger: Wer?

Frank Stronach: …die… durch die UNO Wir müssen da Schutzzonen wo diese, wo die die Flüchtlinge, die durch Religion und politische Ding hier, muss Schutzzonen also errichten könnten, und das, und das würde die Lösung sein. Wenn man bedenkt, hier jetzt sind ein paar Tausend kommen, die nächste Welle ist halt a paar Hunderttausend und dann die Welle kommt für Millionen, also eine Völkerwanderung.

Hans Bürger: Jetzt haben’s so viele Themen angeschnitten, ganz kurz…

Frank Stronach: Ja?

Hans Bürger: …Sie sind beim Auto jetzt draufgekommen, auf das was Sie jetzt sagen, also wie Sie dann mit Hanno Settele Auto gefahren sind, würden Sie sagen, Sie sind, Sie bleiben dabei, Sie sind für die Todesstrafe…

Frank Stronach: Äh, hä, ich sag wir müssen…

Hans Bürger: …in bestimmten Situationen…

Frank Stronach: Ich persönlich welche Ding hier, ich… äh… ge… gewisse Dinge das ist es sehr sensibel, und soll auch sein. Und ich werde nie sagen, dass Geistesgestörte… Aber, ich sage nur muss, man muss das durchdenken, wenn die ganze Demokratie, sag ma wia, es gibt ja Zustände wie sag ma in Kolumbien, nicht? Wir alle wissen Drogenmafia hat lang, lang, äh lang k… kontrolliert. Und in Italien, haben ja auch die Mafia großen Einfluss gehabt immer. Und da wurden auf Leute… äh… getötete oder, wir müssen uns das ja überlegen um Demokratie, sonst bricht alles zusammen.

Hans Bürger: Die Todestrafe in bestimmten Situationen. Jetzt sitzt keine Dr. Nachbaur mehr hinter ihnen, die sagt “Frank, da Spiel ich nicht mit”.

Frank Stronach: Pass auf, die, die Frau Nachtuhr brauch’ ich wirklich nicht.

Hans Bürger: Aber damals hat sie Sie zurecht gewiesen. Jetzt sitzt sie nicht da.

Frank Stronach: Das ist ihre Anschauung, ich hab nur erwähnt, das ist ein sehr ernsthaftes Kapitel. Das kann, wo die ganze Demokratie, das ganze Land, zu-, zammenbrechen kann. Da müssen wir das ernsthaft durchstudieren. Okay?

Hans Bürger: Die Todesstrafe, gut. Jetzt. Oder nicht gut (lacht). Jetzt sagen Sie, äh, man soll vor Ort helfen – wenn ich Sie richtig verstanden habe.

Frank Stronach: Äh, nein, nein.

Hans Bürger: damit keine weiteren Flüchtlinge kommen, oder?

Frank Stronach: Na, was mich wirklich zum Bedenken gibt, was haben wir für eine Gesellschaft hier, die sitzen alle ruhig zu und schauen Fernsehen, und und und sehen wie tausende Frauen und Kinder abgemetzelt werden. Wie kann das passieren? Wie kann das passieren? Lernen wir nicht von der Geschichte? Das muss ja Notschreien, Aufschrei. Und das ist die, das ist die, die, die zivilisierteste … ah… ah…. Struktur, die man haben könnte. Spezialtruppen, Sicherheitszonen zu errichten, und den Leuten zu helfen…

Hans Bürger: Wo überall?

Frank Stronach: …die Politischen. Wo immer die Länder sind. Wir haben genug Truppen. Wir haben genug Personal. Und wir haben, es ist eine, es ist eine Sache der Zivilisation, für zivilisierte Leute drüber nachzudenken.

Hans Bürger: Was bedeutet das für Österreich? Weil Sie sagen, in der Asylfrage, “da kommen immer mehr, da kommen immer mehr”. Wie sehen Sie dieses Problem?

Frank Stronach: Na ich mach jetzt eine kurze Frage, Sie haben den Herr Strolz gefragt, wie viel, ah, Asylbewerber er aufnehmen würde. Wie viel würden Sie aufnehmen?

Hans Bürger: Ja, das hab ich ja gestern schon in der Zeitung gelesen, dass Sie mich das fragen, ja ja (lacht).

Frank Stronach: Aber ich möchte dass Sie auch sagen, das ist eine Frage, wie viel würden Sie aufnehmen?

Hans Bürger: Na-, Natürlich ist das ein schwieriges Thema…

Frank Stronach: Is ned schwierig.

Hans Bürger: Na, es ist ein schwieriges Thema, vor allem deshalb weil wir hier vereinbart haben, dass ich die Fragen stelle und Sie die Antworten. Aber wir können gerne diskutieren.

Frank Stronach: Ist ja schön wenn ma auch Fragen stellen kann.

Hans Bürger: Na dann drehen wir es um, dann frage ich Sie jetzt noch ein mal, würden Sie Familien aufnehmen, oder haben Sie…

Frank Stronach: Ich hab bewiesen… da war mal ein- ein- ein- eine große Hurricane in Louisiana, da wurden Hunderttausende, also Tausende, da hab ich fünfhundert Flüchtlinge gleich Quartiere hergestellt, gleich de ham no mehr, ganzes Dorf, für denen gebaut. Also ich, wenn es Sozialfragen kann, kann sich niemand messen mit mir.

Hans Bürger: Was ist jetzt mit Flüchtlingen? Sie haben einmal gesagt man muss unterscheiden zwischen Wirtschaftsflüchtlingen und anderen Flüchtlingen. Wie sehen Sie diese Situation jetzt in Österreich?

Frank Stronach: Äh, wie es jetzt ist, das war sch… das war sch… schlecht geplant. Das war schlecht, also, man hat nie drüber gedacht.

Hans Bürger: Wo sollen sie hin?

Frank Stronach: Na wo sie, wir müssen alles mobilisieren, um Sicherheits… äh um Sicherheitskräfte Militär in die Länder rund ober diese Probleme sind. Und Schutzzonen errichten. Das würde nur eine Fraktion kosten, was es jetzt kostet. Aber, äh, nicht die Österreicher ist ein kleines Boot, ah, es haben nur so viele Platz, dann geht’s über. Europa ist ein kleines Boot. Jetzt kommen dann, nicht, zum guten Glück sind wir alle zivilisiert, nicht, ah, also wenn jetzt die alle kommen, jetzt sind es, jetzt sind es etliche Tausend dann sind es Hunderttausend dann sind’s Millionen, wir erschießen die doch nicht, das ist ja unzivilisiert. Es geht nicht. Es ist eine, also, Europa würde, es würde Selbstmord sein. Also deshalb, wir brauchen… mich stört es, es gibt kein rationales Denken. Also, für mich ist das so klar, und ich, ich wundere mich, warum die Leute sich nicht aufregen, es ist eine ganz eine klare Sache, die, die Flüchtlinge wollen, die… würden dort sein wollen, wo ihr Land ist und im Laufe der Zeit, durch Belehrung, durch Schulen können ma diese fanatische Räuberbanden vielleicht, dass die, als dass die, ah, dass ma… ein Umdenken gestalten kann.

Hans Bürger: Jetzt kurzen Sprung ins Jahr 1954. Da sind Sie gegangen. Jetzt kann ma sagen: Wirschaftsflüchtling ist ein blödes Wort, ja, wieso sind Sie eigentlich nicht in Österreich geblieben, damals?

Frank Stronach: Ich war ein junger Bua. Ich war, was war ich? 18, 19 Jahre. Ich hab die Welt wollen sehen, keine großen Illusionen gehabt. Die erste Zeit war sehr schwer, hab schon vorher erwähnt, ich war hungrig. Hungrig, weil ich, äh, kein Geld gehabt zum Essen kaufen. Das lässt so tiefe Eindrücke. Und da, und da erfahrt man so viel… äh, ah, ah… also an Ungereimtheiten, und und und ah, Behandlung, und das lässt tiefe Eindrücke. Und deshalb, ich hab die Möglichkeit, ich bin so frei, dass ich für die Leute kämpfen kann, die unten auf der niedrigsten Stufe sind. Und da kommt man auch dort hin, ich hab einen Do-Tank errichtet, in Washington. Es gibt so viele Think-Tanks, die nur immer denken, die tun nie was. Zum Beispiel ich sage, ich hab, ah, ich treffe sag ma den Chairman von der Republican Party, von der demokratischen Party, ich treffe, und ich sage zu denen: “Ich sehe Amerika als das letzte Land, wo vielleicht das freie Wirtschaftssystem überleben kann. Ohne freien Wirtschaftssystem kann es keine freien Nationen geben.” Aber ich hab gesagt, “ihr habt’s kein Problem, wo ein Arbeiter euch wählen sollt”. Wir müssen es, die die, in der Zukunft kann keine Gesellschaft bestehen, wenn nicht ökonomische Demokratie haben. Die Magna, die ich aufgebaut, ist ja eine neue Kultur. Wir nennen es das faire Wirtschaftssystem, die Grundphilosophie von fairen Wirtschaftssystem ist, die Menschenrechtsverfassung, und alleine ist sie nicht gut genug. Wir müssen sie verstärken durch ökonomische Rechtsverfahrensgesetze. Ökonomische Rechtsverfassungsgesetze würden zu ökonomischen Demokratien führen. Und ökonomische Demokratien sind die Basis an und für sich für Demokratie. Und das ist ein unserer Werte, ein unserer Werte wie in unserer Partei, wir sagen die Arbeiter haben ein moralisches Recht auf einen Teil des Profites, den sie durch ihren Fleiß mit der Wirtschaft hat. Sagt eine andere Partei das, wo sind die Arbeiterparteien?

Hans Bürger: Ganz kurz…

Frank Stronach: Ich bin der Einzige, wir, unsere Partei, wir sind für die Arbeiter.

Hans Bürger: Wenn jetzt jemand nach Österreich kommt, von wo anders. Und zwar nicht weil Krieg herrscht in seinem Land, sondern weil er, unter Anführungszeichen “Wirtschaftsflüchtling” ist, macht er dann nicht was ähnliches wie Sie selbst? Würden Sie das verstehen?

Frank Stronach: Ich verstehe ja ihre.. Ja wir sind ein kleines Land, und das hängt nicht, wir sollen ja auch, ahh, wir sollen, das Land soll nicht so verschlossen sein, dass wir uns nach außen hin nicht bewegen, äh, nicht mehr bewegen und nehmen und abschirmen, nicht. Es gibt wunderbare Kunst in Ländern. Es gibt sehr kluge Köpfe in den verschieden Ländern. Wir sollen immer offen sein, dass wir eine weltoffene, ah, Kultur und Land haben.

Hans Bürger: Wie gefällt Ihnen denn Europa, so wie es derzeit verfasst ist? Was hat man in Griechenland richtig und falsch gemacht?

Frank Stronach: Ein Europa geht den Bach runter. Was man in Griechenland gemacht hat, das war ein Verbrechen gegen Griechenland. Wie die Hochfinanz gesehen hat, dass Griechenland zur EU kommt, da haben sie, haben sie Milliarden reingepumpt. Wie sie gesehen haben, dass die Griechen, die haben schon Tausende von Jahren so gelebt. ‘ … also was ist falsch, ein bisschen mehr am Strand zu sein, ein bisschen mehr an der Bar. Wie sie gesehen haben, die Griechen ändern sich nicht, dann haben sie Angst gekriegt. Dann sind sie zur Regierung: “Wir brauchen das Geld. Wir brauchen das Geld”’.

Hans Bürger: Ja, was heißt das jetzt? Wären Sie vielleicht…

Frank Stronach: Ja, was soll das heißen? Das ist ein Verbrechen an der griechischen Bevölkerung.

Hans Bürger: Ja, aber was hätte man jetzt tun sollen? Einen Grexit?

Frank Stronach: Nein, nein, nein, nein, nein…

Hans Bürger: Oder Insolvenz gehen lassen?

Frank Stronach: Was man jetzt macht, wir helfen nur den Banken. Wir sollen den Leuten helfen.

Hans Bürger: Na schon, aber was machen wir jetzt? Sie haben doch mal gesagt, einen Landes-Euro haben Sie einmal gesagt.

Frank Stronach: Wir machen jetzt einen Blödsinn. Wir helfen den Banken. Die Banken, die, das die das… die Griechen selbst kriegen ja kaum ein Geld… die haben ja nichts davon. Wir haben immer schon gewusst, die Südstaaten waren Agrarstaaten. Wir haben schon gewusst, die nördlichen Staaten waren Industriestaaten. Das war nie ein faires…

Hans Bürger: Die hätten gar nicht in die Europäische Union kommen sollen, auch nicht in den Euro?

Frank Stronach: Nein, nein, nein. Nein von dem spricht er nicht. Wenn man das durchliest, was ich vorschlage, das sind vernünftige, vernünftige Strukturen, die in der Praxis schon existieren und so weiter. Nein. Ich bin für einen Euro. Aber jedes Land soll seinen eigenen Euro haben.

Hans Bürger: Ja, aber, ich, ich habe schon damals nicht verstanden. Dann kann er dann Schilling heißen.

Frank Stronach: Pass auf…

Hans Bürger: Nein, ich verstehe das schon.

Frank Stronach: Setzen wir uns mal zwei Stunden zusammen, dann wirst du es verstehen.

Hans Bürger: Na, ich habe Volkswirtschaft studiert, so ganz blöd bin ich da auch nicht.

Frank Stronach: Das habe ich nicht gesagt. Das ist ein sehr, das ist ein sehr…

Hans Bürger: Na, aber ich verstehe es nicht.

Frank Stronach: …ein sehr heikles Thema und ein kompliziertes Thema.

Hans Bürger: Ja, ich habe es nicht verstanden. (Pause) Vielleicht schaffe ich es wirklich nicht, es zu verstehen.

Frank Stronach: Nochamal… Pass auf…

Hans Bürger: Man kann doch nicht… wo ist der Unterschied, wenn ich…

Frank Stronach: Setzen wir uns mal zwei Stunden in ein Gasthaus und trinken ein Glaserl Wein…

Hans Bürger: Das machen wir sehr gerne.

Frank Stronach: Du bist ja aus der Steiermark.

Hans Bürger: Nein, ich bin aus Oberösterreich.

Frank Stronach: Aus Ober…, aber ja, aber ja ok.

Hans Bürger: Wo ist der Unterschied, wenn ich zurückgehe zur Drachme, zur DM, zum Schilling. Was weiß ich… Was ist der Unterschied zu einem Landes-Euro.

Frank Stronach: Da ist ein großer Unterschied. Die Idee, die Grundidee ist ja davon…

Hans Bürger: Die ist richtig, oder?

Frank Stronach: …dass wir…, dass wir uns letztendlich, dass wir uns einander verstehen, dass wir zusammenkommen. Wenn der Drachme, wenn wir Griechenland allein lassen hätten, und sie hätten einen Euro gehabt sagen wir zum gleichen Wert wie der Drachme, langsam… Weil wir Menschen wollen immer schauen, wo irgendetwas gut gemacht wird, das wollen wir doch kopieren. Und langsam über drei, vier Generationen werde dann wenig Unterschied gewesen sein. Aber jetzt… du kannst, das ist ja unmöglich. Eine Fehl.., eine Fehlgeburt. Da wurden so viele Fehler gemacht und da, ja. Also, noch einmal: Griechenland war ein Verbrechen gegen Griechenland. Wir haben nur die Banken gerettet.

Hans Bürger: Österreich, Sie sagen Verwaltungskosten – habe ich nachgelesen -, pro Jahr um fünf Prozent senken. Das wird aber sehr schwierig werden. Würden Sie eine Ebene herausziehen?

Frank Stronach: Ich, ich, ich, ich…

Hans Bürger: Würden Sie, ich weiß nicht, die Bezirkshauptmannschaften einstellen oder, oder die Bundesländer…

Frank Stronach: Nein, ich, ich, ich bin immer sehr…, ich glaub, ich bin sehr zivilisiert. Man kann nie reingehen mit einer Motorsäge. Weil es sind Menschen damit verbunden. Aber man kann leicht, leicht fünf Prozent. Wenn wir es nicht machen, nicht, wenn wir zu den Griechen schon damals, vor fünf, zehn Jahren gesagt hätten: “Ihr müsst um fünf Prozent…”, dann würden sie gut dastehen. Und wir, wenn wir so weitermachen in Österreich müssen vielleicht um zehn Prozent reduzieren. Jetzt, wenn wir noch darüber nachdenken, wenn wir klug… Und ich bin jederzeit bereit mit dem Finanzminister, mit dem Bundeskanzler… ich habe kein Patent für, für gute Dinge, nicht. Ich will der Menschheit dienen, ich will Österreich dienen. Also wir, wir… aber wo die Verwaltung zum Beispiel.

Hans Bürger: Aber…

Frank Stronach: Schau dir die ganzen Kammern an. Pflichtbeiträge, da kann man mal einsetzen, dass in den Kammern jedes Jahr um 20 Prozent die Pflichtbeiträge verkürzt werden.

Hans Bürger: Ja, da kommen auch nicht auf fünf Prozent…

Frank Stronach: Es werden noch immer welche dabei sein, die nicht freiwillig. Also, in fünf Jahren wird es keine Kammern geben, aber wenn die so gut sind, dann würden die freiwillig sagen: “Das ist eine gute Sache, davon profitiere ich. Da bin ich ein Mitglied.” Schau ma mal, ob das so passiert. Wett ma das, wett ma das, wie das sein wird, wenn die Kammern bestehen, wenn kein Pflichtbeitrag ist. Dann können wir wetten darauf.

Hans Bürger: Sie sagen auch, Gemeindewohnung privatisieren. Sagen Sie auch.

Frank Stronach: Das ist ja ein Ding. Gemeindewohnung warum? Die Leute sollen Besitzer sein. Man soll Leute helfen können und dann braucht man eine starke Gemeindewohnung. Die Leute, die dort wohnen, sollen günstige Möglichkeiten haben, die Wohnung zu kaufen und zu besitzen.

Hans Bürger: Aber, wenn ich… das sind alles Vorschläge…

Frank Stronach: Nein, das gar nicht…

Hans Bürger: …die möglicherweise in Ihrem Sinn sind. Aber wie wollen Sie auf fünf Prozent kommen?

Frank Stronach: Du. Ich, ich kann mich hier nicht, die ganze Ding. Das würde, wir würden ein paar Stunden dazu brauchen. Dann kann ich ganz deutlich erklären, wie leicht es geht und wie können wir, wie können wir wieder eine gutes Wirtschaftsfundament haben.

Hans Bürger: Nationalrat auf 150 verkleinern, haben Sie einmal gesagt.

Frank Stronach: Na, das ist noch immer zu groß für so ein kleines Land wie Österreich. Wichtig ist, was ich gesagt habe: Äh, wir müssen verstehen, die Regierung ist das Managementteam eines Landes. Und unglücklicherweise besteht sie aus Politikern. Das Mandat eines Politikers ist gewählt zu werden oder wiedergewählt zu werden. Das heißt, alle Entscheidungen werden gefällt, was muss ich tun, um wiedergewählt zu werden. Nicht, was muss ich tun, um dem Volk zu dienen. Und deshalb sage ich: Zwei Perioden würden genug sein. Dann sollten die Politiker wieder raus, unter der Bevölkerung und mit diesen Gesetzen, diesen Paragrafen leben, die sie im Parlament beschlossen haben. Keine sicheren Staatssesseln, dann würden sie sehen, wie schwierig es ist für die Leute hier in Österreich zu leben. Wenn man von den Pensionisten redet. Da gibt es über eine Million, die nur 500.000… äh… 50, 500 Pension haben im Monat. Es gibt über eine Million, die weniger wies 1.500 verdienen im Monat. Wie kann man da leben? Die Angestellten und die Beamten haben das Zehnfache. Also, was haben wir für eine Gesellschaft hier? Was haben wir für eine Gesellschaft?

Hans Bürger: Herr Stronach…

Frank Stronach: Ich kann das sagen …

Hans Bürger: Sie dürfen alles sagen, gleich noch viel mehr.

Frank Stronach: OK.

Hans Bürger: Ich lade Sie jetzt ein zu einer letzten Wanderung, da rundum diese schöne …

Frank Stronach: Ja (trinkt).

Hans Bürger: …Gegend hätte ich fast gesagt… Rund um diese…

Frank Stronach: Das ist eine schöne Gegend.

Hans Bürger: Ja, das ist eine schöne Gegend. Ja, rundum diese…

Frank Stronach: Ja, eine schöne Stra… Gegend.

Hans Bürger: Die Kameras hier.

Frank Stronach: Ja.

Hans Bürger: Wir gehen jetzt zu unserer letzten Position.

Frank Stronach: Ja.

(kurze Pause)

Hans Bürger: Wenn Sie die erste Sendung gesehen haben, dann wissen Sie eh, was nun kommt. Das ist eine Art Wordrap. Wo ich Sie einfach ersuche…

Frank Stronach: Bi-, bitte, das ist wie im Kindergarten…

Hans Bürger: Na, nicht Kindergarten.

Frank Stronach: Ich habe Kinder sehr gerne. Wir haben so wichtige Sachen im Land zu reden.

Hans Bürger: Eh, aber… wir haben jetzt ganz viel geredet.

Frank Stronach: Nein, das kann man… schicken Sie mir das zu und ich beantworte das schriftlich. Die kleinen Fragen. Welchen Roman, welchen Film…

Hans Bürger: Na, na, na…

Frank Stronach: …bitte, wir haben so wichtige … es würde noch so viel zum Erzählen sein… die Leute sollen auch noch wissen.

Hans Bürger: Jetzt waren wir alle so diszipliniert…

Frank Stronach: Das Team Stronach ist die einzige Partei, die neue Werte, die das System ändern könnten.

Hans Bürger: Das wissen wir.

Frank Stronach: Wenn ihr mir zuhört, dann meldet ihr euch, seid beim Team Stronach dabei. Das ist die Zukunft für Österreich.

Hans Bürger: Wir machen jetzt keinen Wahlkampf. Ich spiele jetzt trotzdem die Rubrik ein, die wir vorgesehen haben.

Frank Stronach: Ja.

[EINSPIELER]

Hans Bürger: Das Vertrauen zu jemandem verliere ich, wenn…

Frank Stronach: …wenn sie den Ehrenkodex ignorieren. (lacht)

Hans Bürger: Ich kann mich schwer kurzfassen, weil…

Frank Stronach: Ähh, weil meine Zeit sehr wichtig ist.

Hans Bürger: Ein Leben ohne Arbeit kann ich mir nicht vorstellen, weil…

Frank Stronach: …weil Arbeit für mich ist nicht Arbeit. Arbeit ist für mich, wenn ich ökonomisch gut dastehe, dann kann ich etwas dazu beitragen zu einer besseren Welt.

Hans Bürger: Frauen bedeuten für mich…

Frank Stronach: Frauen bedeuten für mich… äh… Sie sind Menschen wie wir. Und man muss versuchen, mit jedem Menschen sehr respektvoll umzugehen, ja.

Hans Bürger: Menschen wie wir ist eine interessante Annäherung. Was andere von mir denken, ist mir egal, weil…

Frank Stronach: Nein, das möchte ich nicht sagen. Jeder will haben, dass man respektiert ist. Jeder will… Wichtig für mich ist, was meine Freunde über mich denken. Das ist mir… meinen Freunden erkläre ich immer, warum ich das und das mache. Aber ich kann natürlich – natürlich die Medien sind nicht sehr freundlich zu mir. Die stellen mich immer ganz anders da, wie ich bin. Immer wenn ich zum… Ich habe so viel gemacht für Österreich. Ich hab 12.000 neue Arbeitsplätze, Milliarden an Steuern durch die Lohn-, die Umsatzsteuern und das alles.

Hans Bürger: Äh…

Frank Stronach: Ich habe 150 Millionen an Sozialspenden gegeben…

Hans Bürger: Wenn ich plötzlich arm wäre…

Frank Stronach: Ich bin das gewöhnt. Ich bin das einfache Leben gewöhnt.

Hans Bürger: Wenn mir jemand widerspricht, dann…

Frank Stronach: Dann… äh… wenn das eine Dummheit ist, dann ignoriere ich das. Wenn wer etwas spricht und das macht guten Sinn, ich, man kann immer dazulernen.

Hans Bürger: Meine größte Fehlinvestition war…

Frank Stronach: FS: Nein, ich habe nie das gesehen als Fehlinvestition. Manchmal setzt man, manchmal setzt man sich zurück und denkt darüber nach, hätte das Geld vielleicht irgendwie anders investieren oder einbringen können? Natürlich denkt man darüber nach. Aber ich bereue es nicht. Ich… Das Einzige, was ich bereue, ich war ein paar Mal ein bisschen persönlich und das soll man nicht sein. Für das möchte ich mich entschuldigen. Ich will nur das System ändern, das System – wir fahren gegen die Wand und es ist schon sehr spät. Ich könnte sehr viel dazu beitragen. Ich bin jederzeit bereit mit dem Bundeskanzler, mit dem Finanzminister, mit dem Wirtschaftsminister. Jederzeit bereit.

Hans Bürger: Es ist schon sehr spät.

Frank Stronach: Sehr spät (lacht).

Hans Bürger: Sie haben mir das Schlusswort gegeben (lacht). Danke fürs Kommen. Herzlichen Dank.

Frank Stronach: Sehr schön.

Hans Bürger: Dankeschön.


ORF Sommergespräch 2015 mit Frank Stronach
Montag, 3. August 2015 von 21:05 bis 22:00 Uhr
ORF2
Transkriptstatus: 4. Aug. 2015, 00:21
Quelle: http://tvthek.orf.at
Bildquelle: orf.at
Transkription durch neuwal Redaktion: Dieter Zirnig, Wolfgang Marks, Dominik Leitner, Daniel Weber, Jürgen Klatzer (in Reihenfolge der Transkription)

 

integral – differential

Mallorca ist eine Spanische Insel. Auf Mallorca wird Deutsch gesprochen. Spanisch natürlich auch und ebenso ein wenig Catalan, aber vor allem Deutsch.  Auf Mallorca wohnen recht viele Deutsche.  Sie haben dort eine Immobilie gekauft oder gemietet, sind halt runtergezogen. Leben jetzt dort. Das ist wenig verwunderlich, denn Mallorca ist schön. So gibt es auf Mallorca deutsche Immobilienmakler, deutsche Anwälte, deutsche Restaurants, Geschäfte, Frisöre, Versicherungsbüros, Banken, Radio- und Fernsehsender, Ärzte, Importeure, die deutsche Produkte und Waren frisch einführen und verkaufen, deutsche Qualitätshandwerker, Architekten, deutsche Zeitungen und Journale an jeder Ecke, deutsches Brot wird gebacken, es gibt Müller, Lidl, Aldi und Edeka. Und natürlich – gaaaaanz wichtig: Deutsches Bier. Die Deutschen auf Mallorca treten selbstbewußt, forsch, fordernd und laut auf. Sie pochen wehement auf ihr Recht und nehmen sich den Platz, den sie zu brauchen glauben, den sie für sich beanspruchen. Sie ziehen ihren deutschen Lebensstil kompromiss- und gnadenlos durch. Schließlich will man auf nichts verzichten, man ist ja nur wegen des Wetters hier. Hier in Spanien.

Ich will darüber gar nicht urteilen, schönes Wetter ist toll und Menschen sind eben Menschen, jedoch beschleicht mich das fade Gefühl, dass dies ganz genau die Exemplare der Deutschen sind, die den unterstellten fehlenden Willen zur Integration und das Nichtleugnenwollen der jeweils eigenen Kultur sogenannter Menschen mit Migrationshintergrund in ihrem Deutschland daheim am allermeisten und am lautstärksten kritisieren und verurteilen.

Aber das sind ja auch Ausländer. Zuwanderer. Immigranten. Menschen, die eigentlich unerwünscht sind und offensichtlich zu blöd, die Vorzüge des neuen Heimatlandes zu erkennen. Naja, keine Dichter und Denker eben.
Da haben’s die Deutschen schon besser.
Zumindest die auf Mallorca.

Du Fummel!

Eine Fummel ist toll. Ich liebe die Fummel. Die Fummel ist unantastbar genial. Bei einer Fummel weiß man nie so genau, woran man ist. Die Fummel ist irgendwie undefiniert, weder eindeutig negativ noch positiv. Und das Beste ist: Man kann die Fummel sowohl bei Männern als auch bei Frauen anwenden. Die Fummel funktioniert immer! Wie? So!

Jemand postet irgendeinen Schmunz in einem Sozialen Netzwerk oder auf einer Kommentarseite und man will dem widersprechen, sich aber auf keine langatmige und sinnentleerte Diskussion einlassen, aber trotzdem am Ende Recht bekommen. Dann ist die Fummel von unschätzbarem Wert. Und so funktioniert’s:
Der/Die schreibt also Schmunz.
Ich schreibe dann drunter: So’n sowieso, das ist so und so und überhaupt stimmt dies und das, (und jetzt kommt’s:) du FUMMEL!
(’sowieso‘, ’so und so‘ als auch ‚dies und das‘ sind Variablen, die noch mit Sinnhaftigkeiten befüllt werden müssen)

Nun schreibt das Gegenüber ausnahmslos Sätze zurück wie: ‚Nenn‘ mich nicht Fummel!‘ oder ‚Selber Fummel!‘ oder ‚Fummel, was’n das?‘ oder Ähnliches. Das Gegenüber schreibt aber niemals ein Gegenargument zu deinem Post und widerspricht somit nicht, sondern gibt dir indirekt Recht. Wichtig ist jetzt nur noch, auf die Fummelanmache NICHT zu reagieren, sondern gar nix mehr zu schreiben, denn somit hat man das digitale Duell gewonnen, und zwar für immer.
Fällt nämlich jetzt die Reaktion aus, ist es dem Gegenschreiber zu blöd, das Fummelthema zu lassen und wieder zur ursprünglichen Diskussion zurückzukehren, weil da schlicht und ergreifend keinem mehr eine passende und vor allem originelle Überleitung einfällt. Diese Türe ist also zugeschlagen. Und schon verlässt man als strahlender Sieger das Feld!

Fummel, ich liebe dich!

Junge, Junge

Neulich feierte der dreiundzwanzig jährige Spross meiner Nachbarn Geburtstag. Zuhause. Gegen 21:30 trotteten so nach und nach die Gäste ein. Die Jungs schienen allesamt eben aus der Muckibude entsprungen, trugen dichte, teils lange Bärte, hatten ein riesenhaftes Loch in zumindest einem Ohr und bedeckten ihre gestählten Bodies eher schlecht als recht mit mutmaßlich hyperteuren Sportlabels, die mir zugegebener Maßen absolut unbekannt waren. Die Mädels indes waren in tiefes Schwarz gehüllt, hatten Frisuren, die diese Bezeichnung kaum verdienten, teilweise zierte ein Tattoo die schneeweiße Haut, dazu knallig rote Lippen im Gesicht und ebengleich gefärbte Doc Martens an den Füßen. Beide, Mädels wie Jungs, waren unübersehbar bis auf die Zähne mit diversesten Produkten eines Elektronikkonzerns mit Hauptsitz in Cupertino/California bewaffnet.

Ich schloss die Fenster, legte meine Ohropax bereit und goss mir ein Gläschen feinen Rotwein ein. Nach einer Weile bemerkte ich verwundert, dass mein Fernseher so ziemlich die lauteste Schallquelle weit und breit war. Ich schaltete ihn aus und ging in den Hof. Dort versuchte gerade die Mutter des Geburtstagskindes, sich einen Weg zwischen den wild geparkten,  zumeist aus Deutschland stammenden, Edelkarossen zu bahnen. Wir unterhielten uns ein wenig.

Ich: Sag mal, laut ist es bei euch ja nicht gerade….

Sie: Nein, nein, die sind ganz harmlos. Sie saufen ja auch nix. Als ich den Kasi fragte, ob ich Bier oder Wein einkaufen solle, hat er mich angeschaut, als hätte ich neun Köpfe.

