Nexit

Ich bin unzufrieden.
Ich will nichts mehr beitragen. Ich trage zwar jetzt schon fast nix bei, aber ich will überhaupt nix mehr beitragen. Gar nix. So will ich keine Steuern mehr bezahlen und auch nicht mehr zur Arbeit gehen. Dafür will ich aber mehr Privilegien. Viel mehr Privilegien! Eine größere und bessere Wohnung zum Beispiel. Mehr Geld für längere und schönere Urlaube, oder sagen wir besser: für längere und schönere Reisen, denn Urlaub habe ich dann ja ohnehin immer, zudem will ich ein paar Dienstboten und Angestellte, die mir meinen Alltag erleichtern. Dafür nehme ich mir zukünftig das Recht heraus, Menschen die ich nicht mag, schlecht und ungerecht zu behandeln, denn Menschen, die ich nicht mag, sind wirkliche Vollidioten und verdienen es nicht anders. Wenn meinen Forderungen nicht auf Punkt und Komma Folge geleistet wird, trete ich aus der EU aus. Bäh! Dann habt ihr den Salat! Dann mache ich nämlich Ernst und trete einfach aus: NEXIT heißt das dann!

Schreibe ich das, finden das alle blöd und gehen zur Tagesordnung über. Wenn die Briten den Scheiß abziehen, werden sie von der gesamten Gemeinschaft bekniet, doch bitte, bitte in der EU zu bleiben. Tage und Nächte lang wird verhandelt und gebettelt. Laßt die Deppen doch gehen! Oder besser noch: Schmeißt die Trotteln raus! Sollen sie doch auf ihrer Insel sitzen, Ale saufen und dann in die stillgelegten Kohlebergwerke und auf ihre verrosteten Industrieanlagen aus den 60-ern brunzen. Wenn sie Glück haben, dürfen sie vielleicht 51-ster Bundesstaat der abgöttisch verehrten USA werden. Also, schickt diesen Kamerun, oder wie der auch immer heißen mag, zurück zu seinen Schafen, flutet den Tunnel mit Ärmelkanalwasser und lasst es gut sein. Wir haben hier wirkliche Probleme zu lösen, wir können uns nicht um ein zu fettes, zu verhätscheltes, verwöhntes, eigensinniges, uneinsichtiges Kind kümmern, das auf Grund seiner längst vergangenen Geschichte der Illusion verfallen ist, in unserer Welt heute noch irgendeine Rolle zu spielen. Rausschmeißen, gemütlich abwarten und Tee trinken. Genau den Tee, den sich die Briten dann über kurz oder lang nicht mehr leisten können.

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