Gutmensch?

In jüngster Zeit – natürlich ob der Ereignisse – ist er wieder in aller Munde: Der Gutmensch.
Eine Beschimpfung ist es wohl, bezichtigt man jemanden, ein Gutmensch zu sein. Meist wird sie im Plural gebraucht, wobei sich diverse Kaltherzen über die Gutmenschen und deren ach so infantiles wie idealisiertes Weltbild echauffieren müssen. Dabei gibt es ihn in Wirklichkeit gar nicht, den Gutmenschen. Nein, der Begriff des Gutmenschen ist eine Erfindung, eine Wortkreation, weiter nichts. Angstnasen, Chauvinisten und Xenophobe haben ihn erfunden, den Gutmenschen. Denn ein Geschöpf, das Empathie entwickeln – fühlen – kann, das Leiden und Not erkennt und auf Grund des himmelschreienden Unrechts als auch des unerträglichen Elends nicht anders kann, als eine helfende Hand auszustrecken, ein Wesen mit diesen Eigenschaften, das zudem mehr Intelligenz als ein Kofferfisch und mehr Selbstreflexion als eine Blindschleiche besitzt, wird korrekterweise schlicht und ergreifend als Mensch bezeichnet. Als ein Vertreter der vordergründig höchst entwickelten Spezies auf unserem Planeten. Das Anhängsel ‚GUT‘ ist dabei völlig überflüssig und reinster Pleonasmus.

Die Frage, die bleibt, ist allerdings, wie jene Geschöpfe zu benennen sind, die sämtliche menschlichen Eigenschaften vermissen lassen und dennoch mitten unter uns leben? Schlechtprimaten?

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