social networking

Vanessa PansiIch mag das book.
Warum?
Wegen Vanessa Pansini.
Ich kenne Vanessa Pansini nicht.
Hab‘ sie nie getroffen, weiß nicht, wer sie ist und werde sie auch nie treffen. Warum nicht?
Weil ich ein Mensch bin, der Personen wie Vanessa Pansini nicht kennt. Ich bin ein Jedermann (nicht der aus Salzburg) oder Irgendwer. Einer, an den man sich nicht erinnert, wenn man ihn einmal getroffen hat, falls man ihn überhaupt jemals treffen sollte. Ich bin ein Teil jener Masse, die dafür sorgt, dass die Menschheit so zahlreich ist. Fotos gibt es von mir nur gegen Bezahlung. Also ich bezahle dafür, dass jemand von mir ein Foto macht, zum Beispiel für einen Personalausweis. Es gibt eigentlich auch niemanden, der gerne Fotos von mir anschaut, außer vielleicht meine große Schwester, die sich jedesmal halb deppert lacht und sich fast bepieselt, weil ich wieder einmal so dümmlich dreinschau‘.
Nicht so Vanessa Pansini. Vanessa Pansini ist eine richtige Schnitte. Ein Sahneschnittchen sozusagen. Sie bezahlt nix für’s Fotografiertwerden. Das hat sie nicht nötig. Sie ist hip, jung und beliebt. Zudem vereint sie in sich natürlich auch noch all die anderen verheißungsvollen Eigenschaften, die zu dem Namen Vanessa Pansini samt einschlägigem Profilbild unweigerlich assoziiert werden. Also gut, ob sie nun tatsächlich beliebt ist, weiß ich nicht, aber dieses Adjektiv schreibt man eben sehr einfach einer Person zu, die offenkundig hip und jung ist, die sich so präsentiert und noch dazu Vanessa Pansini heißt. Aber jetzt kommt das Beste: Ich kenne Vanessa Pansini…
… fast. Natürlich kenne ich sie nicht, aber ich kenne sie fast. Vanessa Pansini ist fast meine Freundin. Zumindest vermittelt mir das book das Gefühl, dass Vanessa Pansini fast meine Freundin sein könnte. Vanessa Pansini ist nur einen einzigen Freund von mir entfernt, und davon gibt es gleich zwei!! Zwei meiner seit jüngst engsten Freunde sind selbst wiederum direkt und ohne Umwege mit Vanessa Pansini dick befreundet!! Mit Vanessa, dem Sahneschnittchen!! Und somit trennt mich nur ein einziger, theoretischer Mouseklick von einer innigen und intensiven Freundschaft mit Vanessa Pansini, dieser lasziven Schnepfe!! Ich, Noerglas Ned, ein intimer Freund Vanessa Pansinis!! Geil, oder?

Darum mag ich das book. Es läßt mich in der Illusion schwelgen, dass ich auf Augenhöhe mit Vanessa Pansini bin. Zumindest fast und nicht nur das. Vanessa Pansini wird mir vom book quasi täglich als potentielle Freundin vorgeschlagen! Das allwissende book ist also der wiederholten Meinung, dass Vanessa, das laszive Sahneschnittchen, und ich, Ned Noergla, eine Freundschaft eingehen sollten, eine innige, tiefgehende!! Doch jetzt kommt der Wermutstropfen: Im Umkehrschluss sollte ich der Pansini Vanessa doch genauso oft vorgeschlagen werden wie sie mir, oder? Und da bohrt sich unweigerlich die alles lähmende Frage in das hoch verletzliche social networkende Selbstwertgefühl:
Wieso hat sie mir nicht schon längst freimütig und freudestrahlend ihre Freundschaft angeboten, wo wir doch quasi seelenverwandt und nur einen läppischen Mouseklick voneinander entfernt sind? Was für eine hochnäsige, selbstgefällige Tussi, eine blöde, schiache!

Ach Vanessa…. ein läppischer Klick
Im Prinzip sind wir schon Freunde, du und ich.
Ich dein 1.749-ster, du meine einzige. Aber was sind schon Zahlen.

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