Zum Thema: Früher waren s‘ halt doch g’scheiter

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts hielten sich die wohlhabenden Wiener Adelshäuser sogenannte Läufer. Dies waren sehr fitte Menschen, die laufend laufend Botendienste und Besorgungen für ihre Herrschaften erledigten.
Einmal im Jahr – interessanter Weise meist im Frühjahr so um die Zeit des heutigen Wien-Marathons – ließen die Dienstgeber diese Läufer im Zuge eines großen Volksfestes bei einem Rennen gegeneinander antreten. Der Sieger wurde groß gefeiert und mit allerlei Geschenken bedacht. Um überhaupt als Läufer in den Dienst eines Adeligen treten zu dürfen, brauchte der Bewerber zum einen eine abgeschlossene Läuferlehre (Gesellenbrief) und zum anderen musste er eine Aufnahmeprüfung bestehen. Für diese war ein Paket mit dem Gewicht von ca. einem Kilogramm in der Zeit von maximal einer Stunde und zwölf Minuten über eine Laufstrecke von 18 (!!) Kilometern ins Ziel zu bringen.

Um 1850 verbot der Kaiser höchstselbst das alljährliche Rennen der Läufer mit der Begründung, dass dieses ‚eine höchst sinnlose und zudem noch menschenunwürdige Schinderei sei.‘

Tja, vielleicht sollte das mal einer den Organisatoren des Wien-Marathons mitteilen….

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