Ich: Ah. Soso. Und womit feiert nun der junge Mensch von heute?

Sie: Chai (Soja) Latte, Grüner Tee oder Bio Ingwer Limonade vom alternativen Lebensmittelmarkt. Manche trinken auch reines Hochquellwasser, das sie selbst vom Berg heruntergetragen und hierher mitgebracht haben.

Ich: Sojalatte, Hochquellwasser… auf einer Fete. Buletten oder Würstl grillen ist dann wohl auch nich‘, oder?

Sie: Spinnst du? Die meisten sind Veganer oder zumindest Vegetarier.

Ich: Und gefeiert wird … wie?

Sie: chillen, die Basis finden,… die meisten schweigen und/oder stellen irgendwelche Dinge mit ihren Smartphones an. Ein paar wenige unterhalten sich auch … in Zimmerlautstärke … hin und wieder.

Ich: Eh cool, und sehr nachbarschaftsfreundlich. Ich hab‘ meinen Fernseher ausgemacht, damit ich die Feier nicht störe…

Sie: Haha, sehr gut. Bist ein braver Nachbar, bis dann!

Ja, ich bin alt geworden. Mittlerweile kommen mir bereits 23-jährige wie außerirdische vor. Wesen von einem anderen Stern. Aber es macht Hoffnung. Die Jungs und Mädels von heute sind ruhig, aufgeräumt, selbstbewusst und haben offenbar unfassbar gut bezahlte Jobs, Nobelkarossen, Designerkleidung, Edelelektronik und dennoch genug Freizeit, den Body zu builden, ihre Mitte zu suchen und zu chillen. Beeindruckend. Sehr, sehr beeindruckend.

Ich gehe jetzt mal und versuche, meine Basis zu finden.

kumm und luag!

Manchmal, ganz manchmal, so hin und wieder, sporadisch, zwischendurch – gaaaanz vereinzelt bekomme ich von einem aus euch fünfen eine Rückmeldung zur blogse. Ein Feedback, wie es auf Neudeutsch heißt. Da eben dieses meist recht direkt und oft persönlich mitgeteilt wird, von Mund zu G’sicht, wenn man so will, fällt es auch durchwegs wohlwollend und ziemlich freundlich aus. Die Wortmeldungen sind natürlich mannigfaltig und beleuchten die unterschiedlichsten Aspekte der blogse, haben aber dennoch eines gemein: Ich kann super gut Bilder und Cartoons im Internet finden. Auch die Youtubes gefallen sehr und bleiben überraschend lange in Erinnerung, überraschend lange! Meine Zusammenstellung habe sogar schon bei diversen Hocks und Parties für noch bessere Laune gesorgt, so gut sei sie. Das freut mich wirklich sehr! Eigentlich war mein Credo, dass es mir völlig Wurscht sei, wer was und wie über die blogse denkt, aber bei meiner Eitelkeit – ja, unfassbar, aber sowas hab‘ ich in Ansätzen auch – muss ich kleinlaut zugeben, dass es das Herz schon ein wenig erwärmt, meldet jemand was Nettes rück. Die Texte erfreuen sich dagegen weniger Beliebtheit, weit weniger, viel, viel weniger – keiner zu sagen wäre übertrieben, aber zumindest gilt es zu berichten, dass der ein oder die andere sogar offenherzig und unverblümt zugegeben hat, jene inzwischen überhaupt nicht mehr zu lesen, da sie doch recht schwerfällig, langatmig und ehrlich gesagt ganz ein bisschen uninteressant seien. An den Haaren herbeigezogen und – naja – irgendwie…, nicht? Aber nichtsdestotrotz sehr witzig, doch, doch, ganz ehrlich! Auch das freut mich, wenngleich der Anspruch witzig zu sein, gar nicht oberste Priorität, schon Priorität, aber eben nicht oberste hat. So mitten drin, würde ich sagen – vielleicht Anfang zweites Drittel, vielleicht sogar eine Nuance d’rüber. Mehr aber nicht.

Das Geschreibsel wird bleiben. Ich habe mir gedacht (Schmäh!! Scho wieda g’schoss’n!!), ich sag’s zu Beginn dieses Absatzes, damit all jene, die nur mit Mühe bis hierher durchgehalten haben, oder die der Kurzweil wegen erst hier zu lesen begannen, es auch gleich wieder lassen können, weil die Kernaussage draußen ist. Von Fettdruck (bold, wie wir jetzt ja wissen…) habe ich aus ästhetischen Gründen Abstand gehalten, es wäre aber gerechtfertigt gewesen. Es wird bleiben, das Geschreibsel, weil es mir hin und wieder schlicht gut tut. Das Hirn ein wenig baumeln lassen, Platz genug hat es ja….., ist schon schön. Nichts denken, nichts müssen, nichts sollen, nichts können, einfach tippseln. Tippseln, was so durch die Finger fließt. Doch, ja, das mag ich. Und. Das mag ich an der blogse sogar am aller, aller meisten. Aber. Ich habe schon vor langer Zeit an euch gedacht. Wie ich euch helfen kann. Lieb, wie ich nun mal bin, habe ich sie längst in Kategorien unterteilt, die blogse. Ihr habt es bloß vergessen. Aber gegen das Vergessen kann ich was machen, nämlich eure Erinnerung aufschütteln! Wachrütteln! Also. Nochmal. Die Texte sind ausnahmslos in der Sparte ‚liest du!‘ zusammengefasst. In ’schau mal!‘ gibt’s die Bildchen, in ‚guckst du!‘ die Filmchen. Nicht schwierig, eigentlich. Ihr könnt also gleich hinhüpfen, dorthin wohin ihr wollt.

Danke für’s Rückmelden und viel Spass mit den Cartoons und Videos.
Die sind eh toll, das muss selbst ich zugeben. Kleinlaut.

Wenn Karlsruhe einfach keine Ruhe geben will

Ich mag Konsis. Konsis sind toll. Konsis sind tief im Innersten ihres Herzens immer und unumstößlich davon überzeugt, in allem absolut Recht zu haben. Sie sehen sich als Vertreter, Beschützer und Verteidiger der einzig wahren Wahrheit, der absoluten. Man glaubt es kaum, aber Konsis können sich tatsächlich nicht einmal ansatzweise vorstellen, dass eine andere Meinung als die ihre überhaupt eine Existenzberechtigung haben könnte. Konsis machen ausnahmslos immer und jedenfalls alles richtig, rechtschaffen und gut. Sie sind unantastbar steil. Ich mag Konsis. Konsis sind lustig. Ganz besonders lustig sind sie, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen. Dann sind sie überhaupt am aller lustigsten. Ein ganz besonders lustiges Exemplar wohnt in München und heißt Seehofer Horschtl. Der ist ranghohes Mitglied einer politischen Partei, die sich CSU nennt und deren Mitglieder sich praktisch nur aus ewig gestrigen Knallfröschen zusammensetzen. Der Horsti ist aber trotz der starken Konkurrenz in den eigenen Reihen der lustigste. Ganz besonders lustig ist er, wenn ihm die lästigen – ausgerechnet in rote Roben gehüllten – Damen und Herren aus Karlsruhe kräftig auf die Finger hauen.

Jüngst war es wieder einmal soweit. Da behaupten jetzt doch diese Rotnasen allen Ernstes, dass das völlig vertrottelte und erzkonservative Betreuungsgeld gegen das Grundgesetz verstoße. Also verfassungswidrig sei, sozusagen. Die Deutschen nennen ihre Verfassung Grundgesetz. Warum, hab ich vergessen. Da muss ich den Peter nochmals fragen. Wie auch immer, diese Betreuungserniedrigung für Frauen, seinerzeit von der CSU mit aller Macht und erbarmungslos bundesweit durchgeboxt, wurde nun für nicht ok und zur Ländersache erklärt. Und da bekommt der kohlrabenschwarze Horstl natürlich einen feuerroten Grind, springt im Quadrat und schreit (O-Ton): „Nun ist der Bund in der Pflicht, den Ländern die bisher für das Betreuungsgeld eingesetzten Mittel in vollem Umfang zur Verfügung zu stellen.“ Und da merkt man sofort, der Horsti hat das Urteil des höchsten bundesdeutschen Gerichtes vollumfänglich verstanden. Naja, verstanden hat er’s wahrscheinlich eh, aber wahrhaben kann er es auf Grund seines Konsitums einfach nicht, und genau darum sind die Konsis eben so lustig. Die leben halt in ihrer ganz eigenen Welt.

Demnächst wird übrigens auch diese behämmerte Maut für Ausländer – von wem wohl vehementest gepuscht? – endgültig gekippt werden. Aber da hätte ich eine bombige Lösung für den Horstl und sein CSU parat: Damit sie dann nicht völlig das Gesicht verlieren und am Ende doch noch Recht behalten, könnte die Maut nicht nur den Deutschen selbst, sondern einfach weltweit allen zurückbezahlt werden. Das käme ob des Verwaltungsaufwandes zwar schweinsteuer, aber immerhin behielten die Konsis dann Recht. Und das ist doch das Wichtigste für einen echten Konsi, oder? Herr Seedoofer, äh hofer?

Ach, sie sind einfach so lustig, diese Konsis. Also ich mag sie.
… irgendwie.

Reflexion

Ich habe kürzlich nach etwas längerer Zeit wieder einmal meinen Spiegel getroffen. Jö, ist der alt geworden! Unfassbar! Und zum Frisör, also zum Frisör sollte er auch mal. Dringendst. Hab‘ aber nichts gesagt, nur freundlich genickt, kurz gelächelt. Dann bin ich weiter gegangen. So nahe stehen wir uns auch wieder nicht, der Spiegel und ich.

Wortbruch

Warum glauben Graphiker eigentlich schon seit über 10 Jahren einen guten Job zu machen, wenn sie den Firmenwortlaut ihres Auftraggebers oder den Namen eines Events in sinnentleerte Wortfetzen zerteilen und diese dann in fetten Kleinbuchstaben leicht versetzt untereinanderschreiben?

 

grafiker_2

ohne Busgeld davongekommen

Öffentliche Verkehrsmittel mögen mich nicht.
Ja wirklich! Die mögen mich nicht!
So fahre ich mit dem Fahrrad.
Und ja, weitere Strecken fahre ich mit dem Auto.
Mit dem Auto, jawohl!
Dennoch starte ich manchmal – von Zeit zu Zeit – selten zwar, aber immer und immer wieder einen Vorstoß und versuche, wider besseren Wissens ein öffentliches Verkehrsmittel zu benutzen.
Heute war es wieder soweit.

Ich warte also ein wenig angespannt an einer Bushaltestelle.
Theoretisch, also rein theoretisch hätte es eine Linie sein sollen, die alle sechs Minuten meine Haltestelle anfährt. Und. Und es ist eine Haltestelle, genau so, wie ich Haltestellen gerne mag.
Bestückt mit einem Fahrkartenautomaten, einem Zeitungskiosk, einem netten Haltehäuschen und sogar eine dieser neumodernen elektronischen Anzeigetafeln – die nächste Busankunft in 3 Minuten ankündigend – fehlt nicht. Gut.
Ich stehe also und starre.
Auf die Tafel.
Stehe.
Starre.
2 Minuten.
Stehe.
Starre.
Starre.
Stehe.
Standbein.
Spielbein.
1 Minute.
Stehe.
Gähne.
Starre.
Hä?
6 Minuten.
Hm.
Komisch.
Gut, kann ja passieren, dass da mal ein Bus ausfällt.
Macht ja nichts.
Ich stehe also weiter und starre.
Immer noch.
5 Minuten.
Alle meine Wartekommilitoninnen gucken auf ihre Smartphones.
Gut. Das kann ich auch.
Also Smartphone.
Ah! 1 Minute!
Ich starre nun wieder.
Und stehe.
Leise zähle ich den Countdown.
5-4-3-2-1 und 6 Minuten.
Ich kann meine Enttäuschung kaum noch verbergen.
Die professionellen Smartphoner um mich herum smartphonen professionell weiter, ohne dass auch nur die geringste Regung zu erkennen wäre.
Ich starre fassungslos auf die Tafel und stehe – naja – noch ein wenig zappeliger.
Und starre.
Mittlerweile habe ich so viele Mitwarter um mich herum, dass wir eine ganze Fußballweltmeisterschaft samt Zuschauer durchführen könnten.
Ich spiele mit dem Gedanken, ein Smartphonegeschäft zu eröffnen.
Jö! 2 Minuten.
Eine.
6 Minuten.
Mein Puls erhöht sprunghaft die Schlagfrequenz.
Ich starre. Stehe.
Plötzlich tänzeln Buchstaben leichtfüßig auf meiner inzwischen abgrundtief verhassten Anzeigetafel von rechts nach links:
‚Auf Grund des hohen Verkehrsaufkommens könnte es zu Verspätungen kommen – wir bitten um Verständnis.‘
Ich starre.
Und gehe.
Ja ich gehe.
Ich habe beschlossen, einfach bis zur nächsten Haltestelle vorauszugehen.
Gehen mag ich lieber.
Lieber als stehen.
Ich habe die nächste Haltestelle erreicht.
6 Minuten.
Spottend tänzelnde Buchstaben:
‚Auf Grund des hohen Verkehrsaufkommens könnte es zu Verspätungen kommen – wir bitten um Verständnis.‘
Ich gehe weiter.
Schon von weitem erkenne ich eine riesenhafte Menschentraube bei der übernächsten Haltestelle.
Ich imitiere einen Passanten, der gar nicht Bus fahren will und gehe mitleidig lächelnd vorbei, nicht ohne heimlich auf die dort ansässige, hochmoderne, elektronische Anzeigetafel zu schielen.
8 Minuten.
8 Minuten?
Frech! Kompliment.
So passiere ich Haltestelle um Haltestelle, lese dabei Ziffern zwischen 3 und 9 und komme schlussendlich – nach einem wirklich schönen Spaziergang – relaxed und entspannt an meinem Zielort an, wo nur wenige Augenblicke später sage und schreibe 11 (in Worten: ELF) Busse im Konvoi eintreffen!
Resümee:
– schöner Spaziergang
– Vorurteile erneut bestätigt (ganz wichtig)
– 2,40 € gespart

2016 probier ich es wieder.
Irgendwie freue ich mich schon darauf!

Nadelstiche

impfen

Doch, find‘ ich schon sehr witzig. Apropos Argumente… Das einzige welche, quasi das Mantra der Impfgegnersekte, das gebetsmühlenartig immer und immer wieder heruntergeleiert wird, lautet: ‚Da verdient lediglich die Pharmaindustrie.‘

Die Pharmaindustrie also… aah-ha. Naja, fassen wir mal zusammen. Diese böse Pharmaindustrie hat die Impfstoffe entwickelt, getestet, produziert, vermarktet und schlussendlich verkauft. Und ja, wahrscheinlich hat sie damit auch was verdient. Das ist euer Totschlagargument gegen das Impfen? Dass die dabei was verdienen? Gut. Passt. Ist akzeptiert! Aber dann bitte konsequent. So frage ich euch, liebe Impfmuffel: Esst ihr denn noch etwas? Doch, doch, ihr habt mich schon richtig verstanden. Ich frage euch, ob ihr noch esst. Da verdient doch die Lebensmittelindustrie daran. Habt ihr noch Kleidung an, oder nackedeit ihr schon? Denn wer will durch Klamottenkauf die menschenverachtende Bekleidungsindustrie fördern? Warum könnt ihr eigentlich diese Blogse lesen, hä? Habt ihr etwa heimlich die alles vernichtende Elektronikindustrie mit dem Kauf eines Smartphones oder PC’s unterstützt? Schweine! Wie? Was? Ihr besitzt ein Auto? Ein AAAAAAUUUUUUTOOOOO? Ihr dreckigen Sympathisanten der Automobilindustrie, ihr! Ganz zu schweigen von der beschissenen Petrochemischen Industrie, die ihr damit auch noch fördert. Na wenigstens geht ihr nicht ins Kino, schaut nicht fern und hört keine Musik, denn die Unterhaltungsindustrie gehört nun wirklich nicht gefördert, diese Schmarotzer diese. Ah, das macht ihr auch noch….. Aber mit der Pharmaindustrie habt ihr ein Problem, verstehe… Doch, doch, ist schon ein tolles, ein nachhaltiges Argument gegen das Impfen, bin tief beeindruckt.

Dennoch, ich bin für die Meinungsfreiheit, bin gegen Zwang. So finde ich es gut, dass euch niemand zwingt, niemand zwingen kann, euch oder eure Kinder impfen zu lassen. Schade ist nur, dass durch eure verantwortungslose Nachlässigkeit die Gemeinschaft gefährdet wird. Bereits ausgestorbene Krankheiten, wie Pocken, Kinderlähmung oder Masern kehren plötzlich wieder nach Europa zurück. Schön. Ihr wollt euch also mit diesen Krankheiten auseinandersetzen. Euren Körper mit der richtigen, mit der echten Krankheit konfrontieren und ihn nicht mit einem schnöden Serum abspeisen. Ihr wollt einen ehrlichen einen lebenserfahrenen Körper haben, einen, der auch wirklich gekämpft hat, der die scheiß Viren höchstselbst und wahrhaftig besiegt und überdauert hat. Gebongt! Können wir machen! Wir bringen euer Bedürfnis und das der Gesellschaft unter einen Hut, nämlich so: Bevor ihr unter vernunftbegabte Menschen dürft, werdet ihr in Quarantäne gesteckt und da mit folgenden Viren infiziert (den echten, richtigen natürlich!!): Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, richtige Pocken (wenn schon, denn schon), Kinderlähmung, Diphtherie, Tetanus, FSME sowie Hepatitis A und B. Das reicht, denke ich. Den ganzen asiatischen und afrikanischen Scheiß lassen wir gnadenhalber außen vor. Gut, wenn – oder sollte ich sagen falls – ihr und euer Körper also diese 10 bis 11 total schnuckeligen Krankheitchens überlebt haben solltet, kann man euch ja getrost auf die Gesellschaft loslassen. Ist somit ja alles gar kein Problem mehr. Jö, könnt ihr dann auf Parties prahlen, wie ihr diesen Viren den Gar ausgemacht habt. Naja, theoretisch zumindest, denn hingehen könnt ihr schon mal gar nicht und sehen werdet ihr dort auch nichts…. ach ja, hab‘ ich schon erwähnt, dass ihr taub seid? Nicht? Egal, denn ihr habt dann ohnehin eine Matschbirne. Aber immun, jaaaaaaa immun seid ihr dann, Jössas, was seid ihr dann immun. Lahm, blöd, blind, taub, schiach aber immun! Hallelujah! Na wenigstens bleibt dieses Prozedere euren Kindern erspart, denn ihr könnt keine mehr bekommen. Dem Himmel sei Dank, denn so sterben mittel- bis langfristig ganz nebenbei nicht nur die Viren, sondern auch noch die Impfgegner aus. C’est la vie.

 

Was weiß denn ich?

In Südafrika gibt es 11 offizielle Amtssprachen. Misha Collins spielt bei der US-Fernsehserie Supernatural mit. Miranda heißt einer der 27 bisher bekannten Monde des Uranus. Die Uraufführung der Oper Rigoletto fand im Jahre 1851 im Teatro La Feine in Venedig statt. Der Ego-Shooter Far Cry 3 wurde von der Softwarefirma Ubisoft entwickelt. Von den Chemischen Elementen Silber, Zinn, Tellur und Barium hat Silber die niedrigste Ordnungszahl im Periodensystem. Günther Jauch wurde nicht etwa in Berlin sondern in Münster geboren. Die erste Türkenbelagerung Wiens begann 1529, die zweite 1683.

Woher ich das alles weiß? Ich weiß es gar nicht, hab’s noch nie gewußt. Ich wußte nicht einmal, dass ich das nicht weiß. Mehr noch. Erst beim Lesen der meisten Fragen habe ich überhaupt erst von der Existenz des Gefragten erfahren. Warum ich mich seit kurzem mit derlei Fragen herumschlage? Das weiß ich selbst nicht. Es ist eine App, die jüngst in mein Leben getreten ist und mir ständig suggeriert, ein dämlicher Dumpfdudler zu sein. Was ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch bin, aber muss ich mir das ausgerechnet von einer popeligen, seelenlosen App unter die Nase reiben lassen? Ständig und immer wieder?

Trübsal blasen ist das eine, das andere wäre, die Frage umzuformulieren. Ist man eigentlich ungebildet, nur weil man die richtigen Antworten eines dummen Quiz’s nicht weiß, oder wäre ich per Definition gebildet, hätte ich jene parat? Nein, nein, ich will mich aus dieser Nummer jetzt nicht rauswinden, ich weiß eh, dass mein Oberstübchen keine Glanzleistungen zu vollbringen im Stande ist, ich denke ja nur leserlich nach (ha-ha, du hast es mir schon wieder geglaubt!!). Nein, stopp, eigentlich will ich auf etwas ganz anderes hinaus, nämlich: Gibt es eine Qualität des Wissens, eine absolute, allgemein gültige? Denn eine Sache ist mir beim Quizzen unübermerkbar aufgefallen: Ich wie auch meine ‚Gegner‘ in der App werten mehr oder weniger unbewusst die Qualität des korrekt Beantworteten. So ist jeder tief beeindruckt, wenn jemand weiß, dass Rembrandts Nachname Harmenszoon van Rijn lautet, gleichzeitig wird aber die richtige Antwort derselben Frage zu einem der Spicegirls als dämlicher wie unnützer Celebrityquatsch abgetan, als eine Frage, die nur primitive Prolls, die sich beim Frisör zu lange die Haare haben bleichen lassen, richtig beantworten können. Dabei bringt einen weder das eine noch das andere Wissen im Leben wirklich weiter, oder? Warum machen wir es also, dieses Wissensranking? Ich habe mal gelesen, dass Johann Wolfgang von Goethe, einer der gebildetsten Menschen seiner Zeit, so ziemlich genau gleich viel wusste wie eine durchschnittliche Regalbetreuerin eines Supermarktes dieser Tage, rein in Kilobyte gemessen. Die beiden wissen also – die absolute Menge an Information betreffend – genau gleich viel. Trotzdem wird der eine als Genie und die andere als kaum geeignet, eine Dose Gulaschsuppe finden zu können, abgestempelt. Gemein, oder? Aber so ist es eben, unser Leben. Gemein.

Ach ja, die App heißt Quizduell und ich bin Ned_Noergla. Komm nur, wenn du dich traust, du Schmalhirn!

Geh sieben!

Sensationell!!

In Elmau beim Treffen der sieben Ges wurde beschlossen, schon in 80 Jahren auf fossile Brennstoffe komplett zu verzichten. Von heute weggerechnet!! Wahnsinn! Wie ambitioniert! Alle Beteiligten warfen jubelnd ihre Hände in die Höhe, umarmten sich innig oder klopften sich gegenseitig ob des gigantischen und endlich erreichten Durchbruchs frenetisch auf die Schultern. Runde, lachende Gesichter wohin man auch blickte. Toll! So einfach geht das also. Da mache ich doch gleich mit, schließlich will ich mich auch gut fühlen. Will auch bei den Siegern, den Tüchtigen sein.

Also hiermit verpflichte ich mich verbindlich, in 80 Jahren folgende Punkte umsetzen:
1. Mit dem Rauchen aufhören
2. Mit dem Saufen aufhören
3. Mindestens 10 kg abnehmen
4. Nicht mehr blöd lachen, wenn ein Spaziergänger bei Regenwetter von einem vorbeifahrenden Auto angespritzt wird. Nicht einmal dann, wenn’s den Passanten volle Kanne erwischt!

Boa! Geht’s mir jetzt gut. Ich bin wirklich ein Macher!!

Plötzlich ist der Josef Blatter platter

Seit 17 Jahren berichten die Deutschen Medien über den Sepp seine FIFA. Über den Sepp selbst natürlich auch. Sie sammelten Beweise, Dokumente, interviewen Zeugen, fahren durch die halbe Welt, prangern an, stellen fest und auch kritische Fragen. Sie klagen an, decken auf, erregen und echauffieren sich. Aufgewühlte Gemüter verfolgen seit diesen 17 Jahren die Vorgänge in diesem stinkreichen Verein, der keine Steuern bezahlt. Blatters Sepp lacht süffisant, besticht weiter und bleibt somit fest im Sattel.

Die Amerikaner schauen sich das kurz an. Forschen nach, sammeln Beweise. Stellen ihre Justizministerin vor ein Mikrofon und verhaften einfach mal 7 führende Funktionäre. Kurz danach wirkt Blatter deutlich platter und tritt geknickt zurück.

Manchmal, ganz manchmal, tut sie schon ein wenig gut, die präpotente, großkotzige Arschlochart der Amis.

Nehmen sie sich die Zeit, Herr Fey(g)mann, und lesen sie das!

 Zeit-logo

Ein Land meldet sich ab

Österreich hat seinen Vorsprung als wirtschaftliches Erfolgsmodell verspielt. Was ist passiert?
von Franz Schellhorn

Vor nicht allzu langer Zeit waren in einem deutschen Nachrichtenmagazin folgende Zeilen zu lesen: „Während in Deutschland der Frust grassiert, Neid zur neuen Nationaltugend heranwächst, die Arbeitslosigkeit steigt, geht es in der Alpenrepublik voran.“ Mit guter Stimmung, mehr Wirtschaftswachstum und jeder Menge Jobs hätten die „ewig rückständigen“ Österreicher die Deutschen überflügelt. Es war im Juni 2005, als der stern Österreich kurzerhand zum „besseren Deutschland“ kürte. Das mag auch an der damaligen Schwäche Deutschlands gelegen haben, freute aber das ganze Land.

Zehn Jahre später zählt Österreich zu den wachstumsschwächsten Volkswirtschaften Europas. Die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie zuletzt 1953, Frust und Neid haben beste Chancen, sich zu den ganz großen Wachstumsbranchen zu entwickeln. Auffallend ist, dass Österreich nicht nur gegenüber Deutschland an Boden verliert, sondern auch gegenüber fast allen EU-Ländern.

Wie ist dieser Absturz in so kurzer Zeit möglich? Derzeit wachsen jene Volkswirtschaften auffallend stark, die sich in der jüngeren Vergangenheit zu Reformen durchringen konnten – wie Irland, Spanien, Portugal, aber auch Schweden und eben Deutschland. Am unteren Ende der Wachstumstabelle tummeln sich Volkswirtschaften, deren politische Führung seit Jahren versucht, die Wirtschaft mit hohen Staatsausgaben in Schwung zu bringen – etwa Frankreich, Italien und Österreich. Höhere Staatsausgaben zur Konjunkturbelebung landen eben oft nicht dort, wo sie hingehören. Sondern meist bei politisch gut vernetzten Lobbying-Gruppen und personalintensiven Branchen, die selten zu den produktivsten zählen.

Regierungen hingegen, die unpopuläre Reformen umsetzen, werden selten geliebt, sorgen aber für Zuversicht. Den Bürgern wird signalisiert, dass die Staatsführung Probleme erkennt und zu lösen bereit ist. Dieses in Österreich aus der Mode gekommene Phänomen läuft unter dem Begriff „politisches Leadership“. Dies zeigte die deutsche Regierung, indem sie mitten in der Krise den Staatshaushalt über gebremste öffentliche Ausgaben sanierte. Dieses Agenda-2010-Programm wurde von lauten Buhrufen renommierter Ökonomen begleitet, die aber offensichtlich falsch lagen: Die deutsche Wirtschaft brummt trotz staatlicher Sparprogramme, und das Land weist tatsächliche Budgetüberschüsse aus. So wissen die Bürger, dass die Regierung mit dem eingenommenen Geld auskommt und sie nicht mit neuen Belastungen zu rechnen haben. Das ist ein gutes Fundament für wirtschaftliche Dynamik, weil sich niemand für härtere Zeiten wappnen muss.

Natürlich ist dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble die Gratisgeldpolitik der EZB zu Hilfe gekommen. Aber nicht nur ihm, sondern auch seinem österreichischen Amtskollegen. Deutschland nutzte die niedrigen Zinsen zum Abbau der öffentlichen Kosten, Österreich zur Ausweitung der Staatsausgaben. Während der deutsche Nachbar heute darüber brütet, ob die erzielten Haushaltsüberschüsse für Investitionen in die Infrastruktur, den Schuldenabbau oder für Steuersenkungen verwendet werden, verteilt Österreichs Regierung Gratiszahnspangen und ruft nach neuen Konjunkturprogrammen. Könnte der Staat Konjunktur produzieren, würden heute Frankreich und Österreich als Wachstumslokomotiven gefeiert und nicht Deutschland.

Klar, Deutschland ist es seit Ausbruch der Krise deutlich besser gelungen, neue Märkte außerhalb Europas zu erschließen. Und ja, Österreich ist von den Nachfragerückgängen aus Russland, der Türkei und osteuropäischen Staaten hart getroffen. Aber das erklärt nicht, dass das Land an Terrain verliert. Die Menschen spüren, dass das Modell Österreich ins Rutschen geraten ist. Sie haben Angst vor einem wirtschaftlichen Abstieg, der längst begonnen hat. Das ist auch der Grund dafür, dass trotz des vielen Gratisgeldes nicht auf Teufel komm raus konsumiert und investiert wird. Es ist vermutlich so wie mit einem Hotel, das vor Jahren das erste Haus am Platz war, aber mittlerweile etwas verstaubt ist. Man fährt zwar noch hin, aber eben nicht mehr so oft. Sondern sieht sich auch andernorts um. In jenen Häusern, die sich dauerhaft erneuern.

Schade, eigentlich. Denn wer in Österreich der sogenannten Nachkriegsgeneration angehört, weiß, wie sehr sich dieses Land zum Guten verändert hat. Erst durch den sagenhaften Aufstieg wird klar, was die politische Führung Österreichs durch ihr konsequentes Zaudern aufs Spiel zu setzen bereit ist. All das, was die Bürger in den vergangenen 70 Jahren mit Fleiß und Einsatz erreicht haben. Dabei wissen sie, dass der Wohlstand weder auf den Bäumen wächst, noch in den Kellern der Notenbank abzuholen ist. Und ja, die Bevölkerung sehnt sich nach Sicherheit, aber auch nach Zuversicht. Allein, wenn die Regierung nur einmal damit begänne, den Reformstau aufzulösen, würde die über Österreich hängende bleierne Stimmung einer Aufbruchsstimmung weichen. An Gelegenheiten mangelt es nicht. Von der Absicherung des öffentlichen Pensionssystems über die Sanierung des chronisch defizitären Staatshaushalts, der Absenkung zu hoher Arbeitskosten bis zu einem Umbau des ungenügenden Bildungssystems.

Die Alternative zu diesen Reformen heißt übrigens nicht Stabilität. Sondern Griechenland. Und das kann sich niemand in diesem Land ernsthaft wünschen.

Dieser Artikel stammt aus der Österreich-Ausgabe der ZEIT Nr. 20 vom 13.5.2015

Lokus

Ich stehe in einem Einkaufszentrum am Ende eines langen Ganges ohne Maueröffnungen direkt vor einer geschlossenen Lifttüre über der in ein Meter großen Lettern zu lesen ist:
⇑ Direktlift zu H&M ⇑
Da rennt eine schwer gestresste Dame auf mich zu und schreit: ‚Geh’s hier zum Klo?!‘ Darauf ich: ‚Ja, irgendwie schon.‘

Zum Thema: Früher waren s‘ halt doch g’scheiter

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hielten sich die wohlhabenden Wiener Adelshäuser sogenannte Läufer. Dies waren sehr fitte Menschen, die laufend laufend Botendienste und Besorgungen für ihre Herrschaften erledigten.
Einmal im Jahr – interessanter Weise meist im Frühjahr so um die Zeit des heutigen Wien-Marathons – ließen die Dienstgeber diese Läufer im Zuge eines großen Volksfestes bei einem Rennen gegeneinander antreten. Der Sieger wurde groß gefeiert und mit allerlei Geschenken bedacht. Um überhaupt als Läufer in den Dienst eines Adeligen treten zu dürfen, brauchte der Bewerber zum einen eine abgeschlossene Läuferlehre (Gesellenbrief) und zum anderen musste er eine Aufnahmeprüfung bestehen. Für diese war ein Paket mit dem Gewicht von ca. einem Kilogramm in der Zeit von maximal einer Stunde und zwölf Minuten über eine Laufstrecke von 18 (!!) Kilometern ins Ziel zu bringen.

