Spritzensport

Kasperletheater. Das ist das einzige Wort, das mir zu diesem Thema einfällt. Kinder, wir sind doch alle erwachsen! Und es geht um Sport, nur um Sport. Es ist keine Frage von Leben oder Tod, es geht nicht um Sein oder Nichtsein, das ist hier wirklich nicht die Frage. Es geht um junge Menschen, die Spass an der Bewegung haben sollten und darum, ihren Körper zu besseren Leistungen zu trimmen. Die letzten Jahre, Monate, Wochen, Tage haben überdeutlich gezeigt, dass jeder Sportler und jede Sportlerin auf internationalem Spitzenniveau ausnahmslos gedopt ist, und dass die ganzen Kontrollen völlig für die Nüsse sind. Selbst wenn dann mal Doping im großen Stil aufgedeckt wird, passiert im großen und ganzen nix. Das ist doch peinlich! Eine Bankrotterklärung auf der ganzen Linie. Das kann doch wirklich kein Mensch mehr Ernst nehmen.

Also, hört jetzt bitte endlich mit dem Herumgelüge und dem Laientheater auf und benehmt euch, wie es der Thematik angemessen ist. Ich schlage vor, wir lassen das mit den Korntrollen und jeder soll dopen, wie er will. Wer allerdings während des Wettkampfes tot umfällt, wird mit sofortiger Wirkung disqualifiziert und punktlos aus der Wertung genommen. Ferner wird der Tote bis in alle Ewigkeit plus drei Tage für sämtliche Turniere gesperrt. Punkt. Das ist geradlinig, ehrlich und konsequent. Darüber hinaus werden weder aufwändige Tests noch hoch technisierte Labore benötigt. Auch eine B-Probe entfällt.

Das ganze Dopinggedöns‘ hat ohnehin ein Ablaufdatum, und zwar eines, dass schon in sehr naher Zukunft liegt. Bereits in wenigen Jahren werden unsere Freunde von der Gentechnik in der Lage sein, für jede Sportart den dafür perfekten Menschen zu kreieren. Der braucht dann weder Spritzen noch Mittelchen, dessen Anatomie wird schlicht perfekt sein. Ich sehe da Marathonläufer vor meinem geistigen Auge, die nur aus Herz, Lunge und Beinen bestehen, oder Schwimmer, die optisch von einem Delphin nicht mehr zu unterscheiden sind. Das wird toll! 100 Meter Sprints in 4 Sekunden und der Sieger im Gewichtheben stemmt 34 Tonnen ‚gen Himmel. Bei solch gigantischer Spezialisierung könnte es vielleicht mit den Siegerinterviews problematisch werden…. oder sollte ich besser sagen: noch problematischer?

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