Wenn Karlsruhe einfach keine Ruhe geben will

Ich mag Konsis. Konsis sind toll. Konsis sind tief im Innersten ihres Herzens immer und unumstößlich davon überzeugt, in allem absolut Recht zu haben. Sie sehen sich als Vertreter, Beschützer und Verteidiger der einzig wahren Wahrheit, der absoluten. Man glaubt es kaum, aber Konsis können sich tatsächlich nicht einmal ansatzweise vorstellen, dass eine andere Meinung als die ihre überhaupt eine Existenzberechtigung haben könnte. Konsis machen ausnahmslos immer und jedenfalls alles richtig, rechtschaffen und gut. Sie sind unantastbar steil. Ich mag Konsis. Konsis sind lustig. Ganz besonders lustig sind sie, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlen. Dann sind sie überhaupt am aller lustigsten. Ein ganz besonders lustiges Exemplar wohnt in München und heißt Seehofer Horschtl. Der ist ranghohes Mitglied einer politischen Partei, die sich CSU nennt und deren Mitglieder sich praktisch nur aus ewig gestrigen Knallfröschen zusammensetzen. Der Horsti ist aber trotz der starken Konkurrenz in den eigenen Reihen der lustigste. Ganz besonders lustig ist er, wenn ihm die lästigen – ausgerechnet in rote Roben gehüllten – Damen und Herren aus Karlsruhe kräftig auf die Finger hauen.

Jüngst war es wieder einmal soweit. Da behaupten jetzt doch diese Rotnasen allen Ernstes, dass das völlig vertrottelte und erzkonservative Betreuungsgeld gegen das Grundgesetz verstoße. Also verfassungswidrig sei, sozusagen. Die Deutschen nennen ihre Verfassung Grundgesetz. Warum, hab ich vergessen. Da muss ich den Peter nochmals fragen. Wie auch immer, diese Betreuungserniedrigung für Frauen, seinerzeit von der CSU mit aller Macht und erbarmungslos bundesweit durchgeboxt, wurde nun für nicht ok und zur Ländersache erklärt. Und da bekommt der kohlrabenschwarze Horstl natürlich einen feuerroten Grind, springt im Quadrat und schreit (O-Ton): „Nun ist der Bund in der Pflicht, den Ländern die bisher für das Betreuungsgeld eingesetzten Mittel in vollem Umfang zur Verfügung zu stellen.“ Und da merkt man sofort, der Horsti hat das Urteil des höchsten bundesdeutschen Gerichtes vollumfänglich verstanden. Naja, verstanden hat er’s wahrscheinlich eh, aber wahrhaben kann er es auf Grund seines Konsitums einfach nicht, und genau darum sind die Konsis eben so lustig. Die leben halt in ihrer ganz eigenen Welt.

Demnächst wird übrigens auch diese behämmerte Maut für Ausländer – von wem wohl vehementest gepuscht? – endgültig gekippt werden. Aber da hätte ich eine bombige Lösung für den Horstl und sein CSU parat: Damit sie dann nicht völlig das Gesicht verlieren und am Ende doch noch Recht behalten, könnte die Maut nicht nur den Deutschen selbst, sondern einfach weltweit allen zurückbezahlt werden. Das käme ob des Verwaltungsaufwandes zwar schweinsteuer, aber immerhin behielten die Konsis dann Recht. Und das ist doch das Wichtigste für einen echten Konsi, oder? Herr Seedoofer, äh hofer?

Ach, sie sind einfach so lustig, diese Konsis. Also ich mag sie.
… irgendwie.

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