Um 1850 verbot der Kaiser höchstselbst das alljährliche Rennen der Läufer mit der Begründung, dass dieses ‚eine höchst sinnlose und zudem noch menschenunwürdige Schinderei sei.‘

Tja, vielleicht sollte das mal einer den Organisatoren des Wien-Marathons mitteilen….

Wurschtigkeitsgefühl

Pensionistin: 15 dag Extrawurst.
Die Verkäuferin schneidet die Wurst auf
und legt sie auf die Waage.
Pensionistin: Das sind nicht 15 dag!
Verkäuferin:  Doch, sogar fast ganz genau.
Pensionistin: Nein, sind es nicht! Halten sie mich für blöd?
Verkäuferin:  Nein. Sehen sie hier die Anzeige? Genau 15,4 dag.
Pensionistin: Unfassbar, wie wenig bei ihnen 15 dag sind! Frechheit!

Geh 36!

Es ist nicht schön, wenn die verantwortlichen politischen Entscheidungsträger seit den Neunziger Jahren zweifelsfrei wissen, dass die Puffn namens G36 von Heckler & Koch Schrott ist, und diese ungeachtet dessen bis zum heutigen Tag fast 200.000 Stück von dem Trumm für die deutsche Bundeswehr gekauft haben. Das riecht schon ein wenig nach Bestechung, oder wie es Neudeutsch heißt, nach Lobbying.
Andererseits muss ich zugeben, dass so eine Nichtwaffe durchaus seinen Reiz hat. Also angenommen, alle Waffenkonzerne dieser Welt würden anstatt diverser Tötungs- und Vernichtungsinstrumente lediglich martialisch anmutenden Hightechschrott a la G36 produzieren, und alle Nationen und Krieg führenden Gruppen würden diesen dann auch kaufen und verwenden. Das reduzierte doch die Toten und Verletzten bei Kampfhandlungen enorm, oder? So gesehen kann ich nur vehement fordern: Heckler & Koch for Friedensnobelpreis!!!

Lenz

Sofern wir nicht sterben, werden wir älter. Irgendwann sind wir schließlich so alt, dass wir dies auch merken. Allerdings sind es die verschiedensten Dinge, die uns ganz individuell das Altsein spüren lassen. Bei den einen ist es das Gewicht, besser gesagt, das darüber, also jener Teil, der eigentlich zuviel ist. Andere können sich Sachen nicht mehr so gut merken. Dann gibt es jene, die schlechter gehen oder hören können, die die sich beim Bücken schwer tun, oder Orte mit lauter Musik meiden. Andere wiederum kriegen seltsame Wehwehchen und diverse Zipperlein wie Gicht, Arthritis oder den berühmt berüchtigten Bandscheibenvorfall.  Viele werden etwas eigen oder können sich nicht mehr so gut an Veränderungen anpassen. Manche entwickeln diverse Ticks, die sie einfach nicht mehr loswerden und die sich so schön langsam zu einem Zwang entwickeln. Dann gibt es noch jene, die intolerant, ängstlich oder Nazis werden. Andere mögen das Haus nicht mehr so gerne verlassen oder glauben verstärkt immer recht zu haben. Meist sind es Eigenschaften, die in jungen Jahren zwar schon da, aber nicht besonders ausgeprägt sind, die sich aber im Laufe der Jahre und Jahrzehnte ganz unauffällig zuerst an die Oberfläche und dann in den Vordergrund drängen. Einige spüren es auch an der schwindenen Kraft, an der nachlassenden Kondition oder am plötzlich notwendigen Sehbehelf. Zugluft wird just zum Problem oder der Husten, der einfach nicht mehr besser werden will. Seit diesem Frühjahr ist mir klar, was es bei mir ist. Erst jetzt – Mitte Mai (!!) – habe ich mich endlich an sie gewöhnt und kann wieder ganz relaxed und gechillt – im Ruhepuls quasi – durch die Stadt schländern. Bin mal gespannt, ob es nächstes Jahr noch länger dauern wird, bis ich die jäh einsetzende, kurvenreiche Jahreszeit rückstandsfrei mental verdaut haben werde.

wenn schon, denn schon

Todesstrafe geht gar nicht. Klar. Es gibt ganz genau kein einziges Argument, das für die Todesstrafe spricht. Stimmt. Todesstrafe ist einer sich Rechtsstaat schimpfenden Institution unwürdig. Eh. Über Todesstrafe kann man nur einer Meinung sein. Richtig, äh falsch natürlich. Und wenn sich ein Regime unter dem Deckmantel der Todesstrafe politischer Gegner entledigt, dann spricht man schlicht und ergreifend von Mord. Alles logisch.
Aber eine Hinrichtung mit Flugabwehrgeschützen? Vor versammelter Mannschaft am helllichten Tag? Respekt, Herr Un, das hat Stil. Kawusch!!! Rabumm!!! Da braucht’s keinen Putztrupp mehr.

Armin Wolf: Herr Stronach.

Stronach 1

Transkript zum Interview von Armin Wolf mit Frank Stronach
in der ZIB2 vom 6. Mai 2015.
Quelle: http://tvthek.orf.at/program/ZIB-2/

Armin Wolf: Parteigründer Frank Stronach ist jetzt live bei mir im Studio. Guten Abend, Herr Stronach. Danke fürs Kommen.

Frank Stronach: Guten Abend. Ja, schön, hier zu sein.

Armin Wolf: Herr Stronach…

Frank Stronach: Wir haben uns schon sehr lange nicht mehr gesehen.

Armin Wolf: Das stimmt. Ich Sie schon, gelegentlich im Fernsehen. Aber, vor nicht einmal drei Monaten haben Sie – da habe ich Sie auch im Fernsehen gesehen – erklärt: Ihr neuer Vize-Chef, Dr. Auer, sei ein ganz, ganz toller Mann und soll jetzt erstmals steirischer Landeshauptmann und dann Bundeskanzler werden. Und heute haben Sie ihn nach nicht einmal drei Monaten wieder rausgeschmissen, weil Sie kein Vertrauen mehr zu ihm haben. Jetzt mal ganz ehrlich: Wer soll denn das noch ernst nehmen?

Frank Stronach: Ich muss Sie ein bisschen korrigieren. Sie sprechen immer vom “Chaos”. Chaos ist nur dort, wo man keine Entscheidungen trifft. Chaos ist in Österreich, hier geht die Arbeitslosigkeit sehr stark hinauf, die Schulden werden stärker und sehr stark hinauf. Wo Ordnung ist, werden Entscheidungen getroffen. Und, ich habe die Entscheidung getroffen.

Armin Wolf: Herr Stronach, Sie wollen wirklich allen Ernstes, vor vielen hunderttausend Zusehern behaupten, in Ihrer Partei herrscht Ordnung?

Frank Stronach: Bestimmt, nicht? Wir sind eine neue Partei und wir haben viele Leute und viele Teilhaber da mit dabei gehabt, die aus verschiedensten Gründen mit dabei waren. Und da muss man von Zeit zu Zeit das Haus reinigen und dementsprechende Maßnahmen setzen. Ich möchte nur sagen: Der Herr Auer ist eine recht eine nette Person, ich könnte nichts Schlechtes über ihn sagen. Aber, er hat mein Vertrauen verloren. Und er würde nicht die richtige Person sein, die Steiermark weiter vorwärts führt.

Armin Wolf: Jetzt haben Sie einen anderen steirischen Spitzenkandidaten, den Herrn Kaltenegger. Wie lange kennen Sie denn den schon?

Frank Stronach (im Hintergrund): Ja, ja, ja, mhm.

Frank Stronach: Ja, eigentlich, es ging auch ziemlich schnell. Manchmal muss man Entscheidungen treffen. Weil das Schlimme davon ist, es traut sich ja fast niemand. Jeder sagt: “Ja, die Prinzipien, alles gefällt uns. Aber ich kann nicht. Ich habe ein Geschäft, ich habe irgendetwas und ich habe Angst vor Steuer, ich habe Angst vor Repressalien.“ So ist es hier in Österreich, ja?

Armin Wolf: Aber wie lang kennen Sie den neuen Spitzenkandidaten jetzt?

Frank Stronach: Ja, ich kenne ihn für ein paar Wochen…

Armin Wolf: …jetzt wissen Sie, er ist der richtige Mann…

Frank Stronach: Ja, ich hoffe, nicht? Im Leben ist es manchmal, das gewisse Dinge passieren, die vielleicht nicht vereinbar sind. Aber lassen wir… Wir haben jetzt darüber gesprochen. Das ist Schnee von gestern. Ich glaube, wichtig ist, die Leute wollen hören: Wir haben so viele Arbeitslose, was machen wir?

Armin Wolf: Nein, Herr Stronach. Herr Stronach, nein, ich glaube… Nein.

Frank Stronach: Ich sage immer: Wenn die Wirtschaft nicht funktioniert, dann, dann… funktioniert nichts.

Armin Wolf: Herr Stronach, das haben wir ja ganz, ganz oft von Ihnen gehört im Wahlkampf. Ich glaube, die Leute wollen tatsächlich hören, was mit Ihrer Partei los ist. Und ich möchte da ganz kurz die Geschichte Ihrer Partei kurz durchgehen. Die ist ja kurz.

Frank Stronach (im Hintergrund): Ja (lacht). Ja, die…

Armin Wolf: …aber da ist sehr, sehr viel passiert. Und ich sage nur ein paar Stichworte. Ich sage: Monika Lindner

Frank Stronach (parallel zu AW): Ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja. Ja, ja, ja.

Armin Wolf: Ich sage fünf Landtagsabgeordnete in Niederösterreich, die auf drei verschiedene Gruppen mittlerweile verteilt sind. Eine Landesrätin mit Schmiergeldgeständnis. Eine EU-Wahl, bei der Sie gar nicht angetreten sind

Frank Stronach: …die hat nichts zu tun mit dem Team Stronach bitte.

Armin Wolf: Das war Ihre Landesrätin.

Frank Stronach: Ja, die ist aber gleich vom Ding…

Armin Wolf: Die haben Sie aufgestellt.

Frank Stronach: Nein, die ist ja gleich ausgetreten.

Armin Wolf: Herr Stronach.

Frank Stronach: Die ist ja gleich ihre eigene Partei… Wir haben sie ausgeschlossen.

Armin Wolf: Aber Sie haben sie ja zuerst aufgestellt zuerst, Herr Stronach.

Frank Stronach: Na na, ja. Wie wir gesehen haben, das sie nicht in Ordnung war, haben wir Sie, haben wir Sie, also, weggegeben. Das ist, du musst Entscheidungen. Wenn Du merkst, Leute sind nicht in Ordnung, muss man die entscheiden. Noch einmal: Du hast nur Chaos, wo keine Entscheidung getroffen werden.

Armin Wolf: Dann lassen Sie mich kurz noch Ihre Geschichte weitererzählen.

Frank Stronach: Darf ich vielleicht, was die Leute gerne… Die Leute, pass auf, da gibt‘s, da gibt’s fast…

Armin Wolf: …Herr Stronach…

Frank Stronach: …eine halbe Million Arbeitslose…

Armin Wolf: …Herr St…

Frank Stronach: …die wollen hören…

Armin Wolf: Nein.

Frank Stronach: …was hat der Stronach für Ideen, wie man Arbeit schaffen kann, wie die Wirtschaft funktioniert…

Armin Wolf: Herr Stronach. Nein, Herr Stronach ich bin ehrlich nicht sicher, ob die Leute das hören wollen. Weil in allen Umfragen hat Ihre Partei ungefähr ein Prozent.

Frank Stronach: Ja, aber ich glaube… Pass auf… Sie haben eine sichere Stellung hier. Sie sind damit zufrieden. Wir haben dort…

Armin Wolf: Herr Stronach…

Frank Stronach: Wenn Du keine Arbeit hast…

Armin Wolf: Herr St…

Frank Stronach: …dann machst Dir Sorgen darüber.

Armin Wolf: Herr Stronach…

Frank Stronach: Und ich glaube, ich habe sehr viel Erfahrung in der Wirtschaft. Wir könnten den Leuten sehr viel sagen, wie man die Wirtschaft ankurbeln kann.

Armin Wolf: Herr St…, Herr Stronach, wir wollen doch nicht unser erstes Gespräch wiederholen, das wir hier geführt haben.

Frank Stronach: Ja, aber… Ja, aber ich glaube, wir sollten…

Armin Wolf: Sondern vielleicht ein vernünftiges Interview machen und es wäre…

Frank Stronach: …vernünftig sein, aber nicht um den Kreis gehen…

Armin Wolf: …nett, wenn Sie meine Fragen beantworten.

Frank Stronach: Ja.

Armin Wolf: Gut.

Frank Stronach: Und es würde auch nett sein, wenn Sie mich ein bisschen aussprechen lassen.

Armin Wolf: Herr Stronach, ja, wenn Sie meine Fragen beantworten, gerne.

Frank Stronach: Ja, aber dann haben Sie keine Zeit mehr bis Sie…

Armin Wolf: Herr Stronach…

Frank Stronach: …die Fragen da…

Armin Wolf: Ja, weil tatsächlich so viel passiert ist in Ihrer Partei. Sie sind nicht bei der EU-Wahl angetreten, obwohl Sie eigentlich wegen des Euros in die Politik gegangen sind. Sie treten bei drei Landtagswahlen in diesem Jahr nicht an.

Frank Stronach: Ja, aber…

Armin Wolf: In der Steiermark wechseln Sie fünf Wochen vor der Wahl Ihren Spitzenkandidaten aus.

Frank Stronach: Jetzt, jetzt… Pass auf…

Armin Wolf: Herr Stronach, das…

Frank Stronach: …jetzt sind wir fair.

Armin Wolf: Herr Stronach, Sie sagen, das ist Ordnung.

Frank Stronach: Bei der SPÖ, ÖVP […] da werden Regierungsgelder verwendet für EU-Antritte fürs Ganze. Millionen, Millionen, Millionen. Ich komme hier her und sage: Das System passt nicht und ich nehme mein eigenes Geld. Und weil ich in Österreich geboren bin, in der Steiermark geboren. Und mein Gewissen sagt mir, ich solle irgendetwas machen. Wir haben ein Problem. Weil wir nicht wissen, weil irgendetwas nicht funktioniert, dann sollte man wissen, er hat ein Problem. Wenn man‘s wirklich nicht weiß, dass man ein Problem hat, dann hat man wirklich ein Problem.

Armin Wolf: Beschreiben Sie jetzt nicht gerade Ihr Problem, Herr Stronach?

Frank Stronach: Unser Problem: wir haben nur die Politiker. Die Regierung ist das Management eines Landes. Unglücklicherweise sind das nur Politiker. Das Mandat eines Politikers ist es, gewählt zu werden und wieder gewählt zu werden.

Armin Wolf: Herr Stronach, Sie machen…

Frank Stronach: Das ganze Land wird durch politische Überlegungen regiert. Das ist das Problem. Und bis wir das einmal lösen…

Armin Wolf: Gut, Herr Stronach, Sie machen es mir so schwer.

Frank Stronach: …wird Österreich den Bach runtergehen.

Armin Wolf: Herr Stronach, Sie machen es mir so schwer. Das haben Sie alles im Wahlkampf hundertfach gesagt. Ich würde gerne…

Frank Stronach: Na, aber es wurde nie gezeigt… wurde nie…

Armin Wolf: Sie waren sehr oft live im Fernsehen, es haben ja viele Leute gesehen.

Frank Stronach: Ich wurde immer unterbrochen. Ich wurde immer unterbrochen (lacht)…

Armin Wolf: Herr Stronach, ich möchte gerne mit Ihnen darüber sprechen, was in Ihrer Partei los ist. Jetzt beschuldigen Sie die Regierungsparteien, sie würden zu viel Steuergeld verwenden.

Frank Stronach: Ja sicher! Weil von wo haben Sie das Geld.

Armin Wolf: Herr Stronach, ich bin noch nicht fertig.

Frank Stronach: Ja, OK. Ja.

Armin Wolf: Ihre elf Abgeordneten im Parlament werden ja nicht von Ihnen bezahlt, sondern vom Steuerzahler. Und Sie bekommen Millionen an Parteienförderungen.

Frank Stronach: Ja, aber wie sind die, wie sind die reingekommen?

Armin Wolf: Herr Stronach, wofür?

Frank Stronach: Ich habe ungefähr 30 Millionen von meinem eigenen Geld hergegeben um zu zeigen… und, dass man es besser machen kann, wie es jetzt gemacht wird.

Armin Wolf: Und, ist es besser? Machen die es wirklich besser?

Frank Stronach: Aber es ist schwierig. Es traut sich niemand. Es traut sich niemand in die Politik rein. Weil die sagen: Ich habe Angst vor der Steuerprüfung, ich habe eine Angst vor dem und dem. Es ist schwierig.

Armin Wolf: Aber Sie haben ja elf Abgeordnete.

Frank Stronach: Ja, aber. Nicht, aber. Ja, wir haben elf Abgeordnete. Ja.

Armin Wolf: Die haben bis jetzt nichts geändert, oder?

Frank Stronach: Na, die haben… wenn Du elf Abgeordnete hast, ist es ja schwierig etwas zu ändern. Wir haben jetzt geglaubt… der Robert Lugar macht eine sehr gute Ding im Untersuchungsausschuss. Von den Hypo – wo sind die vielen Milliarden hingekommen? Die Leute haben ein Recht darauf zu wissen, wo sind die hingekommen? Wir haben da eine gute Person drinnen, die wirklich reinschaut und einmal sagt: “Pass auf, so korrupt ist es!”

Armin Wolf: Sie sind ja ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann.

Frank Stronach: Ja.

Armin Wolf: Und wenn Sie in ein Projekt Millionen investiert haben, das immer nur Verluste macht. Dann sagen Sie ja irgendwann: „Schluss damit, es wird nichts mehr. Das war einfach eine Fehlinvestition.“

Frank Stronach: Na, na.

Armin Wolf: Wäre jetzt nicht langsam der Punkt…

Frank Stronach: Ich sehe, ich sehe das anders.

Armin Wolf: …wo Sie sagen müssen: Diese Partei war eine Fehlinvestition?

Frank Stronach: Legen Sie mir nicht Wort in meinem Mund. Legen Sie, ich sehe das anders. Politik ist eine soziale Sache. Ich sage nur: Ich habe ein Gewissen. Ich bin hier geboren. Das Leben war unglaublich gut zu mir. Und ich sage: Wir haben da Grundfehler in unseren Strukturen. Und da müssen wir einmal drauf hin leuchten und sagen: Können wir es besser machen?

Armin Wolf: Das machen Sie nicht besser, Herr Stronach.

Frank Stronach: Ja, aber, nicht… Weil die Medien… Ihr seid ja alle beherrscht von den Parteien… Sie haben einmal schon eine Aussage gemacht: “Wir sind so beherrscht von den Parteien”. Das war Ihre Aussage, wo Sie den Preis gewonnen haben, nicht. Das war Ihre Aussagen: “Wir sind so beherrscht von den Parteien.” Ihr seid beherrscht von den Parteien.

Armin Wolf: Herr…

Frank Stronach: Wenn ihr wirklich, dann würdets ihr nicht hier sitzen. Ihr würdets auch ausgewechselt werden. Da ist die Wahrheit.

Armin Wolf: Das möchte ich heftig zurückweisen. Mich beherrscht keine Partei.

Frank Stronach: Aber ich kann hier. Ich habe ein Zitat, wo Sie das genau gesagt haben…

Armin Wolf: Na, ganz genau nicht.

Frank Stronach: Vor, vor… fast genau… vor fünf Jahren…

Armin Wolf: Es ist schon deutlich länger her. Es waren neun Jahre und es war ein bisserl anders. Aber ich bedanke mich für den Besuch im Studio und Danke, dass Sie da waren.

Frank Stronach: (lacht) OK, sehr gut. Gut.


Dieter Zirnig war so nett und hat dieses Interview mit folgender Begründung transkribiert:
Die Idee hinter dem Transkript ist, ein gesprochenes TV-Interview auch in einem zusätzlichen Kanal – und zwar in Textform – zur Verfügung zu stellen. Oft ergeben sich beim Lesen andere und klarere Zusammenhänge. Strukturen werden erkannt und eigentliche Botschaften, Textbausteine werden noch klarer und können weiter recherchiert werden. Wir möchten Politik, politische Ideen und Veränderung und den Weg in ein neues, offenes und mitgestaltbares politisches Zeitalter unterstützen. Und dem Gesagten mit dem Transkript einen ernstzunehmenden anderen Zugang sowie eine möglichst breite Reflektion bieten. Danke an die ModeratorInnen und die TV-Anstalten, dass Interviews transkribiert werden dürfen.

http://neuwal.com/index.php/author/admin/


Herr Zirnig, vielen Dank.
Selbst wenn man dies liest, kann man es nicht glauben, man glaubt es nicht.
Und doch…

… mehr Kabarett geht nicht, echt nicht.

Täuschgeschäft

Einer Befragung zufolge haben 98% aller auskunftsfreudigen Frauen ihrem Partner zumindest einmal im Zuge ihres Beisammenseins einen Orgasmus vorgetäuscht. Und zwar nicht irgendeinen, sondern den eigenen, klar. Immerhin 68% gaben an, dies regelmäßig zu tun und sage und schreibe über 40% behaupteten sogar von sich, diese schauspielerische Übung während jedes Beischlafs zum Besten zu geben.
Meine lieben Damen, das ist zwar ganz lieb gemeint und wahrscheinlich versucht ihr da die Ratschläge diverser Artikel einschlägiger Zeitschriften pflichtbewusst in die Tat umzusetzen, aber lasst euch gesagt sein, euer gekünsteltes Gehechel und Gefiepse schert im wahrsten Sinne des Wortes keinen Schwanz. Der ist eigentlich nur daran interessiert, selbst durch die Decke zu schießen. Akustisch aufgemotzte Atemübungen zur Untermauerung dieses Aktes sind zwar nett, aber nicht zwingend notwendig.
Da ihr aber offensichtlich motiviert seid, eurem Geliebten mittels hoher Schauspielkunst Gutes zu tun, ihm gepimpte Realitäten und angenehme Scheinwahrheiten angedeihen zu lassen, wüßte ich da wesentlich Gewinn bringendere Anwendungsgebiete als jene, welche im Zuge der gegenseitigen Körperreibung   entstehen. Zum Beispiel wenn er wieder einmal vergisst, seine durch organische Rückstände leicht kontaminierte Unterwäsche fachgerecht in der Waschmaschine zu entsorgen und er diese statt dessen achtlos auf den Schlafzimmerboden wirft…. Mmmmm, ja das wäre eine Top Gelegenheit eure große schauspielerische Begabung aus der Schublade zu ziehen und wohlwollend darüber hinwegzusehen. Oder. Er bleibt lieber vor dem Fernseher lungernd samt Bier und Chips, nur mit besagtem Lendenschurz bekleidet – das CL-Viertelfinale guckend – zuhause, anstatt aufgebrezelt wie ein Christbaum in einem muffigen Saal ein stink langweiliges Theaterstück zu verschlafen. Ha! Erwischt! Genau! Hier wäre jetzt eine eigene, formvollendete Inszenierung gefragt, und die käme sogar ganz ohne tiefes Seufzen aus! Er vergisst den Tag des gemeinsamen Jubiläums und kommt leicht angesoffen kurz vor der Morgenröte nach Hause. Einfach ganz kurz und liebevoll durch sein Haar streicheln und sagen: ‚Schön, dass du da bist.‘ Erledigt. Kein Gequieke, kein angestrengtes Uuuuuuuahhhhh-Oooooohhhoohhho-Hmmmmmmmm-Jaaaaaaaajajajaaaaaaa ist da notwendig. An dieser Stelle könnte ich noch zig Beispiele aus dem Hut zaubern, aber ich denke, euch selbst fallen genug günstige Gelegenheiten ein, bei denen mit ein wenig Schauspielerei die Lebensqualität nachhaltig erhöht werden könnte.
Und weil ihr nun bereits die gesamte Schauspielenergie im Alltag aufgebraucht habt, könntet ihr euren Liebsten zur Abwechslung ja mal richtig am Zipfel packen, um dann ganz unverblümt und vor allem unmissverständlich klarzustellen, wie ihr euch eine zünftige Herumbumserei so vorstellt. Dann müsstet ihr zum einen keine Ekstase nicht mehr vorspielen und zum anderen verringerte sich wie von Geisterhand die Anzahl der herrenlosen wie verschissenen Unterhosen und es erhöhte sich zudem signifikant jene der erquicklichen Theaterbesuche. Und vergessen wird plötzlich gar nix mehr. Klingt komisch, is‘ aber so.

Schultüten

Da gibt es eine Seite, also nicht an mir sondern im Internetz, die heißt ‚StayFriends‘. Dort können die, die das auch wollen, sich selber eintragen, mit Namen und so. Soll heißen, dass all jene, also wirklich nur die,  welche das tatsächlich wollen sollten, nicht nur ihren Namen hinterlassen können, sondern oberndrein noch ihre Heimatstadt samt Schule und Abschlussjahrgang. Ich denke (Schmäh, jetzt hab‘ ich dich schon wieder g’schoss’n!!), dass man so seine alten Klassenkollegen von damals leichter wiederfinden können dürfte oder sowas, irgendwie. Jedenfalls nervt mich die Werbung von diesen Friends, diesen sogenannten, schon ziemlich lange. Die nervt mich in meinem Mailaccount, ganz oben droben nervt die mich, und das schon wirklich, wirklich lange, viel zu lange schon, eigentlich. Und da sieht man wieder einmal, dass diese nervigen Werbungen leider, leider ihre Wirkung nicht verfehlen, denn, ja denn ich habe ihn angeklickt, den verschissenen Link, den verschissenen, blöden. Arschkacklink den. So habe ich mich schließlich und endlich sogar durchgerungen, meine Stadt samt Schule und Abschlussjahrgang anzuklicken, klick, klick, klick. Da war ich dann und schaute. Und ich schaute nicht schlecht, denn da haben sich unfassbarerweise 19 (in Worten neunzehn) ehemalige Schülerinnen und Schüler meines Jahrgangs samt Stadt und Schule selbst eingetragen – samt Schule, Stadt und Jahrgang, alles gemeinsam! Und da standen sie nun, die 19 Namen samt Schule, Stadt und Jahr. Und… Und… naja, dann hab‘ ich sie halt mal gelesen diese Namen, 19 an der Zahl samt Jahrgang und Stadt, Schule. Aber… nix. Keinen Schimmer. Unbekannt. Jeder von denen. Blöd g’schaut, hab ich da zuerst einmal. Und dann gelacht, so laut und herzhaft gelacht habe ich dann, dass fast mein Hund aufgewacht wäre, hätte ich zu dem Zeitpunkt schon einen gehabt. Ganz vergnügt wie beseelt habe ich mich dann gefühlt, weil ich gewußt habe, was zu tun ist. Ach was und was soll’s! habe ich dann zu mir selbst gesagt und einfach ‚Ned Noergla‘ zu den 19, die nun 20 sind, dazugeschrieben, ENTER gedrückt – fertig.

Jetzt nervt sie nicht mehr, die StayFriends-Werbung in meinem Account. Jetzt ist sie zufrieden.
Ich auch.

Nazig im Kopf

Seit der Romy-Verleihung gestern abend erregt ein schlechter Witz von Dieter Hallervorden die österreichischen Gemüter, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Aus zwei Gründen nicht:

1. Der Mann ist nun schon fast 80 Jahre alt und hat sein ganzes Leben lang noch keinen einzigen guten Witz gemacht. Warum sich ausgerechnet jetzt plötzlich alle darüber echauffieren, verstehe wer kann.
2. Ein Land, das es selbst nach 70 Jahren nicht geschafft hat, seine NS-Vergangenheit ordentlich aufzuarbeiten, sollte sich vielleicht mal überlegen, wie man vor der eigenen Haustüre kehren kann, bevor es über senile Möchtegernkomiker herfällt.
3. (Ich weiß eh, es gibt kein Drittens, aber trotzdem möchte ich noch loswerden, dass die Elke und auch der Andi, vor allem aber die Elke ihre Sache gestern sehr, sehr gut gemacht haben.)

Gestatten, mein Name ist Ned und ich bin dein Freund, aber nicht dein bester, wie ich hoffe.

Das sagte ich dann.

‚Noch nie hatten wir so viele Freunde wie heute. Aber die wenigstens haben wir je getroffen, weil wir sie nur über Facebook kennen. Nach dem Motto: „Einem echten Freund sollte man wenigstens einmal im Leben begegnen!“, hat die Künstlerin Tanja Hollander ihre 626 „Facebook-Freunde“ besucht. Drei Jahre brauchte sie für diese Weltreise. Ihre Frage: Was macht Freunde eigentlich zu echten Freunden?‘ *¹

Drei Jahre hat es gedauert, bis sie jeden ihrer Freunde zumindest einmal getroffen hat. Total tolle Geschichte wie ich finde! Super Ding. Genial. Sau stark! In einer Zeit, die inzwischen so oberflächlich und gleichgültig geworden ist, dass wir uns schon als Intimus fühlen, wenn wir den Namen des Hundes unseres Nachbarn kennen, so steril und digital, dass uns der Händedruck zur Begrüßung eines Geschäftspartners bereits am Vorabend belastet und so egozentrisch, dass wir uns beim Kauf einer Obdachlosenzeitung auf Augenhöhe mit Mutter Teresa sehen, muss diese Aktion eindeutig und unumwunden als Kunst bezeichnet werden und zwar als große Kunst, als mahnende, wachrüttelnde Kunst, als das, was Kunst im eigentlichen Sinne eben ausmacht. Ja richtig! Heutzutage ist es Kunst, wenn man sich mit seinen Freunden trifft. MIT SEINEN EIGENEN FREUNDEN! So gesehen ist eines meiner Lieblingszitate von Karl Valentin von nie geahnter Aktualität und Richtigkeit: ‚Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.‘

Aber warum treffen wir unsere Freunde eigentlich nicht mehr? Vielleicht, weil wir in echt gar keine mehr haben? Bei ehrlicher Betrachtung sind wir ja auch nicht mit Menschen befreundet, sondern mit deren digitalem Image, ihrem Avatar und dessen Scheinrealität wenn wir so wollen. Einem computerdesigneten Konstrukt aus Selfies und aufpollierten, gephotoshopten Erlebnisfantasien. Bezeichnenderweise leben wir in einer Welt, in der auf den meisten Fotos der Fotograf selbst abgelichtet ist. Wie reimte Erich Kästner wohl heute sein kleines Gedichtchen, das damals noch lautete: ‚Merk‘ dir du Schaf, weil es immer gilt, der Fotograph ist nie auf dem Bild.‘ Tja, lieber Erich, weit gefehlt, kann ich da nur sagen. Aber jetzt mal ehrlich, ganz ehrlich…. Wie groß wäre die Enttäuschung, wenn der hippe Typ vom Netz in echt keine Sushis essen mag, die ach so schlagfertigen Kommentare von Twitter und Facebook einfach nicht über die Lippen kommen wollen und er seine Kinder haut, falls er überhaupt welche hat? Nö, dann doch lieber im geschützten Netz daheim bleiben und brav ‚gefällt mir‘ drücken oder als Sesselrevoluzzer per Mouseklick anonym an einem Shitstorm teilnehmen. Ist besser so. Schließlich werden Freunde schon längst nicht mehr an ihrer Loyalität, ihrem Einfühlungsvermögen oder ihrer Hilfsbereitschaft gemessen, sondern an ihrer Anzahl. Aber das passt ja gut in unsere Welt der Zahlen. Zahlen kann man zählen, Gezähltes kann man messen, Gemessenes vergleichen. Ja, das ist überhaupt das Wichtigste, denn nur durch den Vergleich können wir sicher sein, dass wir besser sind. Und falls wir nicht besser sind, dann machen wir uns eben besser, wenn auch nur digital. So lacht es sich dann auf dem selfie halt einfach leichter.

