Schuhwechsel

Bei uns im Haus war lange Zeit eine Wohnung frei. Jetzt ist ein junges Mädel eingezogen. Sie kommt aus Deutschland, klar, hat sich gleich am ersten Tag ihres Daseins vorgestellt und wollte im Zuge dessen mein WLan-Passwort, weil sie so schnell noch keinen Internetzugang bekommen konnte und ohne leider nicht überlebensfähig sei. Naja, ich denke, ein Menschenleben zu retten, war noch nie einfacher.

Sie ist jung, wahrscheinlich eine Studentin, ein GeiWi-Studium ist das ihre – vom Habitus her. Ich weiss nicht, wie jung sie ist, da ich auf Grund meines Alters das der unter 35-jährigen zu schätzen nicht mehr in der Lage bin. Das ist alles einfach junges Gemüse. So könnte sie 19 oder 25 sein. Ich weiss es nicht.

Jedoch, das hat auch einen entscheidenden Vorteil. Ein Mädel unter einem gewissen Alter ist für mich allein ob dieser Tatsache hübsch. Unglaublich, aber offensichtlich nehme ich Frauen allein ihrer Jugend wegen als attraktiv war. Dies ist fraglos peinlich aber gleichzeitig auch angenehm. So stieg in den letzten Jahren die Anzahl nett anzusehender Mädels stetig an.

Ich denke also, unser neues, mutmaßliches Studentenmädel sieht – objektiv betrachtet – normal, also durchschnittlich aus. Durchschnittlich groß, vielleicht sogar eher klein, durchschnittlich schwer, durchschnittliche Haarlänge, Stimme, Stil, ganz normal also.

Sie hat vor ihrer Wohnungstüre ein kleines Schuhregal aufgestellt. An diesem gehe ich täglich mehrmals vorbei, nicht gezielt aber absichtlich, steht es doch direkt vor der Haustüre.

Nun, es ist Winter. So stehen im Regal meist ihre Winterstiefel und ein, zwei andere ihrer Schuhpaare. Und, ja und jeden morgen ein anderes Paar Herrenschuhe. Jeden Tag ein Paar unterschiedlichen Stils und offensichtlich anderer Größe als das vom Vortag. Natürlich kenne ich weder Frequenz noch Wechsellust unserer Jugend in dieser Beziehung, aber gefühlsmäßig würde ich ein tägliches Stelldichein unterschiedlichster Kavaliere als überdurchschnittlich bezeichnen.

Wie dem auch sei, viel Spass wünsche ich. Dem in dieser Beziehung weit überdurchschnittlichen Mädel und natürlich auch dem jeweiligen Kavalier sei die vergnügliche Zweisamkeit vergönnt!

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