outen(tisch)

Bedauerlicherweise leben wir noch immer in einer Welt, in der sich Menschen dazu veranlasst sehen müssen, die eigene sexuelle Orientierung vor diversen Mikrofonen zu beichten oder in sozialen Netzwerken zu posten. Das ist zweifelsohne ein Armutszeugnis unserer Gesellschaft, denn jemandes Vorlieben in Punkto Sex haben mich eigentlich erst dann zu interessieren, wenn sich diese Person zu einem netten Schäferstündchen bei mir einfindet. So habe ich beschlossen, mich hier und heute der unzähligen geschlagenen Seelen wegen und aus Gründen der Solidarität zu outen, wie es so schön heißt.
Leider, und das bedaure ich zutiefst, ist hierfür die Ausrichtung meiner sexuellen Orientierung weder hip noch interessant genug, daher wähle ich ein ähnlich privates Thema. Also, jetzt kommt’s, hähämm:
Hin und wieder, wenn mir danach ist, ziehe ich mich recht gerne zurück, sperre mich alleine in einem kleinen, oft fensterlosen Raum ein und scheiße diverse Exkremente verschiedenster Braunschattierungen in eine Keramikschüssel. Dabei summe ich nicht selten die – wie ich finde – sehr nette Melodie von Chris Howlands Liedchen mit dem vielsagenden Titel ‚Das hab‘ ich in Paris gelernt‘.

Boa, tatsächlich, jetzt fühle ich mich im wahrsten Sinne erleichtert, denn jetzt ist es raus.  Zudem bin ich mir ganz sicher, für dein Leben war dies jetzt gerade eine extrem relevante und ungemein bereichernde wie gehaltvolle Information!

Danke, ich bedanke mich. Dankeschön!
Und bitte, bitte, ich hoffe, wir bleiben dennoch Freunde, bitte!

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