Komm jetzt aber bloß nicht auf die Idee, bei mir vorbeischneien zu wollen, untersteh‘ dich.
Ich habe keine Freunde!

facebook-portrait-project

 

am laufenden Band

Heute hat sich ein 59 Jahre alter Bauarbeiter auf seiner Baustelle an einem Fließband schwer verletzt. Das ist sehr bedauerlich.
Vierzig Minuten später mussten die Einsatzkräfte erneut zu besagter Umfallstelle, weil sich dessen 24 Jahre alter Kollege genau dieselben Verletzungen zugezogen hat. Dieser hatte versucht, den Unfallhergang für seine Kumpels nachzustellen, was ihm offanbar recht gut gelungen ist.

Dem ist nix hinzuzufügen, sowas muss man einfach auf sich wirken lassen.

ist nicht wahr!

Also, liebe Freunde, da kann ich euch beruhigen, in dieser blogse wird euch nichts, aber auch gar nichts vorgegaukelt. Ich sage gleich und offen heraus, dass alles, was in dieser blogse hier steht, erstunken und erlogen ist. Wer mir was glaubt, ist selber schuld! Ich hoffe nur, dass wegen dieser Wahnsinnigen nicht irgendwelche bedauernswerten Patienten elendiglich verendet sind, weil sie geglaubt haben, auf diese Weise auch ihre Krebserkrankung besiegen zu können… 🙁

blogfake

…zur Zeit haben die Freunde von Down Under nicht gerade ’nen Lauf…

Größe zeigen!

Am Anfang seines Lebens schreibt jeder Mensch das eigene Gewicht und seine aktuelle Körpergrösse zu seiner Unterschrift dazu.
So liest man dann beispielsweise folgende Unterfertigung am Ende eines netten Briefes:

Mit bestem Dank für die lieben Glückwünsche,
eure Haidrun (3.450g, 51cm)

Aus Gründen, die ich bisher noch nicht herausgefunden habe, lässt man dann irgendwann im Laufe des restlichen Lebens diese wahrlich interessante Information einfach weg. Ersatzlos. Gestrichen!
Ich plädiere dafür, entgegen der gängigen Praxis, das gesamte Leben lang diese tolle Zusatzinfo der eigenen Unterschrift beizufügen, kann sie doch so sehr leicht vor allzugrossen Enttäuschungen vielerlei Art frühzeitig warnen. Ich ginge sogar noch einen Schritt weiter und vervollständigte das ganze zudem noch mit der Angabe des eignen Alters!

Denkt mal darüber nach!

Euer Ned (75.000g, 185 cm, 26 Jahre)

nur versuchsweise

Australien ist ein sehr schönes Land. Atemberaubende Landschaften, wilde, unberührte Natur, unfassbar malerische Küsten und Strände als auch einzigartige Auswüchse von Flora und Fauna sind beispiellos fantastisch. Menschen leben auch dort. Zumindest sehen die so aus wie Menschen. Australier nennen die sich und ein Exemplar davon war jüngst sogar in Deutschland. Julie Bishop nannte es sich. Und es verklickerte sogleich dem Steinmeier Franky, wie die Lösung geht mit diesen lästigen Flüchtlingen. Man müsse sie nämlich einfach ersaufen lassen, sagte es. Und für jene, die partout nicht auf offener See, wohin man alle illegalen Parasiten mittels Kriegsschiffen hinausjage, verrecken wollen, habe man in diversen Entwicklungsländern um die Ecke nette Konzentratioslager angemietet, für die Endlösung sozusagen, sagte es. ‚NO WAY‘ nannte es das. Und ‚Kampagne‘ sagte es dazu. Ganz einfach gehe das, sagte es, und seit diese das so machen, gebe es auf ihrem schönen Kontinent auch gar keine schiachen Flüchtlinge mehr, sagte es. Naja, das Land kann ja nix dafür. Das Land ist schön, atemberaubend schön.

Ich bin gegen Tierversuche. Tierversuche finde ich scheiße. Trotzdem wären Tierversuche sehr wichtig, sagen jene, die von sich behaupten, es zu wissen. Die wären wichtig für Forschung, Industrie und unsere Gesundheit, sagen sie. Ich bin gegen Tierversuche. Aber ich denke, dass man die anscheinend so wichtigen Tierversuche ganz leicht durch Australierversuche ersetzen könnte. Das wäre auch wesentlich effektiver, sind doch die Australier uns Menschen physiologisch viel ähnlicher als die meisten Tiere. Ja, das könnte man doch mal machen, nur versuchsweise natürlich. Sollte sich dann wider Erwarten herausstellen, dass die Australier uns Menschen doch noch viel ähnlicher sind, als wir glauben, müsste man meine Idee mit den Australierversuchen halt nochmals überdenken und vielleicht nur noch weniger gefährliche Versuche mit den Australiern machen.

Ja, jetzt bist du geschockt, gell? Sowas hättest du von mir nicht erwartet. Keine Angst, war nur Spaß. Ein textlicher Schabernack, ein Wachrüttler, ein Frustventil, mehr nicht. Natürlich bin ich in Wirklichkeit gegen Australierversuche. Gäbe es tatsächlich Australierversuche – also in echt jetzt, wäre ich sogar strikt dagegen – klar! Logisch! Total! Schließlich sind die uns Menschen viel zu ähnlich, diese Australier.

verflüchtigen

Asylpolitik der EU:
Nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, Mauern bauen, Mauern bauen, Mauern bauen, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, Stacheldraht spannen, Stacheldraht spannen, Stacheldraht spannen, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, Zäune aufstellen, Zäune aufstellen, Zäune aufstellen, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, Schweigeminute, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, nix tun, …

merkwürdig

Schon beeindruckend, was es für schlaue Köpfe gibt auf dieser Welt.
Ich sage Sätze wie: ‚Heute ist Schnitzeltag in der Postkantine.‘
oder ‚Ich kann meinen Schlüsselbund nirgends finden.‘
Und dann gibt es Menschen, die schon vor über 200 Jahren solche Wucht’ln rausgelassen haben.
Naja, Gottes Garten ist vielfältig.

Franklin

 

 

 

 

 

aufgelöst

Günter Grass ist gestorben. Das war der Presse eine Eilmeldung wert.
Ein paar Nachrufe wurden aus der Schublade geholt und mit dem richtigen Datum versehen, das ein oder andere angestaubte Interview wurde spontan ausgestrahlt. Das war’s. Demnächst werden sie ‚Die Blechtrommel‘ ins Abendprogramm einbauen. Fertig.

Jürgen Klopp hat sich entschlossen, die Borussia aus Dortmund mit Saisonende vorzeitig zu verlassen.
Ich übersetzte mal für die Fußballmuffel unter euch: Jürgen Klopp ist aktuell der Übungsleiter einer Mannschaft jenes Sportvereins, der sich mit vollem Namen Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund nennt. Ja richtig, es geht um einen Ballspielverein, junge Burschen und Mädchen rennen einem Ball hinterher. Und der Jürgen hat eben nun kundgetan, dass er den Buben nicht mehr sagen mag, wie sie zu spielen haben. Das ist eigentlich alles. Möchte man meinen. Aber deswegen steht zurzeit ganz Deutschland Kopf. Endzeitstimmung. Weltuntergang. Die erste Meldung in Heute-Journal sowie Tagesschau, sämtliche Titelseiten und Internetdienste berichten, berichten, berichten. Nachrufe werden geschrieben. Verschwörungstheorien, Blumenkränze, Kondolenzschreiben machen die Runde. Wir wissen derzeit nicht, ob es Deutschland morgen überhaupt noch geben wird.

Ach ja, im Gegensatz zu Günter Grass, lebt Jürgen Klopp noch. Ich schreibe das nur, weil zurzeit der Eindruck entsteht, es wäre genau anders rum.

23 Mamas

Eine israelische Studie mit 23 Mamas hat jüngst eine Lawine losgetreten. Diese Handvoll Mamas haben einfach mal ganz unverblümt gesagt, dass Kinder hochzüchten eine unfassbare Megakacke sei. Eine Scheißwurst ohne Ende. Tja, und dann kam das, was in Zeiten des www immer kommt: Alle plärren mit. Zumindest gewinnt man beim Quersurfen diesen Eindruck. Regrettingmotherhood heißt das jetzt. Lautstark regretten alle schon seit Wochen ihre eigene motherhood. So scheint es jedenfalls. Und es stimmt ja auch, der Mamajob ist eine extrem anstrengende, unglaublich energieaufwändige, wahnwitzig langandauernde und allumfassend kräfteraubende Aufgabe. Aber jetzt kommt’s: Das war es immer schon. Wir Menschen haben uns eben eine sehr, sehr intensive Fortpflanzungsstrategie ausgesucht.
Frösche zum Beispiel, also Frösche machen das ja ganz anders. Das Froschmädel legt kurz mal ein paar hundert Eier ab, ihr Macker rödelt im Eiltempo d’rüber und beide machen sogleich ’ne Fliege, oder verspeisen eine, je nachdem. Wie auch immer, am Ende des Tages kommen ganz easy-peasy 1-10 Jungtiere bis ins fortpflanzungsfähige Alter durch. Punkt. Die Frösche sind schlussendlich genauso erfolgreich wie wir. Wahnsinn, oder? Etwas, wofür wir gut 30 Jahre unseres Lebens und den Hauptteil unserer Ressourcen verschwenden, erledigen unsere Freunde von der Pfütze in wenigen Minuten. Ich weiß, ich bin mir auch ziemlich deppert vorgekommen, nachdem mir dies bewußt geworden ist. Andererseits wohnen Frösche nicht den Studienabschlussfeiern ihrer Sprösslinge bei und werden von diesen im Greisenalter nicht besucht. Das muss bei uns Menschen allerdings auch nicht zwangsläufig der Fall sein.
Und dennoch, warum sind plötzlich alle mit unserer Art der Aufzucht und Hege so unzufrieden? Ich denke, es gibt dafür mindestens 3 vielleicht sogar 4 Gründe:

  1. Wir sind eine Generation der egozentrischen Selbstverwirklicher. Wir sind es gewohnt, alles und jedes zu machen. Wir reisen und studieren und haben zudem unendlich viel Freizeit, die wir mit tollen Aktivitäten ausfüllen können. Wir machen alles oder nichts und vor allem machen wir es zu genau dem Zeitpunkt, an dem es uns am besten passt. Wir nehmen auf niemanden Rücksicht, sind jung und gesund und fühlen uns rund um uns herum Sau wohl. Doch dann kommt der Nachwuchs, und ich spreche nicht vom Haupthaar. Plötzlich ist alles, was bisher war, passé, für immer dahin. Unser Leben hat von einem Augenblick auf den nächsten mit unserer Vergangenheit nichts, aber auch gar nichts mehr gemein.
  2. Und weil wir bisher so unabhängig und so cool waren, so hipp und unerreicht unglaublich, wohnen wir natürlich auch nicht im Dunstkreis unserer Familie, sondern 500-20.000 Kilometer weg in einer formvollendeten Wohnung im 5. Stock. Das ist zwar sehr steil, allerdings hilft uns halt auch keiner bei unserem kleinen Familienprojekt. Das bedeutet dann: 7×24 Stunden Dienst pro Woche, 52 Wochen im Jahr. Und damit man den Lebensstil, oder das was man dafür hält, halbwegs aufrechterhalten kann, arbeitet der Partner (und meist auch wir selbst) noch mehr, was die ohnehin schon sehr große soziale Isolation noch weiter verstärkt und bis zur Unerträglichkeit anschwellen lässt.
  3. Zudem sind wir es gewohnt perfekt zu sein. Diese Perfektion wollen wir natürlich auch in unserer Elternschaft umsetzen. Wir saugen uns bereits vor der Zeugung mit einschlägiger Literatur voll, kaufen das beste und teuerste Zeug und melden unseren Sprössling bei ca. 73 Kursen und Aktivitäten an. Denn auch unser Kind ist perfekt. Es ist sozial kompetent, sportlich, musikalisch, intelligent, kreativ, künstlerisch hochbegabt, …. und das will natürlich alles angemessen gefördert werden!!! Zudem hat unser  Goldschatz den perfekt durchdesigneten Tagesablauf und isst nur biologisches und ethisch unbedenkliches, überaus gesundes Essen.
  4. Die Summe des ganzen kommt jetzt: Da bisher in unserem Leben alles recht geschmiert lief und wir uns ja superüberdrüber gut vorbereitet haben und unser Geniespross natürlich alles kann und alles weiß und weil wir sicherlich alles ganz anders und vor allem viel besser machen werden als all diese ahnungslosen Amateure, die vor uns kleine Menschen zu großen gemacht haben, geht mit uns bereits im Vorfeld unsere romantische wie überzogene Fantasie durch, weshalb wir dann umso härter und erbarmungsloser auf dem Betonboden der Realität aufklatschen. Rumms!!! … macht es. Und klesch. Grausam, brutal ist das.

Und dann bimmelt’s uns weg. Wir schütteln uns, rütteln uns und bemerken, dass dieser Prozess leider irreversibel ist. So sitzen wir am Ufer des Lebens und müssen hilflos zuschauen, wie unsere Felle gemütlich davonschwimmen.

Tja, doch nun finden wir wenigsten Trost bei hashtagregrettingmotherhood, denn zumindest – und das ist doch wenigstens ein Fortschritt – wird man heute gesellschaftlich nicht mehr geächtet und geköpft, wenn man öffentlich und wir-sind-helden-haft reklamiert:  ‚Ich will mein Leben zurück!‘

besser geht’s nicht, noch nicht

Ich wäre gerne ein Poet
hab‘ keine Ahnung wie das geht
dies ist nur Reim und kein Gedicht
kein Herz berührt Gefühl auch nicht

Bin einer von der groben Sorte
nicht Hintergrund schon eher Torte
kein kryptisch Kunst noch Verse bricht
Steh‘ da kein schief nur klare Worte

Der das hier liest auch noch versteht
weiss Gott nicht viel doch wie’s mir geht
wer nicht hat recht denn eins ist klar
ephemer Reim nie dümmer war

‚Nacht!

bruuuuuuuum, bruhuuuuuuum

Drei eindeutige Kennzeichen, mit deren Hilfe man einen Pensionisten hinter dem Steuer erkennen kann:

1. Seine Körperposition ähnelt der eines Schispringers, er berührt beim Fahren mit seiner Brille das Lenkrad.

2. Er fährt mit offenem Mund, vom linken oder rechen Mundwinkel (je nach Höckerausrichtung der gerümpften Nase) tropft in regelmäßigen Abständen etwas Speichel auf das Amaturenbrett.

3. Der Dieselmotor seines weinroten VW Golf dreht mit über 5.500 Umdrehungen pro Minute, dennoch unterschreitet er die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit um mindestens 35%.

Service für Schreibwillige

Es gibt tatsächlich Menschen, die nicht nur lesen, sondern auch schreiben möchten. Das finde ich schön. Allerdings wollen sie das nicht im Zuge eines öffentlichen Kommentars auf der blogse machen, sondern per Mail, per Mails an mich. Das ist in Ordnung und zu akzeptieren. So wurde von mehreren Seiten der Wunsch an mich herangetragen, eine Hinschreibadresse auf der blogse zu veröffentlichen. Das kann ich gerne machen, allerdings darf ich diese eben genau nicht einfach so hinschreiben, weil im Netz ganz böse Scan-Programme herumschwirren, die nichts besseres zu tun haben, als unschuldige, harmlose Internetseiten nach Adressen zu durchsuchen, um diese dann mit Spammails zuzumüllen. Macht aber nichts, man kann eine Hinschreibadresse ja auch ein wenig verschlüsselt bekanntgeben.

Also hinten, ganz hinten stehen die drei Buchstaben, die bei sehr vielen Adressen stehen. Sie sind eigentlich eine Abkürzung für die englische Übersetzung von geschäftlich oder gewerblich. Davor, präzise gesagt, unmittelbar vor diesen drei letzten Buchstaben befindet sich der einzige Punkt, auch ‚dot‘ genannt. Die Domain selbst kommt von der Firma, deren Name der Legende nach auf die Zahl 10¹ºº zurückzuführen ist und die seit einigen Jahren einen eigenen Mailservice anbietet. Wie das dann konkret heißt, sollte allgemein bekannt sein. Tja, und der Rest ist klar: mein Vorname gefolgt von meinem Nachnamen gar gänzlich ohne Zwischending dazwischen – fertig. Falsch, noch nicht fertig. Das Wichtigste habe ich vergessen: Den Klammeraffen, ohne den geht natürlich gar nichts! Aber das ist so klar, dass es seiner Erwähnung eigentlich gar nicht bedarf, trotzdem: Ehre wem Ehre gebührt! Der gute klammernde Affe, ich nenne ihn liebevoll ‚at‘, kommt natürlich direkt nach meinem Namen. So, jetzt aber wirklich: Fertig!

Freu‘ mich schon auf eure Briefe!

Sprachunterricht

All jenen, die sich entschlossen haben, in ein fremdsprachiges Land auszuwandern, kann ich nur wärmstens empfehlen, sich sogleich ein Fahrrad zu kaufen. Mit Hilfe eines Fahrrades ist das Erlernen der neuen Sprache das reinste Kinderspiel. So lassen sich dann ganz leicht sehr freundliche Passanten auf der Straße finden, die hoch motiviert sind, durch Beschreibungen von Umgebung und gegenwärtigen Situationen das im Sprachkurs Erlernte in der Praxis zu vertiefen. Ich kann mir keine effizientere und lustigere Art vorstellen, wie man sonst eine neue Sprache erlernen könnte. Ganz nebenbei dient es zudem noch der netten Kontaktaufnahme mit der indigenen Bevölkerung, neue Freundschaften sind nicht ausgeschlossen.

„Dies ist ein Gehsteig.
„Das ist kein Fahrradweg.
„Hier ist Fahrverbot.
„Das ist eine Einbahnstrasse.
„Diese Ampel ist rot.
„Dies ist ein Schutzweg.
„Sie sind verrückt.
„Sie tragen keinen Fahrradhelm.
„Ihr Licht funktioniert nicht.
„Sie haben mich beinahe überfahren.
„Ich bin ein Verkehrspolizist.
„Sie sind ein Arschloch.
„He.
„Hallo.
„Sie haben mich erschreckt.
„Sie fahren mit einem Regenschirm.
„Dies ist kein Affenzoo.
„Das ist eine Nebenfahrbahn.
„Sie fahren trotz Schneefahrbahn mit dem Fahrrad.
„Das ist eine ungleichberechtigte Kreuzung.
„Sie sind kein Vorbild für unsere Kinder.
„Ich werde sie anzeigen.
„So schnell zu fahren ist verantwortungslos.
„Was für ein Volltrottel.
„Nazi.
„Sie glauben wohl, die Straße gehört ihnen.
„Sie befinden sich in einem Einkaufszentrum.
„Sie haben ihr Fahrrad an meinen Hund gekettet.
„Das Mitnehmen eines Fahrrades in den Kinosaal ist verboten.
„Das ist eine Fußgängerzone.
„Spinner gibt es.
„Das ist der Stadtpark.
„Das ist ein Stoppschild.

Toll, nein echt jetzt, einfach toll!!

Irgendwo in Griechenland, jede Menge weißer Sand, mit der Pipeline an der Wand

Jetzt ist der Alexis Tsipras ein wenig beleidigt, weil im diese kindische EU nicht einfach so noch mehr Geld schenken will. Da hat er sich gedacht, er könnte mal von seinen Experten eine tolle Zahl ausrechnen lassen. 278,7 lautet die. Milliarden Euro sind das. So viel Geld will er jetzt haben, weil das doch seine unabhängigen Experten ausgerechnet haben. Und von wem will er es – genau – von den Deutschen. Warum? Weil die Deutschen halt Nazischweine sind, oder zumindest waren. Aber da nun diese Nazideutschen die Kröten nicht widerstandslos und sofort herausrücken wollen, ist er noch mehr beleidigt, der Tsipras. So hat er plötzlich eine tolle und total konstruktive Idee gehabt, er reiste nach Moskau und biedert sich gerade in patschertster Manier an den Putin an. Der behandelt ihn zwar wie einen Schulbub und gibt ihm auch keine Milliarden, aber beiden gefällt es halt soviel gut, dass die EU deswegen so richtig angepisst ist. Zu Recht wie ich finde, denn schließlich ist Griechenland immer noch Mitglied dieses Vereins und sollte sich – ob das nun toll ist oder nicht – an die dort herrschenden Spielregeln halten. Das Spiel des Tsipras ist jedenfalls eines mit dem Feuer. Dem Putin gefällt’s und alles was dem Putin gefällt, macht mir ein wenig Angst. So wie ich den Wladi einschätze, hat er folgenden Plan: Er missbraucht die Griechen vorerst als willigen und billigen Gaszwischenhändler. Im Zuge dessen siedeln sich mehr und mehr Russen in Griechenland an bis sie eine richtig schöne russische Minderheit an der Ägäis bilden. Irgendwann kommt der Putin dann auf die Idee, dass Griechenland irgendwie sowieso eigentlich immer schon so ein bisschen zu Russland gehört hat und schickt mal vorsichtshalber seine Armee hin, um seine Vermutung überprüfen zu lassen. Und dann – ratzfatz – gehören die Griechen zum Putinreich dazu und heißen von da an Griechaine, Griechistan oder vielleicht sogar Halbinsel Griem. Aber spätestens dann sind sie zumindest nicht mehr das Problem der EU, diese Griechen. Oder doch? Hmmm….

extrem

Am Nebentisch:

Er: Wahnsinn, das mit dem Absturz…
Sie: Welcher Absturz?
Er: Das Flugzeug?
Sie: Ein Flugzeug? Abgestürzt?
Er: Germanwings!!
Sie: Was ist das?
Er: Die Fluggesellschaft!!!
Sie: Nie gehört. Ist die aus England?
Er: Deutschland! Deutschland!! Eine Tochter der Lufthansa! Sag bloß das sagt dir nichts?
Sie: Natürlich, da war ich sogar schon.
Er: Wo?
Sie: In Deutschland.
Er: Und der Absturz?
Sie: Welcher Absturz?
Er: Na der von Germanwings!
Sie: Sag‘ mal, willst du mich nun nerven oder was wird das jetzt hier?
Er: Ach nichts, ich kann nur nicht fassen, dass du nie was davon gehört hast.
Sie: Wovon?
Er: Vom Absturz.
Sie: So was interessiert mich halt nicht.
Er: Da geht es nicht um Interesse oder nicht, sondern darum, wie blind und ignorant man durchs Leben gehen kann!
Sie: Sag‘ mal, was ist denn heute mit dir los? Was bist‘ denn plötzlich so aggressiv?
Er: Absolut alle Medien sprechen seit ca. drei Wochen nur von diesem Absturz und du hast nichts mitgekriegt? Nichts?!
Sie: Nein, aber ich lese auch keine lokale Tageszeitung, da steht eh nur Mist drin.
Er: Ich fass‘ es nicht.

Schweigen.

Er: Bei den Cloonys scheint es ja auch zu kriseln…
Sie: Ja extrem, gell? Nach so kurzer Zeit schon! Die Amal tut mir sowas von leid!
Er: Ja, extrem.

einer für’s zweite

In Deutschland leben so um die 80 Millionen Menschen. Von diesen sind ungefähr 20 Millionen im pensionsfähigen Alter. 15 Millionen sind jünger als 20 Jahre. Bleiben also noch 45 Millionen übrig. Das ist gar nicht so wenig. Eigentlich sind das ziemlich viele. Warum muss dann absolut jede Unterhaltungssendung im ZDF von Johannes Baptist Kerner moderiert werden?

Ja, doch, das interessierte mich.

unglaubwürdig

Es liegt wohl in der Natur des Menschen. Es scheint enorm wichtig zu sein. Und offensichtlich hat es sich auch bewährt, es ist ein Erfolgskonzept – sozusagen. Der Mensch muss und will an etwas glauben. Irgendetwas. Am besten an etwas Großes, an etwas Übermenschliches, Allmächtiges. Ja, an sowas glaubt er gerne, der Mensch. Seit immer schon. Jetzt auch noch. Aber warum eigentlich? Warum will der Mensch unbedingt und jedenfalls an etwas glauben? Also ICH GLAUBE (hihi), dass sich der Mensch einfach sehr unwohl fühlt, wenn er für etwas – ganz egal was – keine logische und einleuchtende Erklärung parat hat. Das ist offensichtlich ganz schlimm und unerträglich für ihn. Alles muss eben Sinn ergeben, einen Sinn haben. Sinnloses mag der Mensch nicht. Nun hatte der Mensch allerdings Jahrtausende lang das Problem, dass er eine ziemliche Dumpfnuss war. Der saß da in Höhlen oder unter Felsvorsprüngen herum, rannte hinter Rotwild her und vor Raubtieren davon. Und er rannte und rannte, hinterher oder davon, je nach dem. Ganz nebenbei entwickelte er sich weiter und weiter bis er dann irgendwann so schlau wurde, dass er sogar Zeit fand, über Dinge abseits des reinen Überlebenskampfes nachzudenken und erkannte dann ziemlich schnell, dass er für so gut wie alles rund um ihn herum eben nicht schlau genug war. Er war dämlich, zu dämlich und doch schon schlau genug erkennen zu können, dass alles recht kompliziert war, so um ihn herum. Doch nicht nur um ihn herum war alles kompliziert. Auch in ihm drin. Und damit nicht genug, zu allem Überfluss kam zu der ganzen Unsicherheit noch der Tod dazu. Dieser depperte Tod, dieser kindische Hund, der in niederträchtigster Weise bis heute(!!) verheimlicht, was nach ihm kommen wird. Und da ist dem Menschen dann wohl ein bisschen schummrig und schlecht geworden, und um zu verhindern, dass er sofort vor lauter schummrig und schlecht umfällt, hat er aus der Not heraus etwas Geniales erfunden: Den Glauben an etwas Großes, etwas Größeres als er selbst, etwas, das auf alles und jedes eine Antwort weiß, etwas das immer schon da war und immer da sein wird. Etwas, das es zwar nicht gibt, aber das seiner wackeligen und verunsicherten Psyche halt geben kann, das im Kraft geben kann, Kraft und Sicherheit. Und so kam es, dass er einfach für alles, das er sich nicht erklären konnte, einen dafür zuständigen Gott erfunden hat. Ja, einen Gott. So hat er das dann genannt, der Mensch: Gott. Oder Göttin, natürlich, klar! Göttinnen sind mindestens genauso wichtig, wenn nicht noch wichtiger. Im Laufe der Jahrtausende wurden mannigfaltige, verschiedenste sog. Gottheiten erfunden. Menschliche, tierische, geistförmige, naturbezogene, einen einzigen oder viele gleichzeitig – je nach Mode oder Kulturkreis. Das ist in Ordnung, das passt so, schließlich hat es dem Menschen geholfen. Heute ist der Mensch im Grunde zwar immer noch eine Dumpfnuss, im Prinzip noch fast haargenau dieselbe wie damals, als er die Götter erfunden hatte, allerdings weiß er heute schon so viel, kann sich schon so vieles selbst logisch erklären, dass man meinen sollte,  eine Gottheit zur Unterstützung seiner Psyche sei gar nicht mehr nötig. Trotzdem hält er krampfhaft, ja geradezu trotzig an dem Gottquatsch fest. Wahrscheinlich weil es ihm für so unfassbar lange Zeit geholfen hat. Das passt ja auch, immer noch. Wenn da nicht gewisse Menschen begonnen hätten, dieses Glaubensdings zu instrumentalisieren. Auszunutzen. Es für ihre ideologischen Zwecke zu missbrauchen, es als Argumentationshilfe für bis zum Himmel stinkende Ungerechtigkeiten zu verwenden. Kriege, Völkerschlachten, Sklaverei, Vernichtung und Jahrtausende lange Unterdrückung und Abschlachtung riesiger Menschengruppen wurden mit diesem Glaubensscheiß zu unrecht gerechtfertigt. Auch und vor allem die der Frauen übrigens. Auch und gerade heute noch. Klar, unlängst wollen Mathematiker, menschliche Mathematiker wissenschaftlich und einwandfrei – mathematisch – bewiesen haben, dass es Gott gibt. Aber Hand aufs Herz, Mathematiker können auch mathematisch beweisen, dass der schwarze Dreck unter meinem Fingernagel eine sexuelle Beziehung zu einer bulgarischen Nutte eines New Yorker Bordells unterhält. Solche Beweise sind also genau diesen schwarzen Dreck wert, und wahrscheinlich nicht einmal den.

Also, lieber Mensch, es ist Zeit, Zeit loszulassen. Du brauchst keinen Gott mehr. Du kannst das auch ohne, glaub’s mir. Lass ihn gehen, den armen Gott, dessen Name für so viel Schlechtes herhalten musste. Er hat dir durch schwere Zeiten geholfen, aber nun hilft er nur noch den Mächtigen ihre Macht zu erhalten. Hab‘ keine Angst vor dem Tod, denn der Tod gehört zum Leben. Du weißt selbst, was gut und was böse ist und du brauchst Gott auch nicht, um Gutes zu tun. Genau so wenig wie er dir helfen kann, Schlechtes zu rechtfertigen. Es ist Zeit, höchste Zeit. Also, auf geht’s! Mach! Heute noch! JETZT! 

dahin

Natürlich ist es tragisch, wenn ein vollbesetztes Flugzeug abstürzt und viele Menschen ihr Leben verlieren. Sie lassen trauernde Verwandte und Freunde zurück. Eine Tragödie durch und durch. Für die Betroffenen ist nichts wie es war und wird auch nie wieder so werden. Und dennoch es ist pervers, aber die Hinterbliebenen haben es im Vergleich noch recht gut. Es werden Kriseninterventionszentren eingerichtet, internationale Organisationen bieten ihre Hilfe an, Politik, Staat, Kirche und Kommune versuchen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterstützen, Veranstaltungen werden organisiert, Spenden werden gesammelt, ein Meer von Kerzen und Blumen bezeugt Mitgefühl, die Welt wird schlicht angehalten. Angehalten um den Trauernden, den Schockierten, den Zurückgelassenen Zeit zu gewähren, Zeit, die dringend notwendig ist. All das sind Dinge, die eigentlich immer notwendig wären, wenn Menschen Menschen verlieren. Sie gehen lassen müssen. Einfach so. Durch Krankheit, Unfall, Tod. Die meisten müssen allerdings mit ihrem Schmerz, ihrer Angst allein fertig werden. Da wird nichts angehalten. Gar nichts. Der individuelle Verlust ist aber ganz genau so groß, nur kümmert das halt keinen. Leider.

Da fällt mir eine Frage ein: Gibt es als Pendant zum Shitstorm eigentlich auch einen, äh Lovezunami?

ich glaube

Wenn alle Staaten dieser Erde ihre jungen Menschen ein Jahr ins Ausland schickten, günstigstenfalls eines mit anderer Kultur und Sprache, anstatt sie zum Wehrdienst zu verdonnern, wäre die Welt eine friedlichere, eine tolerantere. Eine, in der wir Menschen uns gegenseitig besser verstehen würden. Eine Schönere eben.
Ja, das glaube ich.

Naja, für die Schweizer können wir ja eine Ausnahme machen.

wie die Mimi

Montags beginnt’s mit

Navy CIS, Der Alte, CSI – Den Tätern auf der Spur, Soko Donau, Law & Order, Colombo, Diagnose Mord, The Mentalist, Cold Case, Mord ist ihr Hobby, Buffet, SOKO Wismar, Without a Trace, The Closer, Der Kriminalist, Soko Wien, Numb3er, Elementary, Die Trovatos, Crossing Jordan, Polizeiinstektion 1, Köln 50667, Leverage, München 7, Ghost Wisperer, Game Changer, Criminal Minds, Der Bulle von Tölz, Person of Interest, Rex, Bones, Die Firma, Stockinger, Auf Streife, Verdachtsfälle, Kotan ermittelt, Criminal Intent, Mein Revier, Navi CIS L.A., Medical Detectives, Ein Fall für Zwei, Der Kommissar, Der König von St. Pauli, Zwischen Spessart und Karwendel, Die Zwei, The Team, Sliders, Polizeiruf 110, X-Faktor, Monk, CSI: N.Y., Verbrechen, Verdachtsfälle, King & Maxwell, Detective Laura Diamond, Rosa Roth, Großstadtrevier, Derrick, SOKO 5313, Fringe, Soko Kitzbühel, Die Strassen von San Francisco, Kojak, Inspector Banks, Inspector Barnaby, Winter’s Bone, CSI: Vegas, Covert Affairs, In Plain Sight, Criminal Minds: Team Red, Heldt, Patholigin mit Profil, New Tricks, Major Crimes, Rizzoli & Isles, Alarm für Cobra 11, The Blacklist, Die Rosenheimcops, Stalker, Profiling Paris, Soko Stuttgart, Die Bodenseecops, Niedrig und Knut, K11 Spezial und endet am Sonntag mit dem Tatort.

Jetzt frage ich mich, warum ein Volk, das 10 Jahre lang 7×24 Stunden in der Woche Kochsendungen angeschaut hat, sich plötzlich nur noch für Mord und Totschlag zu interessieren scheint. Was wohl als nächstes kommt? Ich tippe auf basteln.

cap driver

Ich weiß nicht, woran es liegt. Ich kann es nur erahnen, bestenfalls vermuten. Vielleicht ist mein Vierkantschlüsselkopf daran schuld. Meine hünengleiche, durchtrainierte Silhouette, die mir windhundschnelle wie geschmeidig-jugendlich-elegante Bewegungsfreiheiten ermöglicht und die – wenngleich ich das keinesfalls absichtlich betone – meine kruppstahlharten Muskeln keck in Szene setzt, könnte eventuell auch als Ursache dienen. Hingegen denke ich nicht, dass meine Klamotten von Hedi Slimane oder mein weltmännisch souveränes Auftreten gepaart mit meiner gewinnend sympathischen Wesensart daran schuld sind. Wie gesagt, es entzieht sich meiner Kenntnis, ganz und gar. Ich kann es mir einfach nicht erklären. Leider. Obwohl…. abends, wenn ich mich nach einem arbeitsreichen und ungemein produktiven Tag auf den Heimweg mache, ist der Zeitpunkt meiner morgendlichen Dusche zugegebenermaßen bereits ein paar wenige Stunden her, dann neigen meine Haare machmal dazu, sich andeutungsweise ein wenig in eine scheitelähnliche Schräge zu legen. Das könnte natürlich schon vorschnelle und falsche Schlüsse begünstigen. Wie dem auch sei, liebe Taxifahrer, die ihr so freundlich seid, mich nach vollbrachtem Tagewerk nachhause zu fahren, lasst euch gesagt sein: Ich bin kein xenophober Fremdenhasser. Ganz im Gegenteil. Ich habe überhaupt nichts, gar nichts gegen Personen, deren Geburtsstätte in weiter Ferne liegt. Ich liebe die Vielfalt der Kulturen und den Reichtum, den diese Menschen in unser Land bringen. Umgekehrt reise ich sehr, sehr gerne in der Welt herum und genieße alles Neue, das ich dann kennenlerne. Also, bitte, bitte, bitte, lasst mich in Frieden mit euren fremdenfeindlichen, verächtlichen und immer falschen Hassparolen, die ihr glaubt, während unserer gemeinsamen Fahrt loswerden zu müssen. Ihr findet in meiner Person keinen Verbündeten, keinen Sympathisanten und schon gar keinen Unterstützer für euer ewig gestriges, vergiftetes Gedankengut. Ich will mit euch keine Diskussion entfachen, ich will nur nach Hause gefahren werden, daher sage ich euch: Mein Schweigen ist keine Zustimmung!!

Wir können gerne über’s Wetter reden, die Gefahren im heutigen Strassenverkehr oder über das gestrige Fußballspiel, aber bitte, lasst mich mit eurem vergifteten Nazidreck in Frieden – ganz lieben, herzlichen Dank für euer Verständnis. Dankeschön und bis zur nächsten Fahrt.

blogse

Schönen lieben Dank für die mannigfaltigen und sehr heterogenen Rückmeldungen bezüglich meines Blogsedesigns. Ja, es ist neu. Ja, es ist schwarz. Ja, vorher war es weiß. Und ja, das alles ist Absicht. Nein, ich bin weder Architekt noch Intellektueller. Nein, die Texte haben sich nicht geändert, ihr müsst sie also nicht nochmals lesen. Natürlich könnt bzw. dürft ihr sie nochmals lesen, falls ihr das wolltet. (Boa soviele Modalverben auf einem Haufen!!). Ach ja, mir gefällt die blogse jetzt besser als vorher. Und ja, die extrem scheißige und nicht intuitive Navigation bleibt so wie sie ist, denn ich finde, die ist gar nicht so kompliziert. Und ja, das alles ist sehr reduziert. Ja, nochmals, es ist alles Absicht. Nein, dies ist kein Versehen und auch kein schlechter Scherz. Ja, das bleibt jetzt so. Und nein, ich bin nicht uneingeschränkt offen für Vorschläge, die zu gravierenden Verbesserungen bezüglich des Blogsedesigns beitrügen, wer sich allerdings dennoch bemüßigt fühlt, zu Gemüte führte ich mir diese dann schon. Jedoch nein, es wird keine Benachrichtigungsmails geben, falls eines eurer Kommentare wiederum selbst kommentiert werden sollte. Das scheitert schon daran, dass die meisten Emailadressen relativ unrealistisch zu sein scheinen (grosser.nasenbaer@mitbart ?!?). Aber doch, ja, ich denke schon, dass sexgetalkt werden darf, bis auf Widerruf. Ja, es ist alles klein geschrieben. Nein, das wird vorerst nicht geändert und nein, ich finde nicht, dass es so unlesbar ist, für einen durchschnittlich begabten Leser stellt dies sicherlich auch gar keine Herausforderung dar. Ja, ich habe mir das Dortmundspiel angeschaut und ja, schad‘, sehr schad‘! (oh, das war wohl ein Mail ohne Blogsebezug, egal, schade ist es trotzdem, aber die Alte Dame war heute einfach fixer). Nein, die Kategorien sind nicht völlig vertrottelt und überflüssig, sondern ich habe sie – in der Hoffnung, euer Leserleben zu erleichtern – folgend eingeteilt:

  • liest du!  (Geschriebenes)
  • guckst du!  (Verfilmtes)
  • hochpreisig  (Netter Ned und Notorischer Noergla)
  • schau mal! (Gezeichnet- oder Fotografiertes)

Und ja, man kann diese ignorieren, denn man kann die Blogse auch weiterhin normal verwenden. Dennoch oder gerade deswegen möchte ich mich nochmals für die überraschend zahlreichen Rückmeldungen bedanken. Ein herzliches Dankeschön auch dafür, dass ihr euch – im Gegensatz zum Design – mit Rückmeldungen bezüglich des Inhaltes der blogse vornehm und höflich zurückgehalten habt. Ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher, wie gut oder schlecht ich ein ähnlich geartetes Bombardement die Texte attackierend verkraftet hätte. Danke, nochmals, danke für alles!!

Mama

Ich war jüngst wieder einmal bei Hennes und Mauritz. Dort verweilte ich in meiner Umkleidekabine wesentlich länger als geplant, und das kam so: In jener nebenan probierte bei offener Türe ein junger, sehr gut aussehender Mann unter den rehbraunen Argusaugen seiner, vor der Kabine stehenden, noch weitaus attraktiveren Freundin potentielle Schnäppchen.

Sie: Boa! Das sieht gut aus, das sieht sogar sehr gut aus!
Sie: Wenn es deiner Mama auch gefällt, behalten wir es!
Sie: Hmm. Eigentlich ist das ein tolles Shirt….. nur ein wenig zu weit….
Sie: Vielleicht wäscht es deine Mama ein paar Mal zu heiß, dann paßt es genau!!

Sie: Lass das! Nicht den Kragen aufstellen. Das mag deine Mama nicht!!
Sie: Ja, so ist’s gut.
Sie: Nein, nein, nein….. nein, nein, nein, nein. Das kaufen wir nicht. Deine Mama sagt, dass dir diese Farbe überhaupt nicht steht. Zieh‘ das wieder aus.
….
Sie: Dreh‘ dich um! … Warum nicht? Waaaaarum NICHT!! Die kann deine Mama ja kürzer machen, dann ist sie perfekt!
(Eigentlich ist meine Anprobe der schwarzen Jeans schon längst beendet, dennoch habe ich mich inzwischen auf den recht unbequemen Hocker in meiner Kabine gekauert, weil ich mich irgendwie einfach nicht losreißen kann.)
Sie: Nein nicht das! Zieh‘ das zuerst an. Das gefällt deiner Mama sicher besser, und wenn das paßt, dann mußt du das andere erst gar nicht mehr probieren!

Sie: Nein…. Nein…..
Sie: Nein, probier doch das andere!

Sie: (Riesenseufzer) Nein, das läßt sie niemals durchgehen. Leg‘ es weg. Nimm‘ das!
….
Sie: Ja, das könnte gehen. Da müßte ich aber wahrscheinlich noch mit ihr reden….
Sie: Weißt du was? Wir nehmen es erst einmal mit, ich rede mit deiner Mama, und vielleicht darfst du es dann behalten.
Er: Aber mir gefällt es eigentlich gar nicht so gut.
(Ich höre und staune, er kann tatsächlich reden!!)
Sie: Egal. Wir nehmen es vorsichtshalber mit und fragen deine Mama.
Sie: So, hier noch das letzte Teil!
(Schade!! Ich war knapp davor rauszuspringen, um noch ein paar Klamotten herbeizukarren!)
Sie: Ha! Vergiss es! Das Ding kann nicht einmal ich ihr schmackhaft machen!
Sie: Zieh‘ dich wieder an, wir gehen!
Sie gehen.
Ich reiße schnell meine Kabinentüre auf und schaue der armen Sau und seiner sau steilen Freundin hinterher.
Vorsichtshalber rufe ich zuhause an, und frage nach, ob es wohl in Ordnung wäre, wenn ich die schwarze Jeans zu 27.- Euro käuflich erwerbte. Nachdem ich nur fassungsloses Schweigen geerntet habe, lege ich das Teil lieber wieder zurück.
Sicher ist sicher.

beisteuern

Ein Staat ist auf Steuereinnahmen angewiesen, klar, und von Zeit zu Zeit muss er die Regelungen, wie er von wem welche Steuern wann und in welcher Höhe abverlangt, nachjustieren, auch klar. Das kann sich eine Regierung nun einfach machen, oder deren Vertreter greifen sich an den Sack und führen eine wirkliche Reform durch. Eine Steuerreform. Zweiteres entspricht der Bundesregierung einer Republik namens Österreich eher nicht, denn diese muss traditioneller Weise viel zu viele Steigbügelhalter und Interessengruppen bedienen. Das nennen die Österreicher dann Sozialpartnerschaft. Auf diese sind die an der Macht sitzenden besonders stolz, kann sie doch schon seit Jahrzehnten als große gesellschaftliche Errungenschaft weltweit verkauft werden, wenngleich sie eine lahme und blutlose Friede-Freude-Eierkuchen-Gesellschaft hervorgebrachte, die zwar Streiks oder Arbeitskampf de facto komplett verbannt hat, allerdings tiefgreifende und dringend notwendige Reformen seit mindestens genau so langer Zeit im Keime erstickt.

Wie sieht nun eine klassisch eierlose Steuerreform in Österreich aus? Da gibt es zum ersten die Niedrigverdiener. Von denen ist nichts zu holen, das kapieren sogar die hintersten Hinterbänkler der dümmsten Regierungstruppe. Am anderen Ende des Spektrums befindet sich der Wirtschaft- Industrie- und Finanzadel. Und obwohl das die Klientel wäre, der über 80% des gesamten Vermögens gehört, welches zudem noch stündlich größer wird, während das Realeinkommen der Restbevölkerung ständig sinkt, ist von dieser ganz genauso wenig zu holen, da an deren Tropf der gesamte Parteienapparat und dessen vollgefressene Mitglieder hängen. Dann gibt es ja noch die Firmen und Konzerne. Die will man natürlich nicht verärgern, da sie erstens in gewisser Weise deckungsgleich mit Personengruppe B sind, und zum zweiten sofort mit der ‚Dann-übersiedeln-wir-halt-nach-Fernost-Keule‘ schwingen, was jede wiederwahlgewillte Regierung sofort in die Knie zwingt. Doch dann, ja dann finden sie in wieder, den guten alten Mittelstand. Allerdings ist dieser inzwischen so klein geworden, dass er eigentlich Mittelpunktstand genannt werden sollte. Wir sprechen hier von den Menschen, die zu viel haben, als dass man ihnen nichts mehr weg nehmen könnte, allerdings auch viel zu wenig, das eine Befreiung aus den gierigen Kralle des Fiskus möglich machte. Das Wort ist gut gewählt, dafür liebe ich die Deutsche Sprache so: Mittelstand. Damit meint man jene Gesellschaftsschicht, die gerade noch genug aber eben nicht zuviele Mittel hat, und der somit nichts weiter übrig bleibt, als der Willkür des Steuerrechts geduldig standzuhalten. Und genau deswegen wird der Mittelstand immer kleiner. Und kleiner. Und dann, irgendwann wird er eben nicht mehr standhalten, nicht mehr standhalten können. Demnächst. Und wenn es dann soweit ist, wissen alle ganz genau, wie das zu verhindern gewesen wäre und was man alles machen hätte sollen, damit das nicht passieren hätte können. Immerhin.

Nun denn, Burschen und Mädels, lasst uns wieder einmal die Zeche für alle übernehmen.
Oamol geht’s no, oamol geht’s no leicht!

fav‘ dich doch selfie

Wir lieben uns. Wir sind wichtig, super wichtig. Wir sind die Mitte des Mittelpunktes des Universums. Wir sind unerreicht genial. Wir wissen nicht nur alles, wir wissen alles besser, am besten. Wir sind schön. Sexy. Wir können alles. Besser können wir’s natürlich. In echt wissen wir zwar genau gar nichts, weil wir uns ausschließlich mit uns selbst beschäftigen, dafür aber sind wir mega. Mega alles! Wir interessieren uns für nichts, außer für uns selbst. Wir müssen uns einfach toll fühlen. Geil. Unsterblich. Die Dus, Ers, Sies, Es‘s, Wirs, Ihrs, alle irrelevant. Klima, Hunger, Elend, Krieg, Wurscht. Designerklamotten, Edelphone, GoPro, überober. Wir besitzen Teleskopstangen, um noch tollere Selfies machen zu können. Wir machen Aftersexselfies und Beforeirgendwasselfies. Selbst Selfies sind uns längst zu wenig. Wir machen Belfies, Healthies, Shelfies, Smellfies, Cellfies. Egal welches Vieh, Hauptsache wir sind’s, die im Mittelpunkt stehen. Und weil wir so toll und unbeschreiblich sind, beschreiben wir unser Tollsein ständig und ungekürzt in Twitter, YouTube, Facebook, Instagram, WhatsApp,….

Und dafür wollen wir gehuldigt werden. Angehimmelt. Bewundert. Gefavt. Ja, du hast richtig gelesen, die wollen von dir gefavt werden. Ich habe auch nicht gewusst, was das ist. Bis ich ob meiner Favnachlässigkeit gerügt wurde. Da habe ich gegooglet. Google hat mir dann gesagt, was faven heißt. Das kommt nämlich von favorisieren. Im Prinzip ist es ein Mouseklick, ein Mouseklick auf einen Stern, der unter einem tweet steht. Ich habe also gewagt, und das gleich mehrmals hintereinander, diverse tweets nicht zu faven. Das wird nicht gerne gesehen. Wird gar nicht gerne gesehen in der blumigen Welt der Narzissen. Die wollen gefavt werden und zwar von jedem für jeden noch so bescheidenen Piepser. Was soll der Scheiß? Seid ihr behämmert? Jedes Haar in meinem Nasenloch hat mehr Charisma und Witz als ihr.

Favt euch doch selfie, ihr verhätschelten Schwachmaten, und steckt euch bei der Gelegenheit eure Teleskopstange sonst wo hin.

hoch%iges

Über 70% aller Bücher werden von Frauen gelesen.
Über 99% aller Enthaupteten wurden von Männern geköpft.

Hmmm…
Nö, tut leid, gibt mir nicht zu denken, nö…..leider.

Lesen wird ohnehin überbewertet. Dasselbe gilt für Bücher. Das kommt daher, weil das Schreiben über Jahrtausende lang so mühsam war. Und weil das Schreiben eben so unfassbar mühsam war, hat man halt dann nur die absolut sinnvollsten Sachen aufgeschrieben. Dinge, die es wert waren, überliefert zu werden. Zudem waren nur relativ wenige Menschen des Lesens mächtig. Elitär waren Schreiben und Lesen, total elitär! Heute schreibt jeder Trottel. Ja, danke, sehr witzig. Nein echt jetzt, wir müssen uns langsam aber sicher von dem Gedanken verabschieden, dass Lesen grundsätzlich etwas Suppriges ist. Mehr denn je kommt es auf die Qualität und weniger auf Quantität an. Fifty shades of Grey. Ich weiß, das war gemein, ein Schlag in die Magengrube, ein Foul. Hinterhältig, eh! Aber dieser Dumpfsoach wurde nun mal fast ausschließlich von Frauen gelesen. Rosamunde Pilcher. Ja gut, ich lass‘ euch jetzt. Man soll nicht ständig Wunden salzen und in jene reinbohren. Wie? Mein Kampf? Ja klar, der musste jetzt kommen, logisch. DAS WAR DAMALS PFLICHTLEKTÜRE! Niemand hat den freiwillig gelesen, gut die Nazis, die natürlich schon, aber die gelten nicht, nicht in meiner blogse!! Ich merke schon, das ufert langsam aus hier, daher möchte ich euch zur Heia wirklich etwas zum Grübeln mitgeben:

Die Tabaksteuer wurde erfunden, um den Rauchern das Rauchen madig zu machen.
Was sollen wir in diesem Zusammenhang von der Lohnsteuer halten?

na gut, bin dabei

Die EZB spült ab heute monatlich 60 Milliarden Euro in unsere Wirtschaft. Ich habe von Finanz- und Wirtschaftspolitik sowie deren Mechanismen keine Ahnung. Dafür sollte es eigentlich Experten und Expertinnen geben, die – zum Beispiel in der EZB – wissen was zu tun ist. Mich wundert es schon ein wenig, dass die EZB nun genau das macht, womit die US-Notenbank vor wenigen Jahren kräftigst mitgeholfen hat, die gesamte Weltwirtschaft fast für immer in die Knie zu zwingen, aber erstens habe ich – wie eh schon gesagt – keine Ahnung, zweitens kann man zwar, muss aber nicht zwangsläufig aus der Geschichte lernen und drittens haben 60 Milliarden Euro, die einfach so verpulvert werden können, durchaus ihren Reiz.

Finanzexperte bin ich keiner, das habe ich – denke ich – bereits zugegeben, aber Euros sinnlos verpulvern, das kann ich. Und wenn’s unserer Wirtschaft hilft…. da will ich mir nix nachsagen lassen.
Nun denn, liebe EZB, ich bin bereit, vorerst mal 50 Millionen zu übernehmen. Wenn ich diese durchgeschossen habe, melde ich mich für die nächsten 50 oder besser 100 wieder.

Überweisung bitte an:
Ned Noergla
IBAN: GR73 0380 1150 0000 0000 1208 017
Verwendungszweck: für sinnloses Verpulvern

(hab‘ bereits bei meiner Kreditkartenfirma das Monatslimit auf €50.000.000,- raufsetzen lassen)

Dieter

Ich habe gestern erstmals in meinem Leben 5 Minuten DSDS gesehen und nun ist wohl eine Entschuldigung fällig:

Lieber Opernball, es tut mir sehr leid, ich habe dir und deiner Liveübertragung am Gründonnerstag Unrecht angetan und dich völlig grundlos diffamiert…
Ich nehme alles zurück, mein kleiner Schnuckel, du bist nicht der größte Schwachkack, den ich je in der Flimmerbox gesehen habe.
Tut mir ehrlich leid, bis nächstes Jahr, ja?
Also ich freu‘ mich schon, echt jetzt!

nachgesagt

Von allen Dingen die ich nicht kann, kann ich mich kurz fassen am wenigsten.
Macht aber nix, denn das können andere dafür umso besser.
So habe ich die Rubrik g’lacht! ins Leben gerufen.
Gemeinsam mit dem g’lacht!-logoTwitter_logo_glachthabe ich bereits und werde ich noch weitere markante Sätze posten. Sätze die mich zum schmunzeln, lachen oder nachdenk… (Schmäh!! ihr wisst ja, dass ich nicht denke) gebracht haben, jedenfalls Sätze, die pointiert wie pfiffig sind und die mir deshalb sehr gefallen.

i will o!!

Ab 2016 wird jeder dreikommadritte Aufsichtsrat in Deutschland eine Frau sein.
Das entspricht einer Quote von 30%.
Das will ich auch!
Auch ich will daheim ein Mitspracherecht von knapp einem Drittel!!
Und wo ist da der Bundestag? Nirgends!! Wieder einmal.

nachgelegt (08.03.2014)


und wiedereinmal haben uns sie schlauen Meeressäuger etwas voraus….

Orca

‚Tschuldigung, aber der war aufgelegt…..


 

das vieraugendilemma

Jüngst häufen sich auf unseren Straßen mehr und immer öfter junge Mädels, deren Nasen und Ohren sich mit riesigen, gesichtsüberschattenden Sehbehelfen herumschlagen müssen, welche in unfassbar gewaltigen Fassungen klobigsten Ausmaßes designet sind.
Ich hoffe nur, dass der Siegeszug dieser optischen Gesichtsabdeckungen modische Gründe hat, und nicht auf den allzu übermäßigen Konsum diverser US-amerikanischer Highschool-Komödien, in deren letztem Drittel sich das vermeintlich hässliche kleine Entlein genau eines solchen Trumms entledigt, zurückzuführen ist. Die zuvor gezopften Haare werden dort ganz nebenbei und kurzerhand durch wildes Kopfschütteln zur kecken Hipsterfrisur umgestylt und die schüchterne, vordergründig unscheinbare Außenseiterin avanciert nicht nur zur heiß umschwärmten Traumfrau, sondern ist dann zudem noch die beliebteste Person der gesamten Schule.

Die Landung in der europäischen Realität könnte in den meisten Fällen hart ausfallen, sehr hart.

Stäbchenessen

heute beim Thai-Takeaway:
Rentner: Sind das da Nudeln mit Huhn?
Thai: Ja, Nudeln mit Huhn.
Rentner: Sind das da Nudeln mit Huhn?
Thai: Ja, Nudeln mit Huhn.
Rentner: Sind das da Nudeln mit Huhn?
Thai: Ja, Nudeln mit Huhn.
Rentner: Sind das da Nudeln mit Huhn?
Thai: Ja, Nudeln mit Huhn.
Rentner: Dann möchte ich davon eine Portion zum Mitnehmen.
Thai: Ja, bitteschön!
Die Nudeln werden übergeben.
Rentner: Sind diese Nudeln vegetarisch?
Thai: Nein, Nudeln mit Huhn.
Rentner: Aha!

Hach, ich freu‘ mich schon, nur noch 40 Jahre warten…..

Sein Name ist Sir Lian Dickens, und wir sind per sie.

Viel passiert. Jede Menge, jede Minute, auf der ganzen Welt. Egal, wohin man schaut, Wurscht, ob Politik, Wirtschaft, Kunst, Sport, Finanzen, Gesellschaft, Krieg, Naturkatastrophen, Konflikte, Wissenschaft, man weiß gar nicht mehr, wohin man sich wenden soll. Natürlich wird dieser allgegenwärtige, niemals versiegende, niagarafällende Informationsüberfluss von den unermüdlichen, überpenetranten, jeden Lebensbereich infizierenden Medien unbarmherzig in unsere Gehirne gespühlt. Wir sind schon derart dressiert, dass es bereits als große Heldentat gilt, freiwillig 24 Stunden lang auf das Internet zu verzichten. Umso verwunderlicher ist es dann, wenn es eine bestimmte, singuläre Nachricht schafft, zur uneingeschränkten, weltweiten Topschlagzeile aller Nachrichtendienste zu avancieren. Die Ermordung Boris Nemzows war so eine Schlagzeile. Omnipräsent war die. Einzig übertroffen durch die Veröffentlichung des Ergebnisses der internationalen Nudelmessung. Nein, leider, du hast dich nicht verlesen, das Wort lautet Nudelmessung und damit ist genau das gemeint, was du befürchtest. Des Mannes bestes Stück, des Mannes Johannes. Über 15.000 Messungen wurden durchgeführt, von Länge und Umfang in erigiertem und erschlafftem Aggregatzustand. Somit ist es amtlich, der weltweite Durchschnittsständer ist exakt 13,12 cm lang und hat einen Umfang von 11,66 cm. Ungeachtet dessen, welche armen Kreaturen diese Messung im Zuge welchen Prozederes vornehmen mussten und welche Penishalter sich dafür zur Verfügung stellten, muss ehrlicher Weise kleinlaut zugegeben werden, dass sich dafür mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit vor allem die Männer interessieren. ‚Hose runter, Schwanzvergleich!‘ grölten J.B.O. bereits. Für Frauen ist dieses Thema meist sekundär, oder glaubt hier wirklich jemand, dass in der Brunft erfolgreiche Männchen wie beispielsweise Bernie Ecclestone eine allzeit bereite Megarolle ihr Eigen nennen? Möglich, aber unwahrscheinlich. Reden Frauen über Männer, irrelevant ob lästernd oder lobend, ist des Fifis Dimension nur selten Mittelpunkt des Interesses. Andere Studien belegen hingegen recht eindeutig, dass es dieses Entscheidungskriterium bei weitem nicht in die Top Ten der damenhaften Partnerwahl schafft. Ganz im Gegenteil, meist ist dies überhaupt kein Thema. Rätselhaft also, warum DIE Größe ausgerechnet bei uns Männern eine so zentrale Rolle zu spielen scheint, da diese gerade für uns total nebensächlich ist. Ich weiß es auch nicht. Ich kann es mir nicht erklären. Keine Idee.

Nun denn, liebe Freude, gute Nacht und bis morgen
euer Ned (cm 28,34 ›—‹ / cm 23,91 ⊕ !!!, aber das nur am Rande und völlig nebenbei, ist natürlich total unwichtig)

alles bleibt

Besten Dank für die rege Teilnahme an der Wahl.
Die Wahlbeteiligung selbst war zwar relativ überschaubar, dafür ist allerdings das Ergebnis eindeutig:

Stimmberechtigt: 7.314.953.684 (Tendenz steigend)
Anzahl der abgegebenen Stimmen: 2
davon gültig: 2
davon ungültig: 0


offizielles Endergebnis:
SO: 2
ANDERS: 0
ENTHALTUNGEN: 7.314.953.682 (auch steigend)


Was bedeutet dies nun für die blogse:
Alles bleibt, wie es ist, es wird keine Änderung der derzeitigen Sortierreihenfolge geben.

Neulich, bei Frau Dr. Bereuter-Gasser…

Assistentin: Nächste Woche Dienstag, gleich um zehn?
Frau Maier (oder Mayr oder Meier oder Meyer oder Mair oder …): Dienstag um zehn? Nein, leider. Dienstag vormittags treffe ich mich immer mit der Frauenrunde zum Frühstück. Wissen sie, das ist der einzige Termin, an dem auch Frau Hofrat Dr. Schmidt-Berbaum Zeit hat. Und ansonsten sähe ich sie dann gar nicht in dieser Woche, weil doch die Frau Hofrat mit ihrem Mann, der ja seit kurzem in Pension ist, sie müssen wissen, er ist wesentlich jünger als sie!! Sie haben sich angeblich in Frankreich kennen gelernt. Er war dort als Student – sagt man zumindest – und sie war Kindermädchen in einem sehr vornehmen Hause. Und wie das Leben so spielt, sie wissen ja, wie das ist, also ich will wirklich nicht ins Detail gehen, aber anscheinen wurde sie von ihm schwanger, Kinder haben sie offiziell ja keine… Jedenfalls soll sie – das muss aber jetzt wirklich unter uns bleiben – sie hat sich’s gleich unten in Frankreich wegmachen lassen – bei uns ist das damals ja ohnehin erst gar nicht gegangen – schrecklich, schrecklich, sage ich ihnen!! Das arme Kind einfach wegmachen lassen!! Geheiratet haben sie schlussendlich trotzdem, warum, kann ich ihnen jetzt auch nicht mehr sagen. Aber – lange Rede kurzer Sinn – sie haben am Comer See ein Haus, und da fahren sie regelmäßig hin. Und damit ich sie nicht gänzlich aus den Augen verliere, sie ist ja eine so entzückende Person, ganz reizend, ist mir der Termin am Dienstag Vormittag eben so wichtig, also nein, da kann ich sicher nicht. Auf gar keinen Fall!
Assistentin: Dann also Mittwoch Nachmittag um 14:00 Uhr?
Frau M: Mittwoch? Lassen sie mich überlegen…. Mittwoch wäre im Prinzip perfekt, auch die Zeit würde mir gut passen, vor allem auch deswegen, weil ich doch seit meinen Problemen mit dem Magen etwas früher zu Mittag esse, damit ich in weiterer Folge früher zu Abend essen kann, wenngleich ich ohnehin nicht mehr so viel esse, also generell meine ich jetzt. Früher, ach früher war das ja alles kein Problem, aber das kann ich ihnen sagen, das ändert sich im Alter enorm. Also, meine Liebe, sie sind ja noch jung, ich kann ihnen nur raten, genießen sie das, es wird sicher nicht besser, wenn sie älter werden, meine Liebe, sicher nicht!! Zudem geht doch jetzt jedes Gramm, das ich esse, direkt auf die Hüften, ohne Umwege – ganz, ganz furchtbar, glauben sie mir, und überhaupt….
Assistentin: Also Mittwoch?
Frau M: Äh, so lassen sie mich doch ausreden! Ich sagte: ‚Wäre im Prinzip perfekt!‘ Ist es aber gerade nächste Woche nicht. Lassen sie mich erklären, weil aus dem Zusammenhang gerissen klingt es etwas eigen, daher erzähle ich ihnen lieber die ganze Geschichte! Normalerweise mache ich das ja nicht! Aber ich habe mich von Frau Bernreitner überreden lassen, bei so einer Werbefahrt nach Südtirol mitzufahren. Diese war letzte Woche und eigentlich auch ganz nett, bis auf diese dumme Zwangsveranstaltung, wo mich der Verkäufer genötigt hatte, eine von diesen Heizdecken zu kaufen. Zuerst war ich ja strikt dagegen, aber die lassen ja nicht locker und diesem psychischen Druck war ich einfach nicht gewachsen, aber inzwischen bin ich eigentlich ganz glücklich damit, allerdings kenne ich mich eben nicht so gut aus mit diesen technischen Dingen, und daher habe ich bei der Kundenhotline angerufen, und die haben mir gleich einen Servicetechniker versprochen. Und der kommt eben irgendwann am Mittwoch Nachmittag, genau konnte der das auch nicht sagen, jedenfalls muss ich da zuhause bleiben – Mittwoch geht also gar nicht. Wirklich nicht, sonst keine Problem, aber eben genau an diesem Mittwoch leider nein.
Assistentin: Donnerstag um 11:00 wäre noch etwas frei.
Frau M: Donnerstag in derselben Woche? Ach… in dieser Woche ist schon so viel los. Alles voller Termine. In meinem Alter ist man einfach nicht mehr so flexibel und belastbar. Noch vor wenigen Jahren wäre das alles gar kein Problem gewesen, also überhaupt nicht! Das können sie mir glauben, ach was war ich doch für eine umtriebige Person! Dauernd im Brennpunkt, ohne Pause, eine herrliche Zeit! Aber mittlerweile brauche ich einfach zwischendrin einen Tag zum Verschnaufen. Sonst finde ich schlicht nicht mehr zu mir selbst. Es ist ja nicht nur der Termin an sich, da muss man sich doch vorbereiten. Ich kann nicht mehr so einfach aufstehen und zum Arzt gehen. Da brauche ich Vorbereitung und danach bin ich völlig fertig. Fix und fertig. Der Tag ist dann dahin. Frau Gelbschuster vom Nachbarhaus, ach die hatte ja so eine schwere Hüftoperation, seit dem ist es noch schlimmer, das kann ich ihnen sagen, noch schlimmer! Sie müssen wissen, sie ist im Stiegenhaus fast ein ganzes Stockwerk hinuntergepurzelt, die Ärmste! Seit dem muss sie täglich Lovenox spritzen. Natürlich kann sie das nicht selbst. Wer kann das schon! Sich selbst eine Spritze geben! Allerhand, was die von einem verlangen, nein ich sage ihnen, alt werden ist alles andere als ein Spass! Frau Gelbschuster sagte übrigens jüngst haarklein genau dasselbe zu mir, als ich bei ihr zu Besuch war. Hat sie doch samt ihrer OP extra einen Gugelhupf gebacken! Da läßt sie wirklich nicht locker, die Beste! Bewundernswert!
Assistentin: Donnerstags also nicht?
Frau M: Natürlich nicht! Sagen sie mal, hören sie mir überhaupt zu? Da erkläre und erkläre ich, in der Hoffnung, dass sie meine Beweggründe irgendwie verstehen können, und bei ihnen kommt überhaupt nichts an. Nichts! Wozu bemühe ich mich hier eigentlich? Jetzt nehme ich mir extra die Zeit, um ihnen alles klar darzulegen, und dann stellt sich heraus: Alles für die Katz‘!! Ich sagte doch in aller Deutlichkeit, dass ich am Donnerstag bereits verhindert bin! Zudem bin ich am Freitag bei Herrn Dr. Niederwieser zum Blutabnehmen. Und da muss ich nüchtern sein. Nüchtern gehe ich extrem ungern außer Haus. Also nüchtern im Sinn von nichts essen, ich will ja hier kein Missverständnis provozieren. Jedenfalls ist das eine furchtbare Belastung für mich, müssen sie wissen, da da mein Kreislauf, also ich sage ihnen, ich habe zu dieser Zeit gar keinen Kreislauf, gar keinen. Der Gang zum Arzt ist dann der reinste Spießrutenlauf! Ich sage ihnen gleich, sie können alle Terminvorschläge vor 9:30 sofort streichen! Da müssen sie gar nicht erst fragen, chancenlos!
Assistentin: Dann also übernächste Woche?
Frau M: Ach du liebe Güte! Übernächste Woche! Das ist schon wieder so weit weg. Die Frau Doktor meinte eigentlich, dass ich möglichst bald zur Nachkontrolle kommen solle….wann war noch gleich der Termin am Donnerstag die Woche davor?
Assistentin: Um 11:00 Uhr.
Frau M: Vielleicht rufe ich einfach bei der Assistentin von Herrn Dr. Niederwieser an und frage sie, ob sie mir nicht den Termin bei ihm verschieben könnte…. Wissen sie, die ist ja so nett und zuvorkommend. Extrem verständnisvoll und kommunikativ. Eine wahre Perle. Nicht so kurz angebunden wie….wie, na, sie wissen schon. Neulich hatte ich nämlich ganz ähnliche Terminschwierigkeiten wegen einer Untersuchung bei Herrn Dr. Trenker, ein Neurologe erster Güte, allererster Güte, müssen sie wissen, und da …..
zweite Assistentin: Herr Noergla, kommen sie bitte mit mir mit?

DEM HIMMEL SEI DANK!! DANK SEI DEM HIMMEL!!
Ein wenig hat sie sich schon gewundert, dass ich ihr nicht gefolgt bin, sondern dass ich sie auf dem Weg ins Ordinationszimmer überholt habe.

Anmerkung der Redaktion: Auf Grund unseres Verantwortungsgefühls gegenüber der Menschheit und der offenkundigen Anteilnahme am Leid aller Betroffenen sowie als Hilfestellung zur Vermeidung ähnlicher Situationen, wurden die Namen aller bemitleidenswerten Personen ausnahmsweise dieses Mal nicht geändert.

entfollowed

Ihr wisst es bereits. Und dennoch, sicherheitshalber schreibe ich es nochmal: Ich bin schon länger bei twitter dabei. Ziemlich lange. Schließlich habe ich auch Ewigkeiten auf den twitter gewartet. Hab‘ dann aber doch nie etwas geschrieben. Ja… das alles ist euch ja schon bekannt. Interessant ist nur, dass – obwohl ich nie etwas gepostet habe, kein einziges Mal – die Anzahl meiner followers stetig stieg. Und stieg. Und stieg. Und stieg. Stetig und ohne Unterlass. Zwischenzeitlich hatte ich mehr als 200 followers. Das erfüllte mich irgendwie mit Stolz. Schwer zu erklären warum, war es ja nicht mein Verdienst, aber es gefiel mir schon ein wenig, dass sich so viele Leute für mich interessierten. Die folgten mir, wohin ich auch ging. Treu und ergeben. Sie folgten alle dem großen Schweiger Ned. Das gab mir ein gutes Gefühl. Kannte mich doch in echt keine Sau. Niemand wußte von meiner Existenz, von Nachfolgen ganz zu schweigen. Aber bei twitter, da verehrten sie mich. Und dann war er tatsächlich da, der große Moment meines ersten tweets. Dabei verzichtete ich absichtlich auf so ein Allerweltsding wie ‚hello world!‘ oder einen ähnlichen Schlotz. Nein, nein, ich habe mich echt angestrengt, mich voll reingehauen, alles gegeben. Doch von diesem Moment an fiel die Anzahl meiner ach so treuen followers. Und fiel. Und fiel. Und fiel. Mit jedem tweet um ein paar mehr. Heute sind es nur noch vier. Vier ganze followers. Und diese vier sind mehr oder weniger zu bleiben verpflichtet. Moralisch. Verwandt und so. Das sind welche, die man – gingen sie – zur Rede stellen könnte….. in echt, von Auge zu Gesicht. Die werden also bleiben, gezwungenermaßen. Also ehrlich, dächte ich, das gäbe mir schon zu denken. Tu‘ ich aber nicht. Nie. Kann ich auch gar nicht, zumindest nicht für lange, denn sobald ich mit dem Denken beginne, setzen gehirnkapazitätsbedingt Atmung und Herz aus, was einen längeren, oder gar intensiveren Denkprozess schlicht unmöglich macht. Versuche ich es dennoch, werde ich nach spätestens 90 Sekunden bewusstlos, was jeglichen Denkvorgang jäh beendet. Jo, so ist das. kk905v-<+
34§$%$&g
-.ef kwegüo,w0ü9i
tvpoer,mb.xcvfldgkfdsmvlertmvwoeirut45896ücmöm..xc-yadsf
.-vbdfgkvkpdf odfskgsdfög,v90568mjsfd ioüg iosdg 9pfgaui w+fo#äppppppfjk
Wo waren wir g’rade….?
…. ähm, ich geh‘ auf’s Klo.

zerhacken

Na gut, ich gebe es zu.
Ja, ich habe es verheimlicht, niemandem gesagt.
Es stimmt und das war hinterlistig und gemein. Feig, war’s.

Aber jetzt gebe ich es eh zu. Ich müsste es nicht, aber ich tu’s. Trotzdem.
Ich habe euch beobachtet, oder besser gesagt, beobachten lassen. Und nein, ich habe das nicht gemacht, weil ich ein eitler Pfau bin, sondern weil ich Angst hatte, Angst, dass mich ein böser Hacker hacken könnte. Nun, da diese Angst offensichtlich unbegründet war und ist, kann ich ja alles locker lässig zugeben.

Ich ließ also beobachten, wer wann wie lange auf meiner blogse herumgelungert ist. Dies ist eine offene, demokratische blogse, die nichts zu verbergen hat, daher veröffentliche ich nun – einen Monat nach deren Start – die offiziellen Statistiken, also:

Tirol (Österreich): 01 User (insgesamt 9 Sitzungen)
Wien (Österreich): 01 User (insgesamt 6 Sitzungen)
Montreal (Kanada): 01 User (insgesamt 96 Sitzungen)
Harbin (China): 19 User (insgesamt 234 Sitzungen)
Udmurtien (Rußland): 04 User (insgesamt 82 Sitzungen)
Oblast Samara (auch Rußland): 02 User (insgesamt 1.421 Sitzungen)
Kamza (Albanien): 09 User (insgesamt 163 Sitzungen)
Bitterfeld-Wolfen (Deutschland): 04 User (insgesamt 72 Sitzungen)

Natürlich erwärmt es mein Herz, dass sich meine blogse nicht nur zu Hause enormer Beliebtheit erfreut, sondern dass sie es inzwischen zu internationalem Renommee gebracht hat. Alle User sind mir wichtig, klar(!), und eigentlich sollte man ja niemanden hervorheben, dennoch begeistern mich die wahrlich beeindruckenden Lesefähigkeiten meiner Russischen und vor allem der Chinesischen Fans, die meine Beiträge in weniger als einer Sekunde zu lesen im Stande sind. Auch die Besucher der anderen Länder sind ziemliche Blitzkneißer, einzig die Ösis, die ja bekanntermaßen laut Pisastudie eher schlecht im Lesen sind, benötigen teilweise mehrere Minuten, bis sie den Sinn, oder besser gesagt, den Unsinn der blogse erfassen konnten.

Wie dem auch sei, es scheint, dass meiner blogse eine ‚feindliche Übernahme‘ unmittelbar bevorsteht. Ich weiß noch nicht wie und ich weiß auch nicht wann, aber dass, ist offensichtlich und recht eindeutig. So möchte ich mich jetzt schon prophylaktisch von euch verabschieden. Ich hoffe, ich konnte euch das ein oder andere Mal ein wenig erheitern und natürlich hoffe ich auch, euch nicht mit meinen Äußerungen zu nahe getreten zu sein. Und außerdem fände ich es schön, wenn es meine blogse noch ein wenig länger gäbe, weil mir selbst das Getippsel mit ziemlicher Sicherheit von allen Beteiligten am meisten Spass macht.

Zudem möchte ich noch folgendes feststellen:

Sollten demnächst auf dieser blogse unflätige, pornographische, radikale, menschenfeindliche oder andere, in irgendeiner Weise abartige oder diffamierende Inhalte zu sehen sein, bin dafür nicht ich, sondern ein mir unbekannter böser Tunichtgut verantwortlich. Selbstredend distanziere ich mich vollinhaltlich von eben demselben und bitte gleichzeitig für meine Unfähigkeit, die dies zu verhindern nicht im Stande war, zu entschuldigen. Ferner wäre es nett, wenn ihr mich bei Beobachtung solcher Vorkommnisse umgehend informieren würdet – besten Dank!

für

Ein kleiner unscheinbarer Angestellter einer Hamburger Universität – mit dem Charisma einer übriggebliebene Schneestange – machte vor ein paar Jahren Urlaub in Österreich. Er war mit sich und der Welt unzufrieden, allerdings wußte er nicht, wie er für seinen inneren Frust, der mit der damit typisch fahlen Ohnmacht einherging, ein adäquates Ventil finden konnte. So kam es, dass er offenbar in seinem Urlaubsdomizil auf HC aufmerksam wurde. Da lernte er, wie man mit dummen Angstparolen in Kombination mit primitiven Lösungsmustern, unverblümtem Antisemitismus sowie genereller Europafeindlichkeit gepaart mit verharmlosendem Solonfähigmachen blanken Ausländerhasses politisches Kleingeld am äußerst rechten Rand erzkonservativer Volksparteien verdienen kann. Daheim angekommen, setzte er das Gelernte in die Tat um und gründete eine politische Partei mit zweifelhaften Zielen, ganz einfach deshalb, weil er erkannt hatte, dass der Zeitgeist dies wieder tolerierte. Programm und Ideologie waren klar. Die Zielgruppe auch. Jetzt fehlte nur noch ein arschgeiler Name. FPÖ ging ja wohl schlecht. FDP war irgendwie schon vergeben, wenn auch nur noch unter- und hintergründig, aber eben doch. Vor allem klebte und klebt in Deutschland an dem Namen in Tagen wie diesen nicht gerade eine Erfolgsplakette. Nein, so schlau war er schon, dass er etwas eher neutraleres brauchte und entschied sich für die Buchstabenkombination AfD. Wie die meisten anderen habe auch ich zuerst gedacht, es sei eine Abkürzung für Antisemiten furzen Dünnschiss, das stimmt aber nicht. Es bedeutet Alternative für Deutschland. Und da muss man wirklich neidlos anerkennen, dass dieser Name schlicht genial ist. Ein marketingtechnischer Weitwurf sondergleichen! Ist das Wort Alternative in unseren Köpfen doch stets positiv besetzt. Alternative klingt irgendwie immer nach etwas Besserem als das Bestehende. Es riecht nach vorwärts und neuer, nach durchdachter und überlegter. Der Duden schreibt folgendes: ‚Wahl zwischen zwei Möglichkeiten; Darstellung einer anderen, zweiten Möglichkeit.‘ Ganz neutral, oder? Da steht nichts von besserer oder vielversprechenderer Möglichkeit, nein, das steht da nicht. Es bedeutet schlicht und einfach zweite bzw. andere Möglichkeit. Anders heißt ja nicht zwangsläufig besser. Anders heißt nur nicht gleich. Anders kann also durchaus auch beschissener sein. Beschissener für Minderheiten zum Beispiel. Kurz gesagt, die AfD verspricht genau nichts, lässt sich nicht festnageln und kommt trotzdem zumindest dem Namen nach positiv rüber. Das ändert sich allerdings schlagartig, sobald ein Mitglied der AfD den Mund aufmacht. Trotzdem. So hat sich nun – dreißig Jahre nach Jörg Haider – der politisch äußerst rechte Bodensatz diverser Volksparteien auch in Deutschland gesellschaftlich etabliert.

Traurig.

mob

Ich wurde gemobbt.
Ja wirklich! Man hat mich gemobbt! MICH!
Endlich!
Ich habe schon befürchtet, dass mich niemand mag, aber nun wurde auch ich gemobbt.
Blöd ist nur: Ich habe es nicht bemerkt.
Aber heute hat mich eine liebe Kollegin gefragt, wie es mir denn so gehe, nachdem ich ach so gemein gemobbt worden sei. Leider konnte auch sie mir nicht sagen, wie es genau passierte, weil sie es selbst nur aus dritter Hand so nebenbei in der Kaffeeküche erfahren habe. Das ist aber jedenfalls irrelevant.  Fakt ist: Ich, Noerglas Ned, wurde gemobbt.
Jetzt gehöre ich endlich dazu. Nach über 20 Jahren bin ich schließlich in der Arbeitswelt angekommen! Ich bin kein Außenseiter mehr! Nicht länger ein Sonderling. Ich bin dem Ideal des typischen Mitarbeiters ein gewaltiges Stück näher gekommen. Diese Etappe wäre also geschafft. Mein nächstes Ziel: Burnout. Mich beschleicht allerdings das flaue Gefühl, dass dieses wesentlich schwieriger zu erreichen sein wird. Beim Burnout, das habe ich zumindest gelesen, reiche es nicht, einfach dazusitzen und zu warten, bis es passiert. Man müsse sich – so die Expertise – anstrengen, wolle man burnouten. Wem dies nicht gelänge, der solle sich zumindest gehörig verrennen bzw. sich in eine Sache so richtig reinsteigern. Leider beschrieb der Autor dieses Essays nicht, wie das genau geht. Hm.
Wenn ich es nämlich nicht bis zum Burnout schaffe, kann ich ebensowenig reinen Gewissens die zweithöchste Vollendungsstufe des Arbeitslebens erreichen: Das Sabbatical. Der unangefochtene Spitzenreiter der unter 50-jährigen Dienstnehmer. Ohne richtig deftiges Burnout ist dieser glühende Wunschtraum eines jeden Büroschläfers allerdings kaum zu erreichen.
Schade. Meine Chancen stehen schlecht. Sehr schlecht.
Was umso schlimmer ist, da die absolute Meisterschaft, quasi der heilige Gral unter den Vollendungsstufen der rechtschaffenen Arbeitswelt, so gut wie unerreichbar geworden ist: Die Frühpension (und selbst hier gibt es noch eine Steigerung: Die ÖBB-Frühpension)
!!Schnüffelbüffel!! Ich bemitleide mich soooo sehr!

jung altern

Ich sage nicht, dass früher alles besser war. Nur weil ich schreibe, wie es früher war, heißt das nicht, dass es besser war. Es war nur früher. Heute ist später. Später bedeutet nicht schlechter. Jung heißt nicht blöd sondern nicht alt. Es ist schön, dass jung anders ist als alt, also nicht nur jünger sondern zudem auch noch anders. Wenn jung gleich wie alt wäre, schrecklich, darüber möchte ich nicht nachdenken müssen. Und überhaupt, dass jung so ist, wie es ist, dafür sind wohl vor allem wir verantwortlich, wir Alten. In diesem Fall heißt es nämlich aus alt wird jung und nicht umgekehrt. Denn zuerst waren die Alten da. Zumindest darüber sind sich alle einig. Verbockt haben es die Alten. Die Jungen (da sind die Mädchen auch mitgemeint [das Wort ‚mitgemeint‘ habe ich soeben erfunden]) können es jetzt noch mehr verbocken oder besser machen – entbocken sozusagen.

Wir Alten waren mehr auf uns allein gestellt. Wahrscheinlich weil wir viele waren und weil unsere Eltern auch jung waren. Nicht so jung wie wir damals, aber jünger als wir heute. Ich ging beispielsweise alleine zur Schule. Vom ersten bis zum letzten Schultag bin ich alleine in die Schule gegangen. Alleine im Sinne von ohne Eltern. Meine Eltern haben vorher keine einzige Schule angeschaut. Ich bin einfach zur Schule gegangen. Sie haben keinen Lehrer gekannt. Nein, das stimmt nicht ganz, einmal, an einem Sonntag nachmittäglichen Familienspaziergang habe ich jäh einen bärtigen Mann, der uns in seinem Schnürlsamtanzug entgegen gekommen war, gegrüßt. Da fragte meine Mutter: ‚Wer war denn das?‘ Und ich antwortete: ‚Mein Geschichtelehrer. ‚Ah.‘, sagte sie und kannte von da an einen Lehrer von mir. Allerdings nur vom Sehen, denn sie hat nie nach seinem Namen gefragt. Heute weiß ich ihn selbst nicht mehr. Herr Fressor wahrscheinlich.

Ich habe mich immer selbst um meine Ferialjobs gekümmert und habe stets alleine zum Sporttraining gefunden. Das waren keine Heldentaten, das war normal. Ich habe all meine Partys selbst organisiert und meine Gäste haben alle ganz alleine wieder heim gefunden. Auch ich, der ich bis heute einen sehr schlechten Orientierungssinn mein Eigen nenne, habe ausnahmslos immer selbst nachhause gefunden. Und den Saustall, den haben wir selbst weggemacht. Nicht freiwillig natürlich, aber andernfalls hätten wir ausziehen müssen. Vielleicht bin ich heute ja deshalb so alt, weil ich schon viel länger erwachsen bin. Schmäh!!! Ich werde nie erwachsen werden. Erwachsen ist blöd. Aber Achtung: nicht erwachsen zu sein, bedeutet nicht, dass man noch jung ist. Das verwechseln leider allzu viele. Ich weiß, dass ich nicht jung bin. Das ist wichtig, wie ich finde. Und es ist auch ein riesen Unterschied. Ich kenne viele junge Menschen, die wesentlich erwachsener sind als ich und viele alte, die glauben noch jung zu sein. Beides ist sehr traurig. Zweiteres ist zudem auch noch peinlich. Ich bin gerne alt. Alt sein bedeutet, dass man Glück gehabt hat – diesbezüglich.

Oh, ich muss weg.

of

Da gibt es einen Mann, der in seinem Leben über 47.000 Wikipediaeinträge ausgebessert hat und damit auch noch berühmt geworden ist. Er stört sich an der Phrase ‚comprised of‘, präziser formuliert am ‚of‘, das seiner Meinung nach in dem Zusammenhang überflüssig sei. So hat dieses Kerlchen ein Scanprogramm geschrieben, mit dessen Hilfe er in der Lage ist, sämtliche dieser ungeliebten Phrasen zu finden, auf dass er sie dann manuell verbessern kann. Anfangs benötigte er dafür wenige Minuten, mit Fortdauer seines Schaffens konnte er den Prozess auf einige Sekunden optimieren. Über die Sinnhaftigkeit lässt sich streiten. Nein, eigentlich nicht. Es ist überflüssige Liebesmüh. Vor allem auch deswegen, weil renommierte Sprachwissenschaftler der Meinung sind, dass diese Phrase ‚non grata‘ so falsch gar nicht ist, vor allem auch deswegen, weil Sprache ein sich ständig veränderndes Wesen sei, und die Beurteilung ob richtig oder falsch – wenn überhaupt – bestenfalls eine Momentaufnahme beschreibe.
Nun ist also ein relativ intelligenter Mensch, der offenkundig lesen und schreiben und zudem Routinen programmieren kann, mit deren Hilfe er Arbeitsabläufe optimiert, der auch noch über genug finanzielle Ressourcen und Tagesfreizeit im Überfluss verfügt, damit beschäftigt, in stundenlanger, akribischer Detailarbeit eine völlig sinnentleerte Korrekturtätigkeit in einem Onlinenachschlagewerk durchzuführen. Schön ist, dass er damit niemandem Schaden zufügt, wer weiß, auf welche Ideen so eine Type sonst noch käme…  Allerdings nützt es auch keinem. Was könnte der seine Zeit sinnvoller verwenden, ist er doch jemand, der sich jedenfalls in eine Sache so richtig reinzuhängen bereit ist und zudem noch über ein Übermaß an Einsatzbereitschaft verfügt.

Mich interessierte, ob er diese ganzen Wiki-Beiträge eigentlich auf deren gesamtinhaltliche Qualität überprüft hat. Bei einer Bearbeitungszeit von wenigen Sekunden wahrscheinlich nicht. Schließlich scheint er ab dem Zeitpunkt der Korrektur als Co-Autor auf. Da ist es dann relativ wurscht, ob er nur das ‚of‘ weggemacht, oder wirklich signifikante Inhalte verändert hat. Es könnte ja ein relativ großer Stumpfblöd drinstehen, und das aller einzigste, das der ausbessert, ist ein of. ‚Uff!‘, sag‘ ich da.
Etwas polemisch aufgebauscht könnte man sagen: Das Unterfangen dieses ‚Grammer Nazis‘ ist so, als ob ein Zeitgenosse Adolf Hitlers auf diesen zugestürmt wäre, um von dessen SS-Uniform ein Staubkorn zu entfernen, und unmittelbar darauf, reiste selbiger nach Indien, damit er dort von Mahatma Gandhis Wange eine runtergefallene Wimper wegputzen kann.

Naja, wer’s mag….

Kollegen

Vergangenes Wochenende habe ich jetzt mal geschaut, was in anderen blogsen so geschrieben steht. Stromlinienförmig, wie ich nun mal bin, möchte ich mich da nämlich keinesfalls allzu sehr exponieren und jedenfalls alles gleich oder zumindest so ähnlich wie die anderen machen. Und da hab‘ ich dann halt so geschaut, was bei denen so abgeht. Jössas, wurde mir da übel! Da sind ja lauter Profis am Werk, mit richtigem Deutsch und so. Mit ganzen Sätzen! Subjekt, Prädikat, Zeitenfolge, Konsekutiv- und Modalsätze! Indirekte Rede mit korrekt verwendetem Konjunktiv. Futur II und teilweise sogar mit komplett ‚würde‘-losem Deutsch! Keinen einzigen Rechtschreib- oder Tippfehler kann man da finden. Ich geb’s  ja ungern zu, aber das war schon beeindruckend. Ganz zu schweigen vom Design – durchgestylt bis zum letzten I-Tüpfelchen. Mit Logo und professionellen Fotos. Das müssen alles Germanisten mit abgeschlossenem Webdesignerstudium, profunder Fotografenausbildung sowie mit zu viel Tagesfreizeit sein. Und die Themen! Unfassbar wie stringent die ihre Themen aussuchen. Da könnte man fast den Eindruck gewinnen, die wissen wovon sie schreiben. Genau dieser Eindruck wird dadurch verstärkt, dass die das eine Thema – indem sie offensichtlich auch promoviert haben – ununterbrochen durchhalten. Die schreiben jahrelang am selben Thema herum und entwickeln das weiter und weiter. Ein roter Faden zieht seine Spiralen, dass einem ganz schwindlig wird. Und der bleibt rot, das kann ich euch sagen. Sogar Weltmeisterschaften werden abgehalten. Die bloggen um Meisterschaften. Um Welt-Meister-Schaften! Müller, Böll und Mann kommen da wie Taferlklassler rüber! Naja, das war jetzt übertrieben, aber es hätte sein können.

Mittlerweile habe ich mich wieder erholt. Der erste Schock ist vorbei, ich habe mich bereits erfolgreich umorientiert. Nicht umsonst bin ich der Mann der Lücke. Meine Stärke ist die Lücke. Gut, in diesem Fall hat die Lücke Grand-Canyon-hafte Ausmaße, aber es ist immer noch eine Lücke. Eine, die es auszufüllen gilt. Von mir. Klar! Von wem auch sonst. Nun denn, ich bin bereit! An mir scheitert’s nicht. Ich fülle ihn, den leeren Raum gigantomanischer Größe zwischen den richtigen Bloggern und den Nacktmullen. Ich lass‘ mich doch von diesen selbstverliebten Kunstscheißern nicht einschüchtern! Die glauben wohl, sie könnten mich, Noerglas Ned, mit ihrem Getippsel aus dem Netz bloggen! Nicht mit mir! Mit mir sicher nicht! Vor euch habe ich keine Angst! Ganz sicher nicht vor euch! Ein Ned Noergla hat den Vergleich mit euch gar nicht nötig. Ich fülle Lücken! Ich bin ein Lückenfüller! (Achtung: Lückenfüller, nicht Lückenbüßer!) Euren halblauhwarmen, pseudointellektuellen, selbstverliebten Schlunz liest außer euch selbst ohnehin keine Sau! Keine einzige! Na gut, ich hab’s gelesen. Aber nicht freiwillig und rein zufällig! Gestern war wohl euer ganz großer Tag, was? Da ist nämlich der Zähler von 0 auf 1 hochgeschossen! HA!! Und da wird er auch bleiben. Weil sich niemand für penetrante Klugscheißerspießer interessiert, darum! Ja, jetzt seid ihr maulstad, gell? Mit dem habt ihr nicht gerechnet. Ihr habt geglaubt, mich locker lässig easy peasy null komma nix loszuwerden….
F A L S C H   G E D A C H T !!!
„Ich bin gekommen um zu bleiben!
(Wir sind Helden, 2005, EMI, B0007P0OFO)

staubsaugen

Meine Nasenhaare wachsen so dicht, dagegen kommt sich jeder Marderhaarpinsel wie Kajaks Haupt vor. Und dennoch konnten meine zahlreichen borstigen Bewohner jahrelang nicht verhindern, dass sich der todbringende, hochgradig karzinogene, mikroskopisch kleine Dreck – genannt Feinstaub –  ungehindert zwischen ihnen hindurchschlängeln und sich seelenruhig in meinen Atemwegen festfressen konnte. Das war furchtbar. Das hat mich sehr belastet. Ich habe mich schon richtig krank gefühlt. Gerade in diesen trockenen, kalten Wintertagen war es besonders schlimm. Schrecklich! Furchtbar! Endzeitstimmoid!

Doch das ist jetzt vorbei. Der Feinstaub ist Geschichte. Feinstaub war gestern. Feinstaub war ein Problem der guten alten Zeit, in der Feinstaub unser Problem war. Heute haben wir die Russen, die der Ukraine auf die Pelle rücken und damit willentlich die ganze Welt destabilisieren. Wir haben einen IS, der Assad wie einen Waisenknaben aussehen läßt. Wir müssen zusehen, wie die Lage in Somalia, Afghanistan, Ägypten, Israel und in vielen anderen Staaten von Tag zu Tag schlimmer wird. Wir haben mehr Krisen- und Konfliktherde, als man in einer blogse überhaupt aufzählen kann. Wir haben Ebola, Terrorismus, Islamismus, Klimawandel, Eurokrise, Tsipras, Pegida. Und wir haben die selbsternannten Gutmenschen, die sich wohlwollend gegenseitig auf die Schultern klopfen, weil sie sich – auf ihren in der dritten Welt produzierten Designersofas oder in ihren Hybridboliden sitzend – vegan ernähren, gegen Tierversuche und somit der tiefen Überzeugung sind, dadurch die Welt entscheidend zu verbessern, während sämtliche Menschenrechte weltweit mit Füßen getreten werden.

Ich will meinen Feinstaub zurück. Ich will, dass die Headlines der Zeitungen wieder das Wort Feinstaub beinhalten. Ich will mich wieder damit beschäftigen, wie dieser furchtbare, gottlose Dreck meine Lungen zerfrisst und mich mit einer Wahrscheinlichkeit von so und so vielen Prozent an Krebs verrecken lässt! Ich möchte mich endlich wieder wohlfühlen!

richtungsweisend

Mir wurde zugetragen, dass die meisten Internetzler und Internetzlerinnen nicht minütlich meine Seite besuchten, um die blogse zu lesen. Es sei sogar so, dass der überwiegende Teil der vorgenannten Personengruppe, meine blogse überhaupt nicht lese. Das ist betrüblich aber nachvollziehbar. Das verstehe ich. Selbst meine Wenigkeit ist nicht in solch kurzen Zeitintervallen zugegen, und lesen tu‘ ich diesen Schmunz sowieso nicht. Heute geht es mir allerdings vor allem um die Leserinnen – sprich die Besucherinnen – meiner blogse.
Es kommt nämlich vor, oder besser formuliert, es könnte vorkommen, bzw. es ist bereits passiert, dass sich ein Eintrag (meist ein folgender) auf einen anderen bezieht (oft ein vorangegangener). Und somit ist es geboren, das Problem mit der Sortierreihenfolge. Wie soll sortiert werden?  Ich will nun keinesfalls die Antwort bereits jetzt vorwegnehmen, aber soviel sei geschrieben, die Standardeinstellung so gut wie aller Blogprogramme sortiert von hinten nach vorn. Von unten nach oben, oder von spät bis früh – sozusagen.  Also der neueste Eintrag – der jüngste, der mit dem spätesten Geburtsdatum – ist ganz oben, dann der zweitneueste, der drittneueste, der … bis eben zum ersten und ältesten. Jo. So ist das. Aber: Ist das gut?
Der Daniel, das ist der bisher einzige freiwillig sich zu meiner blogse bekennende Leser (die Dunkelziffer sei allerdings zwei bis dreimal höher), ist für eine Umkehrung der Sortierung. Er bevorzugt – genau aus den vorgenannten Gründen – eine chronologisch aufsteigende Sortierung. Das bedeutete allerdings, sofern die blogse weiterwachse (und das hoffen wir doch alle, nicht?), dass man irgendwann ein recht mühsames Gescrolle hätte. Von vorn herein, immer. Ich bin also unentschlossen. Wankelmütig – ja, Diktator – nein. So werden wir einfach abstimmen, wir leben schließlich in einer Demokratie!

Also hier das vorläufige Abstimmergebnis für die Frage:
Soll die Sortierung entgegen der jetzt gültigen umgekehrt werden (der jüngste zuletzt)?

  • JA: eine Stimme (Daniel)
  • NEIN: eine Stimme (Ned)

Bei einem ausgeglichenen Abstimmergebnis werde ich den Status quo beibehalten. Das Ende der Volksbefragung wurde auf den 28.02.2015 festgelegt. Ich bitte also alle Stimmberechtigten und Stimmberechtigtinnen bis zu diesem Datum vom Stimmrecht Gebrauch zu machen – besten Dank.

(a+b)² = a² + 2ab + b²

Vor unendlich langer Zeit, eigentlich in einem anderen Leben, habe ich diese sogenannte erste binomische Formel gelernt, und ich glaube, sie zu dem Zeitpunkt auch verstanden zu haben. Ich meine, so richtig verstanden. Mein Mathematiklehrer war unheimlich stolz auf sich, weil ihm schon damals völlig klar gewesen ist, dass ich ein ziemlicher Offensivtrottel bin, und er es – wahrscheinlich sogar zu Recht – auf seine Fahnen heften konnte, in mich dieses Algebratrumm mehr oder weniger erfolgreich reingehämmert zu haben. Vorübergehend. Inzwischen kann ich diese Formel nicht mehr von ugalaugalaugala oder von mimimimimimimi unterscheiden. Dies alles bedeutet für mich dasselbe. Aber das ist gar nicht schlimm. Weil ich – entgegen aller Prognosen und Beteuerungen sämtlicher Pädagogen – dieses Binomending seit dem historischen Moment, als ich meinen Pelikan Füller haargenau um eine Minute vor zehn vor neun niederlegte, um sofort danach mein Schularbeitenheft, das den einzigen Mathe-Einser meiner Karriere behütete (das sollte sich allerdings erst ein paar Tage später herausstellen), am Pult abzugeben. Wen’s interessiert, den anderen hatte ich ein paar Jahre früher im ersten Semester der ersten Klasse Volksschule im Lesen gekriegt. Tatsache! Ich habe das Ding nie mehr gebraucht. Kein einziges Mal! Präzise formuliert weiß ich nicht einmal, wozu man den Quatsch theoretisch überhaupt brauchen könnte. Wieso sollte ich mich dafür interessieren, wie viel a plus b zum Quadrat (das ganze in Klammern) ist? Also angenommen a wäre eins und b zwei, dann kommt da neun raus, das ist ja völlig logisch! Wozu brauche ich denn dann den ganzen Stumpf rechts des Istgleichs, hä? Da schreib ich doch einfach neun hin! Und aus! Natürlich melden sich jetzt sofort die Heidelbeeren, die immer schon erstklassig im Rechnen waren, und stänkern, dass natürlich nur eine Variable bekannt sei, und dass man dann, wenn man die andere ‚freistelltää‘ (bäh!!!), herausfändäää, was der Wert der anderen ist. Aber Hand auf’s Herz, wer zum Teufel interessiert sich für b, wenn er a bereits kennt? Genau! Niemand! Keiner! A ist viel geiler als b! B ist Scheiße! Ich brunz auf b! Wie? Wenn b bekannt ist und a nicht? Kein Mensch kennt b ohne a zu kennen. An a kommt keiner vorbei. A ist der Anfang. A wie Anfang, klar? Also vergesst b. B braucht kein Furz. Wenn ich demnach a kenne, und b mich nicht im geringsten interessiert, wozu brauche ich dann diese dämliche Formel?

Ja, ja, jetzt knackt’s im Hirn, gell?
Da hat’s ein Hendl besser.

grau

Vor knapp dreißig Jahren kam ein bis zur Kotzgrenze mittelmäßiger Film in unsere Kinos. Dessen hauchdünne Handlung wetteiferte mit der miserablen schauspielerischen Leistung der Protagonisten um die goldene Himbeere. Und trotzdem, er wurde zum Kassenschlager. Zum Publikumsmagneten. Ich selbst habe ihn fünfmal gesehen. Offiziell. Die Dunkelziffer ist weit höher. Es ging um Sex. Sex außerhalb eines Bettes und mit nackigem Busen – für jedermann und -frau sichtbar! Sogar mit ganz zaghaften Andeutungen von BDSM. Mehr will ich nicht erzählen (ich bekomme heute noch eine Gänsehaut), nur soviel, in den ersten neuneinhalb Wochen nach der Premiere waren sämtliche Götterspeisen, Chilischoten und Honigflaschen restlos ausverkauft. Und Honigflaschen waren damals unheimlich schwer zu kriegen. Dramen spielten sich dann vor den heimischen Kühlschränken ab. Aber halt! Bevor das heutige Jungvolk verächtlich seine Schlüsse zieht, möchte ich noch folgendes sagen: Damals, vor dreißig Jahren, war nackte Haut, im Besonderen nackte Damenhaut, in öffentlich rechtlichen Unterhaltungsmedien quasi nicht existent. Dasselbe galt für relativ detaillierte Darstellungen des sog. zwischenmenschlichen Aktes. Wenn man nicht gerade bereit war, sich in dubiosesten Etablissements herumzutreiben, waren unverhüllte Körper schlicht und ergreifend nicht existent. Heutzutage zeigt eine Waschmittelwerbung mehr, von den unerschöpflichen Möglichkeiten des WWW ganz zu schweigen. Abartigste Abartigkeiten können dort unzensiert beglotzt werden. Es scheint diesbezüglich weder Tabus noch Zugangsprobleme zu geben. Ganz im Gegenteil, man fühlt sich mittlerweile schon als komplette Nebelhupe, wenn man es ’normal‘ macht. Wir kommen ja bereits wegen einer schlichten heterosexuellen Orientierung unter Druck. Da heißt es dann sofort: ‚Der ist NUR hetero.‘, und alle rümpfen angewidert die Nasenrücken. So ist das in unserer Zeit. Bei Facebook kann man zwischen 78 sexuellen Orientierungen wählen.

Und nun? Dreißig Jahre später, heute, scheint sich die Geschichte zu wiederholen, und ich verstehe nicht warum. Fünfzig Grauschattierungen, ein primitiver BDSM-Softporno kommt demnächst in unsere Kinos. In Deutschland gibt es bereits heute – zwei Wochen vor der Uraufführung – 290.000 Kartenreservierungen. Der Hype ist gigantisch. Sowas gab’s noch nie.
Das Buch – wohlgemerkt das Buch eines Softpornos – war bereits ein Bestseller. Wer liest bitte ein Softpornobuch? Ab heute schäme ich mich wegen meiner neuneinhalb wöchiger Vergangenheit nicht mehr – nie mehr. Denn ich hab‘ zumindest das Buch nicht gelesen!!!

twitter, so geht das!

seit ich als mensch auf dieser welt bin, hatte ich – eigentlich immer schon – den unbändigen wunsch zu twittern in mir. leider gab es kein twitter nicht. gar keinen. überhaupt gar keinen. so alt bin ich schon. mich, als mensch, gibt es nämlich wesentlich länger als twitter. twitter gibt es ja noch gar nicht so lange. gegen twitter bin ich ein richtiger methusalem. kaum zu fassen, gell? man glaubt, twitter gab es immer schon. so kommt es uns vor, ja, ja. aber twitter gibt es erst seit neun jahren. knapp neuen jahren. so musste ich eben warten. und warten. und warten. das war scheisse fad, das warten. das warten war so fad, dass ich zeitweise gar nicht mehr gewußt hab‘, worauf ich überhaupt die ganze zeit wartete. aber ich blieb ruhig und habe weitergewartet. und gewartet. gewartet. wenn ich so zurückdenke, bin ich richtig stolz, wie brav und gelassen ich so lange gewatet habe. auf twitter warten, wurde zu meiner großen leidenschaft. teilweise habe ich mich sogar so vorgestellt: ‚hallo, ich bin der ned und warte auf twitter.‘ die meisten leute haben mich da ganz schön blöd angeschaut. aber ich war halt meiner zeit voraus. ich habe immer schon gewusst, dass da mal einer kommen und mir dann den twitter erfinden wird. jetzt kann ich es ja zugeben, es hat wesentlich länger als gedacht gedauert, bis der twitter endlich erfunden war. viele jahre lang habe ich mich tatsächlich ein wenig gewundert, was denn da so lange dauern kann. aber schließlich hat es ja dann doch geklappt, das mit dem twittererfinden. da war er also dann endlich. mit einem nackenschlag. einem tritt ins linke hodenloch. 140 zeichen. einhundertvierzig. vierzehn mal zehn. zehn mal vierzehn. gut, bei seiner primfaktorenzerlegung kommt die sieben vor. sieben in seiner primfaktorenzerlegung zu haben, ist schon cool. das können nicht viele von sich behaupten. das geb‘ ich eh zu. und trotzdem, in 140 zeichen habe ich nicht einmal geschrieben, dass ich ned bin. so habe ich eben nichts geschrieben. trotz warten. jahrelangem warten. aber jetzt habe ich den twitter überlistet. mit einem plugin. einem plugin, das auch einer für mich erfunden hat. ein anderer. ich kann zwar nicht viel, aber immerhin kann ich gut leute finden, die dinge erfinden können.

das gefällt mir. da lacht sogar mein herz.
(und das ist normalerweise ein ganz extrem mies gelaunter noergla!)

mitten drin.

FMRK (weil’s zeitlich fast noch passt)

Ich bin Mittelmaß.
Die Aufmerksamen unter euch haben sicher bemerkt, dass im ersten Satz das NUR fehlt.
Mit Absicht.
Denn ich bin gerne Mittelmaß.
Dem Mittelmaß gehört die Zukunft.
Das stimmt. Ist wissenschaftlich erwiesen.
Ich weiß schon, Superlative sind viel geilerer, tollerer, einfach Sau gut.
Wir alle bewundern Superlative. Die Presse, das Internet, Funk und Fernsehen, der Stammtisch, einfach alle berichten über sie, erzählen von ihnen und huldigen den spitzenmäßigen Superlativen.
Aber: Superlative werden aussterben.
Superlative sind nur durch extreme Spezialisierung möglich.
Spezialisierung bewirkt allerdings die Vernachlässigung anderer wichtiger Fähigkeiten.
Das geht zwar eine Zeit lang gut, das ist richtig, aber auf Dauer: Zack und weg.
Bums macht’s und aus die Maus. Rums, Ratsch, Peng und Schluss.
Beispiele gefällig?
Der Gepard. Voll porno der Typ.
Schaut scharf aus, kann 120 km/h schnell rennen und erlegt jeeeeede Gazelle.
Wer will das nicht?
Na die Hyäne zum Beispiel.
Kackfresse, Hängearsch, dumm wie Brotsuppe und scheiße schiach! Doch die Hyäne wartet einfach im Schatten, bis der ach so coole Gepard mit 370 Pulsschlägen vor der hinigen Gazelle darniederliegt, gibt ihm eine Fotz’n und labt sich gemütlich am zarten Fleisch. Das ist mittelfristig dem Gepard sein Tod (dem Genitiv ergeht es übrigens ganz ähnlich, aber das ist eine andere Geschichte).
Oder der Koala. Ist er doch der allereinzigste in der Gegend, der Eukalyptus verdauen kann.
Tolle Sache.
Neben einem immer frischen Atem hat er zudem auch noch keine Fresskonkurrenten. Leider heißt es demnächst Ende Gelände für den drolligen Gesellen, weil auf eben diesem bald kein Eukalyptus mehr wachsen wird. Fertig. Aus. Knopfnase wird also vom Baum fallen wie eine faule Zwetschke.
Analog Renn und Fauli ergeht es über kurz oder lang allen Spezialisten.
Mir nicht. Ich bin Mittelmaß. (Ein neuerliches Zusammenzucken ist wiederum nicht nötig, das NUR habe ich abermals absichtlich weggelassen).
Da allerdings unsere Gesellschaft dies alles – wie so vieles andere auch – noch nicht verstanden hat, werde ich versuchen, folgenden Neujahrsvorsatz 2015 in die Tat umzusetzen, um eben meinem Mittelmaß zu huldigen.
Also, hier ist er, der Vorsatz, meiner:
Ich möchte im Jahre 2015 den eintausendzweihundertvierunddreißighöchsten Berg der Alpen in der siebenmillionstensechshundertvierundfünfzigtausenddreihunderteinundzwanzigschnellsten Zeit besteigen.
Ich bin wild entschlossen.
Allerdings benötige ich bei der Beschaffung der beiden folgenden Informationen eure Hilfe:
a) Welcher Berg ist das? und
b) In welcher Zeit muss ich diesen hinaufhatschen.
Besten Dank im Voraus, liebe Freunde! Eure Unterstützung sei mein Ansporn für dieses schwierige Unterfangen!

Was bleibt mir noch?

Mir bleibt nur noch, euch – gemäß den Gepflogenheiten dieser Zeit – alles nur erdenklich Geniale zu wünschen. Prächtige Weihnacht, einen unfassbar überproportional schwungvollen Start ins neue Jahr und natürlich gaaaanz viel Liebe in 2015!!
Möge euch das, was ihr euch vornehmt, gelingen (ausgenommen sind natürlich strafrechtlich verfolgte Taten, Selbstmorde, Niederträchtigkeiten, Intoleranz, Hochmut, der PEGIDA beitreten und schlechtes Essen essen, aber so etwas nimmt sich hoffentlich ohnehin keiner von euch vor, oder?)

die siechen? nein, GRIECHEN!

Auch die Griechen wollen leben
das sei ihnen gern vergeben
wollen atmen wollen lachen
wollen Deutschlandwitze machen

Erste Großmacht der Antike
Platon Sokrates und Nike
des Abendlandes Hochkultur
ach Griechenland, was machst du nur

Prassen dazu zeitgleich bocken
mit unsren Milliarden zocken
bringst die alte Welt ins wanken
sprengst die dir zu engen Schranken

Von dir gewählter Lösungsweg
führt dich von dieser weiter weg
vertreib dein dummes Egoschwein
sonst stehst du da alsbald allein.

Die Bitte an die jungen Menschen lautet:
Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Haß
gegen andere Menschen,
gegen Russen oder Amerikaner,
gegen Juden oder Türken,
gegen Alternative oder Konservative,
gegen Schwarz oder Weiß.

Richard Karl Freiherr von Weizsäcker
Bonn, 08. Mai 1985

extra für alle unter 25 jährigen

Kurt ist fünf Jahre alt.
Eigentlich ist Kurt in Wirklichkeit erst vier, aber weil schon Juni ist, sagen alle Erwachsenen, er sei fünf. Kurt ist also fast fünf Jahre alt. Ganz fast. Kurt wünscht sich ein Fahrrad.
‚Aber du kannst doch Udos Fahrrad nehmen.‘, meint Papa. Kurt will Udos Fahrrad nicht. Udos Fahrrad ist alt und schon etwas ausgeleiert. An einigen Stellen ist sogar der Lack schon abgesplittert. Kurt will ein neues, ein eigenes Fahrrad, das nur ihm gehört und zwar seit immer schon. ‚Aber ein neues Fahrrad kann doch noch gar nicht fahren!‘, gibt Papa zu bedenken. ‚Was heißt das? Was meinst du damit?‘, fragt Kurt verunsichert. ‚Naja, Udo hat sein Fahrrad sehr mühsam eingefahren, ist oft hingefallen und musste mit seinem Fahrrad viel Geduld haben, bis es endlich brav war, und er mit ihm herumkurven konnte. Wenn du Udos Fahrrad nimmst, kannst du sofort losfahren und Spass haben.‘
‚Und mit einem neuen Fahrrad geht das nicht?‘, fragt Kurt ungläubig. ‚Natürlich nicht! Ein neues Fahrrad ist doch noch nie gefahren. Woher soll es denn wissen, wie das geht?‘
‚Hmmm‘, murrt Kurt. Er denkt nach. Seine Stirn legt sich in Falten. Sein Mund wird ganz schmal und seine Augen sind zusammengekniffen. Dann weitet sich sein Blick und er beginnt zu lächeln. ‚Aber ich könnte es ihm doch beibringen!‘, strahlt Kurt voller Überzeugung. ‚Willst du dir das wirklich antun? Natürlich kommt es auf das Fahrrad an, wie geschickt es ist, aber jedenfalls brauchst du viel Geduld und es dauert sicher zwei bis drei Wochen, bis du ihm das Fahrradfahren beigebracht hast.‘ meint Papa. ‚Das will ich! Das will ich!‘, ruft Kurt begeistert gleich zweimal. ‚Bist du sicher?‘, fragt Papa nach. ‚Ja, ich will mein eigenes Fahrrad einfahren und ihm selbst das Radfahren beibringen, ganz allein!‘, sprudelt die Begeisterung aus Kurt nur so heraus. ‚Gut, abgemacht,‘ sagt Papa, ‚dann sollst du dein eigenes Fahrrad zum Geburtstag bekommen.‘ Kurt jubelt und hüpft vergnügt durchs Zimmer.

Am nächsten Samstag ist es soweit. Kurt hat endlich Geburtstag und geht mit Mama und Papa zu Herrn Zambonin, dem schrulligen Besitzer des kleinen Fahrradladens am Ende der Strasse. Herr Zambonin hat ein furchtbares Durcheinander in seinem Geschäft. Große und kleine Fahrräder, Herren- Damen- Sport- und Freizeiträder verkeilen sich ineinander. Dazwischen – in den wenigen freien Räumen – stehen Fahrradpumpen, Werkzeug, Anhänger und Regenbekleidung herum. Kurt ist enttäuscht. So hatte er sich das nicht vorgestellt. Er findet kein einziges Kinderrad, das ihm gefällt. Herr Zambonin ist gerade dabei, ein von der Decke hängendes Mountainbike zu reparieren. Er steht mit dem Rücken zu Kurt und seinen Eltern, dreht sich in seine Arbeit vertieft erst gar nicht um und brummt in seinen grauen Bart: ‚Sie wünschen?‘ ‚Mein Sohn Kurt ist heute fünf Jahre alt geworden und möchte zu seinem Geburtstag ein nigelnagelneues Fahrrad, eines, das noch nicht fahren kann. Er will es nämlich selbst einfahren.‘, sagt Papa mit entschlossener Stimme und lächelt Kurt zu. Jetzt dreht sich Herr Zambonin um, hebt die linke Augenbraue kurz hoch und blickt Kurt sehr lange wortlos an. ‚Aha, ein ambitionierter junger Mann, was?‘ Herr Zambonin lächelt. ‚Wenn das so ist,‘ meint er dann, ‚müssen wir ein ganz besonderes Fahrrad für dich finden. So ein Fahrrad einzufahren ist nämlich nicht einfach, da müssen Rad und Fahrer perfekt zusammenpassen.‘ Kurts Herz beginnt laut zu pochen. Er kann vor Aufregung nichts sagen. Herr Zambonin dreht sich wieder um und beginnt in dem unübersichtlichen Haufen zu kramen. Dabei summt er vergnügt das Lied ‚Hänschen klein‘. Kurt versucht an Herrn Zambonin irgendwie vorbeizuschauen, um zu erkennen, was er da eigentlich macht. Plötzlich ruft Herr Zambonin: ‚Da ist es ja, das gute Stück!‘ Stolz präsentiert er Kurt ein kleines Fahrrad, teilweise blau, teilweise metallisch blank poliert. Und mit blauen Reifen! Auf dem Schutzblech ist ein Zähne fletschender Hai abgebildet und die Katzenaugen haben vorne wirklich die Form von echten Katzenaugen!! Kurt ist begeistert und ruft sofort: ‚Das will ich haben, bitte, bitte!‘ Doch dann sieht er, dass das Fahrrad gar keine Stützräder hat. Er wird unsicher. ‚Da sind ja gar keine Stützräder dran,‘ meint er und blickt seine Mama an. ‚Stützwas, Stützwer?‘ ruft Herr Zambonin empört. ‚Willst du ein Fahrrad einfahren, oder bist du ein kleines Mädchen?‘ schmettert er Kurt an. Mama scheint von der Reaktion Herrn Zambonins nicht besonders begeistert zu sein und Kurt weiß gar nicht, was er sagen soll. ‚Ich glaube auch, dass du es ohne Stützräder versuchen solltest‘, meint Papa ganz ruhig, ‚bei deinem Laufrad hast du doch auch keine.‘ Das leuchtet Kurt ein und das Fahrrad wird gekauft. Herr Zambonin hilft beim einladen und schenkt Kurt noch ein Fähnchen und einen kleinen Schraubenschlüssel dazu. ‚Viel Spass!‘, sagt er zu Kurt, dreht sich um und verschwindet wieder mit einem Liedchen auf den Lippen in seinem Laden.

Zuhause angekommen, will Kurt seinem neuen Fahrrad sofort das fahren beibringen. ‚Moment, junger Held!‘, ruft seine Mama, ‚zuerst wird das da aufgesetzt!‘ Und sie zieht hinter ihrem Rücken einen blauen Fahrradhelm mit silbernen Blitzen auf der Seite hervor. ‚Schließlich kann so ein junges Fahrrad recht bockig sein.‘, meint sie und lacht. Kurt setzt sich den Helm auf und springt auf das Rad. Er setzt seinen Fuß auf das rechte Pedal und drückt es nach unten. Und tatsächlich! Sobald sie losgefahren sind, beginnt das Rad wild zu schlingern und versucht Kurt abzuwerfen. Im letzten Moment kann Kurt anhalten und verhindert einen Sturz! Er kann es kaum fassen. Dieses Fahrrad kann ja wirklich nicht fahren. Papa hatte also doch recht! Der steht plötzlich hinter ihm und sagt: ‚Du musst versuchen, die Lenkstange ganz gerade zu halten. Du darfst dem Fahrrad nicht erlauben, in eine Richtung auszubrechen. Warte, ich helfe dir ein bisschen. Damit du dich besser auf die Lenkung konzentrieren kannst, halte ich dich ein wenig. Versuche dabei ganz rund und gleichmäßig in die Pedale zu treten, sodass das Fahrrad merkt, was du von ihm willst.‘ Gesagt – getan. Und es klappt! Mit der kleinen Hilfestellung von Papa funktioniert es gleich besser. Das Rad bleibt ganz ruhig und hält die Spur. Kurt ist begeistert! ‚So, ich lasse jetzt los, bleib ruhig und zeig‘ dem Fahrrad, wer der Chef ist!‘, ruft Papa Kurt zu. Er lässt los und Kurt fährt ganz alleine mit seinem Rad die Strasse entlang!! Von diesem Erfolg beflügelt bringt Kurt in den nächsten Tagen seinem Rad nach und nach das Losfahren, das Bremsen und das Absteigen bei. Bald schon fährt er mit seinem Fahrrad im Kreis und durch selbst aufgebaute Hindernisparkours. Dann darf Kurt mit seinem eigenen  Rad und Mama in die Stadt zum Einkaufen fahren. Alles funktioniert tadellos. Am Abend berichtet Kurt seinem Papa stolz, dass er sein Fahrrad erfolgreich eingefahren hat. Papa nimmt Kurt in den Arm und sagt: ‚Ich habe von Anfang an gewusst, dass du das schaffen wirst, bravo Kurt!‘ Von da an bringt Kurt seinem Fahrrad immer mehr Kunststücke bei. Die beiden werden ein richtig gutes Team. Als Kurt eines Abends sein Fahrrad im Schuppen verräumen will, entdeckt er in der Ecke Udos altes Rad. Kurt schnappt sich Udos Rad, setzt sich kurzerhand rauf und, und tatsächlich! Papa hatte Recht gehabt! Kurt fährt ohne die geringsten Probleme mit Udos Rad – fast genauso gut wie mit seinem eigenen. Und trotzdem. Auch wenn es einfacher gewesen wäre. Kurt ist froh, dass er sein eigenes Fahrrad selbst eingefahren hat. Wäre er mit Udos Fahrrad einfach so losgefahren, hätte er sehr viel Spass verpasst. Sehr zufrieden stellt Kurt Udos Fahrrad wieder zurück und hüpft vergnügt ins Haus.

schnee

In New York hat’s geschneit.
Einen Blizzard nennen die das.
Juno heißt der.
Ein Blizzard wird in New York tagelang angekündigt.
Sämtliche regionalen, überregionalen und internationalen Nachrichtenagenturen kennen kein anderes Thema mehr.
Es wird schon im Vorfeld berichtet, was das Zeug hält.
Dann, endlich.
In New York schneit’s.
Und die Stadt steht still.
Notstand. Hamsterkäufe. Katastrophen und Dramen spielen sich ab.
Die Menschen werden angehalten, ihre Wohnungen nicht zu verlassen.
Aus Sicherheitsgründen.
Der Strom fällt aus. Der öffentliche und sonstige Verkehr kommt zum Erliegen.
Die Aktienkurse fallen.
Die Weltpresse berichtet im Minutentakt.

Bei uns hat’s auch geschneit.
Ziemlich genau so viel wie in New York.
Ich hab‘ extra nachgeschaut – hach, Internet ist so toll.
Die Straßen sind frei. Die Menschen gehen ihrem Tagewerk nach.
Ich war um acht im Büro – wie immer.

Ja, ja, von Marketing verstehen die schon was, diese New Yorker.

gefällt mir

…gesehen bei DJane 2hot4you (ja, ich weiß, aber ich kann nix dafür, die/der nennt sich selbst freiwillig so), ein wenig modifiziert und dann für gut befunden:


Seit einiger Zeit versuche ich, ohne Facebook und Twitter auszukommen und auf eigene Faust in der realen Welt neue Leute und Freunde zu finden. So laufe ich täglich die Straßen entlang und berichte wild um mich herumschreiend darüber, was ich gekocht, was ich eingekauft und was ich gegessen habe.
Ich rufe jedem Passanten zu, was ich gerade mache, wo ich mich zur Zeit befinde, wo ich gestern war und wie ich mich gegenwärtig fühle. Ich stupse jeden an, der mir über den Weg läuft, und deute mit hochgestrecktem Daumen auf Dinge und Personen, wobei ich aus Leibeskräften ‚Gefällt mir!‘ gröle.
Ganz nebenbei – sofern es sich noch ausgeht – kommentiere ich lautstark diverse Situationen, die ich beobachte, oder Gespräche, die ich im Vorübergehen aufschnappe.
Nicht ohne Erfolg.
Ich habe bereits sechs Followers:
Zwei Polizisten, drei stämmige Krankenpfleger und einen Psychiater!
Nicht übel, oder?

lange stange

FMRK

Ich bin alt, das liegt vor allem an meinem Geburtsdatum. Ich bin konservativ, das liegt größtenteils an meiner Herkunft. Ich bin intolerant, das liegt ausschließlich an meinem Charakter. Trotz alledem schimpfe ich jedoch nicht über unsere Jugend! Nein, ganz sicher nicht, denn unsere Jugend hat es schwer, wesentlich schwerer, als jede andere Jugend zuvor. Nein, nein, nicht der Globalisierung wegen, oder der ach so unsicheren Zukunft, des Klimawandels, der enormen Entwicklungsgeschwindigkeit dieser Tage, der Vergläserung und gleichzeitigen Anonymisierung des Menschen generell, dem internationalen Terror oder etwa auf Grund sonst einer fadenscheinigen Ausrede ist das Jungsein heutzutage kein Honiglecken, nein ganz sicher nicht!
Die heutige Jugend hat es deswegen so schwer, weil ausgerechnet meine Generation unmittelbar vor der heute heutigen die vormals heutige Jugend gewesen war! Und wir, also WI-IIIR waren ja nachgewiesenermaßen die coolste, geilste, ultimativ innovativste, untopbarste, originellste Jugend aller Zeiten! Das ist mal amtlich! So ist es naturgemäß extrem zermürbend, unter der Last dieses schweren Erbes eine eigene, halbwegs gesunde Jugendidentität zu etablieren. Die Folge davon ist klarerweise genau diese große Verunsicherung, die wir heute bei den jungen Menschen beobachten können, und die dann zu solchen Auswüchsen wie den sog. Nerds am einen Ende und den selbsternannten Hipsters am anderen führen.
Aber. Aber!
Aber heute möchte ich ein Plädoyer, ein wahres, ein ehrliches, ein echtes, für unsere Jugend vom Stapel lassen! Wir mußten uns damals noch in den windigsten, dubiosesten und anrüchigsten Spelunken herumtreiben, für einen Furzprosecco 250,- Schillinge (eine frühere Währung in der zweiten Republik) bezahlen und uns ständig mit einem schlechten Gewissen herumschlagen. Heute sieht die Sache gar völlig anders aus. Bei einem weihnachtlichen Zusammenhock mit meinem verwandtschaftlichen Jungvolk wurde mir von eben diesem brühwarm und mit größter Selbstverständlichkeit offenbart, dass heutzutage jedes vernünftige Mädel von Format dieser illustren Gymnastik fröne. Dem nicht genug! Zudem werde das Erlernen sowie das Üben der einschlägigen Techniken weiterbildungsmäßig quasi flächendeckend angeboten. Und hierbei sind nicht irgendwelche zwielichtigen Etablissements gemeint – NEIN – die Rede ist von seriösesten Institutionen wie z.B. dem WIFI, der Volkshochschule oder dem USI (etc. pp.)!!
Unglaublich aber war, denn die Geschichte ist noch nicht fertig, weil: SÄMTLICHE KURSE SEIEN STÄNDIG AUSGEBUCHT UND VÖLLIG ÜBERLAUFEN!!!!!!
Und das war’s noch immer nicht!!! Zudem installierten die Mädels bei sich daheim FREIWILLIG zu Perfektions- und Vorführungszwecken einschlägige Turngeräte!!!!!
Ich rede von einer Trendsportart, deren Existenz mir bedauerlicher Weise erst jüngst zur Kenntnis gereichte, ja genau, ich spreche von Pole Dancing.
!!Fantastisch!!Grandios!!Sensationell!!
Diese tolle Sportart trägt nicht nur zur Verbesserung von Fitness, Koordination, Gleichgewichtssinn, Haltung sowie zur ganzheitlichen Kräftigung und Dehnung des eigenen Körpers bei, sondern inspiriert zudem noch das gesamte Umfeld!! Mein Wortschatz ist zu gering, als dass ich meiner restlosen Begeisterung in vollem Maße Ausdruck verleihen könnte. Mir bleibt lediglich, mich des schnöden FB-Jargons zu bedienen und ein siebenfach hohes ‚GEFÄLLT MIR‘ zu röhren! Der unvergleichliche Salvador Dali pflegte dereinst zu sagen: ‚Das größte Übel der heutigen Jugend besteht darin, dass man nicht mehr dazugehört.‘ Wenn ich mir diese lange, standhaft harte Stange, um die sich die Mädels heutzutage ach so enthusiastisch herumzuwinden bemühen, Zunge schnalzend vergegenwärtige, kann ich dem nur beipflichten. Ich kann mich nur wiederholen, frohlocken und BRAVO! BRAVO! WEITER SO! schreien.

Zur Untermauerung meiner Worte sei es mir selbstredend ein großes Vergnügen, das letztjährige Weihnachtsfilmchen eines meiner topten-Lieblingsneffen (Platzierung so zw. 1 & 7) zum Zwecke der Zugemüteführung zu verbreiten, und mich ganz nebenbei schon auf die nächste Trendsportart unserer Nachkommenschaft zu freuen……. ;>))

bewegungsmelder

Öffentliche Verkehrsmittel sind immer wieder Quell skurriler Realitäten, deren fahrgastliches Er- und Überleben – dem Himmel sei Dank – hin und wieder auch erheiternde Momente bescheren. Und das ist schön, gehen doch die meisten Geschichten rund um das gemeinschaftliche Fortbewegen eher mit Zorn und Wut, denn mit erquicklichem Vergnügen einher. So auch bei mir. Die desaströse Performance  öffentlicher Verkehrsbetriebe scheint eines der wenigen völker- und länderübergreifenden Phänomene zu sein, ein Dilemma, das es nicht nur in jeder Kultur zu geben scheint, sondern auch eines, das sich schon längst als solches in unser kollektives Gedächtnis unauslöschlich eingebrannt hat. So auch bei mir. Schon oft, man könnte auch behaupten zu oft, habe ich quer über den Erdball die verschiedensten öffentlich rechtlichen Verkehrsmittel benutzen dürfen/müssen, und kann ohne rot zu werden behaupten, dass ich noch nie – noch überhaupt nie – gar nie – niemals(!) kontrolliert worden bin. So auch in Linz. Aber in Linz, in dem Linz, wo es ja bekanntlich beginnen solle, was auch immer, wäre ich fast, am fastesten überhaupt kontrolliert worden. Und das ging so:
Straßenbahn – Linie 3 – vom Hauptplatz in Richtung Doblerholz.
Ich sitze auf einem Einzelsitz direkt gegenüber des mittleren Ein- bzw. Ausstieges.
Plötzlich.
Vorne und hinten steigt zeitgleich jeweils eine Dame ein. Vorne klein und dick, ich nenne sie Stups, hinten lang und dürr, von mir respektvoll Nase genannt.

Stups: Fahrscheinkontrollääää!
Nase: Ihre Fahrscheine bitte, Fahrscheinäääää!
Stups: Grüß Gott, Fahrscheine bitte – danke.
Nase: Grüß‘ sie, Fahrschein bitte – danke.
(Jeweils näherkommend)
Stups: Grüß Gott, Fahrscheine bitte – danke.
Nase: Grüß‘ sie, Fahrschein bitte – danke.
(noch näher)
Stups: Grüß Gott, Fahrscheine bitte – danke.
Nase: Grüß‘ sie, Fahrschein bitte – danke.
(viel näher)
Stups: Grüß Gott, Fahrscheine bitte – danke.
Nase: Grüß‘ sie, Fahrschein bitte – danke.
(bereits sehr nah)
Stups: Grüß Gott, Fahrscheine bitte – danke.
Nase: Grüß‘ sie, Fahrschein bitte – danke.
(Bei mir stehend, mich jeweils anstarrend und ansprechend)
Stups/Nase: Grüß‘ (sie) Gott, Fahrschein(e) bitte – danke.
Stups: He! Ich habe den Herrn gefragt!
Nase: Und ich frag‘ mich warum!
Stups: Na weil ich zuerst da war!
Nase: So ein Most! Du warst noch mit der Negerfrau beschäftigt, da hab‘ ich ihn scho‘ g’fragt kappt!
Stups: Spinnst‘? Die Negerin hab‘ ich scho‘ durchg’schoss’n kapt, wo du noch den Chines‘ bearbeitet hast!
Nase: Du ehrgeizige Trampl! Das ist so was von verlogen! Mit dem war i scho längst fertig!
Stups: Du gehst mich sowas von an! Ständig dieses Scheiß G’stritt mit dir! Ich war erste und aus!
Nase: Du glaubst jetzt aber nicht wirklich, dass ich mir das jetzt gefallen lass‘, oder?
Stups: Was denn, dass ich die Wahrheit sag‘ oder was?!
(Ich versuche vermittelnd meinen Fahrschein zwischen Stups und Nase zu quetschen, scheitere aber)
Nase: Sag amal, willst du dich jetzt mit mir anlegen, du deppert’s Trumm? Du karrieregeile Schüssel?!
Stups: Du beschimpfst mich jetzt sicher nicht vor allen Leuten, sicher nicht! Schleich‘ di, aber flott!
Nase: Ich soll mich schleichen? Ich soll mich schleichen!?! ICH soll mich SCHLEICHEN?!!!!! Was glaubst denn du, wer du bist, ha?!!! Du hast ja nur deine Quote noch nicht g’schafft, du faule Schwart’n!
(Mittlerweile hat sich bereits eine menschenleere Sicherheitszone um uns herum gebildet. Die dunkelhäutige Dame und der Herr aus Asien – ich vermute Indien oder Sri Lanka – haben sich bei der Haltestelle Bürgerstrasse davongestohlen. Meine Wenigkeit ist leider eingeklemmt…)
Stups: Ja wahrscheinlich. Ja sicher! Die Quote! Der Herr sieht ja auch aus wie der klassische Schwarzneger oder?! Mit Anzug und Krawatte! Quote! Ich brunz mir ein Zahnloch!!
(Ich fuchtle nervös mit meinem Fahrschein herum, trau‘ mich aber nicht, etwas zu sagen)
Nase: Ach! Eine Menschenkennerin! Eine PSYCHOLOGIN! Eine WAHRSAGERIN! Weiß schon vorher, wer zahlt und wer nicht! Warum fragst denn mit deinem grausligen Mundgeruch überhaupts noch wen, wenn’st eh schon vorher weißt, wer an Fahrschein hot und wer net, ha?
Blechmann aus der Decke: Hauptbahnhof! Umsteigen zu den Linien…..
Ich: Entschuldigen sie bitte, aber ich sollte hier aussteigen….?
Stups: Aber selbstverständlich der Herr (macht artig Platz).
Nase: Natürlich, mein Herr, bittesehr, einen schönen Tag wünsche ich (tritt sofort zur Seite).
Stups: Einen guten Tag, wünsche ich ihnen, Vorsicht, Stufen!
Ich: Äh, danke, gleichfalls!
Nase: Auf Wiedersehen!!
Stups (wieder zu Nase): Trampl, blöde!

Die Türe schließt.
Ich atme durch.

Das glaubt mir jetzt natürlich keiner. Macht aber nix, denn ich habe nichts hinzugedichtet und nichts vorbeigelassen. Und. Ich kann nach wie vor reinsten Gewissens behaupten:
Kontrolliert wurde ich noch nie, noch niemals.
Nicht wirklich.

selfie

Männer sind Stelzböcke. Männer denken nur an das eine, das einzige für sie. 95% der einschlägigen Filme werden von Männern konsumiert, die restlichen 5 gar nicht. Das Internet wäre ohne eine graue, unbedeutende Maus. Männer täuschen Edelmut, Geist und Verständnis vor, nur um das einzige, was für sie von Interesse ist, zu bekommen. Männer denken daran in jeder wachen Minute, wenn sie schlafen, träumen sie davon. Männer sind primitiv, unfaßbar einfach zu durchschauen und genau so leicht zu befriedigen. Jede Handlung, jede Motivation und alle Beweggründe haben dieselbe Ursache. Das Gehirn des Mannes dient einzig und allein dazu, Strategien zu entwickeln, um möglichst oft dieses Ziel zu erreichen. Alles andere ist irrelevant. Männer dringen sogar in die Computer und Handys von Frauen ein, um deren schlüpfrige Bilder zu stehlen. Männer sind Spanner, Schwerenöter und Triebtäter. Das ist niederträchtig, primitiv und unentschuldbar. Und peinlich. Egal ob im Kranken- oder auf dem Sterbebett, ihre Gedanken kreisen nur um das eine. Das war schon vor 100.000 Jahren so, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Das sind Tatsachen. Bekannte Tatsachen. Die Sachlage ist klar, eindeutig und zigfach wissenschaftlich erwiesen. Dennoch bleibt für mich eine Frage offen:

Warum um alles in der Welt fotografieren sich Frauen selbst eigentlich nackt?

Im Bad. Im Schlafzimmer. Auf’m Klo? Natürlich ist das weder Aufforderung, ihre Bilder zu stehlen und zu veröffentlichen, noch darf es als Rechtfertigung dafür dienen, aber warum machen die das? Das kann doch nicht nur mit kaputten Spiegeln erklärt werden. Ich verstehe Frauen nicht. Ich werde sie nie verstehen. Mein einziger Trost: Ich bin nicht allein. Dieses Problem teile ich mit fast vier Milliarden anderen. Und jeder, der etwas anderes von sich behauptet, ….
…. der will nur das eine.

ins netz gegangen

Drei Milliarden Menschen nutzen heute das Internet. Vier Milliarden tun das nicht.
Das hat Google herausgefunden. Vielleicht haben die das ja sogar gegoogelt, wer weiß.
Jedenfalls will Google nun nicht drei und auch nicht vier aber immerhin eine Milliarde Dollar in das Raumfahrtunternehmen SpaceX investieren, um via Satelliten alle Menschen weltweit mit dem Internet zu versorgen. Sehr selbstlos.

Also nehmen wir mal an, die schaffen es, ballumfassenden Zugang zum Netz herzustellen, dann könnten doch zum Beispiel die Bewohner des Tschad, eine Person in Tadschikistan oder ein Reisbauer in Nordkorea via Internet herausfinden, was es bei Bloomingdales in New York so zu kaufen gibt.
Sofern zufällig elektrischer Strom verfügbar ist. Und ein Computer.
Oder wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, den Hungertod zu sterben.
Oder zu verdursten. Erschlagen zu werden. Vertrieben. Vergewaltigt.

Doch, doch, sehr selbstlos.

noch ganz dicht?

Manchmal reime ich Phrasen zusammen – nur so zum Spaß und der Wortverzwicklerei wegen.
Bei der Gelegenheit möchte ich Robert Gernhardt zitieren:

„Ich weiß nicht, was ich bin,
ich schreibe das mal hin.
Da ham wir den Salat,
Ich bin ein Literat!“

Dies gilt zweifellos für den Robi, für mich allerdings nicht. Sicher nicht, das weiß ich natürlich. Und genauso wenig ist man Poet, nur weil man dichtet, und Dichter ist man dann selbstredend schon gar keiner. Literaten, Poeten und Dichter verstehen nämlich was von ihrer Kunst. Die können das – sozusagen. Die wissen, was sie tun und vor allem was sie schreiben. Die schreiben nämlich Gedichte. Poesie nennt sich das dann. Ich dichte nur. Was heißt, das Ende eines Satzes dichtet jenes des vorangegangenen ab. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. Ich will das jetzt schließlich nicht kleinreden, sondern ins rechte Licht rücken. Das ist mir wichtig. Nicht dass dann einer kommt und sagt: ‚Jetzt glaubt der Schwachmatiker auch noch, dass er Gedichte schreiben kann!‘ Genau das glaube ich nämlich nicht. Und trotzdem macht es mir Spaß, das Dichten. Manchmal. Und weil Dinge, die mir Spaß machen, vielleicht auch dir Freude bereiten, blogge ich sie. Manchmal.

Vorarlberger Dichtung

Irgendwenn am Zischtig znünä
do warand alle us am Hus
platzt a Dichtung, a ganz grüanä
und s’Wassr sprudlat gmüatlich us.
Dia Dichtung hot koan Bock mä kett
zum schaffa dur d‘ ganze Tag
se hot bloß no va furtgo grett
und daß se nümma dichta mag.

Deam Wassr isch as eh reat ku
des enge Gfühl im schmala Rohr
heat immr scho dia Luft eam gnu
ma kummt sich hald sau igspearrt vor.
Und etz, wo `Dichtung ganga isch
dr Weag isch frei ganz ohne Gattr
rinnts Wassr us bis untarn Tisch
Zäfix und Jessas Gott und Vatr.

D’Muattr kummt als erschte hoam
beim hearalofa mirkt se‘s glei
d’r Gang isch grusig vollar Loam
und s’Wassr rinnt an ihr vorbei.
D‘Muattr schreit: „Etz heat dia Dichtung
dan Geischt uf gea, jo Sakrament!“
Und se rüaft i jede Richtung
lut alle Nüte dia se kennt.

Jo des isch doch dr Dichtung gli
dänä isch platzt und fertig Schluß
dia fließigschtä isch se nia gxi
se hot halt des to was ma muaß.
So dia Gschicht isch somit fertig
was etz no zum vazella wär
daß dr Vatr zimmlä bärtig
und so groß isch wia an Bär.

Mc AG

FMRK

Fast sechs Jahre ist es jetzt schon her, seit ich mir mein Macbook gekauft habe. Ich habe es nicht im Internet bestellt. Nein, ich dachte, dass dies mal eine gute Gelegenheit sei, einen lokalen Händler zu unterstützen. Meine Wahl fiel auf die Mc AG, weil der Shop sehr stylish und die Inhaber recht locker waren.

Letzten Sonntag blieb mein Maci nach dem Einschalten mitten beim Booten stecken. Einzig der angebissene Apfel leuchtete mir tapfer entgegen, bis der Akku leer war. Da ich mit Fenstern groß geworden bin, verschwendete ich keine Zeit, und spazierte einfach am Montag bei der Mc AG vorbei.

Das Problem ist schnell geschildert, die Lösung sofort am Tisch:
‚Lass’n da.‘
‚Wie, dalassen? Wollen wir nicht kurz nachschauen?‘
‚Bringt nix.‘
‚Wieso? Mich würde zumindest interessieren, ob wir auf die Dateien zugreifen können.‘
‚Unwahrscheinlich. Sollen wir versuchen, die Daten zu retten?‘
‚Können wir kurz nachschauen?‘
Er trottet ins Backoffice und kommt mit einem externen USB-Bootlaufwerk wieder.
Der Computer startet problemlos. Widerwillig und nach mehrmaliger Aufforderung klickt er auf das Icon meiner Harddisk. Die gesamte Verzeichnisstruktur erscheint.
‚Sollen wir probehalber eine Datei öffnen?‘
‚Sinnlos.‘
‚Warum?‘
‚Nur weil das jetzt geht, heißt das gar nix. Das ist keine Garantie, dass es beim nächsten Mal auch geht. Die Festplatte ist gecrashed.‘
‚Aha….. und was heißt das jetzt?‘
‚Wenn wir die Daten retten sollen, kostet das mindestens 300 Euro.‘
Ich dachte, dass sich bei dem Preis ein wenig Eigenleistung rechnet, und verließ mit meinem Mac das Geschäft.

Am Abend telefonierte ich zwei Minuten mit einem Bekannten und investierte weitere fünf in eine Internetrecherche. Nach insgesamt einer Viertelstunde war das Problem gelöst und mein Mac wieder der alte. Da erinnerte ich mich an die Szene, als ich beim Verlassen der Mc AG die Eingangstüre hinter mir zuzog, und dabei vom zuvor eher lethargisch wirkenden Inhaber unerwartet freundlich und offensiv winkend verabschiedet wurde. Naja, zumindest war es ein netter Abschied, denn es ist einer für immer. Ich werde die Mc AG nie wieder betreten. Schade, eigentlich.

Inzwichen habe ich ein neues Macbook gekauft. Woanders.
Das alte läuft immer noch, und läuft und läuft und läuft….

FMRK

Gestern habe ich mein verlassenes FB-Account durchstöbert und sämmtliche FMRK’s (Für Mich Relevante Kommentare) herauskopiert.
Diese werde ich ab und an unter genau diesem Kürzel (FMRK) in unseren Blog stellen.
Solltest du den ein oder anderen Text also schon kennen, dann beglückwünsche ich dich einerseits zu deinem Gedächtnis und andererseits kannst du dann sofort stoppen und etwas Sinnvolles lesen – oder schreiben.
Und falls dir das Erinnerungsexperiment von vornherein zu mühsam sein sollte, hilft dir ja das Anfangskürzel zur Identifizierung des bereits Bekannnten. ‚Wünsch dir was!

wirtschaftswunder

Der Ölpreis steigt.
Katastrophe!!
Der Ölpreis fällt.
Furchtbar!
Die EZB erhöht den Leitzins.
Sind die bescheuert?
Die EZB senkt den Leitzins.
Der Untergang ist nah!!
Die Inflation steigt.
Wir werden alle verarmen!
Deflation.
Nein! Nein! Alles ist dahin!
Die Wirtschaft wächst.
Oh Gott! Der Anfang vom Ende! Überhitzung! Überhitzung!
Die Wirtschaft stagniert.
Nein, furchtbar!!
Rezession.
Tod, Tod! Wir werden alle sterben!
Der Euro fällt gegenüber Franken und Dollar.
Schrecklich! Europa wird das Armenhaus der Welt!
Der Euro steigt wieder.
Verdammt, die Exporte brechen ein!
Gold gewinnt an Wert.
Das ist der unfehlbare Vorbote des Untergangs!
Der Goldpreis fällt.
Gütiger Himmel, man kann sich auf überhaupt nichts mehr verlassen! Rette sich wer kann!
Firmen fusionieren.
Diese Schweine! Das kostet tausende Arbeitsplätze!
Firmen fusionieren nicht.
Sind die verrückt? Das wird tausende Arbeitsplätze kosten!
Der Börsenindex fällt.
Alle werden nervös und rennen wie kopflose Hendln durch die Gegend.
Der Börsenindex steigt.
Alle liegen sich jubelnd in den Armen und weinen vor Freude, dabei besitzen lediglich 2‰ der Bevölkerung Wertpapiere von relevantem Wert.

Ich verstehe die Finanz- und Wirtschaftswelt nicht.
Ich werde sie nie verstehen.

aber, aber!

Das Aberdilemma.

Ich wünsche mir eine aberlose Sprache.
Ich mag das Aber nicht.
Das Aber wirkt vordergründig harmlos, verständnisvoll und freundschaftlich.
Gerade das ist das Aber nicht.
Das Aber ist besserwisserisch, oberlehrerhaft und falsch.
Das Aber ist feindlich und ablehnend.
Das Aber gaukelt ein Wir vor und besteht in letzter Konsequenz auf das Du.
Das Aber schickt etwas Versöhnliches voraus, um dann das Gehässige um so gehässiger loswerden zu können.
Das Aber täuscht Verständnis vor.
Das Aber lacht dich erst freundlich an, damit es sich leichter nähern kann, um dir dann bei erst sich bietender Gelegenheit das Messer in den Rücken zu stoßen.
Das Aber muss weg! Weg mit dem Aber!
Die Welt wäre ohne Aber eine bessere. Viel bessere.
Das Aber huldigt dem Sprecher und schmäht andere, meist schwächere.

Beispiele gefällig?

Ich bin ja ein sehr toleranter Mensch, aber diese Schwuchteln gehören weggesperrt.
Ich habe wirklich nichts gegen Ausländer, aber die meisten sind  Verbrecher und Drogenhändler.
Ich mag Frauen sehr, aber die gehören nach Hause zu den Kindern.
Natürlich muss man Flüchtlingen helfen, aber das sind ohnehin nur arbeitsscheue Verräter.

Das Aber muss weg.
Und zwar ohne wenn und aber.

B2MGw7mCIAALNA0

nein danke, leider.

Ich bin schon sehr lange Nichtraucher.
Ich rauche schon so lange nicht, dass ich gar nicht mehr weiß, wann ich damit angefangen habe. Ich glaube mich sogar zu erinnern, dass ich sofort nach meiner Geburt begonnen habe nichts zu rauchen. Und das ist schon ziemlich lange her, ziemlich lange. Zu gerne würde ich auf die Frage: ‚Wann hast du eigentlich mit dem Rauchen aufgehört?‘ antworten: ‚Öch, vorgestern, aber ich glaube nicht, dass ich es schaffen werde.‘ Statt dessen könnte man mich mit Fug und Recht als passionierten Nichtraucher bezeichnen. Dabei würde ich es so gerne anfangen, das Rauchen. In unzähligen Situationen, bei zig Gelegenheiten habe ich bereits mein Nichtrauchersein bitterlich bereut. Schon so viele Male hätte ich mir zu gerne eine Schluppe angezündet, meine frischluftverseuchten Lungen mit dickem Qualm gefüllt. Beim morgendlichen Kaffee, zum abendlichen Bierchen oder besser noch, nach einer zünftigen Herumbumserei – herrlich, die Vorstellung. Aber leider….. keine Chance. In letzter Konsequenz konnte ich mich nicht und nicht dazu überwinden. Dabei habe ich sämtliche psychologischen Tricks angewandt. Zum Beispiel habe ich mir alle – absolut alle Zigarettenwerbungen der letzten 100 Jahre reingezogen, zudem habe ich sämtliche Erfahrungsberichte und Lobeshymnen der weltweit lebenden über 90 jährigen Kettenraucher gelesen. Ohne Erfolg. Ein überlebensgroßes Portrait von Helmut Schmidt ziert meine Wohnzimmerwand! Ich habe mir sogar zehn Monate lang gleichzeitig fünf Nikotinpflaster auf meine Haut geklebt, um mir den Einstieg in die Welt des Rauchens zu erleichtern. An Flughäfen stelle ich mich prinzipiell in diese Raucheraquarien hinein. Nichts. Kein Ergebnis. Neulich kaufte ich mir eines dieser magacoolen Zippo Feuerzeuge. Mit echtem Benzin, klassischem Feuerstein und Docht. Ein paar schnöde Duftkerzen habe ich damit entflammt, mehr nicht.

Entsetzlich. Ich werde nie dazugehören. Meine Krankenversicherungsbeiträge sind völlig für die Katz‘. Ich werde pumperl g’sund und frei von jeglichem Krebsgeschwür sterben – allein natürlich! Ich kann bis zum Ende meiner Tage keinen triftigen Grund vorbringen, eine lange Autofahrt einfach so zu unterbrechen, eine spontane Pause bei der Arbeit einzulegen oder mal kurz – nur so zum Spass – vor die Türe zu treten.
Und in der Schule, was wäre wohl aus mir geworden, hätte ich es damals fertiggebracht, mit dem Rauchen zu beginnen. Wie habe ich sie doch bewundert, abgöttisch verehrt, diese wilden Hunde, die in jeder Pause verwegen durch das Scheißhausfenster in den Hinterhof kletterten, um sich dort mit vordergründig und offensiv genervter Mine einen Tschik hinunterzuzelebrieren, während ich – trottelig und öd – mein von zuhause mitgebrachtes Nutellabrot aß. Natürlich nicht im Hinterhof, sondern vorne, unter Aufsicht einer popeligen Lehrperson. Wie sexy!
Bestimmt wäre ich jetzt schon Topmanager, CEO eines Weltkonzerns. Oder zumindest gefragter Journalist, Buchautor oder sogar ein Kreativer, ein Denker, Philosoph oder gar eine Stilikone! Wenn ich es nur geschafft hätte, irgendwann in meinem beschissenen Leben mit diesem verdammten Rauchen anzufangen!!! Mehr noch. Mir wird für immer verwehrt bleiben, ein echter – richtiger Held zu werden. Hat man es nämlich nie geschafft, mit dem Rachen anzufangen, dann kann man es auch niemals wieder aufhören. Ja, so ist das! Niemals werde ich mit stolzgeschwellter Brust einem ehrfürchtigen Auditorium berichten können, wie ich es denn in heroischer und selbstaufopfernder Manier mit eiserner Disziplin geschafft habe, vom Glimmstengel wieder loszukommen, mich aus den erbarmungslosen Krallen der Sucht zu befreien. Niemals wird mein Ego von anerkennenden und bewundernden Blicken umschmeichelt werden. Kein Schulterklopfen, kein Huldigen, kein Held, rein gar nichts. Eine gescheiterte Existenz, die nichts in ihrem Leben geschafft hat. Niemals.

So, ich wäre nun bereit, diverse Mitleidsbekundungen und Aufmunterungsgesten entgegenzunehmen.
Dankeschön.

Nachtrag vom 21.01.2015
Das, ganz genau das meine ich:

matthi

amis

So gut wie alle Printmedien in den USA druckten auf deren Titelseiten eine Fotografie der Hinrichtung des bereits verletzt am Boden liegenden Polizisten ab, der das Gebäude der Zeitschrift Charlie Hebdo bewacht hatte. Keine davon veröffentlichte auch nur eine einzige Karikatur des berühmten französischen Satireblattes. Man wollte mit den Cartoons die Gefühle der Menschen nicht verletzen, lautete unisono die Argumentation der jeweiligen Chefredakteure.

Ich werde diese Amerikaner wohl nie verstehen. Eine Buntstiftzeichnung bringt sie in Wallung, die Ermordung eines bereits zerschossenen Menschen durch zwei Terroristen lässt sie hingegen kalt.

Aber was will man von einem Volk erwarten, dessen Zweijährige vom Einkaufswagen aus ihre Eltern abknallen. Vielleicht sollten die Amis mit ihren Kindern lieber mal ein Bilderbuch anschauen, anstatt mit ihnen auf den Schießplatz zu gehen.

freiheit

Jetzt gilt es wieder, unsere Werte zu verteidigen.

Meinungsfreiheit
Gleichheit
Solidarität
Pressefreiheit
persönliche Freiheit
Satire
Humor
Bauer sucht Frau
Dschungelcamp
und überhaupt alles, was uns so toll und erhaben über all diese primitiven Zulus und wilden Heiden macht.

Dabei wäre es so einfach.
Was ist denn schöner als die bereichernde Vielfalt der Kulturen?
Integration, Toleranz  und Schaffung von Chancengleichheit ist die Lösung, und zwar für alle.
dich ≡ mich ≡ uns ≡ sie ≡ alle
auch für all die Schwachen mitten in unserer Gesellschaft.


Selig, die Abgebrochenen,
Die Verwirrten, die in sich Verkrochenen.
Die Ausgegrenzten, die Gebückten,
Die an die Wand Gedrückten,
Selig sind die Verrückten!
Reinhard Mey〉

 

und? nix!

Nach über zwei Stunden Anstehen saß ich gemeinsam mit einem lieben Freund im Keller der Universitätsbibliothek und wir glotzten erwartungsschwanger in den 14-Zoll Bildschirm eines PC’s.
Es war das Jahr 1993, als ich mit glitzernden Augen unter Zuhilfenahme einer laut klackenden Bull-Tastatur folgende Zeichenkombination eintippte: www.derstandard.at

und… und… UND… … … … … … … nichts.

Es passierte nichts. Absolut gar nichts. Zehn endlose Minuten lang starrten wir in gähnendes Nichts. Aber dann, ganz zögerlich, fast schüchtern begann sich die sehr, sehr überschaubare Homepage der rosaroten Zeitung aufzubauen. Ein Foto, eine Schlagzeile, ein paar Absätzchen Text – fertig. Scrollen erwies sich als aussichtsloses Unterfangen. Lange Gesichter. Ratlosigkeit breitete sich aus. Wir starteten einen zweiten Versuch: www.nytimes.com
Das war die andere Adresse, die wir noch kannten. Und? Nichts. Noch weniger als zuvor. Absturz. Aus.
‚Das wird nie was, so ein Stumpf, gemma.‘ Sprach’s aus mir und wir gingen.

Heute, über 20 Jahre danach ist jedenfalls klar: Ich bin weder Visionär noch Prophet, aber auch nicht zu stolz, genau dies unverblümt zuzugeben. Da ich offenkundig nicht in der Lage bin, Zukünftiges einschätzen zu können, so möchte ich mich zumindest darin versuchen, das Vergangene zu beleuchten und erörtere hiermit die Frage: Was hat uns das Internet eigentlich gebracht?

Sex. Sex für alle, Sex im Überfluss und Sex zu jeder Zeit. Pornographie wurde gesellschaftsfähig. Davon kann man nun halten was man will, ich frage mich nur, weshalb die männlichen Darsteller dieser Streams immer so putzige Pimmelchen haben. Mich würde mal eine Bumserei durch einen richtigen Typen interessieren, der einen stattlichen Schwanz sein Eigen nennt, aber: Fehlanzeige, nur Piepmatze.

Information. Information im Übermaß. Mehr Information als irgendjemand oder -etwas jemals verarbeiten kann. Das hat uns verändert. Sitzt man heute im Wirtshaus und erzählt eine Geschichte, dann zücken sofort alle ihre Smartphones. Die einen überprüfen via Wikipedia, Google oder sonst irgendwie das Erzählte auf dessen Wahrheitsgehalt, die anderen nutzen die günstige Gelegenheit um zu whatsappen, zu facebooken, zu tindern oder zumindest ihre Mails zu checken.

Damit eng verknüpft: Informationsfreiheit. Fluch und Segen gleichermaßen. Einerseits können unterdrückte Menschen und Bevölkerungsgruppen ihre Version der Wahrheit wesentlich leichter verbreiten – ja ganze Revolutionen wurden dadurch bereits ermöglicht. Zensur durch die Mächtigen ist wesentlich schwieriger geworden. Andererseits wird natürlich auch jeder noch so dämliche Stumpfblöd ungefiltert verbreitet (so wie dieser Blog, übrigens).
Selber denken ist wichtiger denn je. Gerade das ist aber irgendwie verloren gegangen…..konsumieren ist halt so bequem. Vorgefertigte Meinungen, galant ausformulierte Merksätze oder fix verpackte Ideologien sind eben sehr angenehm zu verwenden.

Einkaufen. Ein Wahnsinn. Alles, absolut alles kann eingekauft werden. Vom Sofa aus!! Aber halt, nicht so schnell! Zuerst Testberichte lesen! Testberichte, der Tod ein jeder Einkaufsfreude. Da werden Funktionen und Eigenschaften eines Produktes, von denen ich nicht einmal ahnte, dass es diese überhaupt gibt, derart erbarmungslos niedergemacht, dass jegliche Konsumfreude bereits im Keime erstickt wird. Manchmal wünsche ich mir die Zeit zurück, in der man aus Mangel an Alternativen einfach zum lokalen Fachhändler pilgerte. Dieser hatte ein billiges, ein mittleres und ein teures Produkt in der Auslage. Je nach Geldbeutel oder Opferbereitschaft entschied man sich nach einer Lifedemo für eines der drei und war unfassbar glücklich damit. Heute gibt es allein von einem einzigen Digitalkamerahersteller 793 verschieden Modelle, die um meine Gunst buhlen, Katastrophe!!!!

Natürlich gibt es noch so viel mehr, was das Internet uns gebracht hat:

  • Cyberterrorismus
  • lückenlose Überwachung
  • Verlust des Datenschutzes und der Individualität
  • uneingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten
  • Youtube
  • Icecubeschwachscheiß
  • Selfies
  • Planking
  • undsoweiterundsoweiterundsoweiterundsoweiterundsoweiter

Und vor allem eines noch. Etwas, was für mich als alleinige Rechtfertigung für die Existenz des Internets ausreichen würde. Etwas, das meinen Alltag um so vieles besser und lebenswerter machte. Etwas, das ich mehr schätze, als alles andere, was das Netz jemals hervorbrachte:
Ich muss – Dank des Internets – fast nie mehr anstehen. Oh Mann! Was mussten wir früher anstehen! Sinnloseste, unfassbar nervige Warteschlangen bestimmten unser Leben! Was für eine Zeitverschwendung! Anstehen für Anmeldungen, Abmeldungen, Fahrkarten, Jahreskarten, Saisonkarten, in Postämtern, an Bankschaltern, Finanz- und Standesämtern, bei der Bezirkshauptmannschaft, beim Stadtmagistrat, für Kino- Theater- Konzertkarten, bei Infoschaltern, am Checkin, für absolut jeden Scheißdreck musste man früher ewig lange anstehen. Anstehen, anstehen, anstehen und nochmals anstehen. Furchtbar!

Danke, liebes Internet.

Selbst um dich nutzen zu können, muss ich heute nicht mehr anstehen.

eins

Wasser-1920x1200-9e68fb43442fe00d

Herzlich willkommen in meiner Blogse.
Naja, eigentlich ist es ja nicht meine Blogse,
weil eine Blogse prinzipiell immer dem gehört, der sie liest.

Und weil dies mein erster Blogse-Eintrag überhaupt ist, habe ich ihn auch gleich ‚eins‘ genannt.
Eins finde ich schön. Eins klingt so nach Sehr Gut. Nach bravo!

Ich hab‘ bei der Gelegenheit zudem noch ein Bildchen eingefügt. Warum? Gaaaaaaanz einfach!
Erstens wollte ich ausprobieren, ob ich das überhaupt kann,
und zum zweiten soll dies das tröpfchenweise Eintrudeln meiner Blogse symbolisieren. Poetisch, gell?

Andererseits wirft die Eins natürlich unweigerlich die Frage auf, wie viele auf sie folgen werden.
Sieben vielleicht? Oder 8359? Keiner weiß es.

Nicht einmal ich.